So trainieren Sie den Rückruf Ihres Hundes

Dieses Training ist nicht nur schnell und effektiv, es macht auch noch richtig Spaß!

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Eine gute Erziehung des eigenen Hundes ist man nicht nur seinen Mitmenschen, sondern auch dem Vierbeiner schuldig. Denn nur ein Hund, der sich zuverlässig abrufen lässt, kann bedenkenlos ohne Leine laufen gelassen werden. Und nur ohne Leine ist ein artgerechtes Hundeleben mit natürlicher Interaktion möglich. 

Mit den folgenden Tipps trainieren Sie den Rückruf spielerisch und effektiv und sorgen dafür, dass Ihr Hund so lange bei Ihnen bleibt, bis Sie ihn wieder "freigegeben" haben.

1. Benutzen Sie eine Pfeife oder Flöte

Natürlich besteht bei einer Pfeife oder Flöte die Gefahr, das gute Stück zu vergessen. Dennoch ist sie im Vergleich zur Stimme aus drei Gründen besser für das Hundetraining geeignet:

  • Die Pfeife oder Flöte hat eine deutlich größere Reichweite.
  • Ihre Stimme hört der Hund den ganzen Tag. Die Pfeife ist für ihn somit auffälliger.
  • Die Pfeife oder Flöte hat den immer gleichen Klang. Sie ist niemals heiser oder Stimmungen unterworfen.

2. Bringen Sie Pfiff und Leckerli in Verbindung

Der erste Schritt zum sicheren Abruf ist der, dass Sie dem Hund klarmachen, dass der Pfiff etwas Positives ist. Beginnen Sie Ihr Training deshalb damit, dass Sie Ihren Hund in einer möglichst ablenkungsarmen Umgebung zu sich rufen. Pfeifen Sie dann und geben Sie unmittelbar danach ein Leckerli. Wiederholen Sie dies fünf- bis zehnmal. Bauen Sie diese Übung etwa dreimal in Ihren Tag ein. Ihr Hund wird sehr schnell verstehen, dass das Pfeifen etwas Gutes bedeutet.

Extra-Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie kleine Leckerlis geben. Sonst landen die vielen Extraportionen schnell an den Hundehüften.

3. Legen Sie den Rückwärtsgang ein

Im nächsten Schritt geben Sie das Leckerli nicht direkt nach dem Pfeifen. Stattdessen pfeifen Sie und gehen dann ein paar Schritte rückwärts. Folgt Ihnen Ihr Hund, bekommt er die Leckerei. Üben Sie dies ruhig auch schon draußen, wo mehr Ablenkung herrscht.

Bemerken Sie, dass Ihr Hund sich nur das Leckerli abholt und danach sofort von Ihnen wegdüst, halten Sie mehrere Leckerlis in der Hand. Ihr Hund wird dann eher bei Ihnen bleiben. Nehmen Sie dann die Hand mit den Leckerlis hoch und geben Sie ein Signal, z. B. "Lauf" verbunden mit einem eindeutigen Handzeichen, sodass der Hund versteht, dass er sich wieder entfernen darf.

4. Pfeifen Sie im richtigen Moment

Funktionieren diese Übungen gut, probieren Sie den Abruf unter immer mehr Ablenkung und aus immer weiterer Entfernung. Lassen Sie sich dabei jedoch zunächst von einem Partner helfen. Dieser hält den Hund fest. Achten Sie dann darauf, dass Sie nur dann pfeifen, wenn der Hund aufmerksam auf Sie ist. Ist dies der Fall, pfeifen Sie und machen Sie sich durch Hüpfen interessanter als alle Ablenkungen um den Hund herum. Kommt Ihr Vierpfoter bei Ihnen an, bekommt er das Leckerli und ein großes Lob. Nach dem Freikommando darf der Hund wieder laufen. Alternativ können Sie ihn dann festhalten und vom Partner abrufen lassen.

5. Probe aufs Exempel

Klappt auch dies ohne Probleme, ist es Zeit für den nächsten Schritt: Lassen Sie Ihren Hund frei laufen. Halten Sie die Flöte oder Pfeife dabei immer griffbereit. Läuft der Hund in Ihre Richtung, pfeifen Sie und erregen Sie seine Aufmerksamkeit. Kommt Ihr Schwänzchenwedler wirklich zu Ihnen, gibt es das Leckerli und wiederum ein Lob. Nach dem Freikommando darf er wieder davonwuseln.

Kommt Ihr Hund jedoch nicht, pfeifen Sie keineswegs noch mal. Versuchen Sie stattdessen, seine Aufmerksamkeit zu erregen, indem Sie in die andere Richtung, also von Ihrem Hund weg, laufen. In den meisten Fällen kommen die Vierbeiner dann Ihren Haltern hinterhergewetzt. Ein Leckerli gibt es dann jedoch nicht. Versuchen Sie die Übung stattdessen lieber noch einmal in ruhigerer Umgebung.

Folgt Ihr Hund Ihnen auch dann nicht, wenn Sie weglaufen, gehen Sie wortlos zu ihm, leinen ihn an und gehen im Training noch einmal einen Schritt zurück. Schimpfen Sie keinesfalls mit Ihrem Tier. Dies ist lediglich ein Zeichen dafür, dass Sie im Training zu schnell zu viel wollten.