Katzen über Kleinanzeigen kaufen? Bitte nicht!

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Eine Katze über Kleinanzeigen kaufen? Bitte nicht! © iStock

Katzen werden in Kleinanzeigen massenhaft angeboten. Eines der vermeintlich praktischen Schnäppchen sollten Sie dort aber auf keinen Fall machen. Wir verraten, warum.

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Eine Katze über Kleinanzeigen kaufen? Bitte nicht! © iStock

Katzen sind verschmuste Gute-Laune-Bringer, die unser Leben schöner machen. Sich eine Samtpfote über die praktischen Kleinanzeigen zu suchen, ist verlockend. Täglich bieten Privatpersonen unzählige Kitten und Katzen an. Herzerwärmende Fotos verleiten zum Kauf. Doch egal, wie süß die Katzen auch sein mögen: Ein Haustier über Kleinanzeigen zu kaufen, ist keine gute Idee!

Lesen Sie hier, warum Sie besser einen Bogen um den Online-Haustiermarkt machen sollten, wenn Sie gerade nach einem neuen vierpfotigen Mitbewohner suchen.

Katzen aus Kleinanzeigen: Finger weg vom privaten Online-Tierhandel

Sie sind süß, sofort zu haben und meist sehr günstig oder gar zu verschenken: Katzen und Kitten von Privatpersonen. Über Kleinanzeigen vermitteln sie ihre Samtpfoten in ein neues Zuhause.

Dabei sind es ausgerechnet diese beliebten Anzeigen, die Katzenfreunde häufig suchen, aber unbedingt meiden sollten. Denn eine Katze über Kleinanzeigen zu kaufen, birgt einige Risiken, welche die meisten Käufer gar nicht kennen.

 

Die fünf wichtigsten Gründe, warum Sie Ihren neuen Liebling beim seriösen Züchter oder (noch viel besser!) aus dem Tierheim holen sollten, haben wir hier gesammelt.

Tipp: So finden Sie einen seriösen Katzenzüchter

1. Der Verkäufer ist ein Unbekannter

Ja, auch ein offizieller Tierzüchter ist ein Fremder. Allerdings kann er nachweisen, dass er Züchter ist und hat in der Regel das nötige Fachwissen für die Aufzucht von Kitten. Er weiß, was Katzen und Kater brauchen und wie man sie artgerecht züchtet. Eine Perserkatze benötigt zum Beispiel eine andere Pflege als eine Britisch Kurzhaar (BKH).

Bei einem unbekannten Privatverkäufer haben Sie das Problem, dass Sie keinerlei Einblick in die Aufzucht der Kitten haben. Sie wissen nicht, ob die Katze aus liebevollen Verhältnissen kommt oder aus einer Messie-Wohnung. Wurde sie ordentlich gefüttert, gepflegt und beschäftigt? Wenn Sie eine Katze über Kleinanzeigen kaufen, übergibt Ihnen der alte Besitzer die Katze meist, ohne dass Sie die Hintergründe der Katze wirklich kennen.

Das Problem: Sie sehen der Katze nicht direkt an, ob sie Mangelerscheinungen oder gar gefährliche Krankheiten hat. Ob sie einfach nur schüchtern und vorsichtig ist oder vom Verhalten des Vorbesitzers negativ geprägt wurde, wissen Sie bei der Adoption als Laie auch nicht zwangsläufig.

Kaufen Sie Ihren Kater oder das Kätzchen daher beim Züchter. Dort können Sie sich vorab das Tier bzw. die Kitten und das Umfeld ansehen und bekommen in der Regel ein gesundes, glückliches und artgerecht erzogenes Kätzchen. Bei Fragen steht zudem der Züchter zur Verfügung. Eine Privatperson ist im schlimmsten Fall gar nicht mehr erreich- und auffindbar.

Wenn Sie im Tierheim nach einer Katze oder einem Kater bzw. nach Kitten suchen, haben Sie zwar auch keine Gewissheit über die Vergangenheit der Samtpfote, aber die Mitarbeiter dort konnten das Tier kennenlernen. Daher können Sie Ihnen auch eine gute Einschätzung mitgeben, was Sie erwartet.

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2. Gewinn statt Tierliebe

Es gibt leider genug schwarze Schafe auf dem Markt, die nur auf das schnelle Geld aus sind. Tierliebe sucht man hier vergebens. Dass Katzen und Kater so beliebte Haustiere sind, machen sie sich zunutze und züchten die Tiere in großer Zahl. Manche unseriösen Verkäufer legen dabei überhaupt keinen Wert auf ein katzenfreundliches Umfeld und haben so viele Kitten zu Hause, dass sie die benötigte Fürsorge nicht mehr geben können.

Unhygienische Zustände und kranke Katzen bzw. Kitten sind die Folge. Für das schnelle Geld wird die Tierliebe vergessen. Es geht solchen Verkäufern lediglich um den Gewinn. Lebewesen sind für sie nur Geldquellen. Es gibt sogar Fälle, in denen Verkäufer die Dokumente fälschen, um noch mehr Geld einzunehmen.

