Cavalier King Charles Spaniel: Wesen, Haltung, Pflege

Cavalier King Charles

Den niedlichen Cavalier King Charles Spaniel machen vor allem die großen Schlappohren und das puschelige Fell aus. Aber auch sein Charakter ist einfach wundervoll. © iStock

Im Cavalier King Charles Spaniel schlummert ein besonders gutmütiges und friedliches Wesen. Lesen Sie hier alles über Charakter, Haltung und Pflege der kleinen Kavaliere.

Cavalier King Charles
Den niedlichen Cavalier King Charles Spaniel machen vor allem die großen Schlappohren und das puschelige Fell aus. Aber auch sein Charakter ist einfach wundervoll. © iStock

Wer einen so langen und eleganten Namen trägt wie der Cavalier King Charles Spaniel, muss einfach zum Anbeten sein.

Und tatsächlich schlummert in den Hunden ein äußerst gutmütiges und friedliches Wesen, das seine Menschen mit viel Liebe und Freude überschüttet. Kein Wunder, dass die Rasse bereits im Mittelalter als Gesellschaftshund des europäischen Adels sehr begehrt wurde und auch heutzutage zu den beliebtesten Haustieren auf der ganzen Welt gehört.

Erfahren Sie in unserem Rasseportrait alle wichtigen Aspekte rund um den kleinen Hund, wie sich sein Aussehen im Laufe der Geschichte verändert hat, wie seine optimale Erziehung und Pflege aussehen und inwiefern er sich vom ursprünglichen King Charles Spaniel unterscheidet.

Wie groß ist ein Cavalier King Charles Spaniel?

Die Hunde gehören zu den kleinen Hunderassen mit einer Widerristhöhe zwischen 30 und 33 cm. Die Größenunterschiede zwischen Rüden und Hündinnen sind bei der Rasse eher minimal.

Übrigens: Die Hunderasse ist nicht zu verwechseln mit dem King Charles Spaniel, von dem der Cavalier abstammt, der jedoch kleiner und leichter ist und als eigene Hunderasse betrachtet wird.

Wie schwer ist ein Cavalier King Charles Spaniel?

Die kleinen Spaniels wiegen durchschnittlich zwischen 5 kg und 8 kg, wobei auch hier kaum Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen auftreten.

Der Cavalier King
Der Cavalier King Charles Spaniel ist durch sein ruhiges Gemüt ein perfektes Fotomodell. © iStock

Wie sieht ein Cavalier King Charles Spaniel aus?

Das auffallendste Merkmal des Cavalier King Charles Spaniels ist vermutlich sein schönes, glänzendes, mittellanges Fell, das seidig aussieht und sich auch so anfühlt. Es ist gemäß dem Standard des FCI in vier Farbvarianten möglich:

  • Blenheim, einer weißen Grundfarbe mit kastanienroten Markierungen
  • Tricolour, einer weißen Grundfarbe mit schwarzen Markierungen und lohfarbenen Abzeichen, insbesondere im Gesicht
  • Ruby, einfarbig rot
  • Black und Tan, einer schwarzen Grundfarbe mit lohfarbenen Abzeichen.

Typisch für Spaniels hat der Hund lange, hoch angesetzte Schlappohren, die bis über seinen Unterkiefer hängen.

Der Cavalier grenzt sich vom King Charles Spaniel vor allem durch seine kompaktere Größe und seine längere und größere Schnauze ab. Diese „Langnase“ orientiert sich an dem ursprünglichen Aussehen der King Charles Spaniels im Mittelalter, ehe ihre Schnauze und ihr Körper aufgrund von „Schönheitsidealen“ kleingezüchtet wurden.

Der Cavalier entspricht damit dem Versuch, das ursprüngliche Aussehen der King Charles Spaniels wiederherzustellen.

Wie alt wird ein Cavalier King Charles Spaniel?

Im Vergleich zu anderen kleinen Hunderassen ist die Lebenserwartung des Cavaliers relativ gering. Liegt das durchschnittliche Alter kleiner Hunderassen bei ca. 15 Jahren, so werden die Langnasen im Schnitt nur bis zu zehn Jahre alt. Doch bei guter Gesundheit, Pflege und Erziehung können die kleinen Kavaliere auch bis zu 15 Jahre alt werden.

