Chow-Chow: Knuddelbär … äh, Hund mit blauer Zunge

Der Chow-Chow ist vor allem als Hund mit blauer Zunge bekannt. Doch in den felligen Kerlchen steckt noch mehr. Das solltest Du über den Wuschelberg wissen.

Chow-Chow
Guck mal: Da sitzt zweimal Fell im Gras. ©Kurt Pas/iStock

Es gibt Hunde, die fallen durch ein einziges besonderes Merkmal auf. Und dann gibt es den Chow-Chow. Die Rasse aus China hat gleich Dutzende besondere Merkmale. Der Chow hat eine Löwenmähne, ein überaus flauschiges Fell, ein Teddybären-Gesicht, eine blaue Zunge und einen kleinen Dickschädel. Such Dir aus, was Du am süßesten findest!

Damit Du den Hund besser kennenlernen kannst, stellen wir Dir den Chow-Chow in diesem Rasseporträt vor. Hier erfährst Du alles über sein Aussehen, seinen Charakter, seine Geschichte und seine optimale Haltung und Pflege.

Wie sieht ein Chow-Chow aus?

Mit welcher Besonderheit soll man beim Chow-Chow bloß anfangen? Nehmen wir zunächst seine Statur. Der Hund hat einen kräftigen und kompakten Körper, der an einen Mini-Löwen erinnert. Der Oberkörper ist eher kurz. Die Beine sind stämmig mit runden Pfoten. Wie bei den Hunderassen der Spitze üblich, ist die Rute über den Rücken eingerollt.

Der Chow Chow
Der Chow-Chow ist ein echter Knuddelbär. ©tk_photo/iStock

Das Fell

Ebenfalls sehr löwenhaft ist das Fell der Hunde. Es ist in zwei Varianten zulässig:

  1. kurzhaarig oder
  2. langhaarig.

Chow-Chows mit kurzem Fell sind heutzutage eher selten. Hunde mit langem Haarkleid haben üblicherweise eine markante Mähne um den Halsbereich. Das Fell ist glatt und abstehend, weshalb die Chow-Chows im Chinesischen übersetzt auch „aufgeplusterter Löwenhund“ genannt werden. Andere Namen sind übrigens Bärenhund, Schwarze Zunge, Chow Chow oder einfach nur Chow.

Nach dem Rassestandard kann das Fell zahlreiche verschiedene Farben haben wie

  • Schwarz,
  • Rot,
  • rehfarben,
  • zimtfarben,
  • Weiß,
  • Creme.

Es muss dabei aber immer einfarbig sein. Nur leichte Schattierungen sind erlaubt.

Die Zunge

Das wohl auffälligste Merkmal der Chow-Chows ist schließlich ihre bläuliche Zunge. Auch Gaumen und Lefzen der Hunde sind meistens bläulich eingefärbt. Für dieses Phänomen gibt es bis heute keine wissenschaftliche Erklärung. Es gibt allerdings eine mythische, die uns besonders gut gefällt: Als das Weltall erschaffen wurde, sind blaue Stückchen vom Nachthimmel auf die Erde gebröckelt. Der Chow-Chow hat das gemacht, was alle Hunde der Welt zu jeder Zeit der Geschichte gemacht hätten: Er hat die Himmelsbrocken aufgeschleckt. Mahlzeit!

Ein stehender Chow-Chow
Groß ist der Chow-Chow nicht. Aber unheimlich flauschig! ©vauvau/iStock
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Wie groß ist ein Chow-Chow?

Der Chow gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden erreichen eine durchschnittliche Widerristhöhe zwischen 48 und 56 cm. Hündinnen werden durchschnittlich zwischen 46 und 51 cm groß.

Wie schwer ist ein Chow-Chow?

Das Gewicht der Hunde kann je nach Körperstatur variieren. Rüden wiegen durchschnittlich zwischen 18 und 41 kg, Hündinnen zwischen 16 und 39 kg.

Wie alt wird ein Chow-Chow?

Ähnlich wie viele andere Hunderassen erreicht der Chow ein durchschnittliches Alter zwischen 11 und 13 Jahren. Bei guter Gesundheit und Pflege können einige Hunde sogar 14 Jahre alt oder noch älter werden.

Chow-Chow mit blauer Zunge
Entweder hat dieser Hund Heidelbeeren gegessen oder er ist ein Chow-Chow. ©Iurii/iStock

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Chow-Chow?

