Apportieren lernen: So trainieren Sie es richtig

Apportieren ist ein großer Spaß, wenn die „Beute“ denn auch wirklich zurück zum Halter zurückfindet. So üben Sie das Apportieren mit Ihrem Hund.

apportieren-lernen
Apportieren lernen: Mit unseren Tipps klappt’s! © iStock

Ein Spaziergang mit Spaß, den mag jeder Hund! Beim Apportieren kann Ihr Liebling überschüssige Energie abbauen und wird dabei nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausgelastet. Und das auf sehr natürliche und damit hundgerechte Weise.

Was versteht man unter Apportieren?

Der Begriff Apportieren stammt ursprünglich aus der Jagd und bezieht sich auf das Heranbringen des zuvor vom Jäger erlegten Wildes durch den Hund.

Heute hat es eine vielfältigere Bedeutung in der Hundeerziehung. Man versteht darunter auch das spielerische Bringen von Bällen, Spielzeug oder einem Dummy. Hunde laufen dabei einem geworfenen Gegenstand hinterher und bringen ihn dann wie die Beute bei der Jagd zu ihrem Herrchen oder Frauchen.

Welches Zubehör brauche ich zum Apportieren?

Für das Apportieren brauchen Sie gar nicht viel:

  • lange Leine
  • Leckerlis
  • Gegenstand zum Apportieren (Ball, Dummy, Futterdummy, anderes Spielzeug)
  • einen Hund ♥

Damit Sie nicht den Gegenstand werfen und Ihr Hund mit der Beute das Weite sucht, ist anfangs eine längere Leine sinnvoll.

Wie so oft in der Hundeerziehung sind die Leckerlis als Belohnung auch hier ganz wichtig. Damit bestärken Sie das Verhalten, wenn der Hund nach und nach versteht, wie das Spiel funktioniert.

Als Wurfgegenstand oder Dummy dient verschiedenes Hundespielzeug, ein Ball oder ein Apportierholz. Verwenden Sie bitte keine herumliegenden Stöckchen für das Spiel mit Ihrem Hund! Diese sind zwar überall und jederzeit verfügbar, aber für Hunde mitunter nicht ganz ungefährlich. Durch die spitzen Kanten kann es beim Herumtollen und Apportieren der Beute schnell zu Verletzungen im Maul- und Rachenraum kommen.

Rudelkönig Futterbeutel für Hunde - Apportierdummy zur Hundeerziehung - Robuster Trainingsdummy für Leckerlies
  • 𝗩𝗢𝗡 𝗛𝗨𝗡𝗗𝗘𝗧𝗥𝗔𝗜𝗡𝗘𝗥𝗡 𝗘𝗡𝗧𝗪𝗢𝗥𝗙𝗘𝗡 - Fördere spielerisch den Jagdinstinkt durch das...

Apportieren lernen: Was muss ich beachten?

Bevor der Startschuss fällt und Sie anfangen den Futterdummy oder einen anderen Gegenstand zu werfen, haben wir noch einige Tipps für Sie:

Beginnen Sie die Übungen in der Wohnung, denn hier ist Ihr Hund am wenigsten ablenkt und kann in Ruhe lernen zu apportieren. Lassen Sie ihn dort langsam verstehen, worum es in dem neuen Spiel geht. Hier gilt wie sonst auch in der Hundeerziehung: Gehen Sie es entspannt und liebevoll an. Umso schneller und freudiger wird Ihr Hund lernen, Ihnen die Beute zu bringen.

Erst etwas später finden die Übungen im Garten oder weiteren Umfeld statt. Üben Sie mit Ihrem Hund außerdem lieber öfters, dafür aber nur für kurze Zeit, um ihn nicht zu überfordern.

Kann man schon Welpen das Apportieren beibringen?

Grundsätzlich können Sie die ersten Schritte fürs Apportieren auch schon mit einem Welpen trainieren. Achten Sie dann aber unbedingt darauf, den kleinen Fellpfoter nicht zu überfordern.

Die Spiel- bzw. Übungseinheiten sollten dann immer besonders kurz gehalten werden. Zu Apportieren fordert Hunde körperlich, aber auch geistig. Welpen und junge Hunde können sich noch nicht sehr lange konzentrieren. Zu den wertvollen Tipps gehört hier, immer dann aufzuhören, wenn der erste kleine Erfolg zu sehen war.

Das Apportieren schon früh zu üben, hat den Vorteil, dass auch andere Kommandos dabei spielerisch erlernt werden. Dazu gehört u. a. auch der Rückruf des Hundes, also dass Ihr Vierpfoter zu Ihnen kommt, wenn Sie ihn rufen.

Lesen Sie dazu auch: So trainieren Sie den Rückruf Ihres Hundes

Apportieren üben: Kommandos nutzen und loben

Auch wenn uns das Apportieren leicht erscheint – die Übungseinheiten für Ihren Hund sind ein komplexer Ablauf von Handlungen. Schließlich muss Ihr Schwänzchenwedler all diese Aufgaben erledigen:

  • Suche und Aufnahme des Wurfgegenstandes,
  • schnelles Zurückbringen,
  • Übergabe an Herrchen oder Frauchen.

Für jeden einzelnen Schritt müssen Sie ein Kommando einsetzen. Beispielsweise erfolgt „Apport“ für das Herbeibringen oder „Aus“ bei der Übergabe des Gegenstandes.

