7 Tipps: So klappt's mit einem Tierheimtier

Sie möchten ein Tier aus dem Heim retten? Diese sieben Tipps werden Ihnen vor und während Ihrer Suche nach einem neuen Gefährten behilflich sein.

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1. Welches Tier passt zu Ihnen?

Wichtig ist es, sich vor dem Besuch im Tierheim Gedanken zu machen, was für ein Tier zu Ihnen und Ihren Räumlichkeiten passt und welche Eigenschaften Ihr neues Familienmitglied mitbringen sollte. Daher ist es durchaus sinnvoll, wenn Sie vorab eine Liste aller gewünschten Charakterzüge aufstellen, sich auf diese jedoch nicht zu sehr zu versteifen. Bittende Hundeaugen, ein wohliges Schnurren beim Streicheln oder ein Schlecker über das Gesicht können manchen Vorsatz über den Haufen werfen, und der neue Hausbewohner wird dann doch ein ganz anderes Tier. Vor der "Liebe auf den ersten Blick" ist schließlich niemand gefeit. Nehmen Sie sich bei der Suche unbedingt genügend Zeit und binden Sie die gesamte Familie mit ein.

Achten Sie bei der Wahl Ihres neuen Lieblings zusätzlich darauf, welchen Kosten-, Platz- und Zeitbedarf Ihr neuer tierischer Mitbewohner benötigt und prüfen Sie vorab, ob ihr Vermieter die Haltung von Tieren erlaubt.

2. Das Tierheim Ihres Vertrauens

Wenn Sie sich für die Rettung eines Tierheimtieres entschieden haben, informieren Sie sich gut über seriöse Heime in Ihrer Nähe. Ein gepflegtes und vertrauenerweckendes Tierheim verfügt über saubere, hygienische Räumlichkeiten und eine Quarantänestation für Neuankömmlinge. Statten Sie ruhig mehreren Tierheimen in Ihrer Umgebung einen Besuch ab und suchen Sie sich das Tierheim Ihres Vertrauens aus.

Am Anfang ist eine ausführliche Beratung immer ratsam. Haben Sie sich daher für ein Heim entschieden, lassen Sie sich von einem Tierheimmitarbeiter tatkräftig bei der Auswahl des passenden Tieres unterstützen. Diese kennen ihre Schützlinge am besten und können Ihnen sagen, ob Ihr Wunschhund oder die ausgesuchte Katze zu Ihnen oder Ihren Wohn- und Lebensumständen passt.

Extratipp: Vereinbaren Sie mit den in Frage kommenden Heimen einen Termin, denn im laufenden Betrieb ist nur selten die Zeit für ein ausführliches Gespräch.

3. Seien Sie ganz offen

Für gewöhnlich wird das Tierheim Sie bitten, einen Selbstauskunftsbogen auszufüllen. Machen Sie sich keine Sorgen: Dabei geht es nicht darum, Sie zu verhören. Vielmehr möchten die Tierheimmitarbeiter wissen, ob ihr Schützling in eine für den Vierbeiner passende Umgebung kommt, wie Ihre Vorstellung des Zusammenlebens mit einem Haustier aussieht und wer das Tier bei Notfällen betreuen kann.

Der Kerngedanke des Selbstauskunftsbogens ist, dass der ausgesuchte Tierheimbewohner in eine wirklich für ihn geeignete Familie vermittelt wird. Viele der kleinen Tierseelen haben bereits Schlimmes hinter sich, mussten sich durchkämpfen oder wurden abgeschoben. Jetzt soll es dem lieben Vierbeiner bei Ihnen wieder gut gehen und die vielen Fragen sollen für beide Seiten hilfreich sein.

4. Die Vorgeschichte "Ihres" Tieres

Haben Sie ein Tier im Blick, fragen Sie nach den Gründen, weshalb Ihr ausgesuchter tierischer Freund ins Heim gekommen ist. Häufig werden Tiere abgegeben, weil sich die Lebensumstände der vorherigen Besitzer verändert haben. Seltener landen Vierbeiner aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten im Tierschutz. Erkundigen Sie sich nach den Charakterzügen, dem Sozialverhalten und dem Erziehungsstand des künftigen Familienmitglieds, denn je mehr Sie erfahren können, desto weniger Überraschungen drohen und umso schneller funktioniert das spätere Miteinander bei Ihnen daheim.

Die Tierbetreuer kennen Ihre Schutzbefohlenen meist sehr gut und freuen sich, wenn Sie intensiv Interesse zeigen, sodass sie Sie optimal beraten können.

5. Das Kennenlernen

Haben Sie „Ihre“ besondere Fellnase gefunden? Wunderbar! Nun gilt es, dass Sie und Ihr neuer Gefährte sich gegenseitig besser kennenlernen. Nehmen Sie sich dafür viel Zeit. Kommen Sie öfter im Tierheim vorbei und besuchen Ihren tierischen Liebling. Haben Sie sich einen Hund ausgesucht, sollten Sie mit ihm spazierengehen und sich beim gemeinsamen Spielen näher kommen. Ist die Wahl auf eine Katze gefallen, freunden Sie sich beim Schmusen und Streicheln mit ihr an.

Es wird Ihnen schnell klar werden, ob die Chemie zwischen Ihnen stimmt oder ob Ihr Tier Wesenszüge aufweist, die nicht zu Ihnen passen. Ausführliche Gespräche mit dem Personal können Ihnen bei der Entscheidung zusätzlich behilflich sein.

6. Ihre Wohnsituation

Wenn Sie nach mehrmaligen Besuchen immer noch interessiert sind an diesem einen, besonderen Vierbeiner und auch das Tierheim von dieser Vermittlung überzeugt ist, wird bei Ihnen daheim eine Vorkontrolle stattfinden. Das bedeutet, dass ein Tierschutzmitarbeiter Sie zuhause besuchen und sich ein Bild von Ihnen und Ihren vier Wänden machen wird. Es geht dabei in erster Linie darum, dass die Mitarbeiter kontrollieren, ob die Fragen im Selbstauskunftsbogen wahrheitsgemäß beantwortet wurden.

Sie können daher ganz unbesorgt sein, da Sie den Fragebogen zuvor gewissenhaft ausgefüllt haben. Fühlen Sie sich also nicht unter Druck gesetzt. Vielmehr können Sie diesen Termin als Möglichkeit betrachten, letzte Fragen zu klären und vielleicht noch ein paar gute Tipps bezüglich Ihrer zukünftigen Tierhaltung zu bekommen.

7. Ihre Anschaffungskosten

Die meisten Tierheimtiere sind bereits tierärztlich untersucht, geimpft und entwurmt, gechipt, oft sogar kastriert. Entscheiden Sie sich für ein junges Tier, wird oft ein Kastrationsgutschein mitgegeben, so dass Sie Ihr Tier kastrieren lassen können, wenn es das richtige Alter für den Eingriff hat. Wenn Sie Ihren kleinen Liebling mitnehmen, zahlen Sie eine Gebühr (bei Hunden zwischen 200 und 300 Euro, bei Katzen meist zwischen 70 und 100 Euro).

Diese Abgabegebühr ist streng genommen kein Kaufpreis, sondern soll die entstandenen Kosten des Tierheims ausgleichen. Zudem müssen Sie einen Abgabevertrag mit Pflichten wie der artgerechten Haltung und dem Zuchtverbot mit dem Tierheim schließen. Dieser dient vor allem zur Abschreckung von Händlern.