Können Sie Ihrer Katze das Jagen abgewöhnen?

„Die Katze lässt das Mausen nicht" ... Stimmt das eigentlich wirklich? Wir erklären, ob Sie Ihrer Katze das Jagen abgewöhnen können und was Sie unbedingt vermeiden sollten.

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Wenn Sie einen Freigänger zu Hause haben, kennen Sie das genau: Lag er eben noch friedlich im Gras, springt er bei einer Bewegung oder einem Geräusch plötzlich auf, schleicht sich an und wenig später haben sie ein mehr oder weniger erfreuliches Geschenk vor den Füßen liegen. Wir verraten, ob das wirklich so sein muss.

1. Darum jagen Katzen

Katzen haben als Raubtiere einen natürlichen Jagdtrieb. Und der ist auch dann noch da, wenn Sie Ihren Liebling regelmäßig mit Futter versorgen. Ihre Katze jagt also nicht, weil sie hungrig ist, sondern weil Sie ihren natürlichen Instinkten nachgeht. Denen folgt sie übrigens auch, wenn sie Ihnen die Beute vor die Füße legt: Damit möchte sie Sie wie ein junges Kätzchen ebenfalls zum Jagen animieren.

2. Wann wird das Jagen problematisch?

An sich ist das Jagen der Freigänger somit ganz natürlich. Allerdings kann es dennoch zu Problemen führen: Je nachdem, wo Sie wohnen, nisten womöglich Vögel in der Nähe. Vor allem Jungvögel sind Katzen fast schutzlos ausgeliefert. Handelt es sich hierbei um geschützte oder bedrohte Arten, ist das besonders schmerzhaft für die Natur.

Das hängt auch damit zusammen, dass Katzen mittlerweile sehr beliebte Haustiere geworden und dementsprechend zahlreich sind, während früher nur Wildkatzen die Vogelbestände natürlich reguliert haben. Vor allem in Wohnsiedlungen können Katzen den heimischen Vögeln also durchaus gefährlich werden.

Hinzu kommen verwilderte Hauskatzen, die die selten gewordenen Wildkatzen bedrohen, da die Arten um das gleiche Futter wetteifern. Ganz unproblematisch ist das natürliche Jagdverhalten also nicht.

3. So sollten Sie das Jagen NICHT abgewöhnen

Sollten Sie Ihrer Katze also das Jagen abgewöhnen? Vergessen Sie nicht, dass der Instinkt ein Teil Ihres Lieblings ist, den Sie ihm nicht so einfach abgewöhnen können. Wenn überhaupt, sollten Sie das Thema also sehr gefühlvoll angehen.

Ein einfacher Tipp, der oft genannt wird, ist ein Halsband mit Glöckchen für den Stubentiger. Das Klingeln warnt jeden Vogel schon von Weitem. Allerdings hat das böse Folgen für Ihre Samtpfote, die durch das ständige Bimmeln in den feinen Ohren regelrecht verrückt werden kann. Außerdem besteht bei Halsbändern immer Verletzungs- oder sogar Strangulierungsgefahr.

Auch andere Abschreckmethoden sollten Sie lassen: Die Katze mit Krach bei der Jagd zu stören oder sie sogar mit einer Wasserpistole zu bespritzen, schädigt nur Ihr Verhältnis zu Ihrem Tier. Da Ihr Liebling einem natürlichen Trieb folgt, wird er ohnehin nicht verstehen, was er falsch gemacht hat.

4. Das können Sie gegen das Jagen tun

Wollen Sie vor allem Brutvögel und ihre Nester schützen, können Sie sich an den Nist-Zeiten orientieren und Ihre Katze zumindest eine Zeit lang (Mai bis Juni) nur unter Aufsicht oder insgesamt weniger nach draußen lassen. Das ist zwar nicht ganz einfach für Ihren Liebling, schützt aber die gefährdeten Jungvögel.

Während dieser Zeit sollten Sie Ihrem Schatz das Leben dafür drinnen umso unterhaltsamer gestalten, indem Sie fleißig mit ihm spielen. Gemeinsame Aktivitäten oder interessante Spielzeuge fördern nicht nur die Beziehung, sondern regen auch die grauen Zellen Ihres kleinen Fellballs an. So powern Sie ihn so sehr aus, dass ihm danach glatt die Lust aufs Jagen vergeht. Spielzeugtipps haben wir in unserem Artikel "Top 4: Die besten Spielzeuge für Katzen" gesammelt.

Sterilisierung oder Kastration kann auch hilfreich sein. Oft wird der Jagdtrieb dadurch reduziert und Sie können verhindern, dass Ihr Streuner mit anderen Katzen - vielleicht sogar Wildkatzen - anbandelt und Sie bald auf noch mehr jagdlustigen Nachwuchs hinabblicken.

Zu guter Letzt können Sie außerdem Bäume, auf denen Vögel nisten, mit Manschetten oder speziellen Abwehr-Gürteln präparieren. Diese sehen martialisch aus, sind aber völlig ungefährlich, wenn Sie sich an die Montageanleitung halten. Ihr kleiner Frechdachs kann dann nicht mehr so leicht hinaufklettern und die Jungvögel sind in Sicherheit.