Kannst Du Deiner Katze das Jagen abgewöhnen?

„Die Katze lässt das Mausen nicht.“ Stimmt das? Wir erklären, ob Du der Katze das Jagen abgewöhnen kannst und was Du dabei lassen solltest.

Kann man der Katze das Jagen abgewöhnen?
Kann man einer Katze das Jagen abgewöhnen? ©zsv3207/iStock

Wenn Du einen Freigänger zu Hause hast, kennst Du das genau: Lag er eben noch friedlich im Gras, springt er bei einer Bewegung oder einem Geräusch plötzlich auf, schleicht sich an und wenig später hast Du ein mehr oder weniger erfreuliches Geschenk (nämlich beispielsweise eine halbtote Maus) vor den Füßen liegen.

Wir verraten, ob das wirklich so sein muss.

1. Darum jagen Katzen

Katzen haben als Raubtiere einen natürlichen Jagdtrieb. Und der ist auch dann noch da, wenn Du Deinen Liebling regelmäßig mit Futter versorgst. Deine Katze jagt also nicht, weil sie hungrig ist, sondern weil sie ihren natürlichen Instinkten nachgeht.

Denen folgt sie übrigens auch, wenn sie Dir die Beute vor die Füße legt: Damit möchte sie Dich wie ein junges Kätzchen ebenfalls zum Jagen animieren.

2. Wann wird das Jagen problematisch?

An sich ist das Jagen der Freigänger somit ganz natürlich. Allerdings kann es dennoch zu Problemen führen: Je nachdem, wo Du wohnst, nisten womöglich Vögel in der Nähe. Vor allem Jungvögel sind Katzen fast schutzlos ausgeliefert. Handelt es sich hierbei um geschützte oder bedrohte Arten, ist das besonders schmerzhaft für die Natur.

Das hängt auch damit zusammen, dass Katzen mittlerweile sehr beliebte Haustiere geworden und dementsprechend zahlreich sind, während früher nur Wildkatzen die Vogelbestände natürlich reguliert haben. Vor allem in Wohnsiedlungen können Katzen den heimischen Vögeln also durchaus gefährlich werden.

Hinzu kommen verwilderte Hauskatzen, welche die selten gewordenen Wildkatzen bedrohen, da beide Arten um das gleiche Futter wetteifern. Ganz unproblematisch ist das natürliche Jagdverhalten also nicht.

Das Jagen ist übrigens auch noch in einem ganz anderen Bereich äußerst unangenehm: Beißt die Katze in Füße, steckt ebenfalls der Jagdtrieb dahinter. Was Du in einem solchen Fall tun kannst, liest Du hier: Katze beißt in Füße – Ursachen und Abhilfe.

3. So solltest Du das Jagen NICHT abgewöhnen

Solltest Du Deiner Katze also das Jagen abgewöhnen? Vergiss nicht, dass der Instinkt ein Teil Deines Lieblings ist, den Du ihm nicht so einfach abgewöhnen kannst. Ähnlich wie das Herunterwerfen von Dingen gehört die Jagd genauso zum Instinktverhalten. Wenn überhaupt, solltest Du das Thema also sehr gefühlvoll angehen.

Ein einfacher Tipp, der oft genannt wird, ist ein Halsband mit Glöckchen für den Stubentiger. Das Klingeln warnt jeden Vogel schon von Weitem. Allerdings hat das böse Folgen für Deine Samtpfote, die durch das ständige Bimmeln in den feinen Ohren regelrecht verrückt werden kann. Außerdem besteht bei Halsbändern immer Verletzungs- oder sogar Strangulierungsgefahr!

Auch andere Abschreckmethoden solltest Du lassen: Die Katze mit Krach bei der Jagd zu stören oder sie sogar mit einer Wasserpistole zu bespritzen, schädigt nur Dein Verhältnis zu Deinem Tier. Da Dein Liebling einem natürlichen Trieb folgt, wird er ohnehin nicht verstehen, was er falsch gemacht hat.

4. Das kannst Du gegen das Jagen tun

Willst Du vor allem Brutvögel und ihre Nester schützen, kannst Du Dich an den Nist-Zeiten orientieren und Deine Katze zumindest eine Zeit lang (Mai bis Juni) nur unter Aufsicht oder insgesamt weniger nach draußen lassen. Das ist zwar nicht ganz einfach für Deinen Liebling, schützt aber die gefährdeten Jungvögel.

Während dieser Zeit solltest Du Deinem Schatz das Leben dafür drinnen umso unterhaltsamer gestalten, indem Du fleißig mit ihm spielst. Gemeinsame Aktivitäten oder interessante Spielzeuge fördern nicht nur die Beziehung, sondern regen auch die grauen Zellen Deines kleinen Fellballs an. So powerst Du ihn so sehr aus, dass ihm danach glatt die Lust aufs Jagen vergeht.

Spielzeugtipps haben wir in unserem Artikel „Top 4: Die besten Spielzeuge für Katzen“ gesammelt.

Eine Sterilisierung oder Kastration kann auch hilfreich sein. Oft wird der Jagdtrieb dadurch reduziert. Bei Freigängern ist die Kastration ein absolutes Muss. Nur so kannst Du verhindern, dass Dein Streuner mit anderen Katzen – vielleicht sogar Wildkatzen – anbandelt und Du bald auf noch mehr jagdlustigen Nachwuchs schaust.

Zu guter Letzt kannst Du ußerdem Bäume, auf denen Vögel nisten, mit Manschetten oder speziellen Abwehr-Gürteln präparieren. Diese sehen martialisch aus, sind aber völlig ungefährlich, wenn Du Dich an die Montageanleitung hältst. Deine Katze kann dann nicht mehr so leicht hinaufklettern und die Jungvögel sind in Sicherheit. ♥

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