Hund einäschern: Kosten, Ablauf, Alternativen

Muss man den Hund gehen lassen, bricht es einem das Herz. Wer den Hund einäschern lässt, kann Abschied nehmen und das Tier würdevoll bestatten.

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Hund einäschern: Gestalten Sie den letzten Weg Ihres Hundes mit Würde. © iStock

Der Abschied von einem geliebten Tier ist immer schwer. Sie verlieren mit Ihrem Hund einen treuen Begleiter, mit dem Sie viel Zeit verbracht haben und der Ihr Leben maßgeblich bereicherte und prägte.

Der Wunsch nach einer angemessenen Bestattung ist deshalb verständlich. Schließlich hängen viele gute Erinnerungen an dem Tier und Sie brauchen einen Ort zum Trauern. So wie man einem Menschen einen würdevollen letzten Gang beschert, sollte man es auch für sein Tier entscheiden.

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Zum Glück gibt es mittlerweile für Tiere verschiedene Möglichkeiten der Bestattung. Wenn Sie kein eigenes Grundstück besitzen, bieten sich zwei Alternativen:

  • die Einäscherung
  • die Beerdigung auf einem Tierfriedhof.

Aufgrund der niedrigeren Preise und der einfacheren Aufbewahrung der Urne entscheiden sich viele Tierbesitzer für das Einäschern ihrer Hunde.

Doch ganz gleich, für welche der Varianten Sie sich entscheiden: Mit beiden Bestattungen zollen Sie dem geliebten Tier Respekt und es findet in Würde seine letzte Ruhe.

Alle Fragen rund um die Einäscherung des Hundes bzw. zur Beerdigung haben wir in diesem Ratgeber für Sie beantwortet.

Wo kann man den Hund einäschern lassen?

Inzwischen gibt es in vielen Regionen Deutschlands spezielle Tierkrematorien, die eine Brandbestattung Ihres Tieres zum akzeptablen Preis durchführen. Allein in Deutschland bieten mehr als 20 Firmen diese Art der Feuerbestattung an – mit steigender Tendenz, denn weitere Anlagen sind in Planung.

Die Bestatter holen den verstorbenen Hund entweder vom Tierarzt oder von zu Hause ab. Alternativ dazu können Sie Ihren verstorbenen Liebling auch selbst zum Krematorium bringen. Der Tierarzt kann sicher Auskunft geben, wo sich das nächste Tierkrematorium befindet.

Was passiert beim Einäschern des Hundes?

Vor der Kremierung wiegt der Bestatter den Leichnam des Tieres und legt ihn in eine Wanne. Um eine Verwechslung zu vermeiden, liegt in vielen Krematorien ein mit einer Kontrollnummer versehener Schamottestein beim verstorbenen Haustier.

Vor der Verbrennung bleibt Ihnen noch Zeit, um sich noch einmal von Ihrem Hund zu verabschieden. Das auf dem Einfahrwagen liegende Tier fährt dann nach Freigabe des Ofenbetriebs in die Verbrennungsanlage. Es folgt das Ablegen des Leichnams auf dem Boden des Ofens. Nachdem der Wagen wieder zurückgekehrt ist, schließt die Ofentür.

Je nach Größe und Körpergewicht des Hundes dauert der Verbrennungsvorgang bei einer Temperatur von 850 bis 1100 Grad zwischen 30 Minuten und zweieinhalb Stunden. Das Gewicht reduziert sich dabei auf etwa drei Prozent. Von einer 70 Kilogramm schweren Deutschen Dogge bleiben nach der Verbrennung etwa 2,1 Kilogramm Asche zurück, von einem 2,5 Kilogramm schweren Chihuahua nur 75 Gramm.

In der Regel dürfen Sie die Einäscherung im Tierkrematorium von einem Abschiedsraum aus via Monitor beobachten. Am Ende erhalten Sie nach einer Abkühlphase entweder grob strukturierte oder fein gemahlene Asche Ihres Hundes, die Sie nach Belieben in eine Urne füllen lassen oder in einem anderen geeigneten Behälter aufbewahren können.

Hund einäschern: Was kostet es?

Eine solche Einäscherung ist zwar nicht billig, aber dennoch ist der Preis wesentlich günstiger als bei einem verstorbenen Menschen. Die Kosten variieren von Bestatter zu Bestatter. Bei einem kleinen Hund mit einem Gewicht von bis zu zehn Kilo (wie beispielsweise einem Beagle) müssen Sie mit etwa 150 bis 175 Euro rechnen. Die Kosten für einen großen, bis zu 60 Kilogramm schweren Vierbeiner (wie einem Leonberger) liegen bei rund 200 bis 275 Euro.

