10 Futter-Fakten: Was stimmt? Was nicht?

Darf ich meiner Katze immer das gleiche Futter geben? Muss ich ignorieren, wenn sie um mehr bettelt? Wir klären für sie die 10 größten Mythen zum Thema Katzenfutter auf und zeigen, wie es richtig geht.

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1. Katzen wissen, wann sie genug haben

Wie beim Menschen sind auch bei Ihrer Samtpfote Appetit und Sättigungsgefühl nicht unfehlbar. Stellen Sie einen Napf bereit, wird sich Ihr Stubentiger auch dann noch bedienen, wenn er eigentlich längst voll ist - nicht umsonst ist mittlerweile jede zweite Katze in Deutschland übergewichtig.

Vor allem bei reinen Hauskatzen kommt hinzu, dass sie sich viel weniger bewegen als Freigänger. Sie müssen trotzdem keine festen Fresszeiten festlegen, sollten aber den Napf Ihres Lieblings nur so lange nachfüllen, bis eine bestimmte Tagesration erreicht ist. Hat Ihre Katze schon zu viele Pfunde auf den Rippen, haben wir hier einige Tipps gesammelt: 10 Tipps - So wird Ihre Katze wieder schlank.

2. Katzen sind reine Fleischfresser

Natürlich lieben unsere kleinen Stubentiger Fleisch, ausschließlich sollten Sie aber nicht darauf setzen. Genauso wie wir unser Steak nur schlecht ohne Beilagen genießen können, freut sich Miezi auch über ein wenig Abwechslung. Eine nur auf Fleisch basierende Ernährung kann sogar zu Mangelerscheinungen führen, da oft wichtige Nährstoffe wie Eiweiß oder Fett fehlen. Mit Fertigfutter können Sie kaum etwas falsch machen, da hier auf eine ausgewogene Zusammenstellung geachtet wird.

3. Katzen bauen über Futter eine Beziehung auf

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, und wie viele Katzenbesitzer sehen Sie sich selbst als menschlichen Dosenöffner. 

Ganz so extrem ist es dann aber doch nicht, denn Katzen definieren ihre sozialen Beziehungen überhaupt nicht über das Futter. Füttern Sie Ihren Liebling also nicht ständig, wenn Sie ihm zeigen wollen, dass Sie ihn gern haben, sondern nutzen Sie Streicheleinheiten und gemeinsame Aktivitäten. Auch wenn unsere Samtpfoten uns um die Beine schnurren, wird das leider oft als Betteln um Futter missverstanden und Ihr Stubentiger gewöhnt es sich dadurch erst an.

4. Katzenfutter muss abwechslungsreich sein

Heute Fisch, morgen Fleisch? Sie müssen sich keine Gedanken machen, wenn Ihre Katze nicht täglich ein anderes Menü serviert bekommt. Auch in der Natur frisst eine Katze schließlich, was ihr so zwischen die Krallen kommt. Achten Sie deshalb einfach darauf, ein hochwertiges Allgemeinfutter zu kaufen, das alle wichtigen Nährstoffe mitbringt.

Zu viel Abwechslung kann sogar zum Problem werden: Wechseln Sie ständig das Futter, ziehen Sie ihren Stubentiger zu einer regelrechten Meckerliese heran, die ständig etwas Neues braucht. Außerdem kann häufiger Futterwechsel zu Durchfall oder Magenproblemen führen, weil Ihr Liebling sich nicht so schnell umstellen kann.

5. Selbstgemachtes ist am besten

Das stimmt in diesem Fall so nicht. Natürlich ist es schön, wenn Sie Ihrem Liebling täglich eine Mahlzeit zubereiten. Es ist aber vor allem eine echte Herausforderung.

