Zusätze in Katzenfutter: Wie gefährlich sind Zucker etc. wirklich?

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Rundum gesund? Auf das Futter kommt es an. (Bild: pixabay.com © susannp4 (CCO Creative Commons)

Welche Zusatzstoffe sind in Katzenfutter enthalten und wozu dienen sie? Dieser Frage sowie den gesundheitlichen Auswirkungen von Zusatzstoffen gehen wir hier einmal nach.

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Rundum gesund? Auf das Futter kommt es an. (Bild: pixabay.com © susannp4 (CCO Creative Commons)

Industriell hergestelltes Katzenfutter enthält meist viele verschiedene Zusatzstoffe. Einige von ihnen sollten dazu dienen, die Gesundheit der Haustiere zu fördern oder zu schützen. Andere Stoffe hingegen dienen lediglich „kosmetischen Zwecken“ und haben durchaus schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Katzen.

Verschiedene Zusatzstoffe, verschiedene Aufgaben

Viele Katzenhalter machen sich intensiv Gedanken darüber, was ihr Haustier frisst. Manche möchten beispielsweise aufgrund gesundheitlicher Bedenken auf Trockenfutter verzichten. Verweigert die Katze das neue Futter dann jedoch, kehren sie schnell wieder zum altbekannten Futtermittel zurück. Andere Katzenhalter hingegen nehmen an, dass es bei der Futterwahl ausreicht, sich auf renommierte Markennamen zu verlassen. Ist der Hersteller bekannt, kann das, was in der Tüte oder Dose steckt, doch nicht schlecht sein. Oder?

Ein Katzenfutter Test zeigt aber: In vielen industriell hergestellten Katzenfuttermitteln steckt eine Vielzahl an Zusatzstoffen. Einige davon sind nützlich – andere hingegen eher bedenklich. Gemeinsam haben sie jedoch, dass sie stets einen bestimmten Zweck erfüllen sollen. Je nach Zweckbestimmung wird daher nach sensorischen, ernährungsphysiologischen, technologischen sowie zootechnischen Zusatzstoffen im Futter unterschieden.

Technologische Zusatzstoffe in Katzenfutter

Technologische Zusatzstoffe dienen in erster Linie dazu, Katzenfutter länger haltbar zu machen. Außerdem sollen sie dem Futtermittel eine bestimmte, erwünschte Optik verleihen. Das bedeutet: Technologische Zusatzstoffe beeinflussen primär die Konsistenz, die Optik sowie den Geruch des Katzenfutters. Der Gesundheit oder dem Wohlbefinden des Tieres bringen sie allerdings keinen Mehrwert.

Zu den gängigen technologischen Zusätzen zählen Konservierungsstoffe, Antioxidantien und Verdickungsmittel. Sie sind in allen Arten von Katzentrockenfutter enthalten und wirken sich oft nachteilig auf die Gesundheit des Haustieres aus.

Insbesondere Konservierungsstoffe sind dafür bekannt, häufig Allergien auszulösen. Überdies können sie für Blutgerinnungsstörungen, Leberschäden oder Hautreizungen verantwortlich sein. Sinnvoll ist es daher, auf Trocken- oder Nassfutter zu setzen, in dem natürliche Konservierungsstoffe Verwendung finden. Zu den natürlichen konservierenden Zusatzstoffen, die vom Körper abgebaut werden können, zählen etwa Ascorbinsäure oder Tocopherole. Bei diesen Stoffen handelt es sich um natürliches Vitamin C bzw. E. Beide Stoffe schaden dem Körper der Katze nicht.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe als wertvolle Ergänzung

Nicht alle Zusatzstoffe im Katzenfutter haben nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit des Haustiers. Stattdessen können sie auch dazu dienen, das Futter zu einer ausgewogenen Tiermahlzeit zu machen. Das trifft zumindest auf die sogenannten ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe zu. Zu diesen Zusatzstoffen gehören nämlich insbesondere Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und Spurenelemente, die für Katzen wichtig und wertvoll sind.

 

Doch warum sind diese Zusatzstoffe überhaupt nötig? Ganz einfach: Würde die Katzen ihre Beute selbst in freier Wildbahn jagen und verspeisen, enthielte die Nahrung alle nötigen Substanzen. Bei industriell gefertigtem Katzenfutter müssen diese hingegen erst hinzugefügt werden, um eine ausgewogene Mahlzeit zu erzeugen. Je hochwertiger das industrielle Futter aber ist, desto mehr Fleischbestandteile enthält es. Der höhere Fleischanteil wiederum macht dann weniger ernährungsphysiologische Zusatzstoffe erforderlich.

