Rollige Katze: Das kannst Du für Deine Katze tun

Deine rollige Katze möchte für die Fortpflanzung ihrer Art sorgen und … verhält sich seltsam. So kannst Du ihr in dieser Zeit helfen.

Rollige Katze
Rolligkeit ist kein Spaß für die Katze. ©iagodina/iStock

Es ist ein seltsames Wort für die Bereitschaft eines Tieres, sich zu paaren: Rolligkeit. Dennoch beschreibt es recht gut, welches für uns oft seltsame Verhalten die weibliche Katze plötzlich an den Tag legt: Sie wälzt und rollt sich am Boden, stößt ungewohnte Laute aus und scheint unausgeglichen und unzufrieden.

Hilf Deinem Fellknäuel, diese Zeit gut hinter sich zu bringen. Noch besser: Hilf Deiner Katze, diese stressige Zeit zu vermeiden, wenn Katzennachwuchs nicht geplant oder erwünscht ist.

Rolligkeit bei Katzen: Was heißt das eigentlich?

Das Bild der „läufigen Hündin“ ist in unserer Alltagssprache jedem bekannt. Was unter einer „rolligen Katze“ verstanden wird, wissen nur wenige. Gemeint ist bei beiden Begriffspaaren dasselbe: Das weibliche Tier wird von seinen Hormonen und seinem Instinkt zu einem bestimmten Verhalten getrieben. Das dient dazu, potenzielle Geschlechtspartner auf sich aufmerksam zu machen.

Die rollige Katze signalisiert, dass in ihrem Körper Eizellen reifen, die befruchtet werden sollen. Damit wird von der Natur die Erhaltung der Art garantiert.

Der Begriff selbst kommt von jenem Verhalten, das am meisten ins Auge sticht: Deine Katze rollt sich auffällig oft, manchmal stundenlang, auf dem Rücken hin und her. Dazu kommt ein eigentümliches, manchmal klägliches Geschrei, das Du sonst nicht von ihr kennst.

Die Katze ist rollig
Während der Rolligkeit haben sämtliche Hormone im Katzenkörper nur ein Ziel: die Fortpflanzung. ©Ingus Kruklitis/iStock

Wann wird die Katze das erste Mal rollig?

Bei Eintritt der Geschlechtsreife kannst Du dieses Verhalten das erste Mal beobachten. Wann genau es so weit ist, kannst Du nicht vorhersehen. Es liegt aber bei den meisten Katzen zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat. Nur eine vorzeitige Kastration könnte dies theoretisch verhindern.

Doch nicht allein das Alter entscheidet, wann Deine Katze in die Pubertät kommt und rollig wird. Auch die Rasse ist ausschlaggebend: Manche Katzenrassen sind früher fortpflanzungsfähig als andere.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Lichtverhältnisse: Erst dann, wenn es mindestens die Hälfte des Tages über hell ist, kommt es zur Rolligkeit. Aus diesem Grund werden Katzen auf der Nordhalbkugel der Erde zwischen September und März im Normalfall nicht rollig.

Viertens ist der Beginn der Geschlechtsreife abhängig vom Gewicht des weiblichen Tieres. Abgemagerte Katzen unter 2,5 kg kommen selten in eine Rolligkeit: Die Natur verhindert so, dass solche Tiere zusätzlich auch noch für ihren Nachwuchs sorgen müssen.

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Wie oft ist die Katze rollig?

Bevor Katzen in menschliche Obhut und Pflege kamen und mit optimalem Futter und Schutz versorgt wurden, kam es höchstens zweimal im Jahr zu einer Rolligkeit. Das Säugen der Jungen verhinderte hormonell das Reifen neuer Eizellen und somit eine erneute, zu früh eintretende Schwangerschaft.

Bei vielen Katzen in menschlicher Pflege ist dies auch heutzutage noch so. Allerdings ist das nicht mehr die Regel. Bei manchen Katzen kann eine Rolligkeit direkt der anderen folgen. Das geht dann oft so lange, bis das Tageslicht so abnimmt, dass die Hormonproduktion nicht mehr für die Reifung neuer Eizellen ausreicht.

Die Zeit der Paarungsbereitschaft besteht aus mehreren Phasen, von denen jedoch nur eine zu einer Schwangerschaft führt. Beobachte Deine rollige Katze genau, wenn Du dies verhindern willst. Sorge dann dafür, dass sie in der „gefährlichen“ Zeit keinen Kontakt zu einem Kater hat.

Rolligkeit: Eine rollige Katze will raus
Behalte Deine Katze während der Läufigkeit unbedingt im Haus. Kater sind schneller, als Du gucken kannst! ©ablokhin/iStock

Dauer: Wie lange ist die Katze rollig?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Phasen des Zyklus bei Katzen verstehen. Bevor die Rolligkeit einsetzt, kommt es zur sogenannten Vorbrunst. Diese dauert nur einen oder zwei Tage.

