10 Missverständnisse von Mensch und Katze

Achtung, mit unseren felligen Mitbewohnern ist nicht immer alles so einfach, wie es scheint. Tappen Sie nicht in diese zehn Kommunikationsfallen.

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1. Miauen sagt alles

Sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass Ihr Liebling sich immer lautstark meldet, wenn er etwas möchte oder ihn etwas stört. Das Miauen ist ein Hinweis für uns begriffsstutzige Zweibeiner, eigentlich kommunizieren Katzen aber hauptsächlich über ihre Körpersprache. Also nicht nur Ohren, sondern auch Augen auf: Schwanzzucken oder gespitzte Ohren können Hinweise auf Anspannung oder Nervosität sein, die sie nicht ignorieren sollten.

2. Maunzen bedeutet Betteln

Würden Sie das Miauen Ihres Stubentigers am liebsten ignorieren, weil er sowieso nur wieder um Futter bettelt? Tun Sie das nicht. Zwar ist die Körpersprache das A und O, was das Verständnis Ihrer Katze angeht, das Miauen in verschiedenen Ton- und Stimmungslagen ist aber ein freundlicher Hinweis an uns Menschen, den sie nicht einfach überhören sollten. Wir sollten uns regelrecht geschmeichelt fühlen, dass unsere kleinen Fellbälle extra eine eigene Sprache gelernt haben, um mit uns zu kommunizieren - in der Natur maunzen sie nämlich nur als Kätzchen. Warum das so ist, lesen Sie in unserem Artikel.

3. Gibt die Katze laut, ist es wichtig

Wie oben erklärt, kann das Maunzen ein Signal für ein Bedürfnis sein, dem Sie auch nachgehen sollten. Allerdings sind unsere kleinen Stubentiger clever und lernen schnell: Kommt Herrchen oder Frauchen immer angewackelt und erfüllt alle Wünsche, wenn Miezi plärrt, wird sie das natürlich immer anwenden. Etwa, wenn sie gern noch ein wenig Futternachschlag oder einfach nur etwas Bespaßung hätte. Lassen Sie sich also nicht herumkommandieren, sondern lernen Sie, Ihre Katze zu lesen und zu erkennen, wenn es wirklich wichtig ist.

4. Wer schnurrt, ist glücklich

Schnurrt Ihre Samtpfote beim Streicheln, geht es ihr in der Regel gut und sie entspannt sich. Allerdings ist das Schnurren ein echtes Wundertalent: Katzen setzen es zum Beispiel auch ein, wenn sie Schmerzen haben und sich selbst beruhigen müssen. Die Schnurrfrequenz soll dabei sogar in der Lage sein, den Heilungsprozess z. B. bei Knochenbrüchen zu fördern. Schnurrt Ihr Liebling also scheinbar ohne Grund und ist distanziert, sollten Sie zur Sicherheit einen Tierarzt aufsuchen.

5. Bauch zeigen bedeutet Lust auf Kraulen

Bei Hunden und den meisten anderen Tieren bedeutet den Bauch zu zeigen Unterwürfigkeit und Demut. Nicht so bei Katzen: Unsere Fellknäuel begeben sich damit in die perfekte Kampfposition, denn sie haben so alle vier Pfoten frei und können ordentlich austeilen. Aber keine Sorge, sie dürfen Miezi trotzdem den Bauch kraulen, einige Katzen mögen das sogar sehr. Allerdings sollten Sie dabei sorgfältig auf Signale achten: Wirkt Ihr Liebling unruhig, zuckt mit dem Schwanz oder hat verengte Pupillen, ist das in der Regel ein Zeichen dafür, dass er genug hat und Sie womöglich bald seine Krallen zu spüren bekommen.

6. Gar keine Signale sind gut

Wenn Miezi sich nicht meldet, ist alles in Ordnung? Leider nein, auch das Ausbleiben von Kommunkation kann ein wichtiges Signal an Sie sein. Ist Ihr Stubentiger plötzlich distanziert oder ignoriert Sie, kann es sein, dass ihn etwas stört oder er sogar Schmerzen hat und sich deshalb zurückzieht. Auch Angst oder Verunsicherung können Gründe dafür sein, weshalb Sie ihr Umfeld aufmerksam beobachten und nach Veränderungen suchen sollten.

7. Blickkontakt gibt Sicherheit

Wenn wir einen Menschen mögen, schauen wir ihm direkt in die Augen. Diese Geste des Respekts wird von vielen Tieren - wie auch Katzen - aber anders aufgenommen, weshalb Sie Ihrer Samtpfote lieber nicht direkt in die Augen blicken sollten. Der direkte Blick wird als Bedrohung wahrgenommen und wirkt damit unfreundlich und aufdringlich. Schauen Sie also immer ein bisschen an Ihrer Katze vorbei oder schlagen Sie die Augen etwas nieder. Kneift Ihr Stubentiger übrigens die Augen zusammen oder blinzelt, ist das eine liebevolle Geste und drückt keine Missbilligung aus.

8. Manchmal muss man laut werden

Katzen haben sehr sensible Ohren, weshalb sie Lärm aller Art als sehr unangenehm empfinden. Aus diesem Grund sollten Sie niemals laut werden und auch grundsätzlich an lauten Geräuschen sparen, wenn Miezi sich in der Nähe befindet. Das ist übrigens auch der Grund, warum sich unsere eigensinnigen Fellbälle oft gerade den Menschen im Raum aussuchen, der eigentlich keine Katzen mag: All das Gerufe, Gepfeife und Gelocke, was Katzenliebhaber gern auspacken, empfindet Ihre Samtpfote einfach als anstrengend.

9. Es ist egal, wie Sie tadeln

Müssen Sie ihren Liebling tadeln, gibt es Einiges zu beachten. Zum Einen sollten Sie nie im Nachhinein schimpfen, das bringt Ihr kleiner Frechdachs ohnehin nicht mehr mit seinem Vergehen in Verbindung und versteht deshalb die Welt nicht mehr. Wenn überhaupt, müssen Sie ihn auf frischer Tat ertappen oder noch besser: Loben und belohnen Sie stattdessen, wenn er etwas gut macht. Kommen Sie um das Schimpfen nicht herum, seien Sie dabei eindeutig: Wählen Sie nur ein Wort wie „Nein“ oder „Aus“ und benutzen Sie dieses immer, damit Miezi seine Bedeutung lernt. Schimpfen Sie jedes Mal auf andere Weise, sorgt das nur für Verwirrung.

10. Wer schmust, will etwas

Oft wird es missinterpretiert, wenn Katzen Nähe suchen und uns um die Beine schnurren. Sie beschleicht vermutlich auch schnell das Gefühl, dass Miezi nur wieder etwas zu Fressen will. Das stimmt aber nicht. Ihr Liebling will in diesem Moment tatsächlich nur Zuneigung und Aufmerksamkeit. Geben Sie ihm nun aber Futter, lernt er dieses Verhalten und benutzt die freundliche Geste später tatsächlich zum Betteln. Verwöhnen Sie Ihren kleinen Rabauken also lieber mit Streicheleinheiten, bevor sie allzu schnell zur Leckerli-Tüte greifen.