So trainieren Sie "Sitz + bleib" mit Ihrem Hund

Ein brav wartender Hund ist in vielen Situationen nützlich und verschafft Sicherheit. So bringen Sie Ihrem Schwänzchenwedler das Kommando "Bleib" bei.

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Im Alltag ist es in vielen Situationen nützlich, wenn der Hund auf Kommando sitzt und am gewünschten Ort bleibt. Wollen Sie zwischen parkenden Autos hervorlugen, ob Sie die Straße queren können, ist es praktisch, wenn der Schwänzchenwedler am Bordstein geduldig wartet. Auch wenn er kurz vorm Bäcker ausharren soll, bis die Sonntagsbrötchen gekauft sind, ist das Kommando "Bleib" praktisch. Doch wie bringt man dem Vierbeiner bei, dass er an Ort und Stelle sitzen bleiben soll? So geht's:

1. Grundgehorsam

Bevor Sie Ihren Hund im Sitzen zum Bleiben auffordern können, ist es klar, dass er das Kommando "Sitz" beherrschen muss. Diese Lektion gehört zu den Grundlagen der Hundeerziehung und sollte jeder Hund befolgen.

2. Die ersten Schritte

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Beim Kommando "Bleib" müssen Sie im Wortsinne Schritt für Schritt vorgehen. Lassen Sie Ihren Hund "Sitz" machen. Stellen Sie sich dann frontal vor ihn. Heben Sie eine Hand, strecken Sie sie Ihrem Wauzi mit der Handfläche entgegen und sagen Sie deutlich "Bleib" (oder ein anderes Kommando, das Sie für die Bleibeübung verwenden möchten; es sollte jedoch immer das gleiche sein).

Machen Sie nun langsam einen kleinen Schritt nach hinten, also von Ihrem Hund weg. Bleiben Sie ihm dabei frontal zugewandt und behalten Sie auch die Hand oben und in seine Richtung gestreckt. Möchte er Ihnen nachgehen, neigen Sie Ihr Gewicht leicht in seine Richtung, warten Sie, bis er wieder entspannt sitzt, und sagen Sie erneut "Bleib".

3. Wiederannäherung

Gehen Sie sofort, nachdem Sie den einen Schritt nach hinten gemacht haben, einen Schritt vorwärts auf Ihren Hund zu, sodass Sie wieder in der Ausgangsposition stehen. Hat Ihr Hund brav im Sitzen gewartet, nehmen Sie die Hand herunter und loben Sie ihn.

4. Loben Sie mit Bedacht

Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Rückkehr zum Hund nicht sofort in helle Freude ausbrechen, sondern eher ruhig (dafür gern ausgiebig loben). Mit zu überschwänglicher Freude bringen Sie Unruhe in die Übung und laufen außerdem Gefahr, Ihren Hund dazu zu verleiten, aus dem Sitz ohne Ihre Aufforderung aufzuspringen. Besonders bei jungen, ungestümen Hunden ist die Gefahr dafür sehr groß. Außerdem riskieren Sie, die "Sitz und bleib"-Übung so positiv zu belegen, dass Sie es Ihrem Hund unnötig schwer machen, ruhig und gelassen zu warten, da ihm die Vorfreude auf Ihr Lob die sprichwörtlichen Hummeln in den Hintern treibt. Ein ruhiges Lob, das natürlich nicht weniger liebevoll sein muss, ist hier die bessere Wahl.

5. Auf größere Distanz

Bleibt Ihr Hund gelassen sitzen, können Sie langsam die Entfernung erhöhen. Machen Sie dann nicht nur einen Schritt von ihm weg, sondern zwei, später drei usw. Erhöhen Sie die Schrittzahl jedoch nur dann, wenn Ihr Hund wirklich vollkommen gelassen wartet. Wollen Sie zu schnell zu viel, riskieren Sie den bisherigen Trainingserfolg.

6. Hinter Ihrem Rücken

Können Sie sich mehrere Schritte von Ihrem Schwänzchenwedler entfernen und er bleibt brav sitzen, sollten Sie zum nächsten Schritt übergehen. Entfernen Sie sich Ihrem Hund nun nicht mehr frontal zugewandt, sondern drehen Sie ihm Ihren Rücken zu. Sie werden sehen, dass das noch einmal einen enormen Unterschied macht. Ein Hund, der sich nicht beobachtet fühlt, handelt noch einmal vollkommen anders, als wenn Sie Ihren Blick auf ihm ruhen lassen.

Fangen Sie auch hier langsam und mit buchstäblich kleinen Schritten an: Gehen Sie einen Schritt weg, drehen Sie sich wieder um und gehen Sie zum Hund zurück. Funktioniert das gut, erweitern Sie wie oben beschrieben die Distanz nach und nach. Bleibt Ihr Hund nach einigen Wochen Training auch dann noch brav wartend sitzen, wenn Sie zwanzig, dreißig Meter von ihm weg sind, ohne ihn dabei anzusehen, haben Sie alles richtig gemacht.

7. Extra-Lektion für Profis

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Funktioniert sogar Punkt 6 bei Ihnen absolut zuverlässig, wandeln Sie die Übung einmal so ab, dass Sie sich nicht in Blickrichtung Ihres Hundes entfernen, sondern auch einmal in die andere Richtung, also hinter seinen Rücken gehen.

Dies ist tatsächlich die Königsdisziplin, da die meisten Hunde hier dazu neigen, ihren Haltern nachzuschauen. Wenn das Köpfchen nicht weit genug herumreicht, setzen sich viele Tiere kurz um, um Herrchen oder Frauchen besser hinterherschauen zu können. Streng genommen sollte das nicht passieren. Gehen Sie diese Übung daher ebenfalls in sehr kleinen Schritten an und geben Sie Ihrem Hund eine Chance, langsam das Verhalten zu erlernen, das Sie sich von ihm wünschen.

8. Konsequenz bringt Sicherheit

Konsequenz und Eindeutigkeit in der Erziehung macht nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Hund das Leben deutlich leichter. Bestehen Sie deshalb darauf, dass Ihr Hund auch nach Ihrer Rückkehr so lange sitzen bleibt, bis Sie ihm ein Freikommando (z. B. "Lauf!") oder einen anderen Befehl gegeben haben. Lassen Sie zu, dass Ihr Hund nach der eigentlich gut ausgeführten Lektion selbstständig entscheidet, wann er aufsteht, riskieren Sie unnötige Gefahren. Sie wollen doch z. B. nicht, dass Sie auf die Straße vorausgehen, um zu schauen, ob sie frei ist, zurückkehren zu Ihrem Hund, der dann kommandolos auf die Fahrbahn rennt. Konsequenz ist hier das A und O und der Schlüssel zu mehr Sicherheit.