Konkret bedeutet das: Obwohl ernährungsphysiologische Zusätze nicht schaden, empfiehlt es sich, auf hochwertiges Futter mit wenigen Zusätzen zu setzen. So ist eine gesunde und gleichzeitig natürliche Fütterung möglich.

Mehr Verträglichkeit durch zootechnische Zusatzstoffe

Zootechnische Zusatzstoffe dienen dazu, den Gesundheitszustand von Katzen allgemein zu verbessern. Insbesondere Enzyme und Probiotika werden eingesetzt, um dieses Ziel zu erreichen. Beide Zusatzstoffe sorgen insbesondere dafür, dass sich die Verdaulichkeit des Futters verbessert. Sie stabilisieren die Darmflora und wirken außerdem Parasitenbefall entgegen.

Obwohl diese Eigenschaften erst einmal positiv klingen, ist Folgendes zu bedenken: Ist die Katze generell gesund und wird natürlichen und ausgewogen ernährt, sind diese Mittel gar nicht nötig. Schließlich würden etwa Durchfall oder ein häufiger Parasitenbefall gar nicht verhindert werden müssen, wenn Darmflora und Immunsystem stabil wären. Werden dem Futter jedoch chemisch hergestellte Proteine und Enzyme hinzugefügt, lässt das darauf schließen, dass das Futtermittel gerade keine natürliche, ausgewogene Ernährung gewährleistet.

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Oft wird Katzenfutter nur durch Zusätze verlockend. (Bild: pixabay.com © Crepessuzette (CCO Creative Commons)

Färben und aromatisieren mit sensorischen Zusatzstoffen

Sensorische Zusatzstoffe dienen dazu, Farbe und Aroma des Katzenfutters zu beeinflussen. Allerdings wird das Futter so nicht allein für die Katze ansprechender. Auch für den Menschen wird es durch die Zusätze attraktiver.

Insbesondere färbende Zusätze erzielen diesen Effekt besonders eindrucksvoll. Färbemittel geben dem Katzenfutter nämlich eine satte Farbe, die insbesondere Menschen überzeugt. Aufgrund der „gesunden“ Färbung wirkt die Tiermahlzeit nämlich besonders nährstoffreich und hochwertig. Typische sensorische Zusatzstoffe, die diese Effekte erzielen, sind Karmin, Carotinoide sowie der synthetische Farbstoff E 172.

Noch bedenklicher als färbende Zusätze sind allerdings aromatische Zusatzstoffe. Sie dienen als Lockstoffe und sind so quasi dazu in der Lage, schlechtes Futter anziehend und schmackhaft wirken zu lassen. Das wird notwendig, da in vielen Katzenfuttermitteln lediglich minderwertige Lebensmittelanfälle (beispielsweise Fleischerzeugnisse statt Fleisch) enthalten sind. Würde diese „Nahrung“ nicht durch Lockstoffe attraktiv gemacht, würden Katzen sie wohl verweigern.

Besonders bedenklich ist dabei: Zu den beliebtesten aromatischen Zusatzstoffen zählt Zucker. Dieser dient nämlich als Geschmacksverstärker – bringt jedoch viele negative Auswirkungen auf den Katzenkörper mit. Insbesondere belastet er die Organe bei andauernder Fütterung mit zuckerhaltigen Futtermitteln stark. Schließlich sind Katzen prinzipiell Fleischfresser. Ihr Körper ist gar nicht dazu in der Lage, die ständige Kohlenhydratzufuhr zu verarbeiten.

Die Zufuhr unnötiger Kohlenhydrate in Form von zuckerhaltigem Futter belastet so auf Dauer den Organismus. Insbesondere Leber, Nieren und der Magen-Darm-Trakt können langfristig angegriffen werden. Außerdem kann die übermäßige Zuckerzufuhr – ähnlich wie beim Menschen – letztlich sogar Übergewicht und Diabetes bei der Katze auslösen.

Insgesamt lässt sich daher sagen: Zucker gehört – genauso wie jede andere Kohlenhydrat-Form – nicht in hochwertiges Katzenfutter. Schließlich sind Kohlenhydrate für eine gesunde, artgerechte Katzenernährung nicht nur nicht nötig. Obwohl die gelegentliche Zuckerzufuhr nicht sofort schadet, ist sie für den Organismus der Katze schlicht kontraproduktiv. Insbesondere längerfristig betrachtet führt die Zuckerzufuhr nämlich zu gravierenden Gesundheitsproblemen. Um die Energieversorgung der Katze zu sichern, sollte daher stattdessen zu Proteinen und Fetten gegriffen werden. So wird die Energiezufuhr gesichert und gleichzeitig die Gesundheit des Tieres aufrechterhalten.

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