Sie nahmen den Welpen zum Sterben mit - doch er wollte leben

Eine Familie holt einen todkranken Wurf aus einem türkischen Tierheim. Die Hunde sollen in Frieden sterben können. Doch eines der Hündchen überrascht alle: Es kämpft um sein Leben und ... gewinnt!

© YouTube/  PAWsitive

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Der Beruf des Mannes brachte eine amerikanische Familie in die Türkei. Da sie schon immer im Tierschutz aktiv waren, sahen sich die Familienmitglieder auch in ihrem neuen Wohnort um, wo Tiere ihre Hilfe brauchen. Sie wurden schnell fündig, wussten da jedoch noch nicht, dass ihr Engagement ihr Leben schon bald ändern sollte. 

Im Tierheim von Ankara warten über 4.000 Hunde auf ein neues Zuhause. Nur die wenigsten von ihnen bekommen wirklich irgendwann einmal eines. Die meisten verbringen den Rest ihres Lebens in dem Heim, in dem viele Tiere unterernährt sind, Aggression erleben und unter z. T. schweren Krankheiten leiden.

Bis zu 20 Hunde sitzen hier in einem einzigen Zwinger, hungern und sehen einer trostlosen Zukunft entgegen. Als Mutter Mary das erste Mal mit ihren drei Töchtern hier zum Helfen erschien, rührte sie das Elend der Tiere zu Tränen. Allen Familienmitgliedern war klar: Hier ist so viel Leid, dass sie allein unmöglich jedes Tier retten konnten.

Doch die Familie wollte dennoch etwas tun. Sie brachte Futter, reinigte die Zwinger und gab den Tieren wenigstens für Minuten die so sehr ersehnte Liebe.

Unterstützung für die Schwächsten

Bald beschlossen die Frauen, sich besonders um die Schwächsten in diesem Chaos aus unendlichem Leid zu kümmern: Einem der Mädchen viel ein Wurf fast verhungerter, kranker Welpen auf. Die Tiere waren dem Ende näher als dem Leben, und die Familie beschloss, die Hund mit nach Hause zu nehmen, damit diese kleinen Tierseelen wenigstens in einer schönen Umgebung in Frieden sterben können. Vier kleine Welpen nahmen sie mit in der Hoffnung, ihnen ihre letzten Tage so schön wie möglich zu gestalten.

Die Mangelernährung hatte den Tieren schwer zugesetzt. Zudem litten alle Welpen an Staupe, einer Viruserkrankung, die ohne Behandlung oft tödlich endet. Und so kam es wie erwartet: Nacheinander starb der engagierten Familie ein Hundebaby nach dem anderen weg.

Nur eines aus dem Wurf, das kleinste, ein nur wenige hundert Gramm wiegendes Häufchen Elend, wollte sich nicht mit seinem Schicksal abfinden. 

Die Krankheit hatte Spuren hinterlassen

Zwar zeigte die kleine Hündin bereits extreme Auswirkungen der Krankheit und auch der schlechten Ernährung: Sie konnte kaum stehen und nicht gehen, war klapperdürr und motorisch stark beeinträchtigt. (Denn wird Staupe nicht behandelt, kann sie das Hirn angreifen und dort zu Schäden führen.) Doch trotz all des erfahrenen Leids, trotz der enormen gesundheitlichen Probleme, die dieses winzig kleine Hündchen hatte, schaffte es das Tier, dem Tod in letzter Sekunde von der Schippe zu springen.

Erfüllt von Glück gab die Familie der Hündin den Namen "Faith" (engl. für "Glaube"). Von diesem Tag an glaubte nicht mehr nur Faith an sich, sondern auch ihre neue Familie.

Die kommenden Wochen und Monate waren für die kleine Faith ein wackeliger, aber stetiger Weg in eine bessere Zukunft. Getragen von der Liebe in ihrem neuen Zuhause machte sie vorsichtig jeden Tag einen kleinen Schritt mehr als am Vortag, wuchs, wurde kräftiger und immer mehr zu einem fast ganz normalen Hund.

Ein glücklicher, strahlend schöner Hund

Ganz vergessen wird Faith ihre traurige Vergangenheit jedoch nie. Wegen der extremen Mangelernährung fehlen ihr sämtliche Zähne. Und auch anhand der Bewegungen sieht man noch, welch schwere Krankheit hinter ihr liegt. Doch vor allem psychisch wird sie immer ein besonderer Hund bleiben, ängstlicher sein als andere und wohl auf ewig fürchten, schon bald wieder Hunger leiden zu müssen.

Doch sieht man Faith heute, sieht, wie groß, stark, und wunderschön sie geworden ist, überstrahlt diese Entwicklung all die Kleinigkeiten, die an das schlimme Schicksal der kleinen Hündin erinnern, und das noch heute so viele andere Hunde in der Türkei tagtäglich erleiden.

Die Familie ist 2016 mit Faith in die USA zurückgekehrt. Vergessen hat sie die in der Türkei lebenden und leidenden Hunde jedoch nicht: Sie kümmert sich auch weiterhin um rund 50 Straßenhunde, indem sie Futter und medizinische Versorgung organisiert.

Auch in deutschen Tierheimen warten viele Tiere auf ein neues Zuhause. Ebenso ist Hilfe dort immer willkommen. Ein Tierheim in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes.