Durchfall beim Hund: Gründe und Tipps für schnelle Hilfe

Durchfall beim Hund ist nicht gerade angenehm. Wir nennen Dir die Ursachen und verraten, wie Dein Hund schon bald wieder mit dem Schwänzchen wedelt.

Durchfall Hund: Ursachen und Hilfe
Durchfall beim Hund wäre deutlich leichter, wenn der Wautz aufs stille Örtchen gehen könnte. ©K_Thalhofer/iStock

Es gibt vermutlich appetitlichere Themen als den (flüssigen) Stuhlgang unserer Lieblings-Vierbeiner. Doch Durchfall gehört zum Zusammenleben mit einem Hund unweigerlich dazu. Denn Hunde sind nicht nur süß und wuschelig, sondern auch Lebewesen mit allem, was dazu gehört – Dinge wie Blähungen und Durchfall sind da inklusive.

Damit Du nicht vollkommen überfordert bist, wenn Deine Fellschnauze plötzlich Probleme der flüssigeren Art bekommt, haben wir in diesem Ratgeber für Dich alle relevanten Informationen rund um den Durchfall beim Hund zusammengefasst. Hier erfährst Du die möglichen Symptome und Ursachen von Durchfall, wie Du dem Hund helfen kannst und ab wann da damit lieber einen Besuch beim Tierarzt einplanst.

Durchfall beim Hund: So kannst Du ihm helfen
Oft geht es dem Hund bei Durchfall auch insgesamt nicht gut. ©Yana Tikhonova/iStock

Symptome: Wie äußert sich Durchfall beim Hund?

Ähnlich wie bei uns Menschen bedeutet Durchfall beim Hund, dass der Magen oder auch Darm durcheinander geraten ist. Eines der eindeutigsten Symptome ist dabei die flüssige Konsistenz des Kots. Die Konsistenz kann dabei variieren, von fest über schmierig bis hin zu richtig flüssig. Doch das ist nicht das einzige Symptom.

Bestimmt hattest Du auch schon einmal Durchfall und kannst Dich noch an andere Begleiterscheinungen erinnern. Bei Hunden können diese genauso auftreten, nur dass diese ihre Leiden nicht so gut kommunizieren können. Ein wichtiges Merkmal ist bei Hunden neben dem formlosen Kot vor allem eine Wesensveränderung. Hängen Ohren und Schwanz des Hundes schlapp und lustlos herunter, anstatt freudig zu flattern und zu wedeln, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass es Deinem Hund nicht gut geht.

Zu den weiteren Symptomen bei Durchfall gehören unter anderem:

  • Bauschmerzen und Krämpfe
  • Abgeschlagenheit bis hin zu Apathie
  • fehlender Appetit (sogar bei „Staubsauger-Rassen“ wie Labrador oder Beagle)
  • zusätzliches Erbrechen
  • Blähungen
  • Blut/Schleim im Kot
  • Fieber
  • trockene und klebrige Maulschleimhäute
  • häufiges „Müssen“ oder sogar Inkontinenz

Wie gefährlich ist Durchfall beim Hund?

Akuter Durchfall ist an sich nicht gefährlich. Dennoch solltest Du Deinen Hund aufmerksam beobachten. Hält der Durchfall über einen längeren Zeitraum hinweg an, besteht die Gefahr, dass Dein Hund innerlich austrocknet. Bei Diarrhö, wie man den Durchfall auch nennt, verliert man sehr viel Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe.

Auch können der flüssige Kot und weitere Symptome ein Zeichen für eine schwerwiegendere Krankheit des Hundes sein. Deswegen darfst Du Durchfall bei Hunden nicht auf die leichte Schulter nehmen oder gar ignorieren. Suche im Zweifel immer der Tierarzt als zuverlässigen Ratgeber auf.

Dieser Hund mit Durchfall muss schon wieder
Länger als drei Tage sollte der Durchfall beim Hund nicht anhalten. ©Yana Tikhonova/iStock

Häufige Ursachen für Durchfall beim Hund

Hunde entwickeln aus verschiedenen Gründen Durchfall. Mal ist das Hundefutter schuld, mal etwas ganz anderes. Ja, sogar die Psyche kann dahinterstecken. Schau mal hier:

Ernährung

Hat Dein Hund Durchfall, kommt eine Vielzahl von Ursachen in Betracht. Eine häufige Ursache ist wie bei uns ein verdorbener Magen. Da viele Hunde für ihr Leben gern fressen (wir schauen zu Dir, Labrador!), kommt ihnen auch öfter etwas vor die Schnauze, was ihnen nicht so gut bekommt.

Dazu gehören beispielsweise Abfälle am Wegesrand oder der Rest vom Abendessen, der … ganz aus Versehen … unter dem Esstisch landet und dort im Hund verschwindet. Vor allem stark gewürztes Essen, Milchprodukte und andere Nahrungsmittel vertragen sie einfach nicht und der Bauch des Hundes spielt danach erst einmal verrückt. Aas, unreines und verdorbenes Futter können ebenfalls zu Durchfall führen.

