Gesunde Hundeernährung: Markenprodukte oder Discounter?

Teures Markenfutter oder günstiges Hundefutter vom Discounter? Wer seinen Hund gesund und artgerecht ernähren will, muss nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Der Preis ist nämlich nicht das ausschlaggebende Kriterium, welches über die Qualität eines Produkts Auskunft gibt. Qualitativ hochwertiges Trockenfutter, das per Fleischsaftgarung erzeugt wird, ist – unabhängig davon, ob es ein Marken- oder Discounterprodukt ist – generell besser verdaulich als solches, welches im Extrusionsverfahren hergestellt wird. Für Hundehalter heißt es also: Augen auf beim Hundefutter-Kauf!

Welches Hundefutter ist das richtige? Foto:Pixabay

Extrusionsverfahren: Was steckt dahinter?

Beim Extrusionsverfahren kommen Zutaten wie Fleischmehl und getrocknete tierische Proteine, ganz selten auch ein geringer Anteil Frischfleisch zum Einsatz. Was genau im Futter enthalten ist, steht auf der Verpackung. Im Zuge des Extrusionsverfahrens werden die tierischen Zutaten mit Kohlenhydraten und Wasser vermengt und bei großer Hitze und unter hohem Druck verarbeitet. Dabei entsteht eine Paste, die durch kleine Öffnungen in eine Art Wurstform gepresst und im Anschluss in kleine Stücke geschnitten und getrocknet werden. Das Ergebnis sind Trockenfutterkroketten. Typisch für diese Bröckchen, die auf die gleiche Weise wie Frühstückscerealien (z. B. Loops) hergestellt werden, ist, dass sie sich nur langsam mit Feuchtigkeit vollsaugen. In der Folge verbleiben die Trockenfutterkroketten länger im Magen, weil dieser mehr Zeit braucht, um sie zu verdauen.

Problematische Aspekte von Trockenfutter per Extrusionsverfahren

Wie beschrieben dauert es lange, bis die Kroketten verdaut werden. Nehmen sie schließlich Feuchtigkeit auf, vergrößern sie sich. Manche Produkte verzeichnen eine Volumenzunahme von fast 100 Prozent. Der Magen dehnt sich und es besteht insbesondere bei größeren Hunderassen das Risiko der Magendrehung. Erleidet der Hund eine Magendrehung müssen Halter sofort handeln, denn Magendrehungen können tödliche Folgen haben.

Eine weitere problematische Sache an Trockenfutter per Extrusionsverfahren ist, dass das Futter einen hohen Anteil an Kohlenhydraten aufweist. Kohlehydrate werden von Hunden wesentlich langsamer verdaut als Fleisch und begünstigen somit den langen Verbleib des Futters im Hundemagen. Im Alltag bedeutet das, dass der Hund eine ausgedehnte Futterruhe benötigt und sich für viele Stunden in sein gemütliches Körbchen zurückzieht. Bewegt er sich zu früh, kann dies eine Magendrehung verursachen. Deshalb sollten Hundehalter ihren Hund nach Möglichkeit so ruhen schlummern lassen, wie er mag. Oder einfach eine Nahrung füttern, die keinen Futterbauch verursacht und dem Vierbeiner erlaubt nach dem Fressen schneller wieder aktiv zu sein.

Frischfleisch im Trockenfutter

Um überhaupt ein wenig Frischfleisch im Extrusionsverfahren verarbeiten zu können, muss diesem vorab der nährstoffreiche Fleischsaft sowie der natürliche Geschmacksträger, das Fleischfett, entzogen werden. Nur so wird das Fleisch verarbeitungsfähig. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb Frischfleisch beim Extrusionsverfahren kaum genutzt wird. Der Aufwand ist einfach zu groß. Daher setzen Hersteller nährwertarmes Fleischmehl oder andere getrocknete Substitute ein, um tierisches Protein zu liefern. Das wiederum bedeutet, dass die Kroketten einen faden Geschmack aufweisen, sodass dem Trockenfutter nicht selten nachträglich Aromen, meist in Form von aufgesprühtem Fett, hinzugefügt wird, damit das Produkt überhaupt nach etwas schmeckt.

Alternative: Trockenfutter mit Fleischsaftgarung wählen

Hundenahrung aus Fleischsaftgarung wird ganz anders zubereitet als nach dem Extrusionsverfahren produziertes Trockenfutter. Bei der Fleischsaftgarung wird, wie es der Name schon ausdrückt, das Frischfleisch im eigenen Saft gegart. Dabei ist die Zubereitung länger und damit schonender sowie die Temperatur im Vergleich zum Extrusionsverfahren erheblich niedriger eingestellt.

Vorteile der Fleischsaftgarung

Trockennahrung, welche im Verfahren der Fleischsaftgarung hergestellt wird, quillt im feuchten Hundemagen nicht auf. Das bedeutet, dass das lebensbedrohliche Risiko einer Magendrehung minimiert wird. Der Hund kann die Nahrung gut verdauen, weil sein Organismus auf die Verdauung von Fleisch ausgelegt ist. Der Vierbeiner verwertet die Nahrung rascher, sodass die Verweildauer im Magen kurz ist. Ein Futterbauch gehört damit der Vergangenheit an.

Durch die schonende Methode der Fleischsaftgarung bleibt der Geschmack erhalten. Die auf diese Weise zubereiteten Kroketten müssen nicht mit Geschmacksverstärkern oder Fetten versehen werden. Der Fleischsaft sorgt für eine kaubare und weiche Krokette, die die allermeisten Hunde gerne fressen.

Markenprodukt oder Discountfutter?

Hundehalter sollten sich stets die Informationen auf der Verpackung des Hundefutters sorgfältig durchlesen, um zu prüfen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Ist der Anteil an Frischfleisch hoch, enthält das Trockenfutter in der Regel viele natürliche und gesunde Nährstoffe und Fette. Steht auf der Verpackung Fleischmehl, bedeutet das, dass in einem vorgelagertem Prozessschritt Fleisch und Fleischabfall bei hohen Temperaturen der Fleischsaft und das Fett entzogen wurde. Diese Kroketten sind nicht nährstoffreich und sie schmecken vielen Hunden nicht.

Bei der Frage, welches Futter das richtige ist spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Markenprodukt oder um ein No-name-Produkt handelt. Oftmals ist es so, dass Hersteller neben den Produkten mit bekannten Handelsmarken eine preiswerte Discount-Linie vertreiben und unter anderem Namen bei Netto, Lidl, Penny & Co. anbieten. Hundehalter können sich vorab informieren, welches Markenprodukt hinter einer Hausmarke oder einem anderen No-name-Produkt steckt.

Doch das Wichtigste bei der Hundefutterauswahl ist: Es kommt auf die Zusammensetzung an, denn die beeinflusst maßgeblich, ob der Hund das Futter gut verträgt oder nicht.

Ein hoher Frischfleischanteil deutet stets auf die Fleischsaftgarung hin, also dass das Fleisch schonend nur im eigenen Saft gegart und durch die Kochtechnik des Reduzierens langsam zu Trockennahrung wird. Fehlen Hinweise auf frisches Fleisch oder ist der Anteil gering, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Futter mit dem Extrusionsverfahren hergestellt wurde. Hersteller, die mit dem sehr verbreiteten Extrusionsverfahren herstellen, sind zum Beispiel Bosch, Josera und Wolfsblut.