Basset Hound: Charakter, Pflege und Haltung

Wenn die Ohren kein Ende nehmen und wild im Wind schlabbern, muss es ein Basset Hound sein! Wir stellen Dir die Supernase im Steckbrief vor!

Basset Hound
Huaaargh! Der Basset lässt es lieber ruhig angehen. ©cynoclub/iStock

Es ist ein Wunder, dass er nicht gleich wie ein Helikopter abhebt: Wenn sich ein Basset Hound einmal schüttelt, fliegen die Ohren nur so um ihn herum. Die Rasse ist bekannt für ihre langen Schlappohren, ihre kurzen Beine und ihre außergewöhnlich feine Schnuppernase. Aber nicht nur deswegen werden die Hunde von Liebhabern sehr geschätzt.

Erfahre in unserem Rasseporträt zum Basset Hound alle wichtigen Informationen über seinen Charakter, seine Geschichte und seine Erziehung und Pflege.

Wie sieht ein Basset Hound aus?

Der Basset hat so viele einmalige Eigenschaften, dass man fast gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Die Hunde haben einen massigen Körper, viele Falten, lange Ohren und einen leicht trübseligen oder traurigen Gesichtsausdruck.

Der Rücken ist bei dem Jagdhund im Verhältnis zu den kurzen Beinen sehr lang. Außerdem ist der Nacken gewöhnlich breiter als der Kopf. Die Haut hängt vor allem am Kopf, an den Beinen und an der Brust leicht herab, wodurch sich die charakteristischen Falten des Basset Hounds bilden.

Der Hund hat ein kurzes, glattes und weiches Fell. Die zulässigen Fellfarben unterscheiden sich von Land zu Land. Typisch ist die Zwei- oder Dreifarbigkeit aus Schwarz, Weiß und Braun oder Lemon und Weiß. Erlaubt sind jedoch auch alle anderen Laufhundefarben.

Die berühmtesten Erkennungsmerkmale des Basset Hounds sind schließlich seine langen Hängeohren und seine einzigartige Spürnase. Beides hat er von seinem eingekreuzten Verwandten, dem Bloodhound, bekommen. Der Basset gehört zusammen mit eben jenem Bloodhound zu den Hunderassen mit den längsten Ohren. Und die feine Nase des Basset Hounds ist direkt nach dem Bloodhound auf Platz zwei der Schnupperorgane mit den meisten Geruchsrezeptoren überhaupt.

Die Kombination aus Hängeohren und feiner Nase ist übrigens kein Zufall. Durch seine langen Ohren kann der Basset Hound noch besser riechen. Warum das so ist, erfährst Du in diesem Artikel.

Wie groß ist ein Basset Hound?

Die geringe Größe des Basset Hounds ist auf eine Form des sogenannten „Zwergwachstums“ zurückzuführen. Rüden erreichen trotz ihrer Massigkeit gerade mal eine Widerristhöhe von 30 bis 38 cm und Hündinnen von 28 bis 36 cm.

Dennoch darf die Widerristhöhe nicht unterschätzt werden, denn die Hunde sind erstaunlich lang. Richten sie sich auf den Hinterpfoten auf, können sie sehr wohl den Kuchen von der Küchenanrichte stibitzen.

Wie schwer ist ein Basset Hound?

Was sie bei der Größe vermissen lassen, machen die Hunde beim Gewicht wieder wett: Rüden bringen durchschnittlich zwischen 25 und 34 kg auf die Waage und Hündinnen zwischen 20 und 29 kg.

Basset Hound Steckbrief
Ja, während Du am Strand Federball gespielt, drei Cocktails getrunken und sieben Wellen geritten hast, lag der Basset einfach nur hier. Wir sagten doch, dass er es lieber ruhig angeht. ©cynoclub/iStock

Wie alt wird ein Basset Hound?

Leider gehört der Basset Hound in seiner Größenklasse zu den eher kurzlebigen Hunden. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Hunde beträgt etwa zehn bis zwölf Jahre. Dies ist gering im Vergleich zu anderen Hunderassen derselben Größe.

Die geringere Lebenserwartung hat vor allem mit der Gesundheit des Basset Hounds zu tun. Diese kann leider von zahlreichen Krankheiten beeinträchtigt werden. (Lies dazu auch unseren Hinweis zu den typischen Krankheiten des Basset Hounds weiter unten im Text.)

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Basset Hound?

