So gewöhnen Sie Ihren Hund sanft an einen Maulkorb

In bestimmten Situationen ist auch für die artigsten Hunde das Tragen eines Maulkorbs ratsam oder sogar Pflicht. Lesen Sie hier, wie Ihr Hund den Maulkorb sanft kennenlernt.

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Auch die friedlichsten Hunde kommen hin und wieder in Situationen, in denen das Tragen eines Maulkorbs ratsam oder sogar Pflicht ist. Welche dies sind, erfahren Sie in diesem Artikel. Zudem erklären wir, wie Sie Ihren Hund sanft und liebevoll an den Maulkorb gewöhnen.

Darum sollte jeder Hund an den Maulkorb gewöhnt sein

Ihr vierbeiniger Gefährte hat die Hundeschule mit Bravour absolviert, die gemeinsamen Spaziergänge gestalten sich entspannt. Artgenossen begegnet Ihr Vierbeiner souverän, Radfahrer, tobende Kinder und der versehentlich über Ihren Gartenzaun geschossene Ball bringen Ihren Hund nicht aus der Ruhe.

Alles bestens, denken Sie und verzichten auf die Anschaffung eines Maulkorbs? Das ist ein Fehler, denn auch für den ruhigsten aller Hunde könnten Sie ihn benötigen. Es gibt nämlich Situationen, in denen Sie auf das Maulkorbanlegen bei Ihrem Hund nicht verzichten sollten.

Dies kann nach einem Unfall sein, bei dem Ihr Hund schwer verletzt wurde. In einem Schockzustand beziehungsweise bei Schmerzen reagiert Ihr Vierbeiner anders, als Sie es erwarten. Er könnte vor Angst oder Schmerz zubeißen. Auch bei bestimmten Untersuchungen beim Tierarzt kann es ratsam sein, einen Maulkorb zu verwenden. Zudem ist in manchen Städten in den öffentlichen Verkehrsmittel oder auf großen Plätzen ein Maulkorb für Hunde vorgeschrieben.

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Lassen Sie sich beraten

Der Maulkorb ist ein Hilfsmittel, das Ihrem Vierbeiner zunächst ungewohnt erscheint. Er fühlt sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Und das ist nur verständlich. Wenn Sie zum ersten Mal eine Brille tragen und somit ein ungewohntes Objekt im Gesicht haben, kommt Ihnen das auch seltsam vor.

Achten Sie beim Kauf eines Maulkorbs unbedingt darauf, dass das Modell hundertprozentig passt. Außerdem darf es Ihren Hund keinesfalls beim Hecheln oder auch Trinken stören. Ideale Modelle lassen es außerdem zu, dass der Hund mit Maulkorb frisst. Lassen Sie in jedem Fall die Finger von Maulkörben aus Stoff, die den Fang des Hundes zuschnüren. Diese sind absolut nicht tiergerecht! Lassen Sie sich unbedingt beraten.

Trainieren Sie das Anlegen

Lassen Sie Ihren Vierbeiner ruhig am Material riechen, damit er sich mit ihm vertraut machen kann. Greifen Sie dann mit einer Hand von vorn in den Maulkorb und nehmen Sie ein kleineres Leckerli, um den Vierbeiner in die Nähe Ihrer Hand zu locken. Erlauben Sie ihm, das Leckerli aus Ihrer Hand zu nehmen. Wahrscheinlich wird Ihr Hund dabei den Fang sehr vorsichtig in die Maulkorböffnung stecken.

Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrfach über einige Tage, bis Ihr Vierbeiner keinerlei Scheu zeigt. In der nächsten Trainingseinheit führen Sie das Erlernte wiederum aus und greifen mit der anderen Hand die Maulkorbriemen. Diese führen Sie langsam und sacht hinter dem Kopf Ihres Hundes zusammen, ohne sie zu verschließen. Wenn er sich dies nach einigen Tagen gefallen lässt, verbinden Sie die Gurte locker miteinander. Vergessen Sie bei allen Trainingsschritten nicht, Ihren Vierbeiner ausgiebig zu loben!

Anfangs wird Ihr Hund versuchen, den Fremdkörper abzustreifen. Schimpfen Sie keinesfalls mit ihm und unterlassen Sie erst recht körperliche Gewalt! Ihr Vierbeiner benötigt Zeit, um sich an das Tragen des Maulkorbs zu gewöhnen.

Gehen Sie behutsam vor und beginnen Sie mit kürzesten Tragezeiten! Wer hier großzügig mit Leckerlis ist, schafft es in einigen Fällen sogar, dass der Hund den Maulkorb regelrecht lieben lernt, da er diesen mit reichlich Naschereien verbindet.

Unternehmen Sie erste Spaziergänge

Kommt Ihr Hund in der Wohnung problemlos mit dem Maulkorb klar, können Sie einen Schritt weiter gehen. Lenken Sie Ihren Vierbeiner ab, leinen Sie ihn an und gehen mit ihm einige Schritte vor die Tür. Anschließend lassen Sie ihn absitzen und lösen den Maulkorb. Loben Sie ausgiebig.

Verstauen Sie das neu erworbene Stück wie selbstverständlich und trainieren Sie in den folgenden Tagen und Wochen regelmäßig. Entscheidend ist dabei, dass Sie selbst beim Training gelassen bleiben, denn Ihre Gefühle übertragen sich auf Ihren Vierbeiner. Verlängern Sie die Spaziergänge mit getragenem Maulkorb dann allmählich.

Falls Sie eine große Hunderasse besitzen, wundern Sie sich nicht, wenn Sie von Fremden gefragt werden, ob Sie einen Kampfhund ausführen. Erklären Sie die Trainingsmaßnahme sachlich, damit die Akzeptanz dieses Themas in der Bevölkerung steigt.

Die Prozedur des Maulkorbtragens wird Ihrem vierbeinigen Gefährten bald nicht mehr ungewöhnlich erscheinen.