Auch eine Futterumstellung kann eine Ursache sein. Hunde haben generell einen eher empfindlichen Magen. Umstellungen sollten daher am besten immer schonend und in kleinen Schritten erfolgen. Außerdem kann Dein Hund auch eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen bestimmte Bestandteile im Futter haben. Ein Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall das Beste. Er kann die Ursache finden und Dir Tipps geben, welches Hundefutter Du künftig füttern solltest.

Medikamente

Medikamente können die Darmflora gehörig durcheinander bringen. Besonders Antibiotika führen bei Menschen wie Hunden gleichermaßen oft zu Durchfall, denn sie greifen die Darmflora stark an. Muss Dein Hund ein Antibiotikum nehmen, kannst Du ihm Probiotika und Schonkost füttern und so durch diese Zeit helfen.

Krankheiten oder Parasitenbefall

Auch Krankheiten sind eine häufige Ursache für Durchfall. Das können akute Erkrankungen sein, wie etwa die Magen-Darm-Infektion. Ausgelöst wird diese Infektion oft durch Bakterien, Viren oder Parasiten. Besonders Giardien durch verunreinigtes Wasser kommen bei Hunden öfter vor, da die Fellnasen nun mal liebend gern in Pfützen und anderen wilden Gewässern herumschlabbern.

Doch auch ernstere und chronische Erkrankungen äußern sich oft mit Durchfall. Dazu gehören die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), bestimmte Autoimmunerkrankungen, hormonelle Erkrankungen wie Morbus Addison, eine Nieren- oder Leberschwäche, ein Mangel an Cobalamin und Folsäure und Organfehlfunktionen.

Sonstige Ursachen

Die meisten von uns kennen es bestimmt nur zu gut: Wir sind nervös, aufgeregt oder angespannt und unser Magen spielt verrückt. Als Folge kann es zu Durchfall kommen. Hunde erleben das sehr ähnlich, denn auch ihnen kann Stress – oder auch die Liebe – ganz schön auf den Magen schlagen.

Besondere Aufmerksamkeit solltest Du der Möglichkeit schenken, dass Dein Vierbeiner etwas Giftiges gefressen hat. Rattengift im Gebüsch, Schneckenkorn im Garten oder leider auch der gefürchtete Giftköder führen zunächst oft zu Durchfall. Umso wichtiger ist es, dass Du stets ein oder gleich zwei Augen darauf hast, was Dein Hund alles so verschlingt. So vermeidest Du solche Situationen und kannst dem Tierarzt im Notfall sofort erklären, was Dein Hund gegessen hat.

Durchfall beim Hund? Diese Tipps helfen
Wenn die Öhrchen wieder stehen, geht es meist langsam wieder bergauf. ©Yana Tikhonova/iStock

Wie lange dauert Durchfall beim Hund?

Spielt der Magen Deines Hundes verrückt, musst Du zunächst zwischen akutem oder chronischem Durchfall unterscheiden. Akut bedeutet meist, dass das Problem von einem Tag auf den anderen beim Hund aufritt. Akuter Durchfall sollte nach maximal drei Tagen vorbei sein.

Chronisch wird es dann, wenn Dein Hund häufiger und wiederkehrend Durchfall bekommt oder dieser nach drei Tagen nicht abklingen will. Das kann durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgelöst werden oder aber ein Hinweis auf eine ernstere Erkrankung sein. Auch wenn wir uns in diesem Ratgeber wiederholen: Gehe in diesem Fall unbedingt mit Deinem Hund zum Tierarzt.

Wann solltest Du damit zum Tierarzt gehen?

Wenn Dein Hund Durchfall bekommt, heißt es, ihn ganz genau zu beobachten und eine mögliche Ursache herauszufinden. Hat Dein Vierbeiner noch andere Beschwerden wie etwa heftiges Erbrechen, Bauchkrämpfe oder ist er unruhig oder lethargisch, ist der Besuch beim Tierarzt angebracht. Dasselbe gilt auch bei diesen Symptomen:

  • Blutiger Durchfall
  • Häufiger Durchfall
  • Hund will nichts fressen oder trinken
  • Mehr als 40 °C Fieber

Vertraue letztendlich Deinem Bauchgefühl. Du kennst Deinen Hund am besten. Gehe lieber einmal zu oft zum Tierarzt als einmal zu wenig. Selbst dann, wenn der Durchfall davon kommt, dass Bello mal wieder klammheimlich den Küchenschrank geplündert hat, kann Dir der Tierarzt wichtige Ernährungstipps zum Füttern geben und ihn auf eine Unverträglichkeit hin untersuchen.

Durchfall bei Welpen

Unbedingt zum Tierarzt gehen solltest Du, wenn Dein Welpe Durchfall bekommt. Denn zum einen ist bei Welpen die Gefahr besonders hoch, dass sie alles hinunterschlingen, was ihnen vor die Schnauze kommt. Wer weiß also schon so genau, was sich da alles im Magen von dem kleinen Wuschelkopf befindet? Zum anderen haben Welpen noch nicht genügend Reserven, die den Flüssigkeitsverlust im Körper ausgleichen könnten. Dasselbe gilt auch für alte Hunde, für die eine Dehydration gefährlich werden könnte.

Ein Hund mit Durchfall hat oft auch noch weitere Symptome
Behalte Deinen Hund gut im Blick, wenn es ihm nicht gut geht. So kannst Du schnell reagieren und ihm helfen. ©Yana Tikhonova/iStock
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Tipps gegen Durchfall beim Hund: Das kannst Du tun

Wird Dein Vierbeiner von akutem Durchfall heimgesucht und es scheinen sonst keine weiteren Beschwerden aufzutreten, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, wie Du ihm helfen kannst.

Für Hydration sorgen

Das Wichtigste, was der Hund jetzt braucht, ist Wasser. Überprüfe sorgfältig, ob er auch wirklich etwas trinkt und animiere ihn ansonsten dazu. Kontrolliere, ob der Hund genügend hydriert ist, indem Du seine Schleimhäute im Maul anschaust oder indem Du (sanft) eine Hautfalte hochziehst. Bildet die Falte sich nicht augenblicklich zurück, hat der Hund zu viel Wasser verloren und muss schleunigst etwas trinken.

24-Stunden-Diät

Den Hund wird es nicht freuen, aber eine gute Maßnahme bei akutem Durchfall ist eine Diät. Zwischen 12 und 24 Stunden solltest Du ihm kein Futter und nur Wasser geben, damit der Magen des Hundes sich erholen kann. Und so schwer es fällt: Das gilt auch für Leckerlis.

Schonkost

Natürlich braucht Dein Hund aber bald wieder Futter. Damit Magen und Darm in den ersten Tagen geschont werden, bietet sich hier vor allem Schonkost an. Eines der beliebtesten Rezepte besteht aus fettarmem Hühnerfleisch, sehr weich gekochtem Reis (ohne Salz), gekochten und pürierten Karotten und Quark oder Hüttenkäse.

Besonders Quark und Hüttenkäse eignen sich gut als Hundefutter gegen Durchfall, da diese positiv in die Darm-Flora eingreifen und schädliche Darmbakterien neutralisieren. Für einen 10 kg schweren Hund wie beispielsweise einen Maxi-Cockapoo benötigst Du etwa diese Menge:

  • 100 g Hähnchenfleisch
  • 200-300 g gekochter Reis
  • 150 g pürierte Karotten
  • 125 g Quark oder Hüttenkäse

Am besten fütterst Du Deinem Vierbeiner die Schonkost immer nur in kleinen Häppchen über den ganzen Tag verteilt. Alternativ kannst Du im Handel auch fertige Schonkost für Hunde kaufen.

Nahrungsergänzungsmittel

Durchfall bringt nicht nur den Flüssigkeitshaushalt durcheinander, sondern führt auch zu einem Verlust von wichtigen Nährstoffen und Mineralien. Diese kannst Du durch Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen, welche Du im Handel als Pulver, Leckerlis oder Tabletten bekommst.

Sonstige Hilfsmittel

Neben Schonkost und Ergänzungsmitteln gibt es auch homöopathische Mittel, die wohltuend wirken können. Dazu gehören beispielsweise Aktivkohle-Tabletten, welche Giftstoffe aus dem Darm des Hundes aufnehmen. Auch Heilerde soll Durchfall schneller beenden.

Hat Dein Hund Durchfall aufgrund bestimmter Medikamente, kannst Du mit Präbiotika und Probiotika dabei helfen, die Flora im Magen und Darm schnell wieder aufzubauen und zu stabilisieren.

Abgeschlagenheit oder gar Apathie gehören oft zum Durchfall beim Hund
Hunde zeigen auf ihre Art, wenn es ihnen nicht gut geht. Achte darauf. ©Monica Click/iStock
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Kann man Durchfall vorbeugen?

Durchfall lässt sich nicht verhindern. Auch Dein Hund wird früher oder später mal davon betroffen sein. Was Du jedoch tun kannst, ist, mit vorbeugenden Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Gefahr für Durchfall geringer wird.

Dies erreichst Du in erster Linie durch die Stärkung und Stabilisierung der Magen-Darm-Flora. Achte auch auf eine ausgewogene, gesunde und hochwertige Ernährung mit viel Vitaminen und Nährstoffen, indem Du ein gutes Futter gibst. Gönne Deinem Hund außerdem viel Bewegung. Und ganz wichtig: Bringe Deinem Hund möglichst früh bei, dass er beim Spazierengehen oder in der Küche keine Abfälle oder Müll frisst.

Sorge dann noch dafür, dass Dein Vierbeiner auch immer alle empfohlenen gesundheitlichen Checks und Untersuchungen bekommt und dass seine Entwurmung auf aktuellem Stand ist. So kannst Du schwerwiegendere Krankheiten wie beispielsweise Würmer beim Hund weitgehend ausschließen und verringerst die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Hund den berüchtigten Dünnpfiff bekommt. ♥