Der Charakter des Basset Hounds ist geprägt von zwei Maximen:

  1. Sanfter Engel
    Auf der einen Seite ist er ein außerordentlich gutmütiger, gelassener und freundlicher Hund. Die Rasse gilt als sehr menschenbezogen und treu. Ob Katze, Kinder oder Nachbarn – der Basset mag und toleriert sie bei guter Sozialisierung in der Regel alle. Aggressivität oder Unruhe sind ihm eher fremd. Zwar bellt der Hund einen (unbekannten) Eindringling auf seinem Grundstück gern mal an, aber er bleibt dabei kontrolliert und zurückhaltend.
  2. Sturer Bengel
    Auf der anderen Seite ist der Basset auch bekannt für seinen Dickschädel. Die Hunde haben einen stolzen Charakter und eine starke Neigung zur Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Der Wunsch zu gefallen, der sog. „Will to Please“, mit dem u. a. der Labrador seine Fans begeistert, ist bei ihnen nicht stark ausgeprägt. Der Hund überlegt lieber dreimal, ob er diesen oder jenen Trick wirklich lernen möchte. Hat er außerdem im Freien eine interessante Fährte erschnuppert, kann der geborene Jagdhund mit der Spürnase schon einmal alles andere ausblenden. Diese Eigenwilligkeit hat den Hunden übrigens einen Platz auf der Liste der dümmsten Hunderassen der Welt eingebracht. Ganz gerecht ist das allerdings nicht, denn der Basset ist an sich ausgesprochen intelligent. Er hört nur nicht zu, riesige Lauscher hin oder her.

Die Geschichte des Basset Hounds

Ursprünge in Frankreich

Der Basset Hound stammt vermutlich von französischen Spürhunden ab. Bereits im 6. Jahrhundert waren im heutigen Frankreich niederläufige Hunde als Lauf- und Schweißhunde beliebt. Diese Hunde wiederum sollen bereits im antiken Griechenland eingesetzt worden sein.

Der Name „Basset“ wurde 1585 das erste Mal in Frankreich schriftlich erwähnt. Die Rasse konnte sich über die Jahrhunderte hinweg als Jagdhund für den Adel etablieren. Durch ihre kurzen Beine und ihre Supernase konnten sie sich problemlos durch dichtes Unterholz fortbewegen, den Fährten von Wild folgen und dieses aufspüren.

Der heutige Basset Hound aus England

In England begann man in den 1870ern mit der gezielten Zucht einer neuartigen Rasse. Dazu wurde ein importierter französischer Basset mit einem heimischen Bloodhound gekreuzt. Daraus entstand schließlich der uns heute bekannte Basset Hound.

Hat der Basset seine Kurzbeinigkeit von seinen französischen Vorfahren übernommen, so sind vor allem sein Gesicht, seine Schnauze und seine Ohren eindeutig vom Bloodhound geprägt.

Während der zwei Weltkriege wäre der Basset Hound, wie einige andere Hunderassen auch, fast ausgestorben. Durch Bemühungen einiger Züchter konnte die Rasse jedoch wieder aufgepäppelt werden.

Basset-Hound-Welpe
Herrje, wurde da jemand beim Mittagsschlaf gestört? ©coja1108/iStock

Basset Hound: Die richtige Haltung und Erziehung

Der Charakter des Bassets mag noch so gutmütig, freundlich und gelassen sein – die Erziehung des Hundes erfordert einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Du solltest viel Geduld, Verständnis und liebevolle Konsequenz für den Hund in der Erziehung mitbringen. Beginne bereits beim Welpen mit der Erziehung.

Der Basset Hound hat viel Eigenwillen und ein starkes Selbstbewusstsein. Sich seinen Menschen zu unterwerfen, ist überhaupt nicht sein Ding. Der Hund reagiert außerdem empfindlich auf Härte und Aggression – wie wir finden: völlig zu Recht!

Da der Basset Hound von eingefleischten Jagdhunden abstammt, brauchen auch die heute gezüchteten Hunde eine angemessene Beschäftigung. Trotz ihrer kurzen Beine bewegen sich die Basset Hounds ausgesprochen gern – allerdings eher in ihrem gemächlichen Tempo mit vielen Schnupperpausen.

Investiere beim Basset Hound unbedingt auch viel Zeit in die Beschäftigung seiner Nase. Lege Spuren, verstecke Gegenstände und gestalte aufregende Fährtensuchen wie beim Mantrailing. So machst Du nicht nur Deinem Hund Freude, sondern hast selbst auch viel Spaß beim Planen und Ausführen.

Welche Pflege braucht der Basset Hound?

Die Pflege des Fells ist beim Basset Hound unkompliziert. Ihn mehrmals die Woche mit einer Fellbürste durchbürsten, reicht hier aus.

Viel mehr Aufwand erfordert hingegen die Pflege der Ohren und der Augen. Durch die Überzüchtung der tiefen Falten, hängenden Augenlider und langen Ohren entstehen hier häufig Entzündungen und Infektionen, wenn man nicht aufpasst. Kontrolliere und reinige deswegen die betroffenen Stellen alle paar Tage.

Basset Hound Infos
Bevor Du einen Welpen kaufst, schau bitte unbedingt im Tierheim vorbei. Dort warten immer ganz wundervolle, kleine Seelen. ©Jessica Nystrom/iStock

Qualzuchtmerkmale beim Basset Hound

Leider begann nach den Weltkriegen für den Basset eine denkbar ungünstige Entwicklung – er wurde vor allem als Mode- und Showhund beliebt. Fehlentwicklungen in der Zucht führten zu drastischen Extremen beim Hund. Dazu gehören eine übertriebene Faltenbildung, extrem kurze Beine und lange Ohren, herunterhänge Augenlider und so einige weitere Merkmale, die in Hundeshows als „schön“ galten.

Diese jahrzehntelange Fehlzucht wirkt leider in der Gesundheit der Hunde bis heute nach. Zwar werden von vielen Verbänden mittlerweile strenge Maßstäbe bei der Zucht durchgesetzt. Der Standard wurde zudem mehrmals angepasst, weg von den unnatürlichen äußerlichen Merkmalen und zurück zu seinem ursprünglichen, natürlicheren Aussehen. Doch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Basset Hounds sind immer noch massiv.

In Deutschland gilt der Basset Hound heute als Rassehund mit Qualzuchtmerkmalen. Anfang des Jahres 2022 wurde in Deutschland außerdem die Tierschutzhundeverordnung verschärft: Hunde mit Qualzuchtmerkmalen dürfen nicht mehr an Ausstellungen teilnehmen. Dies betrifft auch Zuchtleistungsprüfungen, Zuchtzulassungsprüfungen und Hundesportveranstaltungen.

Die meisten Zuchtverbände kritisieren die Änderungen massiv. So argumentiert der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH), dass alle angeschlossenen Züchter strenge Standards und Zuchtvorgaben erfüllen müssen und die Gesundheit der Hunde damit gewährleistet wird. Die Verschärfung der Tierschutzhundeverordnung würde nur Züchter aus den Verbänden – und damit aus den Kontrollen – heraustreiben. Vielmehr müssten die Heimtierzucht und Züchter aus dem Ausland reglementiert werden, so der VDH. Inwieweit dem Basset Hound mit dieser Diskussion geholfen wird, ist eine andere Frage.

Welche typischen Krankheiten hat der Basset Hound?

Der Basset Hound hat leider mit einer ganzen Reihe erblich und zuchtbedingter Krankheiten zu kämpfen. Diese schlagen ganz schön auf seine Gesundheit. Die Rasse hat daher eine durchschnittlich geringere Lebenserwartung als vergleichbare Hunderassen. Zu den typischen Krankheiten gehören:

  • Skelettdysplasie: Anormales Wachstum von Knochen und Knorpeln, welches zum genetisch bedingten Kleinwuchs führt (Achondroplasie).
  • Ellbogendysplasie und Hüftdysplasie
  • Entzündungen der Ohren und Augen
  • Entzündungen der Falten um die Schnauze herum
  • Neigung zu Übergewicht
  • Magendrehung
  • Krebs
  • Herzinfarkt
  • Hauterkrankungen
  • Epilepsie und weitere Krankheiten

Durch die kurzen Beine ist der Basset außerdem häufiger von Milben betroffen als langbeinige Hunde. Im Gras sitzende Milben können bei ihm einfach besser aufspringen.

Was kostet ein Basset Hound?

Der Basset Hound hat Dich begeistert und Du möchtest einen schnupperfreudigen Welpen bei Dir aufnehmen? Dann kaufe den Welpen unbedingt ausschließlich bei einem eingetragenen Züchter. Eine gute Auswahl findest Du beim Basset Hound Club von Deutschland e. V. und dem Verein Basset-Hound-Freunde von Deutschland e. V. Beide Vereine sind dem VDH angeschlossen und unterliegen damit hohen Zuchtstandards.

Die Rasse ist in Deutschland eher selten und es gibt nur eine Handvoll von Züchtern. Dadurch sind auch die Preise für Welpen hoch und beginnen bei etwa 1.200 Euro. (Lies dazu auch: 11 besonders seltene Hunderassen)

Unser Tipp ist jedoch wie immer: Schau unbedingt auch einmal im Tierheim nach, ob dort nicht vielleicht ein Basset Hound mit fröhlichem Ohrenschlackern auf ein neues Zuhause wartet. Wenn Du lange Spaziergänge liebst, viel Geduld mitbringst und Du genauso viel Freude an richtiger Spurensuche und Detektivarbeit hast wie die Spürnasen, dann ist der Basset Hound bestimmt der richtige Hund für Dich. ♥


AusLiebezumHaustier.de ist Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramms, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Partner-Links zu Amazon.de Entgelte verdient werden können.