In China werden die Hunde gern „aufgeplusterte Löwen“ genannt. Und so benehmen sie sich auch. Der Charakter des Chows ist geprägt von Selbstbewusstsein, Sturheit, Eigensinn und Unbestechlichkeit. Der Wille zu gefallen, wie ihn etwa ein Labrador Retriever oder ein Deutscher Schäferhund mitbringt, ist bei den Hunden kaum vorhanden.

Ihrem Herrchen oder Frauchen sind die Hunde (bei artgerechter Erziehung und Haltung) dennoch treu ergeben. Viel mehr sollte man vom Chow allerdings nicht erwarten.

Wie einige andere Hunderassen suchen sich die Chows meistens nur eine einzige Person aus, die sie als „Chef“ oder „Chefin“ anerkennen. Alle anderen Mitglieder der Familie werden vom Chow anschließend entweder respektiert oder ignoriert.

Der Chow-Chow eignet sich wegen seiner Wachsamkeit gut als Wachhund. Fremden Menschen und Tieren begegnet er in der Regel reserviert bis misstrauisch. Dabei haben die Hunde einen ausgeprägten territorialen Schutzinstinkt. Dringt jemand in ihr Revier ein, können die kleinen Löwen ziemlich empfindlich reagieren. Eine frühe intensive Sozialisierung und entsprechende Erziehung der Hunde sind hier also ungemein wichtig, damit der Chow nicht als Wadenbeißer bekannt wird.

Ihre Reizschwelle beim Jagdinstinkt ist sehr niedrig. Den Hund auf nicht eingezäunten Grundstücken von der Leine zu lassen, gilt daher als risikoreich.

Wird der Chow-Chow jedoch von Beginn an gut erzogen und schon beim Züchter sozialisiert und auch artgerecht gehalten, erweist sich der Hund als ein loyaler, gelassener und liebevoller Begleiter.

Ein liegender Chow-Chow
Schön, stolz und unfassbar eigensinnig ist der Chow. ©Kurt Pas/iStock
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Die Geschichte des Chow-Chows

Vielleicht hat der Chow-Chow sein unabhängiges und selbstbewusstes Verhalten von seinen Vorfahren geerbt. Die Hunderasse gilt als altertümliche Rasse. Dies bedeutet, dass sie sich genetisch stark von anderen Hunderassen abgrenzt. In ihrem Genpool finden sich deutlich mehr Gen-Anteile des Grauwolfs als bei den meisten anderen Hunderassen. Es wird deshalb vermutet, dass die Rasse von Züchtern oder auch ganz natürlich jahrhundertelang kaum mit anderen Rassen vermischt wurde und ihre ursprüngliche „Wildheit“ deswegen immer noch so ausgeprägt ist.

Das Alter der Rasse wird auf zwischen 2.000 und 3.000 Jahre geschätzt. Anders als etwa der Shih Tzu und andere Hunderassen aus China führte der Chow-Chow anfangs keineswegs ein kaiserliches Luxusleben. Der Chow galt als Hund des Volkes und wurde als unbestechlicher und aufmerksamer Wachhund geschätzt. Andere Aufgaben waren etwa das Ziehen von Schlitten oder die Unterstützung bei der Jagd.

Später wurde der Chow-Chow immer mehr zu einem Luxussymbol. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Chow zum ersten Mal nach Europa, avancierte zum Lieblingshund der britischen Königin Victoria und wurde 1894 vom britischen Kennel Club als Rasse anerkannt.

In den letzten Jahrzehnten ist der Chow-Chow aufgrund seines teddybärigen und knuddeligen Aussehens besonders als Modehund beliebt geworden. Und den muss man sich erst einmal leisten können: Der Chow gehört zu den teuersten Hunderassen der Welt. Viele kleine und große Berühmtheiten wie Sigmund Freud, Elvis Presley, Janet Jackson oder Walt Disney besaßen einen Chow-Chow. Ob diese Entwicklung dem stolzen „Hund des Volkes“ wohl gefallen hat?

Ein sitzender Chow-Chow
Unsere Vermutung: Dieser Chow sitzt nicht deshalb dort, weil man es ihm gesagt hat, sondern einfach, weil er das gerade so möchte. ©lisaknapen/iStock

Chow-Chow: Die richtige Haltung und Erziehung

Aufgrund seines Wesens und Charakters wird deutlich: Der Chow ist keineswegs ein Anfängerhund. Obwohl die Rasse eine Zeitlang als Modehund Stars und Sternchen begeisterte, ist er im Grunde ein richtiges Arbeitstier, das viel Erziehung und Beschäftigung erfordert. Du benötigst für den Chow viel Zeit, Geduld und vor allem Erfahrung.

