Welche Versicherungen braucht Ihr Hund?

Das Leben steckt voller Überraschungen, auch für Ihren Hund. Welche Versicherungen Sie für Ihren Liebling abschließen sollten, um für jegliche Umstände gewappnet zu sein, verraten wir Ihnen hier.

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1. Hundehaftpflichtversicherung

Die Hundehaftpflichtversicherung ist jedem Hundehalter zu empfehlen, denn Ihre Privathaftpflicht übernimmt keine Haftung für Ihren Vierbeiner. Richtet Ihr Liebling also einen größeren Schaden an, kann dies ohne Versicherung teuer für Sie werden.

Die Hundehaftpflichtversicherung deckt in der Regel Personen-, Sach- und Vermögensschäden Dritter ab, welche unabsichtlich durch Ihren Hund verursacht wurden. Fegt ihr Liebling also beim Besuch bei Freunden die teure Vase mit einem Schwanzwedeln vom Couchtisch, greift die Haftpflichtversicherung. Oder auch, wenn im Straßenverkehr ein Fahrradfahrer gezwungen ist dem Vierbeiner auszuweichen und sich dabei verletzt, übernimmt die Hundehaftpflichtversicherung die entstehenden Kosten des Fahrradfahrers. Schäden, welche Ihnen als Hundehalter dabei zugefügt werden, übernimmt die Versicherung allerdings nicht.

Viele Versicherungen bieten Schutz für jegliche Rassen für unter 10 Euro im Monat. Ausnahme hierbei sind sog. "Kampfhunde". Manche Gesellschaften weigern sich, diese Tiere zu versichern, oder tun dies nur zu anderen Konditionen. Somit kann es für Halter von den als gefährlich eingestuften Hunderassen teuer werden.

Für mehrere Hunde gibt es bei einigen Anbietern einen „Mengenrabatt“ auf die Hundehaftpflichtversicherung. Auch eine Art „Familienversicherung“ ist bei Hündinnen, die zur Zucht genutzt werden, möglich. Die Welpen können in diesem Fall bei einigen Gesellschaften kostenlos mitversichert werden.

Informieren Sie sich auch über mögliche Sonderleistungen. Man kann beispielsweise eine Versicherung inklusive Mietsachschäden abschließen oder den Hund für Schlittenrennen versichern. 

In einigen Bundesländern ist die Hundehaftpflichtversicherung Pflicht. In manchen Regionen beschränkt sich dies auf bestimmte Rassen. Ob die Haftpflichtversicherung für Ihren Hund ein Muss ist, sollten Sie daher beim Ordnungsamt erfragen.

Extra-Tipp: Sie können die Hundehaftpflichtversicherung in Ihrer Steuererklärung geltend machen und sie bei den „Vorsorgeaufwendungen“ angeben.

2. Hundekrankenversicherung

Leider ist es unvermeidlich, dass Ihr Vierbeiner auch mal zum Arzt muss. Egal, ob Ihr Hund tatsächlich krank ist oder es sich nur um eine Vorsorgeuntersuchung handelt: Die Tierarztkosten läppern sich schnell zu einer stattlichen Summe zusammen. Hier greift die Hundekrankenversicherung.

Diese Versicherung ist freiwillig, somit muss jeder Hundehalter für sich entscheiden, ob er eine abschließt oder nicht. Wenn Ihr Hund allerdings krank wird und zum Tierarzt muss, kann dies für „Privatpatienten“ teuer werden. Ob Blutabnahme, Röntgen, MRT, EKG oder Ultraschall: Der Tierarzt wird Ihnen alles einzeln in Rechnung stellen. Ist Ihr Hund krankenversichert, wird die Versicherung je nach Konditionen die Kosten anteilig oder voll übernehmen.

Die Krankenversicherung für Ihren Hund gibt es ab ca. 20 Euro im Monat, je nach Umfang der gewünschten Leistungen. Wenn Sie eine Versicherung abschließen möchten,  ist es ratsam, sich gut zu informieren und dann festzulegen, welche Leistungen für Ihren Hund sinnvoll sind. Einige Versicherungen übernehmen auch Routinemaßnahmen wie Impfungen, Wurmkuren und Zeckenvorsorge. Andere bieten für geringere Beiträge Anteilübernahmen an. Dies heißt, dass Sie im Ernstfall eine ggf. hohe Selbstbeteiligung auf sich nehmen.

Zudem ist der Beitrag von Ihrem Tier abhängig. Insbesondere das Alter spielt eine wichtige Rolle. Für Hunde unter fünf Jahren erhalten Sie in der Regel bessere Konditionen. Je älter der Hund ist, umso schwieriger wird es, überhaupt eine Krankenversicherung für ihn abschließen zu können. Manche Anbieter weigern sich, betagtere Tiere zu versichern, da diese natürlich eher und öfter medizinisch versorgt werden müssen.

Einige Krankenversicherungen beinhalten Sonderleistungen, wie zum Beispiel Krankenhaustagegeld. Müssen Sie als Hundehalter ins Krankenhaus, unterstützt Sie die Versicherung Ihres Hundes mit etwas Geld, um Ihren Liebling z. B. in einer Pension unterzubringen. Je nach Anbieter kann die Krankenversicherung auch eine Hunde-Rechtsschutzversicherung enthalten. Diese greift, wenn Streitfälle zu klären sind.

3. Hunde-OP-Versicherung

Alternativ zur Krankenversicherung gibt es die Hunde-OP-Versicherung. Hierbei handelt es sich um eine abgespeckte Version der regulären Krankenversicherung.

Die Hunde-OP-Versicherung übernimmt die Kosten für Operationen, sollte Ihr Liebling sie benötigen. Sie greift allerdings nur, wenn ein chirurgischer Eingriff unter Narkose stattfindet. Je nach Umfang übernimmt die OP-Versicherung auch die Vor- und Nachsorge-Untersuchungen.

Möchten Sie Ihren Liebling und sich für den Ernstfall absichern, ist die Hunde-OP-Versicherung ratsam. Denn ist bei Ihrem Vierbeiner ein sofortiger chirurgischer Eingriff z. B. wegen eines Unfalls nötig, muss schnell alles geklärt werden - auch das Finanzielle. Manche Ärzte handeln erst, wenn klar ist, dass der Hundehalter die Kosten des Eingriffs tragen kann. Wer eine Hunde-OP-Versicherung hat, verschenkt also im Ernstfall nicht unnötig Zeit.

Die Hunde-OP-Versicherung kostet zwischen 10 und 20 Euro im Monat, je nach Anbieter und Konditionen. Haben Sie allerdings eine Hundekrankenversicherung abgeschlossen, so sind die Leistungen der OP-Versicherung meist bereits darin enthalten und abgedeckt.