1. Vorbrunst

Durch das länger einwirkende Sonnenlicht ab März reifen mehrere Eizellen in den Eierstöcken der Katze. Sie zeigt dies, indem sie immer öfter ihr Hinterteil hebt, an Gegenständen oder Menschen reibt und mit dem Schwanz wedelt. Manche Katzen markieren in dieser ersten Phase sogar Wohnungsgegenstände. Das ist ein Verhalten, das man sonst nur von einem Kater kennt.

2. Brunst

An die Vorbrunst schließt die Brunst an, die in der Fachsprache Östrus genannt wird. Nun kann Deine Fellnase drei bis 16 Tage lang aufnahmebereit sein. Bis zu zwölf Eizellen können befruchtet werden. Der Eisprung passiert jedoch nicht automatisch, sondern wird durch den Deckungsakt ausgelöst. Interessant ist hier, dass die Katze sich mit mehreren Katern paaren kann und so die entstehenden Jungen eines Wurfs mehrere Väter haben können. Bei einer Befruchtung endet die Rolligkeit abrupt.

3. Zwischenbrunst

Kommt es zu keiner Deckung, beginnt die Zwischenbrunst, auch Interöstrus genannt. Es handelt sich um eine drei- bis vierzehntägige Phase, in der der Hormonspiegel sinkt, der Organismus der Katze ein wenig zur Ruhe kommt und sich auf den nächsten Zyklus vorbereiten kann.

4. Ruhephase

Im Idealfall für Dein Tier und Dich kommt es zu keiner erneuten Empfängnisbereitschaft, sondern zum Anöstrus, einer Ruhephase. Diese dauert von einem bis zu mehreren Monaten, wieder abhängig von der Jahreszeit und der Lichteinwirkung auf die Hormondrüsen.

Insgesamt dauert die Rolligkeit bei Katzen also ungefähr eine Woche bis einen Monat lang.

Verhalten: Wie verhält sich eine rollige Katze?

Je nachdem, in welcher Phase ihres Zyklus sie sich befindet, verhält sich Deine Katze mehr oder weniger auffällig. Wenn die Katze rollig ist, zeigt sie meist ein recht typisches Verhalten. Eine rollige Katze:

  • markiert,
  • äußert seltsame Laute,
  • ist unruhig und wirkt angespannt,
  • rollt und wälzt sich auf dem Rücken hin und her,
  • sucht nach Wegen ins Freie,
  • leckt an ihren äußeren Geschlechtsorganen,
  • reibt ihren ganzen Körper an Gegenständen (Ziel: Duftstoffe absetzen),
  • frisst weniger,
  • zeigt Paarungswilligkeit durch Hochrecken des Hinterteils und Abknicken des Schwanzes.
Rollige Katzen sind besonders verschmust
Viele rollige Katzen sind besonders verschmust. ©kulkann/iStock

Anzeichen der Rolligkeit bei Katzen erkennen

Wenn Dein Kitten etwa sechs Monate alt ist, solltest Du anfangen, es genau zu beobachten. Das rollige Kätzchen wird sehr viel anschmiegsamer. Es kuschelt sich öfter an Dich und reibt sich an allen möglichen Gegenständen in der Wohnung. Dies macht es, um Pheromone abzusetzen und einen Kater damit anzulocken. Wenn es beginnt, sich auf dem Boden zu rollen, ist die Situation klar: Die erste Rolligkeit mit der Vorbrunst hat begonnen.

Jetzt musst Du die Entscheidung treffen, ob Du Dich für eine Kastration entscheidest, bevor es zu einer Schwangerschaft kommt. Natürlich kannst Du Dein Tier unter bestimmten Voraussetzungen auch einmal trächtig werden lassen. Lass Dich in beiden Fällen am besten von Deinem Tierarzt mit fachkundigen Tipps beraten. Er kann Dir sagen, ob es sinnvoll ist, Deine Katze zu kastrieren.

Falls beides nicht zutrifft (weder geplante Schwangerschaft, noch geplante Kastration), musst Du sehr gut aufpassen, dass Deine Katze nicht aus der Wohnung entweicht, wenn sich die ersten Anzeichen der Rolligkeit zeigen. Nachbars Kater wartet sicher schon an der nächsten Ecke, denn die Duft- und Lockstoffe sind über weite Strecken riechbar!

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Rolligkeit bei Katzen lindern: Das kannst Du tun

Am wichtigsten ist, jeden Kontakt zu einem Kater zu verhindern. Dazu gehört die räumliche Trennung, falls Du eine größere Katzenfamilie hast, aber auch das Verhindern von Sichtkontakt. Balkon oder Terrasse sind in dieser Zeit tabu. Ebenso kannst Du die Vorhänge oder Jalousien schließen. Damit reduzierst Du die Helligkeit und somit den Drang des Katzenkörpers, rollig zu werden bzw. zu bleiben.

