Der Hund frisst nicht! Was tun? – Gründe und Tipps

Hunde lieben ihr Futter abgöttisch! Frisst Dein Hund plötzlich nicht mehr, ist die Sorge groß. Das sind die Gründe und das kannst Du tun!

Der Hund frisst nicht
Nanu? Das Öhrchen funktioniert noch, aber der Appetit nicht? ©Eva Blanco/iStock
• Es gibt viele Gründe dafür, dass der Hund nicht frisst.
• Nicht alle Gründe sind harmlos.
• In einigen Fällen solltest Du zum Tierarzt gehen, in anderen kannst Du Deinem Wauz auch selbst helfen.

Ob Leckerli, die Leckerei im Napf oder das Abendessen auf Deinem Teller: Hunde lieben Fressen normalerweise abgöttisch. Frisst Dein Hund plötzlich nichts mehr und lässt seinen Napf links liegen, ist die Sorge daher meist groß. Ist Dein Hund krank? Oder warum hat er plötzlich keinen Appetit mehr?

Genau hinschauen solltest Du, übermäßige Sorgen sind aber meist unnötig. Viele Ursachen sind ganz harmlos.

Warum Dein Hund nicht mehr frisst, was Du dagegen tun kannst und wann Du mit Deinem Schwänzchenwedler zum Tierarzt wackeln solltest, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Warum frisst der Hund nicht? 10 Gründe

Normalerweise „erinnern“ die meisten Hunde ihre Halter, wenn die Zeit für das große Fressen gekommen ist: Es wird gehüpft, gebellt, gewedelt und gesabbert. Fehlt dieser liebenswerte Futterzeitanzeiger und frisst Dein Hund plötzlich nicht mehr, fällt das natürlich auf.

Bevor Du Dir Deinen Vierbeiner schnappst und ihn schnurstracks zum Tierarzt bringst, haben wir die häufigsten zehn Gründe zusammengefasst, warum Dein Hund nicht mehr fressen könnte. Denn Appetitlosigkeit kann viele Ursachen haben.

Schmerzen

Akute Schmerzen können ein Grund sein, warum Dein Hund nicht mehr frisst. Besonders Wunden im Maul, in oder an den Zähnen oder im Magen-Darm-Bereich gehören hier zu den häufigen Ursachen, warum Hunde auch ihr liebstes Futter verschmähen.

Lies dazu auch: 7 Anzeichen, dass Dein Hund Schmerzen hat

Das kannst Du tun

Schaue Dir Deinen Hund genau an. Wirf einen Blick in sein Maul und taste seinen Bauch vorsichtig ab. Überprüfe auch, ob sich nicht an anderen Körperstellen Wunden befinden, etwa durch Brüche oder andere Verletzungen.

Offene Wunden, Entzündungen oder ein aufgeblähter Bauch sind Anzeichen, dass hier etwas nicht stimmt. Dazu können Symptome wie Zittern, Erbrechen, Durchfall, Unruhe und unglückliches Fiepen oder Jaulen kommen. Gehe in diesen Fällen am besten so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Krankheiten

Auch Krankheiten können dahinterstecken, wenn Dein Hund plötzlich unter Appetitlosigkeit leidet. Zu diesen Krankheiten beim Hund gehören:

  • Verdauungsstörungen durch Parasitenbefall wie Milben oder Würmer
  • Infektionen im Magen-Darm-Bereich
  • Erkrankungen der Organe oder Nieren
  • Tumore
  • Neurologische und Autoimmun-Erkrankungen
  • Verschluckte Fremdkörper
  • Vergiftungen
  • Unverträglichkeiten gegenüber Leckerlis oder Hundefutter

Das kannst Du tun

Da man solche Erkrankungen meist sofort erkennen kann, solltest Du neben der Appetitlosigkeit auch auf andere Symptome achten. Dazu gehören Durchfall, Erbrechen, Zittern, Unruhe, Trägheit und weitere Auffälligkeiten im Verhalten des Hundes. Merkst Du solche Symptome, gehe ebenfalls auf jeden Fall zum Tierarzt.

