9 Irrtümer bei der Hundeernährung

Im Fertigfutter stecken Suchtstoffe und Selbstgekochtes ist am besten für den Hund? Wir verraten, was in Sachen Hundefutter wirklich stimmt!

Irrtümer Hundeernährung
Oh weh, schmeckt’s nicht? ©scorpp/istock

1. Der Hund weiß selbst, wie viel Futter er braucht

Schaut man auf die wilden Vorfahren unserer Haushunde, die Wölfe, stellt man fest, dass diese immer so viel Nahrung aufnehmen, wie sie können. Und das ist nur logisch: steht doch bei einem wild lebenden Tier nicht fest, wann es das nächste Mal Beute erlegt.

Dieses Verhaltensmuster haben viele unserer geliebten Hunde heute noch verinnerlicht und neigen deshalb ebenfalls dazu, immer so viel zu fressen, wie nur möglich ist. (Und das gilt nicht nur für bekannte „Fressmaschinen“ wie den Labrador oder den Beagle.) Wer dem keine Grenzen setzt, hat bald einen übergewichtigen Schwänzchenwedler faul im Körbchen zu liegen.

2. Hunde brauchen rohes Fleisch

Natürlich bekommen Wölfe und wilde Hunde ihr Futter nicht gekocht serviert. Sie nehmen daher reichlich rohes Fleisch auf. Eine wirkliche Notwendigkeit gibt es dafür jedoch nicht. Zwar fressen es die meisten Tiere gern, weshalb nichts dagegen spricht, es zu verfüttern. Absolute Frische ist dann aber ein Muss.

Rohes Schweinefleisch sollte jedoch nie gefüttert werden, weil darauf der gefährliche Aujeszky-Virus anzutreffen sein kann. Er kann bei Hunden zu unheilbaren Hirn- und Nervenentzündungen führen.

3. Reste vom Tisch reichen als Hundefutter

Zwar wird Dein Hund von übriggebliebenen Kartoffeln oder Reis satt, eine bedarfsgerechte Ernährung ist dies jedoch nicht. Ein Hund braucht völlig andere Nährstoffzusammensetzungen als der Mensch, sodass er über die Menschennahrung nicht die richtige Mischung an Eiweiß, Fett, Vitaminen, Kohlenhydraten und Mineralstoffen bekommt.

Zudem sind die Lebensmittel, die auf dem Teller landen, für den Hund meist zu stark gewürzt. Gegen Reis spricht z. B. nichts, er sollte jedoch für den Hund ungesalzen gegart werden. Dann ist er eine gute Schonkost, z. B. wenn der Hund erbricht oder Durchfall hat.

4. Das beste für einen Hund ist ein großer Knochen

Für die Zahnpflege sind Kauartikel für den Hund unerlässlich. Echte, große Knochen sollten es dennoch nur in Maßen sein. Diese werden oft nur unvollständig verdaut und können deshalb zu Verstopfung oder sogar einem Darmverschluss führen.

Gib Deinem Hund lieber rohe, kleine Knochen wie beispielsweise einen Hühnerhals, alternativ Kauwurzeln oder Kauartikel aus gepresster Rinderhaut. Wildschweinknochen solltest Du niemals füttern. Auch darüber könnte sich der Hund mit dem Aujeszky-Virus infizieren.

Lies dazu auch: Dürfen Hunde Knochen fressen?

5. Selbstgekochtes Futter ist am besten für den Hund

Dies stimmt nur, wenn Du Dich im Vorfeld ausführlich mit dem Thema Hundeernährung befasst hast und weißt, welche Zusammensetzung für den Hund eine vollwertige und gesunde Mahlzeit ausmacht. Der bereits oben erwähnte andere Nährstoffbedarf des Hundes ist der Grund, weshalb eine Zusammensetzung „nach Gefühl“ in den seltensten Fällen wirklich richtig und gesund ist.

Wenn Du Dich jedoch ausreichend belesen oder beraten lassen hast, kann selbst zubereitetes Futter Deinen Hund wunderbar ausgewogen und abwechslungsreich ernähren.

Extratipp: Diese Hunderassen sollten spezielles Futter bekommen

6. Fertigfutter enthält oft verdorbene Reste von toten Tieren

Die Herstellung von Tierfutter unterliegt in Deutschland extrem strengen Vorschriften. Sämtliches für Tierfutter verwendetes Fleisch entspricht deshalb hohen Standards. Tatsächlich sind es die gleichen Standards, die auch für Fleisch angelegt werden, das für den menschlichen Verzehr gedacht ist. Hierbei werden jedoch nicht Rinderfiletstücke, sondern eher Innereien oder weniger hochwertige Teile der Tiere verwendet, die der Mensch aus verschiedenen Gründen selbst nicht essen möchte.

7. Fertigfutter enthält Suchtstoffe

Selbstverständlich ist die Beigabe von abhängig machenden Stoffen ins Tierfutter in Deutschland absolut verboten. Dennoch meinen viele Hundebesitzer darin den Grund erkannt zu haben, dass ihr Tier ein Futter dauerhaft bevorzugt. Das hat allerdings oft ganz natürliche Gründe: So wie Menschen gewisse Nahrungsmittel mögen oder auch nicht, haben Hunde ebenfalls einen individuellen Geschmack. Er führt dazu, dass sie das eine oder andere Futter einfach lieber fressen.

8. Die auf Fertigfutter empfohlene Menge stimmt immer

Sowohl auf Trocken- als auch auf Nassfutter finden Hundebesitzer häufig Futtermengenempfehlungen, die von der Größe bzw. dem Gewicht des Hundes ausgehen. Dieser Wert kann jedoch immer nur ein grober Hinweis sein. Die tatsächlich benötigte Futtermenge hängt von vielen weiteren Faktoren wie Aktivität, Alter etc. ab. (Lies dazu auch unseren Artikel: Wie viel Futter braucht der Hund?) Die tatsächlich gegebene Menge sollte immer individuell auf Dein Tier abgestimmt sein.

9. Der Hund sollte immer zur exakt gleichen Zeit fressen

Für eine geregelte Verdauung des geliebten Schwänzchenwedlers kann eine feste Uhrzeit für die Futtergabe hilfreich sein. Blickt man jedoch einmal mehr auf die Ahnen unserer Haushunde, die Wölfe, wird klar, dass es aus ernährungsphysiologischer Sicht keinen Grund für die pünktliche Fütterung gibt. Denn Wölfe erlegen ihre Beute schließlich auch nicht immer zu einer festgelegten Zeit.

Wir wünschen Deinem Vierbeiner alles Liebe und immer einen guten Hunger! ♥


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