Was ist wirklich drin im Hundefutter?

Von Rohasche über Sojamehl bis Zellulose: Was bedeuten die Angaben auf der Futterverpackung eigentlich? Wir klären auf.

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1. Bäckerei-Erzeugnisse

Ist dieses Stichwort in der Zutatenliste aufgeführt, enthält das Futter Bestandteile von Kuchen, Brot oder auch Nudeln. Hier heißt es, genau hinzuschauen, weil in allen Produkten Zucker enthalten sein kann.

2. Dicalciumphosphat (E540)

Dieser Konservierungsstoff ist in der Nutztierhaltung verboten. Der schwerverdauliche Konservierungsstoff kommt vor allem in Tiermehl vor.

3. Digest

Diese Flüssigkeit sorgt dafür, dass sich das Futter biologisch betrachtet wie leicht vorverdaut verhält. Diese Flüssigkeit wird von tierischen Geweben durch chemische Hydrolyse hergestellt. 

4. EU-Zusatzstoffe

Das Wort "EU" soll Vertrauen stiften, jedoch können sich hinter dieser Angabe sämtliche in der Europäischen Union zugelassen Konservierungsstoffe verbergen. Diese verdeckte Bezeichnung wird daher besonders häufig genutzt, wenn die verwendeten Konservierungsstoffe im Verdacht stehen, gesundheitliche Schäden zu verursachen (hierzu zählen u. a. die Konservierungsstoffe BHA und BHT).

5. Fischmehl

Mit Fischmehl wird getrockneter, gemahlener Fisch bezeichnet. Es kann sich um ganze Fische, aber auch nur um Teile des Tieres handeln.

6. Fleisch

Ist keine spezielle Fleischsorte genannt, handelt es sich um eine Mischung aus Fleischsorten (meist Muskelfleisch) verschiedener Tiere.

7. Geschmacksrichtung

Um einem Futter eine Geschmacksrichtung geben zu können bzw. dieses so benennen zu dürfen, müssen mindestens vier Prozent des Futters aus dem Fleisch des genannten Tieres bestehen. Ist die Sorte also "Rind", müssen mindestens vier Prozent des Inhalts tatsächlich vom Rind stammen.

8. Konservierungsstoffe

Um Lebensmittel und auch Tierfutter haltbar zu machen, gibt es verschiedene physikalische Wege (Erhitzen, Trocknen, Vakuumieren oder Tiefkühlen). Reichen diese Verfahren nicht aus, werden Konservierungsstoffe zugefügt. Diese schalten Mikroorganismen aus und verhindern so, dass die Ware verdirbt. Vorsicht: Steht auf der Verpackung "Ohne künstliche Konservierungsstoffe" und es wird dann auf das Antioxidant "EWG-Zusatzstoffe" verwiesen, stecken auch dahinter oft die umstrittenen Zusätze BHA und BHT.

9. Tierische Nebenprodukte bzw. Nebenerzeugnisse

Tierische Nebenprodukten bzw. Nebenerzeugnisse sind nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt, und das aus gutem Grund: Hierzu gehören u. a. Haut, Hörner, Hufe, Federn, Hühnerköpfe und -füße, Wolle und Därme, überlagertes Fleisch, minderwertiges Fleisch und solchen von Tieren, die unter erheblichem Stress gelitten haben. Diese Beigaben sind in Tierfutter erlaubt, jedoch handelt es sich dabei um Schlachtabfälle, die als minderwertige Eiweißquellen angesehen werden müssen und bei denen Hormone oder Drüsensekrete enthalten sein können. Wollen Sie Ihrem Hund nur hochwertiges Futter geben, achten Sie auf den Hinweis "Ohne tierische Nebenerzeugnisse".

10. Rohasche

Mit "Rohasche" bezeichnet man den Teil des Futters, der zurückbleibt, wenn man es trocknet und dann bei 550°C verbrennt. Die Angabe der Rohasche gibt somit Aufschluss über die im Futter enthaltenen anorganischen Bestandteile, also beispielsweise Spurenelemente und Mineralien. Wichtig: Die angegebene Rohasche ist lediglich ein theoretischer Wert, der entstünde, würde man das Futter verbrennen. Tatsächlich landet keine Asche im Napf. Je geringer der Rohascheanteil im Futter ist, als desto hochwertiger ist es anzusehen.

11. Rohprotein

Mit "Rohprotein" werden alle Eiweißverbindungen im Futter bezeichnet. Eiweiß ist einerseits in Fleisch enthalten, aber auch in möglicherweise hinzugegebenen Stoffen wie Federn. Um zu wissen, ob das Eiweiß aus hochwertigen Quellen stammt, suchen Sie nach der Angabe "Lysin" bzw. "Methionin". Liegen diese Wert bei 1 bzw. 0,5 Prozent, können Sie davon ausgehen, dass das Eiweiß aus hochwertigen Quellen stammt. Fehlen diese Angaben, ist eher vom Gegenteil auszugehen.

12. Sojamehl

Sojamehl hat einen besonders hohen pflanzlichen Eiweißanteil, allerdings reagieren viele Tiere allergisch darauf, entwickeln Durchfall und Blähungen oder einen quälenden Juckreiz. 

13. Zellulose

Hiermit sind Abfallprodukte aus der Getreideverarbeitung gemeint. Diese unverdaulichen Zellwandbestandteile haben in der Ernährung nur die Funktion der Sättigung, weshalb Zelluloseflocken vor allem auch bei übergewichtigen Hunden als nicht dickmachendes Streckmittel eingesetzt werden.

14. Zusatzstoffe

Zusatzstoffe sind wie der Name sagt zugesetzte Stoffe. Dies können Vitamine genauso sein wie z. B. Spurenelemente, aber auch Stoffe, die für einen besseren Geschmack, ein appetitlicheres Aussehen oder eine bessere Haltbarkeit sorgen. Wurden Vitamine und Spurenelemente als Zusatzstoffe ergänzt, zeigt dies, dass in den ursprünglichen Zutaten nicht genügend der wichtigen Stoffe vorhanden war.