Kettenhund wartet 10 Jahre auf sein Glück - jetzt hat er es gefunden!

Ein US-Amerikaner wird auf einen scheinbar verlassenen Hund aufmerksam und rettet ihn. Das Schicksal des Tiers ist so unglaublich wie seine Verwandlung.

© Vimeo/  Jared Piper

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Über drei Jahre lang kam der US-Amerikaner Jared Piper auf seinem Weg an einem verwahrlosten Grundstück vorbei, auf dem ein Hund an einer Kette gehalten wurde. Niemals hatte Piper gesehen, dass jemand mit dem Hund spielt oder ihm andere Zuwendung gab. Fremden gegenüber zeigte sich der Hund immer feindselig, bellte und fletschte die Zähne.

Im heißen Sommer 2015, in dem die Temperaturen fast 49 Grad erreichten, beschloss Jared Piper, sich um den Hund zu kümmern. Er hockte sich an den Zaun und wartete, bis der Hund aufhörte zu bellen. Schließlich sprach er den braunen Rüden an und versprach ihm, dass alles gut werden würde.

© Vimeo/  Jared Piper

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Vorsichtig näherte sich der Hund dem Zaun und ebenso vorsichtig steckte Jared Piper seine Finger durch die Maschen, um den Rüden streicheln zu können. Zunächst wusste der Hund nichts mit der Geste anzufangen. Liebe schien der armen Hundeseele völlig fremd zu sein.

Doch Jared Piper kam nun täglich, setzte sich an den Zaun, gab dem Hund Leckerlis und versuchte immer wieder vorsichtig, sich ihm zu nähern.

Dabei sah er auch, in welch schlechtem Zustand das Tier sich befand: völlig verdreckt, mit wunden Stellen vor allem an den Ohren, zahlreichen Fliegen am ganzen Körper und deutlich sichtbaren Tumoren am Bauch gab der Hund ein trauriges Bild ab. 

 

Ein langes Leben an der Kette

Der Hund hatte offenbar sein gesamtes Leben draußen angebunden und allein verbracht. Und trotz alledem glaubte Jared Piper daran, dass in diesem Hund noch Lebensmut steckte und dass es sich lohnen würde, um das Tier zu kämpfen.

Als Jared Piper eines Tages wieder am Zaun hockte, nahm sich der Hund schließlich ein Herz und ließ sich anfassen. Es war offensichtlich, dass ihm menschliche Zuneigung bislang völlig fremd war. Und umso mehr genoss er es nun, von einem Menschen endlich Positives zu erfahren. 

So ging es einige Wochen, und Jared Piper und der Hund gewöhnten sich aneinander. Die Scheu des einsamen Rüden war gewichen. Er genoss die Zeit, die der neue Mensch in seinem Leben mit ihm verbrachte.

Für Jared Piper war bald klar: Er konnte den Hund unmöglich in diesem herz- und lieblosen Zuhause lassen. Und als er den Rüden das nächste Mal durch den Zaun versorgte, kam die Besitzerin aus dem Haus. Jared Piper sprach sie an, sagte ihr, dass der Hund medizinische Hilfe brauche und es Tierquälerei sei, einen Hund rund um die Uhr draußen angekettet zu lassen. 

Es war klar: Ohne Hund würde er nicht gehen

Doch die Frau hatte nicht mehr als ein Lachen übrig. Schließlich sei der Hund schon seit 10 bis 15 Jahren in diesem Garten, an dieser Kette. 10 bis 15 Jahre ohne Liebe, ohne Spiel, Freude oder Interaktionen mit anderen Hunden. Jared Pipers Beschluss stand sofort fest: Er würde an diesem Tag nicht ohne den Hund gehen!

Zwar wusste er, dass er den Hund nicht selbst behalten konnte. Aber er war sich sicher, ein schöneres Zuhause für das herzensgute Tier zu finden. 

Nach einigen Minuten stimmte die Besitzerin zu und gab den Hund, der in seinem ganzen Leben das Grundstück niemals verlassen hatte, frei.

Rusty war vor allem eines: dankbar

Mit dem Halsband und an der Kette, die so lange das Leben des Hundes so grausam eingeschränkt hatte, machte der Rüde schließlich seine ersten Schritte in die Freiheit. Und er bekam einen Namen: Jared Piper nannte ihn "Rusty Diamond" (rostiger Diamant), denn er hatte sich nicht getäuscht: Unter dem schmutzigen Fell und hinter den traurigen Augen verbarg sich ein wundervoller Hund, der es verdient hatte, geliebt und umsorgt zu werden.

© Vimeo/  Jared Piper

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Der erste Weg führte Rusty und Jared Piper zum Tierarzt, wo man zunächst versuchte, das Halsband abzunehmen. Doch es wurde offenbar in all den Jahren niemals geöffnet, sodass es dem Hund vom Hals geschnitten wurde.

Rusty, der bislang kaum Kontakt zu Menschen gehabt hatte, verhielt sich beim Arzt absolut ruhig, freundlich und aufgeschlossen. Selbst, als ihm anschließend beim Hundepfleger der Dreck der vergangenen Dekaden vom dürren Leib gewaschen wurde, ließ Rusty alles geduldig über sich ergehen.

Das neue Zuhause gleicht einem Paradies

Provisorisch nahm ihn schließlich doch Jared Piper bei sich zu Hause auf. Doch Rusty musste nicht lange warten. Endlich hatte auch er einmal Glück: Schnell fand sich eine Familie, die die so geschundene Seele bei sich aufnehmen wollte. 

In einem großen Haus mit riesigem Garten, einem Pool und vor allem weiteren Hunden ist Rusty Diamond nun zu Hause, wird umsorgt und geliebt. Und obwohl der Rüde schon ein Senior ist, sieht man ihm die Dankbarkeit und Freude über sein so spätes Glück an, wenn er die alten Knochen noch einmal streckt und voller Lebensfreude über den Rasen seines neuen Zuhauses rennt. 

© Vimeo/ Jared Piper

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Dem späten Glückspilz bleibt nun nur noch zu wünschen, friedliche, glückliche und vor allem gesunde restliche Jahre erleben zu dürfen.