Für einen noch größeren Hund werden Preise von ungefähr 300 Euro verlangt. Dazu kommen eventuell anfallende Überführungsgebühren, Feiertagszuschläge und das Entgelt für die Urkunde.

Außerdem wünschen viele Tierbesitzer ein Aschengefäß für ihren verstorbenen Liebling. Je nach Modell liegt der Preis für Urnen zwischen 40 und mehreren Hundert Euro.

Sammeleinäscherung als preiswertere Lösung

Eine kostengünstigere Alternative ist die Sammeleinäscherung und die anschließende Beisetzung in einem Sammelgrab oder das Verstreuen der Asche auf einem speziell ausgewiesenen Feld. In diesem Fall wird der Körper Ihres Tieres zusammen mit anderen Vierbeinern verbrannt.

 

Kann man die Asche mit nach Hause nehmen?

Was beim Menschen verboten ist, ist beim Haustier erlaubt: Sie dürfen die Kremationsasche Ihres Tieres mit nach Hause nehmen. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn Sie sich für eine Einzeleinäscherung im Tierkrematorium entscheiden. In diesem Fall erhalten Sie ausschließlich die Reste Ihres Haustiers.

Die meisten Hundehalter bewahren die Asche ihres geliebten Vierbeiners in einer Urne auf. Es gibt inzwischen sehr viele wunderschöne Modelle im schlichten oder auch aufwendigen Design. Die Urnen lassen sich auf Wunsch mit dem Porträt Ihres Vierbeiners verschönern.

Der richtige Platz für die Urne

Solch kunstvoll gestaltete Gefäße sind eine Zierde in der Vitrine oder im Regal. Sie erhalten oft einen Ehrenplatz im Wohn- oder Schlafzimmer, sodass Ihr treuer Freund auch nach seinem Tod immer bei Ihnen ist.

Sie können die Urne aber auch im Garten vergraben und hierfür ein kleines Grabmal anlegen. Die meisten Urnen sind dafür allerdings viel zu schade. Deshalb gibt der Tierbestatter die Asche gern auch in einem Karton oder Beutel mit.

Tipp: Wenn Sie vor der Feuerbestattung eine Fellsträhne abnehmen oder einen Gipsabdruck vom Pfötchen anfertigen, besitzen Sie eine weitere bleibende Erinnerung an Ihren Hund. Aus dem Fell lassen sich schöne Schmuckstücke fertigen.

Exklusiv, aber teuer ist die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten. Aus den Fellhaaren oder der Kremationsasche wird der Kohlenstoff aussortiert, den man in Graphit und schließlich zu einem Diamanten umwandelt. Das geschieht durch hohe Temperaturen und extremen Druck. Die Preise für solche Diamanten liegen bei mehreren Tausend Euro.

Darf man die Asche in der Natur verstreuen?

Wir kennen es von der ehemals üblichen Seebestattung: Früher streute man die Asche eines Verstorbenen vom Schiff aus auf das Meer. Heute benötigt man hierfür eine wasserlösliche Urne. Es handelt sich dabei um eine mehr oder weniger anonyme Art der Bestattung, denn ein namentlich gekennzeichnetes Grab gibt es nicht.

In vielen Bundesländern ist das oberirdische Ausstreuen von Menschenasche in der freien Natur wohl auch aus Gründen der Pietät verboten. Ausnahmen hierfür gibt es in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Eine sogenannte Luftbestattung vom Flugzeug, Heißluftballon oder Helikopter aus ist in speziell ausgewiesenen Regionen über der Ost- und Nordsee in Ausnahmefällen erlaubt.

An manchen Orten gibt es auf den Friedhöfen Aschestreuwiesen, wobei der Name oft trügt. Häufig werden die Urnen auf einem Sammelgräberfeld vergraben.

Solche Aschestreuwiesen sind auch Bestandteil vieler Tierfriedhöfe. Dennoch unterscheidet das Gesetz zwischen Tier- und Menschenasche. Bei Tieren spielen Pietätsgründe weniger eine Rolle. An den verbrannten Überresten ist nichts Giftiges, denn sie bestehen überwiegend aus Kalzium. Sie dürfen die Asche deshalb im eigenen Garten oder auch in der Natur verstreuen.