Der sture, unabhängige und aufmerksame Charakter des Chows erfordert, dass Du von Beginn an extrem viel Wert auf eine entsprechende Erziehung legst. Du musst dem Welpen und auch dem erwachsenen Hund streng, aber ebenso liebevoll klarmachen, wer in Eurem kleinen Rudel der Chef ist.

Konsequenz und Unnachgiebigkeit sind unabdingbar in der Erziehung. Gibst Du einmal nach, weil das Wollknäuel Dich mit seinen schmachtenden Augen zum Schmelzen bringt, zweifelt der Hund womöglich schon an Deiner Fähigkeit als Oberhaupt. Auch eine frühe Sozialisierung ist maßgeblich wichtig, damit der Hund lernt, mit anderen Geschöpfen wie auch mit Hunden friedlich umzugehen.

Wegen des kaum vorhandenen Willens zu gefallen ist die Erziehung des Chows grundsätzlich ein Kraftakt. Nicht, weil der Hund etwa dumm ist – und vermeintlich sogar zu den dümmsten Hunderassen der Welt gehört – sondern weil der Chow einfach nicht einsieht, warum er dieses und jenes machen soll. Freiheit und Unabhängigkeit finden nicht nur Menschen toll. Sie sind offenbar auch für Hunde etwas Schönes.

Welche Pflege braucht der Chow-Chow?

Das üppige Löwenfell des Chows erfordert relativ viel Pflege. Du solltest das Fell mehrmals in der Woche gründlich durchbürsten. Insbesondere die charakteristische Löwenmähne neigt schnell zum Verfilzen und sollte daher am besten sogar täglich gebürstet werden. Zu einer optimalen Pflege gehört bei Deinem Chow außerdem, regelmäßig die Hautfalten zu untersuchen. Dort können sich Parasiten wie Milben, Flöhe oder Zecken einnisten oder Entzündungen entstehen.

Chow-Chow-Welpen
Das Gesicht eines Welpen ist beim Chow-Chow besonders knuffig. ©Ivan Marjanovic/iStock
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Welche typischen Krankheiten hat der Chow-Chow?

Die Beliebtheit des Chows besonders in China und im asiatischen Raum hat in vielen Fällen zu unkontrollierten Vermehrungen durch unseriöse Züchter geführt. Rücksicht auf die Gesundheit der Hunde wurde dabei kaum genommen. In Deutschland ist die Zucht zum Glück reguliert und wird kontrolliert. Typische erblich bedingte Krankheiten, die bei Welpen auftreten können, sind unter anderem:

  • Neigung zu Hautekzemen
  • Einstülpungen der Augenlider (Entropium)
  • Dysplasien der Hüfte und Ellenbogen
  • Grüner und Grauer Star
  • Erkrankungen des Knochenmarks und Lymphome

Was kostet ein Chow-Chow?

Du traust Dir die Erziehung eines Chows zu? Du hast Erfahrung in der Haltung und Pflege von anspruchsvollen Hunden? Dann musst Du für einen Welpen zunächst tief in die Tasche greifen. Zwischen 2.000 und 8.000 Euro können die bärigen Löwenhunde bei einem seriösen Züchter kosten.

Die hohen Preise des Chow-Chows lassen auch den Schwarzmarkt boomen und die Kassen der Züchter klingeln, was jedoch für viele Hunde gesundheitlich ein Fiasko ist. Such Dir auf keinen Fall einen Welpen bei unseriösen Züchtern aus dem Ausland oder aus dem Internet aus!

Schau lieber im Tierheim oder bei Hilfsorganisationen nach, ob nicht ein brummiger Chow-Chow ein neues Zuhause sucht. Bedenke allerdings, dass vor allem ausgewachsene Hunde, die bereits einen gefestigten Charakter haben, teils schwer zu führen sind und sehr viel Geduld und Aufmerksamkeit benötigen. Dann ist sicherlich der Besuch einer Hundeschule sinnvoll.

Deine Geduld wird aber belohnt werden, wenn Dich Dein Chow nach der Eingewöhnungszeit mit seiner blauen Nachthimmel-Zunge dankbar abschlabbert. ♥