Sind Sie ein Katzenfreund, dann kaufen Sie das Kätzchen bei einem professionellen Züchter. Oder Sie holen eine Samtpfote aus dem Tierschutz zu sich und unterstützen diese Machenschaften nicht.

3. Es kann teuer werden

Nein, damit meinen wir nicht den Preis, den der Verkäufer für die Katze, den Kater oder die Kitten festlegt. Wir meinen damit die Folgekosten nach dem Kauf. Nicht jeder Hobby-Züchter oder Katzenhalter im Internet ist ein schlechter Mensch. Oftmals sind sie jedoch eines: Laien.

Auch wenn sie sich die größte Mühe geben, erkennen Sie nicht immer, wenn der Katze etwas fehlt.

Wenn es schlecht läuft, suchen Sie ein Katzenbaby aus, adoptieren es und bemerken erst Wochen später, dass das Tier gesundheitliche Probleme und Einschränkungen hat, die behandelt werden müssen. Haben Sie nicht damit gerechnet, kann das ein finanzieller Schlag sein, der den günstigen Kaufpreis der Katze schnell zunichtemacht. (Wurde bei Ihrer Katze beispielsweise eine Ataxie festgestellt, haben wir hier einen interessanten Artikel für Sie zum Lesen.)

Ein Züchter oder das Tierheim überprüft die Gesundheit der Katzen und Kitten regelmäßig und gründlich. Einem privaten Halter fehlt dafür meist das Fachwissen. Aus einem „Die Katze ist gesund und verschmust“ wird daher schneller ein „Die Katze muss zum Tierarzt“, als Ihnen lieb ist.

Dahinter müssen keine bösen Absichten des Verkäufers stecken. Eventuell hat er selbst schlichtweg keine Ahnung gehabt, wie es seiner Katze wirklich geht. Manche Erkrankungen sind nicht auf den ersten Blick erkennbar und gehören dennoch zu den Katzenkrankheiten, die unheilbar sind. Das bedeutet, Sie kaufen über Kleinanzeigen die sprichwörtliche Katze im Sack.

4. Keine Sicherheit für Käufer

Ein privater Verkäufer kann die Haftung von Anfang an ausschließen. Das unterscheidet ihn von einem gewerblichen Verkäufer. Genauer gesagt bedeutet das, dass Sie auf Ihre Rechte verzichten, die Sie bei einem Züchter hätten. Forderungen nach dem Kauf der Katze kann dieser also abwenden.

Entspricht die Katze nicht dem, was Sie sich vorgestellt haben oder erkrankt sie nach dem Kauf schwer, muss der Händler eventuell nicht darauf eingehen. Ganz nach dem Motto: „Das ist jetzt Ihr Problem!“

Während Sie bei einem offiziellen Züchter ein Recht auf ein gesundes Kätzchen haben und Tierarztkosten unter bestimmten Bedingungen zurückfordern können, müssen Sie bei einem Privatverkauf auf Kulanz hoffen. Das klingt in Bezug auf Katzen herzlos, doch Sie sollten sich diesen Punkt bewusst machen. Im Ernstfall bedeutet das nämlich, dass Sie auf den Kosten sitzen bleiben, anstatt den Züchter dafür zur Kasse zu bitten.

Tipp:
Halten Sie den Kauf eines Tiers immer mit einem Schutzvertrag für die Katze fest. So haben Sie einen Nachweis und rechtlich mehr Chancen, falls etwas nicht in Ordnung sein sollte.

5. Die Katze existiert gar nicht

Bitte, was? Ja, auch das ist möglich: Sie suchen und entdecken eine wunderschöne Rassekatze – vielleicht eine Norwegische Waldkatze – zu einem unschlagbaren Preis. Die Fotos sind verlockend und Sie freuen sich über das vermeintliche Schnäppchen. Diese Freude wird Ihnen unter Umständen schnell wieder genommen. Nämlich dann, wenn der Händler ein Betrüger ist und es die Katze gar nicht wirklich gibt.

Rassekatzen wie beispielsweise die Siamkatze, Kartäuser oder auch die Maine Coon sind beliebt. Deshalb werden viele von ihnen schlichtweg erfunden. Der Käufer soll in Vorkasse treten und angebliche Transportkosten und Tierarztkosten übernehmen oder eine Anzahlung leisten. Gehen Sie auf solche Forderungen niemals ein! Ein seriöser Züchter lässt Sie die Katze auf Wunsch mehrfach besuchen, bevor Sie sie kaufen.

Passen Sie also auf und meiden Sie solche Anbieter, da Sie sonst am Ende ohne Geld und ohne Katze dastehen. Hören Sie prinzipiell auf Ihr Bauchgefühl und bestehen Sie darauf, die Samtpfote vorher kennenzulernen. Immerhin verbringen Sie im Idealfall viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte mit Ihrem tierischen Mitbewohner. ♥

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