Darum geben Hunde wirklich Pfötchen

"Tippt" Ihr Hund Sie auch hin und wieder mit seiner Pfote an? Das steckt wirklich dahinter.

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Hunde verfügen über eine Vielzahl an Methoden, mittels ihrer Körpersprache bestimmte Signale auszusenden. (Die wichtigsten finden Sie in diesem Artikel: Hundesprache - Das meint Ihr Hund wirklich.) 

Diese Signale können sich sowohl an Artgenossen als auch an menschliche Bezugspersonen richten. Doch während andere Hunde diese Signale problemlos deuten können, interpretieren Menschen sie nicht immer richtig. Deshalb suchen Hunde nach Lösungen, sich dennoch verständlich zu machen. Eine mögliche Kommunikationsform des Tieres ist die Art und Weise, wie es mit seiner Pfote umgeht.

1. Dominanzverhalten

Besonders beim Zusammentreffen zweier Rüden kann man häufig beobachten, wie ein Hund dem anderen eine Pfote auf dessen Rücken legt. In manchen Fällen versucht er auch, seinen Artgenossen herunterzudrücken. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, dass sich eines der beiden Tiere als ranghöheres Tier produzieren will.

Auch im Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund kann eine solche Aktion vom Tier ausgehen. In diesem Fall stützt der Hund beide Tatzen auf die Oberschenkel oder in den Schoß des Menschen. Ein solches Verhalten deutet darauf hin, dass der Mensch nicht als Rudelführer anerkannt wird. Es handelt sich in diesem Fall nicht um das so beliebte »Pfötchen geben«, das Hunde häufig praktizieren. Es ist ein Zeichen, dass in der Erziehung des Tieres einiges schiefgelaufen ist.

2. Heischen um Aufmerksamkeit

Das oben beschriebene Dominanzverhalten zwischen dem Hund und dem Menschen ist aber nicht die Regel. Viel häufiger wird vom Hund das Pfötchen eingesetzt, um die Aufmerksamkeit des Menschen zu erregen.

Häufig kann man beobachten, wie das Tier vor dem Menschen sitzt, dieser es aber nicht beachtet. Um nun eine Reaktion zu provozieren, legt der Hund häufig eine Tatze auf das Knie des Menschen oder zieht sie über das Bein oder über den Arm. Egal, ob der Mensch nun freundlich interessiert oder abweisend reagiert: Der Hund hat sein Ziel erreicht, denn jede Aufmerksamkeit ist besser als gar nicht beachtet zu werden.

3. Antrainiertes Verhalten

Eine der ersten Gehorsamsübungen, die mit Hunden trainiert wird, ist häufig das simple "Pfötchen geben". Dabei soll das Tier auf einen einfachen Befehl hin sein Pfötchen in die offene Hand des Menschen legen. Es ist eine Übung, die fast jeder Hund schnell begreift, besonders, wenn er hinterher eine Belohnung erwarten darf.

Für ein Lob, eine ausgiebige Streicheleinheit oder am besten für ein kleines Leckerchen sind Hunde nur zu gern zum Pfötchengeben bereit. Manchmal lernen die Tiere dies so gut, dass sie zu jeder passenden und unpassenden Zeit diesen kleinen Trick vorführen wollen, um zu ihrem Leckerchen zu kommen.

Um das Tier nicht zu überfüttern und vor allem die Kontrolle nicht aus der Hand zu geben, sollte ein Leckerli nur dann gegeben werden, wenn der Hund die Pfote auf Kommando gegeben hat, nicht, wenn er der Meinung war, dass es mal wieder Zeit für eine Leckerei war.

4. Beschwichtigungsgeste

Sowohl bei der Kommunikation mit Artgenossen als auch mit Menschen setzen die Tiere das Heben der Pfote auch als Beschwichtigungsgeste ein. Hunde sind sehr gut darin, die Stimmung ihres Menschen zu deuten. Mit dieser Geste wollen sie etwaigen Ärger oder Zorn des Rudelführers abwenden. In Verbindung mit anderen Körpersignalen kann diese Geste auch als Zeichen der Unterwürfigkeit gedeutet werden.

Wie man sieht, verfügen Hunde über eine Vielzahl an verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten. Diese richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren, ist die Aufgabe des Menschen, der damit das Zusammenleben von Mensch und Tier wesentlich erleichtert und für beide Seiten angenehmer gestaltet.