So sollten Sie fremde Katzen begrüßen

Sie möchten sich mit einer fremden Katze anfreunden? Dabei kann man viel falsch machen. Diese Tipps sollten Sie beherzigen.

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Der erste Eindruck zählt nicht nur bei uns Menschen, sondern kann auch die Beziehung zu Tieren maßgeblich beeinflussen. Katzen sind besonders charakterstarke und individuelle Tiere. Daher gibt es auch keine allgemeingültige Methode, um sie zu begrüßen. Sie sind instinktiv skeptisch bei Fremden, was in der freien Wildbahn ihrem Schutz dient. Man kann aber ein paar Punkte berücksichtigen, um der Fellnase die Skepsis zu nehmen. 

Lassen Sie die Katze entscheiden

Die besten Voraussetzungen sind gegeben, wenn Sie das Tier in seinem eigenen Revier kennenlernen. Dort fühlt es sich wohl und kennt sämtliche Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten. Dennoch lautet eine Grundregel: Behandeln Sie die Katze mit Respekt und geben Sie ihr die nötige Zeit, um selbst zu entscheiden. 

Fremde oder sehr schüchterne Fellnasen werden Sie erstmal aus sicherer Entfernung beobachten, bevor sie entscheiden, ob sie Sie begrüßen wollen. Sie können jedoch einen Anfang machen, indem Sie einen Schritt auf sie zugehen und dann warten, dass sie den Rest des Weges zu Ihnen zurücklegt. Bieten Sie ihr die Hand zum Beschnuppern an. Reibt sie sich daran oder stößt sie Sie mit ihrem Köpfchen, ist sie – vorerst – mit Berührung einverstanden.

Desinteresse macht neugierig

Die flauschigen Fellknäuel können sehr eigenwillig sein. Gibt man Ihnen Aufmerksamkeit, weisen sie diese oft zurück. Ignoriert man sie, wächst ihr Interesse. Sehen oder sprechen Sie sie nicht an, begrüßen Sie sie gar nicht, dann wird sie nach einiger Zeit von selbst kommen und sie beschnuppern, um ihre Neugier zu befriedigen. Aber auch dann sollten Sie erst versuchen, sie zu streicheln, wenn zuvor ein entsprechendes Einverständnis von der Katze - also Köpfchengeben oder Wangereiben - gegeben wurde. Das kann wie ein Handschlag oder ein Begrüßungsküsschen interpretiert werden. 

Bedrohliche Körperhaltung vermeiden

Die Versuchung ist groß, der Katze beim Begrüßen direkt in die Augen zu sehen oder sich zu ihr herunter zu beugen. Das wirkt auf die kleinen Tiere jedoch bedrohlich. Drehen Sie sich auf die Seite und sehen Sie schüchterne Exemplare nur aus dem Augenwinkel an. Sie können sich auch auf den Boden setzen, um den Größenunterschied zu minimieren. Oder Sie warten, bis sie selbst auf einen höheren Punkt wie einen Kasten oder die Couch springt, um gleiche Höhenverhältnisse herzustellen.

Benutzen Sie Katzensprache

Die flauschigen Vierbeiner haben ihre eigene Körpersprache. Machen Sie sich das zunutze! Sie können sie z. B. mit einem langsamen Augenzwinkern begrüßen, um damit zu signalisieren, dass Sie entspannt und keine Gefahr sind. Lassen Sie die Augen dabei ein paar Sekunden geschlossen. Wird zurückgezwinkert, dürfen Sie das als erfolgreiche Interaktion und als Kompliment verstehen. Vermeiden Sie immer hektische Bewegungen. Agieren Sie leise und vorsichtig, so wie eine Katze es tun würde.

Locken, aber respektieren

Bei wirklich schüchternen Katzen kann es helfen, ein Hilfsmittel zur Hand zu nehmen. Lassen Sie – ohne dem Vierbeiner selbst zu viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen – ein paar Leckerli fallen oder spielen Sie in ihrer Nähe mit einem Federball oder einem ähnlichen Spielzeug. Das hilft, die Distanz zu überwinden und positive Assoziationen mit dem Menschen hervorzurufen. So ziehen Sie über kurz oder lang auch die ängstlichsten Samtpfoten auf Ihre Seite.