Welchen Charakter bzw. Wesen hat der Cavalier King Charles Spaniel?

Möchte man den Charakter des Cavaliers beschreiben, kommt man aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Von allen Hunderassen gehören die Hunde mit den großen Schlappohren zu den freundlichsten, liebevollsten und gutmütigsten Haustieren, die man sich wünschen kann. Der kleine Kavalier gehört zu den besonders verschmusten Hunderassen.

Sowohl mit Menschen als auch anderen Tieren versteht sich der Hund gewöhnlich auf Anhieb. Aggressive oder bedrohliche Gebärden gegenüber unbekannten Personen sind in der Rasse gänzlich unbekannt. Der Hund gilt als sehr anhänglich, gehorsam und lernwillig und möchten seinem Besitzer immer gefallen.

Durch seine jahrhundertealte Laufbahn als Gesellschaftshund weist der Cavalier fast keinen Jagdinstinkt auf und auch sein Bewegungsdrang ist nicht besonders stark ausgeprägt. Für Spiele und sportliche Aktivitäten ist der Hund dennoch immer zu haben, vorausgesetzt, er kann danach ein ausgiebiges Mittagsschläfchen halten. Das macht er am liebsten direkt neben Frauchen und Herrchen auf der Couch.

Sind Sie lieber allein auf der Couch ist dies interessant für Sie: 5 Tipps – So ist das Sofa für Ihren Hund tabu

Woher kommt der Cavalier King Charles Spaniel?

Der Name verrät es schon: Die Geschichte des Cavalier King Charles Spaniels geht weit in die Geschichte zurück und nahm ihren Ursprung auf europäischen Königshöfen.

Im Mittelalter wurden aus Zwergspaniels die King Charles Spaniels gezüchtet, die zunächst noch als Jagdbegleiter eingesetzt wurden und anschließend immer stärker als Gesellschaftshunde den europäischen Adel begeisterten.

Erwähnungen über ähnlich aussehende Hunde gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück, und aus dem 17. Jahrhundert gibt es zahlreiche Gemälde von Adeligen mit ihren kleinen Spaniels. Besonders König Charles II. von England galt als ausgesprochener Fan der kleinen Hunde, wodurch sie später auch seinen Namen erhielten.

Der Aufstieg des Mopses als neues tierisches Statussymbol im 18. Jahrhundert hatte leider auch Auswirkungen auf König Charles‘ Lieblingshunde. Um sich an das „Schönheitsideal“ des Mopses mit seiner geringen Größe und der flachen Schnauze anzupassen, veränderten Züchter über die Zeit hinweg das Aussehen der Rasse derart, dass der heutige King Charles Spaniel kaum noch was mit seinem ursprünglichen Aussehen gemeinsam hat.

Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten Liebhaber und Züchter das ursprüngliche Aussehen der Hunde mit einer längeren, natürlicheren Nase und einem wieder größeren Körper wiederherzustellen.

Im Jahr 1928 wurde in England der erste Förderclub gegründet und der Cavalier King Charles Spaniel begann, die Welt zu entdecken.

Schlappohren bis zum
Schlappohren bis zum Boden: Cavalier King Charles Spaniels sind zu zweit ungefähr dreimal so niedlich. © iStock

Cavalier King Charles Spaniel: Die richtige Haltung und Erziehung

Aufgrund ihres außerordentlich liebevollen und verträglichen Charakters gelten die Hunde als sehr gut und einfach zu erziehen. Das Wichtigste bei der Erziehung ist – wie bei allen anderen Hunderassen – ein ausgeglichener Mix aus Konsequenz und Liebe.

Der Hund möchte seinen Bezugspersonen unbedingt gefallen. Und je mehr Liebe man ihm dabei zurückgibt, umso enger ist die Beziehung zueinander.

Auch interessant: So stärken Sie die Bindung zu Ihrem Hund

Die Erziehung sollte bereits bei den Welpen beginnen. Diese testen noch gern Ihre Grenzen aus, denn wer kann schon einem Welpen mit flauschigen Segelohren und großen Kulleraugen widerstehen?

Spaß im Freien, lange Spaziergänge und sportliches Herumtoben sind für den Hund die beste Haltung. Gleichzeitig liebt er es aber auch, drinnen auf der Couch zu liegen, lange Mittagsschläfchen zu halten und mit seiner Familie zu kuscheln. Viel Platz beansprucht er nicht, solange er täglich ins Grüne kommt.

