So sollten Sie mit Ihrem Hund sprechen

Wie findet man den besten Draht zum eigenen Hund? Vor allem mit der richtigen Art zu sprechen. So geht's!

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Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Ihr vierbeiniger Freund ganz unterschiedlich reagiert, je nachdem, wie Sie mit ihm sprechen? Viele Menschen denken, dass ihr Liebling mit der Zeit die Bedeutung der Worte lernt, die man zu ihm sagt. Das ist aber ein Irrtum. Er versteht in erster Linie den Klang des Wortes und verknüpft ihn mit einem bestimmten Verhalten, Personen oder Objekten.

Je prägnanter ein Wort also klingt, desto leichter kann er es sich auch merken. Deswegen haben viele klassische Kommandos Zischlaute oder lang ausgesprochene Vokale. Wird ein gelerntes Wort in einen Satz eingebaut, verändert sich sein Klang und wird oft gar nicht mehr wahrgenommen. Wie Sie Ihrem Hund etwas sagen, ist also von entscheidender Bedeutung für seine Folgsamkeit.

Auf die Betonung kommt es an

Die menschliche Stimme kann nicht nur Worte ausdrücken, sondern auch Stimmungslagen transportieren. Meistens fallen uns diese kleinen Veränderungen im Ton selbst gar nicht auf, wenn wir uns z.B. ärgern oder traurig sind. Das sensible Hundeohr jedoch bemerkt selbst die kleinsten Stimmungsschwankungen daran, wie wir mit ihm sprechen. Das kann ihn irritieren und dazu führen, dass er lieber auf Abstand geht oder schlicht nicht begreift, was Sie von Ihm wollen.

Nennen Sie ihn mit liebevoller Stimme einen hässlichen Mistköter, wird er nur Ihren freundlichen Tonfall wahrnehmen und sie glücklich anwedeln. Im Gegenzug wird er Ihr Lob nicht verstehen, wenn Sie es beiläufig und mit genervter Stimmlage fallen lassen. Wenn Ihr Vierbeiner also nicht sofort auf Ihr Kommando reagiert, probieren Sie es noch mal und achten Sie dabei bewusst auf Ihre Stimmlage. 

Der ruhige Hund

Ist Ihr Liebling einer von der eher ruhigen Sorte, sollten Sie einen fröhlichen, motivierenden Tonfall für Ihre Kommandos wählen. Er braucht von Ihnen etwas emotionale Erregung, um in die Gänge zu kommen. Vermutlich ist er dadurch auch sehr aufmerksam, also reicht es, in normaler Lautstärke oder noch leiser mit ihm zu sprechen.

Dies ist besonders wichtig, wenn er leicht ängstlich wird: Laute oder tiefe Stimmen klingen für ihn aggressiv und bedrohlich und er wird sich dann zwei Mal überlegen, ob er auf Sie hört oder lieber das Weite sucht. Vermitteln Sie ihm mit Ihrer hohen, positiven Stimme Vertrauen und Sicherheit. Folgt er trotzdem nicht, ist eine kleine, achtsam dosierte Portion liebevoller Strenge im Ton hilfreich.

Der aufgeweckte Hund

Zählt Ihr tierischer Gefährte hingegen zu den aufgeweckten Vertretern seiner Art, sprechen Sie am besten in ruhigem Ton mit ihm. Zu quirlige Ansprache kann bei ihm dazu führen, dass er vor lauter Freude noch ausgelassener wird und es ihm schwer fällt, klar zu denken und Ihre Kommandos auszuführen. Er interpretiert Ihren Tonfall vielleicht als Spielaufforderung und regt sich noch mehr auf, was sich negativ auf seine Problemlösungsfähigkeit auswirkt.

Sprechen Sie jedoch zu aggressiv mit ihm, obwohl er doch gerade so viel Spaß hat, wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu entschließen, Sie zu ignorieren. Wählen Sie einen leisen, beruhigenden, aber auch bestimmten Tonfall, denn auch Unsicherheiten werden über die Stimme transportiert und können zur Folge haben, dass Ihr Hund das Kommando mehr als Vorschlag denn als Befehl versteht. Auch hier gilt: Eine hohe, leise Stimme führt eher zum Erfolg als Geschrei.

Schreien unbedingt vermeiden

Widerstehen Sie dem Drang, Ihrem Ärger durch Schreien Luft zu machen. Einem zart besaiteten Hund werden Sie dadurch höchstens Angst einjagen und ein Draufgänger wird Sie nur noch weniger ernst nehmen. Heben Sie sich Schreien lieber ausschließlich als Notsignal auf, sollte in einer Situation einmal wirklich akute Gefahr herrschen. 

Also denken Sie immer daran: Der Ton macht die Musik!