Die einzige Voraussetzung hierfür ist, dass Sie die Reste im Krematorium fein zermahlen lassen und in der Öffentlichkeit möglichst dezent und rücksichtsvoll gegenüber anderen Personen vorgehen.

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Sie können den Hund einäschern oder beerdigen. Vorher können Sie natürlich noch von Ihrem geliebten Tier Abschied nehmen. © iStock

Kann man den Hund auch begraben?

Alternativ zur Feuerbestattung können Hunde nach dem Tod auch auf einem Tierfriedhof beerdigt werden. Die Kosten hierfür sind jedoch relativ hoch. Die Erstpacht für das Grab läuft oft über zwei bis drei, manchmal auch über fünf Jahre. Eine Verlängerung ist jederzeit möglich.

Die Bestattung für einen maximal 15 Kilogramm schweren Vierbeiner (wie z. B. einen Border Collie) kostet in etwa 150 Euro. Bringen die Hunde mehr auf die Waage, dann erhöht sich der Preis auf rund 250 Euro. Zusätzlich fällt eine jährliche Pacht von ungefähr 50 Euro an. In manchen Städten sind die Preise jedoch sehr viel höher. Die Gedenktafel schlägt noch einmal mit einem zwei- bis dreistelligen Betrag zu Buche.

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Darf man den Hund im Garten begraben?

Besitzen Sie einen eigenen Garten, dann dürfen Sie Ihre Tiere unter bestimmten Voraussetzungen dort begraben. Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Vorgeschrieben sind in der Regel diese Dinge:

  • Der verstorbene Hund darf an keiner meldepflichtigen Krankheit gelitten haben.
  • Das Grab darf sich nicht in einem Wasserschutzgebiet befinden.
  • Ein ausreichend großer Abstand zum Nachbargrundstück und zu öffentlichen Wegen ist einzuhalten.
  • Das Grab muss mindestens 50 Zentimeter tief sein.

Streng verboten ist das Begraben auf öffentlichem oder fremdem Grund wie in Parkanlagen, Wiesen, im Wald oder allgemein draußen in der freien Natur.

Wie schnell nach dem Tod passiert das Einäschern beim Hund?

Beim Menschen ist eine Wartezeit von 48 Stunden vorgeschrieben. Das heißt, der Leichnam darf erst zwei Tage nach dem Eintreten des Todes eingeäschert werden.

Für Haustiere gibt es derartige Richtlinien nicht. Sie dürfen Ihren verstorbenen Freund kurz nach Feststellung des Todes oder auch noch Wochen später kremieren und den Termin selbst bestimmen. Hier orientiert sich der Bestatter an den Wünschen des Tierbesitzers. Falls nötig bewahrt er den Körper Ihres Lieblings fachgerecht bis zur Einäscherung oder Beerdigung auf. Die Hunde liegen bis dahin in einem Kühlraum. Ein Etikett dient der Identifizierung der Tiere.

Was geschieht mit dem Hund, wenn man ihn nicht einäschert?

Wenn Sie Ihren Liebling weder begraben noch einäschern, kommt eigentlich nur noch die Tierkörperbeseitigung infrage. Die Entsorgung in der Tierkörperbeseitigungsanlage verursacht nur geringe Kosten. Der Preis liegt meist bei wenigen Euro.

Diese Art der „Entsorgung“ ist eines geliebten Tieres aber eigentlich unwürdig. Stehen jedoch nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, bleibt manchen Tierhaltern keine andere Wahl.

Stirbt der Vierbeiner beim Tierarzt, veranlasst dieser auf Wunsch die Abholung. Ansonsten können Sie sich selbst mit der Tierkörperbeseitigungsanlage in Verbindung setzen und den Leichnam abholen lassen.

Früher wurden die toten Tiere zu Seife oder Tiermehl verarbeitet. Gemäß einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2003 ist das nicht mehr möglich und die Tiere kommen nach ihrer Häutung und Zerkleinerung in die Verwertung. Das somit gewonnene Tiermehl und -fett gelangt schließlich in die Verbrennung, denn es ist verboten, die Substanzen anderweitig zu verwenden.

Mussten Sie Ihren Hund kürzlich gehen lassen oder ist absehbar, dass er nicht mehr lange bei Ihnen sein kann, wünschen wir Ihnen ganz viel Kraft und Trost für den letzten gemeinsamen Weg. ♥

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Letzte Aktualisierung am 28.11.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen