Was hilft gegen Zahnstein beim Hund?

Zahnstein beim Hund ist nicht nur ein Schönheitsproblem. Wird der Zahnbelag nicht behandelt, drohen ernsthafte Folgen. So schützt Du Deinen Hund.

Zahnstein beim Hund: Was hilft?
Zahnstein beim Hund sollte man ernst nehmen. ©Michael_Luenen/Pixabay

Zahnbelag verursacht zum Teil schmerzhafte Entzündungen des Zahnfleischs, Schäden am Zahnhalteapparat und den Zähnen. Wird der Zahnstein beim Tier nicht entfernt, gehen mit der Zeit die Zähne verloren.

Es ist daher wichtig, sich mit dem Thema Zahnsteinentfernung zu befassen. Wir haben alle Antworten, damit es Deinem Hund noch lange gut geht.

Warum hat Dein Hund Zahnstein?

Im Maul vom Hund befinden sich nicht nur Zähne und Zunge. Es tummeln sich dort auch zahlreiche Bakterien, die gemeinsam mit Futterresten Beläge (Plaque) bilden. Dieser Zahnbelag bildet die Grundlage für Zahnstein.

Aus dem Speichel im Maul fallen Mineralsalze (Kalziumphosphat) aus und verbinden sich mit den Zahnbelägen. Braune, harte, fest an den Zähnen anhaftende Massen entstehen: der Zahnstein.

Was fördert Zahnstein beim Hund? 

Zahnstein beim Hund lagert sich hauptsächlich an den Zähnen im Oberkiefer ab. Hunde mit Zahnfehlstellungen sind außerdem häufiger von Zahnstein betroffen als Hunde mit korrekter Zahnstellung.

Liegen die Zähne eng beisammen, oder ist durch eine zu kurze Schnauze der Zahnwinkel im Maul von Hunden verändert, funktioniert die Selbstreinigung des Gebisses dieser Hunde nicht mehr ausreichend. Speichel kann die Zähne dann nicht mehr vollständig umspülen und es lagern sich vermehrt Bakterienbeläge und Plaque beim Tier ab. 

Durch Kauen werden die Zähne von Hunden mechanisch gereinigt. Ist Dein Hund aufgrund einer zu kleinen Schnauze nicht in der Lage, Knochen oder Kauartikel wie z. B. Kauwurzeln zu zerkauen, werden die Beläge nicht von den Zähnen geschoben. Die Mundschleimhaut kleiner Hunderassen ist außerdem meist trockener als das Zahnfleisch großer Hunde. Da kleine Rassen mitunter häufiger hecheln, trocknet der Speichel, die Zähne werden nicht umspült und der Zahnstein beim Tier entwickelt sich stärker. 

Fütterung mit Nassfutter fördert ebenfalls die Bildung von Zahnstein. Ist im Futter Deines Hundes eine große Menge an Zucker oder Kohlenhydraten enthalten, können sich die Krankheitserreger in der Mundhöhle stärker vermehren. Es entstehen dann mehr Ablagerungen an den Zähnen und der Zahnstein wächst beim Hund schneller.

Lies dazu auch: Was ist wirklich drin im Hundefutter?

Wie kannst Du Zahnstein beim Hund vorbeugen? 

  1. Wichtig ist eine gute Zahnpflege. Nach der Fütterung kannst Du die Zähne Deines Hundes mit einer Zahnbürste und spezieller Zahncreme für Hunde reinigen. Die Futterreste werden so entfernt, die Anzahl der Bakterien wird verringert. 
  2. Fruchtsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe im Futter verringern durch die Änderung des pH-Wertes im Speichel die Ablagerung von Zahnbelag und das Ausfallen von Kalziumphosphat. Gib also hin und wieder Obst oder auch Gemüse zum Futter, wenn Dein Hund es annimmt. Das ist ein besonders einfacher Schritt zu mehr Zahnpflege.
  3. Trage nach der Zahnpflege Zahnwachs auf die Zähne auf. Die Krankheitserreger und Plaque können sich auf der glatten Zahnoberfläche dann nicht sofort wieder anheften. 
  4. Gib Deinem Hund als Belohnung Futter (Kaustreifen) oder andere Kauartikel (die 15 besten Kauartikel für Deinen Hund findest Du hier), die durch Enzyme Zahnbelag auflösen und die Zahngesundheit des Hundes fördern.

Warum ist Zahnstein beim Hund gefährlich? 

Die Zahnbeläge befinden sich nicht nur an der sichtbaren Oberfläche des Zahnes – sie schieben sich am Zahnhals entlang zwischen das Zahnfleisch und das Dentin des Zahnes. Die Bakterien verursachen dort eine Entzündung des Zahnfleischs, die Schleimhaut quillt auf, ist gerötet und schmerzhaft.

Wandern weitere Keime in die Zahnfleischtaschen ein, bilden sich eitrige Entzündungen. Der Ablauf ist dann oft dieser:

  1. Die Entzündung breitet sich dann u. U. sogar entlang der Zahnwurzel aus
  2. Die Fasern des Zahnhalteapparates werden geschädigt und lösen sich auf.
  3. Bei fortschreitender Entzündung wird die Zahnwurzel angegriffen und beginnt sich zu zersetzen.
  4. Die Zähne werden schließlich locker und fallen aus.

Regelmäßige Zahnpflege ist somit wichtig.

Was sind Symptome von Zahnstein beim Hund? 

Neben den Verfärbungen an den Zähnen macht sich Zahnstein auch noch durch andere Hinweise bemerkbar:

  • Die Bakterien verursachen Entzündungen der gesamten Mundschleimhaut.
  • Der Atem des Hundes riecht faulig, übler Mundgeruch beim Hund entsteht. 
  • Das Zahnfleisch zieht sich außerdem immer weiter zurück.

Greift die Entzündung auch auf den Kieferknochen über, wird dieser abgebaut, eine Parodonitits mit irreversibler Schädigung des Kieferknochens entsteht. 

Was hilft gegen Zahnstein beim Hund? 

Hat sich einmal harter Zahnstein gebildet, ist es schwierig, diesen wieder von den Zähnen zu lösen, ohne den darunter liegenden Zahn zu beschädigen. Zahnsprays und Tinkturen mit Enzymen und Ölen unterstützen bei der Zahnsteinentfernung, indem sie den Zahnstein auflösen. 

Natürliche Kauartikel fördern die Entfernung der Zahnbeläge beim Kauen. Setze lieber auf diese. Sog. Dentalknochen enthalten nämlich oft Getreide und Zucker. Sie unterstützen die Vermehrung der Bakterien und sind nicht für eine gute Zahnhygiene geeignet. 

Für kleine Hunderassen kann ein spezielles, an die Größe des Gebisses angepasstes Dentalspielzeug verwendet werden. Dieses Spielzeug ist weicher als Knochen und wird auch von sehr kleinen Hunden gern angenommen. Probiere verschiedene Produkte aus. Irgendeines wird Deinem Hund sicher gefallen.

Regelmäßige Zahnpflege, also z. B. die Reinigung mit einer Zahnbürste fördert die Selbstreinigungskraft des Gebisses. Haben sich bereits zu viele Ablagerungen gebildet, muss der Zahnstein allerdings unter Narkose von einem Tierarzt mit Ultraschall entfernt werden. Während der Zahnsteinentfernung werden meist auch kranke Zähne entfernt und Zahnfleischtaschen und Entzündungen behandelt. 

Solltest Du Zahnstein beim Hund selber entfernen?

Kontrolliere die Zähne Deines Hundes in regelmäßigen Abständen. Sobald Du braune Ablagerungen entdeckst, könntest Du diese mit einem Zahnhaken auch vorsichtig selbst entfernen. Du musst dafür nicht zwingend einen Tierarzt aufsuchen. (Wir raten jedoch dazu.) Machst Du es selbst, achte unbedingt darauf, die Zahnsubstanz nicht zu zerkratzen und versiegele die Zähne anschließend mit Zahnwachs oder Fluorlack. Ist das Zahnfleisch bereits stark entzündet, sollte zwingend eine Kontrolle durch einen Tierarzt stattfinden. 

Wie kannst Du Zahnstein beim Hund entfernen? 

Trage mit einem Tuch Mikrobakterien und Enzyme auf die Zähne auf. Ist der Zahnstein dadurch weicher geworden, kannst Du ihn mit einem Zahnhaken abtragen. Pflegende Gele kannst Du auftragen und mit einer Hundezahnbürste einreiben. Nach mehrmaliger Anwendung ist der Zahnstein meist weich genug, um mechanisch entfernt zu werden. 

Da all diese Prozeduren bei einem wachen Hund allerdings schwer durchzuführen sind, raten wir auch hier noch einmal dazu, lieber auf die Prophylaxe zu setzen. Wir raten außerdem, die Behandlung durch einen Tierarzt durchführen zu lassen.

Wie oft solltest Du Zahnstein bei Deinem Hund entfernen?

Am besten ist es, die Zähne vorbeugend zu reinigen. Das spart unnötige Beschwerden beim Tier und auch Kosten beim Tierarzt. Entfernst Du bereits den Zahnbelag, kann sich kein harter Zahnstein bilden.

Sind allerdings braune, harte Auflagerungen vorhanden, solltest Du nicht mit der Zahnsteinentfernung warten. Je stärker der komplette Zahn mit den harten Massen überzogen ist, umso schwerer wird die Entfernung bzw. umso höher sind die Kosten beim Tierarzt.

Wir wünschen Deinem Hund alles Gute und ein starkes, gesundes Gebiss! ♥