Sie müssen sich ausführlich damit befassen, welche Nährstoffe Ihr Stubentiger jeden Tag in welcher Menge benötigt. Ein Stück Fleisch reicht leider nicht, um den Bedarf an Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Vitaminen abzudecken. Bei Fertigfutter haben Sie den Vorteil, dass das Abgepackte bereits perfekt auf unsere felligen Begleiter abgestimmt wurde.

6. Essensreste vom Tisch sind in Ordnung

Bleibt mal etwas vom Braten oder ein Stück Fischfilet übrig, darf sich Miezi in vielen Haushalten über einen kleinen Leckerbissen freuen. Aber ist das wirklich gesund?

Gegen einen kleinen Happen ist nichts einzuwenden, allerdings sollten Sie Ihre Samtpfote keinesfalls nur so ernähern. Denn für Ihre Katze sind nicht genügend Nährstoffe vorhanden, sodass es zu einer Mangelernährung kommen kann. Außerdem sind die Reste oft viel zu stark gewürzt. In unserem Artikel zum Thema klären wir, welche Lebensmittel für Katzen sogar giftig sind.

7. Rohes ist immer besser

Natürlich fressen Katzen in der Natur auch rohes Fleisch. Trotzdem sollten Sie es nicht immer ohne Weiteres füttern: Unbehandeltes Fleisch kann schnell Parasiten, Bakterien oder gefährliche Salmonellen enthalten. Deshalb sollten Sie es vorher gut überprüfen und vor allem bei kränklichen und immunschwachen Tieren eher davon absehen. Rohes Schweinefleisch sollte jedoch immer tabu sein. Hier verraten wir, warum.

Auch rohe Innereien sind oft eine besondere Leckerei für unsere Lieblinge. Hier gilt aber auch: Nur in Maßen. Vor allem Leber kann schnell zu einem Vitamin-A-Überschuss führen, der Lähmungen, Gelenk- oder Knochenverformungen hervorrufen kann.

8. Fertigfutter macht süchtig

Viele Menschen fragen sich, ob die Industrie sich nicht den einen oder anderen Trick beim Katzenfutter erlaubt, um die Tiere an eine bestimmte Marke zu "binden". In Deutschland ist dies jedoch streng verboten und wird entsprechend bestraft.

Sie können also auch weiterhin Fertigfutter kaufen, ohne sich über eventuell schädliche Suchtstoffe Gedanken machen zu müssen. Unsere Samtpfoten haben einfach von Natur aus Futterpräferenzen und erklären ein bestimmtes Produkt deshalb ganz von alleine zu ihrem Lieblingsgericht.

9. Katzen brauchen Milch

Dass Katzen am liebsten Milch trinken ist ein in zahlreichen Filmen und Büchern propagierter Irrtum. Tatsächlich brauchen unsere Stubentiger nur als Kätzchen Milch, später fehlt ihnen das Enzym, um die weiße Flüssigkeit zu verdauen. Sie sind also laktoseintolerant und bekommen im schlimmsten Fall Durchfall von der Milch. Mehr dazu erfahren Sie hier: Dürfen Katzen Milch trinken?

Deshalb sollten Sie Ihrem Liebling unbedingt nur laktosefreie Katzenmilch geben. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht zum Wasserersatz wird, sonst hat Ihr Stubentiger schnell ein paar Pfündchen mehr auf den Rippen. 

10. Katzenfutter ist Fleischabfall

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Katzen- oder Hundefutter aus den Überresten der Fleischindustrie hergestellt wird. Das legt auch den Verdacht nahe, dass nur minderwertiges oder sogar verdorbenes Fleisch ins Futter kommt.

Das stimmt so nicht: Bei Katzenfutter gilt die strenge Vorschrift, dass das verwendete Fleisch auch für den Menschen genießbar sein müsste. Das Futter wird also keineswegs aus Abfällen hergestellt. Es werden stattdessen besondere Teile und Innereien verarbeitet, die wir nicht gern zu uns nehmen, unsere vierbeinigen Freunde dafür aber umso mehr.