Spaziergang mit Katze: ja oder nein?

Sie wollen Ihrem Stubentiger regelmäßig kontrollierten Auslauf verschaffen. Aber kann ein Spaziergang an der Leine überhaupt funktionieren? Und vor allem: Will ihn die Katze überhaupt? Wir klären auf.

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Vor allem Besitzer einer Wohnungskatze stehen vor der Frage, ob ihr Mietzchen nicht etwas vermisst. Schließlich hat sie nur einen sehr begrenzten Raum zu erkunden, während Freigänger große Gebiete durchstreifen und nach Herzenslust jagen, klettern und herumtollen. Eine Alternative wäre ein gemeinsamer Spaziergang an der Leine. Aber kann das wirklich klappen? Wir verraten, worauf es beim Leinenspaziergang wirklich ankommt und was Sie dringend vermeiden sollten.

1. Die richtige Vorbereitung

Eine Katze ist kein Hund und wird sich auch nie wie einer verhalten. Während Hunde ihr Herrchen oder Frauchen regelrecht verehren und treu an der Leine laufen, sind Katzen kleine Abenteurer, die sich nicht so einfach erziehen lassen. 

Sicherheit ist daher oberstes Gebot. Verwenden Sie keinesfalls nur ein Halsband. Katzen können sich aus diesem leicht herauswinden. Kaufen Sie stattdessen ein Geschirr oder eine Katzenjacke. Beide Varianten sind bequem und schränken ihren Liebling nicht zu sehr ein.

Haben Sie Leine und Geschirr besorgt, geht es daran, Ihren störrischen Fellball daran zu gewöhnen. Am einfachsten haben Sie es bei jungen Katzen. Ältere Katzen reagieren oft misstrauisch. Ob jung oder alt: Zeigen Sie ihrer Katze die Leine und das Geschirr, lassen sie sie beschnuppern und reden Sie ihr gut zu. Anschließend können Sie einmal versuchen, das Geschirr anzulegen. Wehrt Ihr Stubentiger sich, versuchen Sie es später oder am nächsten Tag noch einmal. Ihr Liebling sollte die Leine keinesfalls mit etwas Schlechtem oder Zwang verbinden oder Angst vor ihr haben.

Bevor Sie das erste Mal rausgehen, ist auch medizinische Vorsorge wichtig. Lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, ob Ihre Katze ausreichend geimpft ist. Außerdem ist ein regelmäßiges Entwurmen ratsam, wenn Sie Ihren kleinen Rabauken die eine oder andere Maus verspeisen lassen. 

2. Wie sollten Sie spazieren gehen?

Ganz wichtig: Es ist immer die Katze, die führt, nicht sie. Ihre Samtpfote soll sich beim Spaziergang ausleben können und auf Entdeckungsreise gehen dürfen. Folgen Sie ihr also und lassen Sie sie dahin gehen, wohin sie möchte.

Sie können ihren Stubentiger nach Herzenslust herumtollen, springen oder ein wenig Gras knabbern lassen. Sogar jagen ist möglich – dabei sollten sie sich allerdings völlig still verhalten, sonst könnte es sein, dass bald der Haussegen schief hängt, wenn sie ihrem kleinen Raubtier jedes Mal die Tour vermasseln. 

Vermeiden Sie es, die Katze unkontrolliert klettern zu lassen. Äste und Zweige können schnell zur Todesfalle werden, wenn die Leine sich darin verheddert. Auch bei dichtem Gestrüpp oder Büschen sollten Sie vorsichtig sein.

Essenziell ist außerdem ein Rückzugsort für die Katze. Gefahren wie Autos oder auch Hunde oder andere Katzen sind nicht zu unterschätzen und können ihren Liebling erschrecken. Für diesen Fall sollten Sie immer einen Tragekorb oder eine Tragetasche mitnehmen.

3. Wo sollten Sie spazieren gehen?

Natürlich bietet sich als Ort für Ihren Ausflug zunächst die Nachbarschaft an. Prüfen Sie jedoch, ob diese wirklich geeignet ist. Wohnen Sie zum Beispiel an einer stark befahrenen Straße, ist das womöglich keine gute Idee. Auch Hunde sollten Sie meiden und beliebte Routen von Gassi-Gängern daher besser umgehen.

Eine Wiese oder ein Park, der ruhig und nicht von Hunden überlaufen ist, eignet sich gut. Auch Büsche oder Bäume sollte es zumindest nicht im Übermaß geben, damit die Leine nicht ständig hängenbleibt.

4. Sollten Sie überhaupt spazieren gehen?

Beim Spazierengehen sollte immer das Wohl Ihres Haustiers im Vordergrund stehen. Ist Ihre Katze eher ein schüchterner und ängstlicher Typ, kann es sein, dass sie gar kein Bedürfnis hat, nach draußen zu gehen. So unverständlich es uns auch erscheinen mag, die Wohnung ist in diesem Fall ihr Revier, in dem sie sich wohl und sicher fühlt.

Eine selbstbewusste und neugierige Katze kann hingegen reichlich Spaß an Spaziergängen haben. Ist dies so, kann es gut sein, dass sie die Ausflüge künftig energisch einfordert. Sie sollten sich darauf einstellen, dann mit ihrem Liebling u. U. ähnlich viel Aufwand wie mit einem Hund zu haben.

Überlegen Sie also genau, welche Zeit Sie künftig dafür aufwenden können und wollen. Denn hat Ihre Wohnungskatze erst einmal Gefallen am Auslauf gefunden, wird es schwer, ihr diesen künftig wieder zu versagen.