So beeindruckend sind die 7 Sinne Ihrer Katze

Sie nehmen jeden kleinen Lufthauch wahr, hören auch das leiseste Rascheln und finden sich bei Dunkelheit bestens zurecht. Lesen Sie hier alles über die Sinneswahrnehmung der Jäger der Nacht.

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1. Gehör

Unsere Miezen haben ein exzellentes Gehör. Mit einem Frequenzbereich von 60 kHz übertreffen sie nicht nur uns Menschen, sondern auch Hunde. Vor allem mittlere und hohe Frequenzen können Katzen sehr gut wahrnehmen und hören somit jedes noch so leise Mäusefiepen oder Rascheln im Gebüsch. Sogar die genaue Ortung der Geräuschquelle ist möglich, ohne sie überhaupt sehen zu können. Dabei helfen zahlreiche Muskeln in den schalltrichterförmigen Ohren der Katze, sodass jedes Ohr sich unabhängig voneinander in fast jede Richtung drehen lässt. Auf diese Weise bekommen die Samtpfoten auch bei Dunkelheit ein detailliertes, dreidimensionales Bild ihrer Umgebung. 

2. Gleichgewichtssinn

Im Innenohr Ihrer Katze versteckt sich noch ein weiteres Extra: der Vestibularapparat. Er ist für das Gleichgewicht zuständig und wird durch das viele Klettern und Springen besonders gut trainiert. Er vermittelt den Katzen in allen Situationen zuverlässig, wo oben und unten ist. Durch den speziellen Körperbau der Miezen, wie zum Beispiel ihren Schwanz, schaffen sie es, bei jeder Gratwanderung in Balance zu bleiben, und landen nach einem Sprung oder Fall sicher auf ihren vier Pfoten. 

3. Sehsinn

Bei Helligkeit verengt sich die Pupille der Katze zu einem schmalen Schlitz. Wirklich scharf sehen kann sie dann nur in Entfernungen zwischen zwei und sechs Metern, und auch die Farbsicht ist nicht weit entwickelt. Katzen nehmen vor allem Blau- und Grüntöne war, rot kann jedoch nicht von gelb unterschieden werden.

Die wirklichen Stärken des Sehens entwickeln Miezen bei Dunkelheit. Jetzt weitet sich die Pupille und nimmt dabei bis zu 90 Prozent der Augenfläche ein. So kann besonders viel Licht auf die Netzhaut fallen. Ein weiteres Extra: das „Tapetum lucidum“, eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut. Sie wirft das einfallende Licht zurück und lässt es auf diese Art ein zweites Mal die Netzhaut passieren, sodass Katzen auch bei scheinbarer Dunkelheit noch gut sehen können.

Auch ihr Blickfeld ist größer als das des Menschen: Durch die Lage im Gesicht kann die Katze 120 Grad räumlich sehen und in diesem Bereich Entfernungen gut abschätzen. Außerhalb dieses Winkels kann sie zu beiden Seiten weitere 80 Grad zweidimensional sehen und Bewegungen von Beutetieren oder Feinden erkennen. 

4. Geruchssinn

Wer so gut hören und sehen kann, ist auf den Geruchssinn nicht weiter angewiesen. Ihre kleine Nase nutzen Katzen deshalb vor allem für die Kommunikation unter Artgenossen. In Kombination mit dem sogenannten Jacob’schen Organ, dessen Öffnung sich am Gaumen der Katze befindet, können die Miezen chemische Substanzen auswerten und so Geschlecht oder auch den Hormonstatus anderer Artgenossen erfahren. 

Katzen sind zwar keine Spürnasen, riechen aber dennoch dreimal besser als wir Menschen und nutzen das Riechen auch zum Prüfen ihrer Nahrung.

5. Geschmackssinn

Der Geschmackssinn wird vor allem zum Erkennen der tierischen Aminosäure im Fleisch genutzt. Die Samtpfoten können zwar salzig, bitter und sauer unterscheiden, jedoch schmecken sie nicht süß. Mit insgesamt etwa 9000 Geschmacksknospen ist der Mensch hier  gegenüber der Katze mit knapp 500 Geschmacksknospen im Vorteil.

6. Tastsinn

Schnurrhaare verhelfen Katzen zu einem einzigartigen Tastsinn. Die langen, steifen Tasthaare findet man nicht nur um den Mund herum, sondern auch über den Augen, am Kinn und an der Rückseite der Vorderbeine. Sie sind besonders tief in der Haut verankert und besitzen an den Haarwurzeln zahlreiche Nerven. Selbst kleinste Berührungsreize werden dadurch auch bei vollkommener Dunkelheit wahrgenommen. Schon ein Luftwirbel kann die Miezen vor Gefahren warnen oder ihnen bei der Orientierung und der Jagd helfen. 

7. Orientierungssinn

Ein Geheimnis ihrer beeindruckenden Sinne haben uns die Katzen noch nicht verraten. Zum ausgezeichneten Orientierungssinn der Samtpfoten gibt es zahlreiche Theorien, von denen bis jetzt keine als bewiesen gilt. Orientieren sie sich am Magnetfeld der Erde, am Sonnenstand oder mit Hilfe ihrer audiovisuellen Wahrnehmung an dem Zusammenspiel von Gesehenem und Geräuschen? Bisher bleibt es ein Rätsel, wie die Miezen über weite Strecken jedes Mal den richtigen Weg nach Hause finden.