Ebenfalls ist ein sogenanntes Falsch-Kommando wichtig, damit Ihr Hund auch den Unterschied zwischen richtig und falsch erkennt. Diese Kommandos sind Grundbestandteile der Übungen. Ideal ist es, wenn Sie in der bisherigen Hundeerziehung einige davon schon geübt haben (z. B. „Aus!“). So weiß Ihr Hund zumindest schon teilweise, was von ihm erwartet wird.

Loben Sie immer jede richtige Handlung mit einem Leckerli oder lassen Sie Ihrer Freude verbal freien Lauf! Freuen Sie sich wie ein Schneekönig, wenn der Hund beim Trainieren Ansätze des richtigen Verhaltens zeigt.

Bestrafen Sie niemals eine noch nicht perfekte oder unerwünschte Reaktion! Positive Bestärkung gehört zu den wichtigen Tipps, wenn Sie Hunde etwas apportieren lassen wollen. Auf diese Weise wird die Motivation Ihres Vierbeiners immer wieder neu aktiviert.

hund-beim-apportieren
Der Spaß sollte beim Apportieren immer im Vordergrund stehen. © iStock

Apportieren lernen Schritt für Schritt

Um Hunden das Zurückbringen beizubringen gehen Sie Schritt für Schritt vor. Nehmen Sie sich Zeit für jeden einzelnen. Umso zuverlässige wird Ihr Hund irgendwann die Beute bringen, vor Ihnen fallen lassen oder in Ihre Hand übergeben.

  1. Wählen Sie einen für Ihren Hund gut zu fassenden Apportiergegenstand aus. Er sollte zur Größe der Hundeschnute passen. Ein Jack-Russell-Terrier braucht einen anderen Futterdummy oder Ball als ein Deutscher Schäferhund.
  2. Legen Sie den Hund an die Leine und lassen ihn aus kurzer Entfernung zusehen, wie Sie den Dummy mit Leckereien bestücken. So wecken Sie ganz besonders sein Interesse und die Spannung steigt.
  3. Werfen Sie den Dummy nur einige Meter weg und geben Sie Ihrem Hund das Kommando „Bring“. Sie können natürlich auch ein anderes Wort wählen.

    Wichtig: Die lockere Leine muss lang genug sein und darf kein Hindernis beim Erreichen des Dummys darstellen. Werfen Sie nie weiter als die Leine reicht.

  4. Sobald der Hund sich mit dem Dummy beschäftigt, warten Sie, bis er ihn in den Fang nimmt.
  5. Loben Sie ihn bei der Aufnahme und dem Halten der Beute ausgiebig und locken Sie den Hund zu sich heran. Es kann hilfreich sein, sich dafür klein zu machen, sich also beispielsweise hinzuhocken.
  6. Kommt der Hund nicht, ziehen Sie ihn an der Leine zu sich heran. (Bitte mit Gefühl!)
  7. Mit „Aus“ nehmen Sie Ihrem Liebling den Dummy ab.
  8. Dann holen Sie vor den Augen des Hundes die Belohnung aus dem Dummy. So lernt der Hund, dass die nächste Belohnung folgt, sobald er Ihnen den geholten Gegenstand wieder in die Hand legt.

Die gleiche Vorgehensweise können sie nun ohne Hundeleine probieren.

  1. Nach dem Kommando „Sitz“ entfernen Sie sich drei oder vier Meter, nehmen Blickkontakt zu Ihrem Hund und legen den Dummy vor Ihre Füße.
  2. Rufen Sie dann Ihren Hund. Auf Zuruf kommt er angelaufen und wird mit Sicherheit das Gelernte anwenden – Aufnahme, Übergabe. Die Belohnung liegt sozusagen in Ihrer Hand! Die Entfernung können Sie danach in kleinen Schritten erweitern.
DOGS and MORE - Trainings-Dummy 'ROBUST' (SCHWIMMFÄHIG) in Gelb/Hundespielzeug/Apportier-Spielzeug
  • Schwimmfähiger Trainings - Dummy / Apportier-Spielzeug / Hundespielzeug

Apportieren mit Suchen verbinden

Vielen Hunden macht es großen Spaß, wenn Sie das Apportieren mit einem Suchspiel verbinden. Sitzt das Zurückbringen eines Gegenstands sicher, können Sie diese Variante für fortgeschrittene Hunde ausprobieren:

Fordern Sie Ihren Hund zum Sitzen und Bleiben auf. (Extratipp: So trainieren Sie „Sitz und bleib“ mit Ihrem Hund.) Ihr Hund beobachtet in Sitzposition, wie Sie allein mit dem Futterdummy in den Wald gehen, diesen dort verstecken und ohne Beute zurückkommen. Jetzt können Sie Ihren Hund auf Suche schicken.

Den meisten Hunden ist bei dieser Variante klar, was ihre Aufgabe ist. Sollte es bei Ihnen anders sein, üben Sie auch dieses Spiel zunächst wieder in der Wohnung. Hier können Sie den Hund ggf. auch mit Hinweisen zum Versteck leiten, bis er lernt, für die Suche neben seinen Augen auch seine Nase zu benutzen.

Tipp: Nutzen Sie das Angebot des Hundes

Viele Hunde zeigen stolz ihr Lieblingsspielzeug, weil sie spielen möchten. Nutzen Sie den natürlichen Spieltrieb Ihres Hundes für die Hundeerziehung, denn das ist der erste Schritt zum Apportieren. ♥

Sie wollen mehr Tipps für Ihren Liebling?

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Hunde-Newsletter!

Letzte Aktualisierung am 4.05.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API