ROYAL CANIN Cavalier King Charles Adult - 3 kg
  • Speziell entwickeltes Futter für erwachsene Reiter.

Die Rasse gilt als sehr gesellig, weshalb Sie bereits mit Ihrem Welpen in eine Hundeschule gehen sollten, damit er von Anfang an gut sozialisiert wird.

Der Hund ist nicht gern alleine, bedeuten ihm seine Menschen doch alles.

Lesen Sie auch: 8 Schritte – So lernt Ihr Hund, allein zu bleiben

Aufgrund seiner geringen Größe und seines ruhigen, verträglichen Charakters eignet sich der Hund sehr gut als Bürohund, da er nur sehr selten bellt und sich mit menschlichen und tierischen Kollegen bestens verstehen wird.

Welche Pflege braucht der Cavalier King Charles Spaniel?

Der Cavalier gehört bei der Pflege zu den anspruchslosen Kandidaten. Regelmäßiges Durchbürsten des Fells und Durchchecken der Ohren sind natürlich auch hier selbstverständlich.

Obwohl der
Obwohl der Cavalier King Charles Spaniel meist ruhig ist, sieht er fantastisch aus, wenn er umherrennt. © iStock

Welche typischen Krankheiten hat der Cavalier King Charles Spaniel?

Leider ist auch der Cavalier Kind Charles Spaniel ein Musterbeispiel dafür, wie vor allem kleine Gesellschaftshunde aufgrund von Modeidealen und übertriebenen Züchtungen in ihrer Gesundheit enorm beeinträchtigt wurden.

Obwohl der Cavalier als Rückzüchtung gilt, mit der man die starken Veränderungen des King Charles Spaniels rückgängig machen wollte, hat ausgerechnet die neue Hunderasse heutzutage mit einer Vielzahl von erblichen Krankheiten zu kämpfen. Sie sind überwiegend auf die damals sehr kleine Ursprungszucht zurückzuführen. In der Tat gehören die kleinen Kavaliere zu den Hunderassen mit den häufigsten Erbkrankheiten überhaupt.

Zu diesen gesundheitlichen, rassespezifischen Beeinträchtigungen zählen beispielsweise das Episodic Falling Syndrome. Bei dieser neurologischen Erkrankung leiden die Hunde nach körperlicher Anstrengung unter starken Muskelkrämpfen.

Weitere mögliche Erkrankungen sind die Endokardiose, bei der die Herzklappen immer mehr degenerieren, sowie die Syringomyelie, bei der Wirbelsäule und Gehirn neurologisch geschädigt werden können.

Was kostet ein Cavalier King Charles Spaniel?

Die Kosten für einen Welpen bei einem registrierten Züchter in Deutschland liegen etwa zwischen 1.200 und 1.500 Euro.

Haben Sie sich für einen Cavalier Kind Charles Spaniel entschieden, kaufen Sie den Welpen ausschließlich bei einem anerkannten Züchter. Der Cavalier King Charles Spaniel gilt wie erwähnt als besonders anfällig für Erbkrankheiten, die sich jedoch oftmals erst im Jung- oder Erwachsenenalter äußern können.

Kaufen Sie etwa einen Welpen aus unseriösen Quellen im Internet oder von „Zwischenhändlern“ aus dem Ausland, so ist die Gefahr groß, dass Ihre liebgewonnene Fellnase nach einem Jahr plötzlich schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweist. Diese können dem Hund die weiteren Jahre sehr schmerzhaft machen und zudem Ihren Geldbeutel aufgrund der zahlreichen Tierarztkosten sehr strapazieren. Ohne Hundeversicherung geraten viel Halter dann in große finanzielle Schwierigkeiten.

In Deutschland müssen Züchter hingegen die Gesundheit der Welpen (und ihrer Elterntiere) stichhaltig nachweisen und belegen können, ehe sie verkauft werden dürfen.

Wir wünschen Ihnen mit diesem Traumhund alles Gute und eine wundervolle Zeit! ♥

Sie wollen mehr Tipps für Ihren Liebling?

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Hunde-Newsletter!

Letzte Aktualisierung am 25.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen