Darum mögen manche Hunde keine anderen Hunde

Zeigt. sich ein Hund aggressiv gegenüber Artgenossen, hat das immer einen Grund. Dies sind die häufigsten fünf.

© iStock

© iStock

Grundsätzlich sind Hunde äußerst soziale Wesen. Ihre Abstammung vom Wolf hat zur Folge, dass Sie eng zusammenlebende Rudel bilden, in denen eine feste Rangordnung herrscht. Allerdings gibt es auch Hunde, die (scheinbar) nicht mit Artgenossen zurechtkommen und schnell aggressiv werden. Dies sind mögliche Gründe dafür.

1. Verhaltensstörungen

Wenn ein Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden - und gegebenenfalls auch anderen Tieren und Menschen ist - dann kann die Ursache hierfür in einer Verhaltensstörung liegen. Zum Beispiel kann der Hund in der Vergangenheit durch andere Hunde traumatisiert worden sein. Ein solcher Hund kann "vorbeugende Aggressionen" entwickeln. Er wird präventiv aggressiv und schützt so sich selbst vor näheren Begegnungen mit Artgenossen, vor denen er Angst hat.

In manchen Fällen kann auch eine hirnorganische Störung vorliegen. Hier sollte ein Tierarzt befragt werden, der gegebenenfalls erforderliche Untersuchungen vornimmt.

2. Fehlende soziale Kompetenz

Genau wie Menschen sollten und können Hunde sozial angemessenes Verhalten lernen. Voraussetzung für die Entwicklung eines friedlichen Verhaltens anderen Hunden gegenüber ist ausreichende Übung und Erfahrung im Umgang mit Artgenossen.

Üblicherweise macht ein Welpe seine ersten Schritte im sozialen Umgang mit seinen Wurfgeschwistern, mit denen er spielt und spielerisch kämpft. Nach dem Übergang in seine neue menschliche Familie sollte er weitere Erfahrungen sammeln dürfen - etwa in einer Welpenspielgruppe und später in einer Hundeschule.

Ein Hund, der diese Erfahrungen nicht macht, hat unter Umständen Probleme, sich bei Begegnungen mit anderen Hunden angemessen zu verhalten. Dabei kann auch aggressives Verhalten entstehen.

3. Fehlende Auslastung

Hunde, die viel Temperament haben, müssen unbedingt gut ausgelastet werden, damit sie die Energie nicht in aggressives Verhalten übertragen. Zu dieser Auslastung gehören körperliche und geistige Aktivitäten, die zum Hund passen.

Zum Beispiel sind herkömmliche Spaziergänge für manche Hunde nicht ausreichend. Sie werden entspannter und friedfertiger, wenn sie regelmäßig längere Zeit am Fahrrad laufen dürfen. Geistige Auslastung besteht darin, dass der Hund die Möglichkeit erhält, neue Dinge zu lernen.

4. Schlechte Bindung zum Menschen

Auch eine schlechte Bindung zum Besitzer kann ein Grund für Aggressivität sein. Es kann sein, dass ein Hund seinem Menschen nicht vollständig vertraut und deshalb das Bedürfnis hat, sich Artgenossen gegenüber selbst verteidigen zu müssen.

Unter Umständen kann das Verhalten des Menschen bei aggressiven Situationen hier noch weiter förderlich sein. Rufen und Schimpfen können vom Hund auch als Unterstützung empfunden werden, da er die Reaktionen seines Menschen wegen der schlechten Bindung falsch einschätzt.

Als Hundehalter sollten Sie den Hund konsequent in seine Schranken weisen, wenn er Ansätze aggressiven Verhaltens zeigt. Dabei sollten Sie aber in jedem Fall vermeiden, selbst übertrieben böse oder laut zu werden. Es gilt, sehr deutlich und konsequent zu sein. Wenn Sie wiederholt bestimmend und dennoch ruhig auftreten, wird Ihr Hund lernen, dass er Ihnen vertrauen kann. Seine Aggressivität wird abnehmen, da er nach und nach lernt, dass sie nicht erwünscht ist.

5. Gesunde Aggression

Nicht unerwähnt bleiben soll der Umstand, dass es auch gesunde und angemessene Aggression bei einem Hund gibt. Begegnungen mit Artgenossen müssen nicht immer völlig friedfertig ablaufen. Entscheidend ist, wie die Aggressivität sich äußert. Sie sollte nicht länger als nötig dauern und sie sollte auch nicht mit Verhalten einhergehen, das für den anderen Hund gefährlich ist.

Kurze Aggressionen dienen der Klärung der Rangordnung bei einer Hundebegegnung. Hier gilt es, seinen Hund gut zu kennen und seine Körpersprache perfekt lesen zu können. (Was Ihr Hund mit welcher Körpersprache wirklich sagen will, erfahren Sie hier.

Wenn Sie vermuten, in dieser Hinsicht Probleme zu haben, kann der Besuch einer Hundeschule hilfreich sein. Spielen Sie außerdem viele "körperliche" Spiele mit Ihrem Hund. Werfen Sie also keinen Ball, sondern kämpfen Sie spielerisch mit Ihrem Hund mit einem Spielzeug, um das Sie mit Ihrem Hund rangeln. So lernen Sie Ihren Hund besser kennen und stärken zusätzlich die Bindung mit ihm. Wichtig: Am Ende sollten immer Sie die Oberhand behalten, das Spiel beginnen und auch beenden.