Darum drehen Hunde nach dem Baden durch

Kaum ist der Hund aus der Wanne, dreht er vollkommen durch, rast durchs Haus und wälzt sich auf dem Boden. Witzig ist das jedes Mal aufs Neue. Aber warum tun Hunde das eigentlich?

Dieser Hund dreht nach dem Baden durch.
Wenn der Wahnsinn nach dem Baden mal wieder ausbricht, geht man lieber in Deckung! ©Chalabala/iStock
• Raus aus der Wanne, rein in den Wahnsinn!
• Dreht Dein Hund nach dem Baden auch immer durch?
• Dafür hat er gleich vier gute Gründe.

Jeder, der seinem Hund schon einmal eine Dusche oder ein Vollbad gegönnt hat, kennt das: Kaum hat der Schwänzchenwedler die Dusche oder Wanne verlassen, schüttelt er sich einmal kräftig und dann setzt der Wahnsinn ein!

Wie von der Tarantel gestochen düst der Hund durchs Haus, wirft sich auf den Boden, wälzt sich, springt wieder auf und rast von Neuem los. Einige Tiere spielen sogar so verrückt, dass sie eigentlich verinnerlichte Regeln wie „Auf die Couch zu springen ist verboten“, vollkommen vergessen und im Wortsinn über Tische und Bänke gehen. 

Fast könnte man meinen, das Baden überstanden zu haben, sei das Großartigste, was Deinem Hund in seinem ganzen wuscheligen Leben bislang passiert ist!

Aber warum verhalten sich Hunde eigentlich so? Experten nennen vier mögliche Gründe.

1. Überlebensinstinkt

Herumzurennen, sich zu schütteln und am Teppich zu reiben, könnte die instinktive Reaktion des Hundes auf das nasse Fell sein.

Der Grund ist ganz einfach: Ein nasser Hund ist in der Natur angreifbarer als einer mit trockenem Fell: Er wiegt mehr, riecht intensiver und friert schneller.

Durch das wilde Umherrennen hilft sich der Hund instinktiv selbst: Der Körper wird erwärmt und das Fell durch das Entlangschrubben auf dem Teppich getrocknet.

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 2. Geruchsfrage

Einen gewissen Überlebensdrang hat jedes Lebewesen. Idee Nr. 1 ist also gar nicht so unwahrscheinlich.

Vielleicht ist aber nicht das nasse Fell das aktuelle Hauptproblem Deines Vierbeiners. Vielleicht findet er auch einfach seinen neuen Geruch fürchterlich. Denn selbst, wenn Du Shampoo speziell für Hunde verwendest – der Geruch ist niemals exakt der, den ein Hund von Natur aus besitzt. 

Mit seinen 125 bis 220 Millionen Riechzellen in der Schnuppernase kann das für Deinen Vierbeiner wirklich unangenehm sein. (Supernasen wie der Basset oder Bloodhound leiden vielleicht sogar noch ein wenig mehr.) Denn statt nach „frisch gewaschen“ riecht er viel lieber nach Erde, Dreck, Misthaufen, toter Maus, Katzenkot (… ja, das sind alles Erfahrungswerte …) und eben sich selbst. 

Einige Experten gehen deshalb davon aus, dass ein Hund nach dem Baden seine verrückten „fünf Minuten“ bekommt, weil er versucht, dem unangenehmen Geruch zu entkommen oder ihn wieder loszuwerden.

3. Stressabbau

Viele Hunde mögen es überhaupt nicht, geduscht oder gebadet zu werden. Artig wie sie sind, halten sie dennoch still und lassen die unliebsame Prozedur tapfer über sich ergehen.

Durch die vielen verschiedenen Reize wie:

  • Geruch,
  • Nässe und
  • Nähe zu Herrchen oder Frauchen

staut sich reichlich Energie auf. Ist die Situation erst einmal durchgestanden, baut der Hund diesen Stress durch die intensive Bewegung ab.

Und da die Dusche oder Badewanne nun mal nicht im Park oder Garten steht, findet der Wahnsinn dort statt, wo am wenigsten Platz dafür ist: mitten in der Wohnung.

4. Freude

Für manche Hundehalter mag es absurd klingen, aber es gibt tatsächlich Vierbeiner, die es lieben, gebadet zu werden. Und das ist gar nicht so verwunderlich, dreht sich doch bei der Reinigungsprozedur einmal alles ausnahmslos um sie. 

Rasen diese seltenen Exemplare nach der Wäsche ebenfalls wie auf der Hasenjagd durchs Haus, könnte dies auch einfach der Ausdruck purer Lebensfreude sein. ♥


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