Wenn Du ein Fan der Homöopathie bist, lass Dich in dieser Hinsicht beraten. Pflege und beruhige rollige Tiere mit Tropfen oder Globuli. Auch Bachblütenmischungen wie Notfalltropfen wirken bei der Pflege mancher Katzen im rolligen Zustand positiv, berichten einige Halter. Die tatsächliche Wirkung ist aber nicht belegt.

Verdampfer von Pheromonen, die elektrisch beruhigende Duftstoffe in der Wohnung verteilen, sollen ablenkend wirken. Manche Stubentiger sind ganz verrückt nach Katzenminze und lassen sich gut einige Zeit damit von ihrem Zustand ablenken.  Auch hier hat sicherlich Dein Tierarzt nützliche Tipps für Dich.

Eine verschmuste, rollige Katze
„Hach ja, genau da!“ ♥ ©Kseniia Soloveva/iStock

Rollige Katze nachts beruhigen: So geht’s

Nachts kannst Du Deine rollige Katze mit einem Wärmekissen verwöhnen, auf das sie sich legen kann. Dies kannst Du in der Mikrowelle wärmen und ins Katzenbett legen. Zusätzlich kannst Du die verschiedenen Tipps unter dem vorherigen Punkt Rolligkeit bei Katzen lindern ausprobieren.

Nicht jede Methode wirkt bei der Pflege einer Katze, die gerade stark rollig ist. Probiere einfach mehrere Dinge aus. Wenn es für Dein Tier und Dich zu stressig wird, weil es die ganze Nacht schreit, ist wahrscheinlich die Kastration der Katze die vernünftigste Lösung. Ohne gründliche Beratung durch Deinen Tierarzt solltest Du Deine Katze dort jedoch nicht kastrieren lassen.

Was ist Dauerrolligkeit?

Wir haben oben die verschiedenen Phasen der Rolligkeit beschrieben. Wenn Deine Katze die vierte Zyklusphase, den Anöstrus oder die Zeit der Ruhe überspringt und sofort wieder in die erste Phase übergeht, kommt es zu einer Dauerrolligkeit. Das ist eine sehr anstrengende Zeit für den Körper Deiner Katze. Ihr Organismus produziert ohne Unterlass Östrogene, was zu einer hohen Belastung führt.

Ein anderes, aber ähnliches Phänomen tritt auf, wenn sich keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter der Katze einnisten konnte, der Körper der Katze jedoch ein schwangerschaftserhaltendes Hormon produziert. Dann kann es zu einer Scheinträchtigkeit kommen. Die Tätigkeit der Milchdrüsen wird angekurbelt und die Katze zeigt alle Anzeichen einer werdenden Mutter.

Lies dazu auch: Ist die Katze schwanger? Das sind die Anzeichen

Rolligkeit bei Katzen
Nicht aufgepasst oder geplant? 😉 Diese Katze ist kugelrund und ziemlich schwanger. ©Andrey Zhuravlev/iStock

Ist Dauerrolligkeit ein Problem?

Generell sind nur Wohnungskatzen von einer Dauerrolligkeit betroffen. Tierärzte sehen den Grund darin, dass sie dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Natur nicht so ausgesetzt sind wie Freigänger oder wild lebende Katzen.

Natürlich belastet Dauerrolligkeit die Katze, denn der konstant hohe Hormonspiegel lässt keine Ruhephase zu. Das Tier wirkt nie entspannt und nimmt mit der Zeit sichtbar ab. Lebt Deine Katze nicht allein, sondern mit anderen Katzen zusammen, entstehen häufig innerhalb der Gruppe Spannungen.

Viele Katzen markieren zudem oder entwickeln sogar Zysten an den Eierstöcken. Ihre Geschlechtsorgane werden anfälliger für Tumore.

Was hilft gegen Dauerrolligkeit?

Du solltest Dein Tier bei Dauerrolligkeit zum Tierarzt bringen. Er kann die Rolligkeit hormonell beenden (Spritzen oder Pille). Allerdings sind Hormongaben aufgrund der Nebenwirkungen keine Dauerlösung.

Diverse im Internet beworbene Ergänzungsfuttermittel für die rollige Katze helfen bei der Pflege nicht! Als Leckerli verwendet, lenken sie höchstens kurze Zeit ab.

Ist eine Kastration sinnvoll?

Lass Dich zum Thema Kastration beraten. Diese ist in den meisten Fällen insgesamt weniger belastend und zielführender. Dein Tierarzt kann Dir sagen, wann es sinnvoll ist, die Katze kastrieren zu lassen. Mehr Information zum Thema Kastration findest Du hier.

Wir wünschen Dir und Deiner Katze alles Gute! ♥


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