Ein Hund verweigert das Futter
„Danke, aber nein danke“, scheint dieser Golden Retriever zu denken. ©LightFieldStudios/iStock

Stress

Kein Hunger wegen Stress? Das kommt uns doch glatt bekannt vor. Auch wir Menschen neigen zur Appetitlosigkeit, wenn uns etwas stresst. Genauso kann es auch bei Hunden sein. Hört Dein Hund mit dem Fressen auf und Du findest keine Hinweise auf Schmerzen oder Krankheiten, überlege, was in den letzten Tagen evtl. los war:

  • Hat Dein Hund viel durchgemacht, eventuell auf einer Reise, bei einem Umzug oder einer ähnlichen großen Umstellung?
  • Gibt es vielleicht einen neuen tierischen oder menschlichen Mitbewohner in Eurer Familie?
  • Hat Dein Hund seinen besten Hundekumpel verloren oder hat ein Mensch den Haushalt verlassen?
  • Ist es in der Wohnung oder Umgebung lauter, weil eine neue Baustelle für Lärm sorgt oder der Nachbar umfassend saniert?

Auch äußere Einflüsse können eine Rolle spielen, wie etwa, wenn Dein Hund eher introvertiert und nervös ist und Ihr einen Trip mitten in die Großstadt gemacht habt. Ein weiteres gutes Beispiel ist Silvester: Der Lärm und der Rauch schlagen vielen Hunden direkt auf den Magen.

Lies dazu auch: 7 Mittel gegen Angst an Silvester für Deinen Hund

Das kannst Du tun

Am besten findest Du heraus, was genau Deinem Hund den Appetit verdorben hat. Versuche zukünftig am besten, solche Situationen zu vermeiden, sofern das möglich ist. Außerdem kannst Du mit Deinem Hund lernen, wie er mit stressigen Situationen besser umgehen kann. Darüber gibt es viele Ratgeber und auch ein Besuch in der Hundeschule oder die Betreuung durch einen Hundetrainer lohnt sich.

Alter

Ältere Hunde gehen es gern lieber gemütlich an. Es wird viel geschlafen, geruht und gedöst. Mit der abnehmenden Aktivität sinkt auch der Energiebedarf. Dein alter Hund hat womöglich einfach weniger Appetit. Gleichzeitig solltest Du gerade bei älteren Hunden genau aufpassen, wie viel sie futtern – oder eben nicht. Denn besonders im Alter sind Hunde anfälliger für Krankheiten und Unverträglichkeiten.

Lies dazu auch: 6 Tipps für Deinen Hund im Alter

Das kannst Du tun

Einige Hunde haben im Alter Schwierigkeiten, sich nach unten zum Futternapf zu beugen. Es gibt entsprechende Gestelle oder kleine Tische, die den Napf erhöhen und so das Fressen erleichtern. Teile die Fütterung außerdem in mehrere kleinere Portionen auf. So schonst Du den Magen Deines bestimmt schon ganz grauschnutigen Hundes.

Zahnwechsel

Wenn Du einen Welpen hast und Dein ungestümer Liebling plötzlich nichts mehr frisst, könnte das auch am Zahnwechsel liegen. Etwa im Alter von drei bis sieben Monaten verliert der Hund seine Milchzähne und bildet seine bleibenden Zähne aus.

Der Zahnwechsel ist von Welpe zu Welpe unterschiedlich. Einige der Tapspfoten merken gar nichts und saugen fröhlich weiterhin alles in sich auf. Bei anderen ist der Zahnwechsel schmerzhaft und die Mahlzeit wird für den kleinen Wauz zu einer unangenehmen Angelegenheit.

Das kannst Du tun

Weiche das Futter für Deinen Welpen auf, etwa mit Wasser. Außerdem kannst Du den Zahnwechsel mit passendem Kauspielzeug unterstützen. Frage ggf. auch Deinen Tierarzt, was er Dir empfiehlt.

Ein Alter Hund frisst nicht
Oh, eine Grauschnute! ♥ Alte Hunde haben häufig weniger Appetit. ©Agustin Vai/iStock

Pubertät

Kaum ist der Zahnwechsel vorbei, kommt schon die nächste Phase: Dein Hund wird zum „Pubertier“. In der Pubertät werden viele Junghunde zu richtigen Draufgängern und Frechdachsen. Hier werden Grenzen getestet und neue gezogen, wenn Du nicht aufpasst. Dazu kann auch gehören, dass Dein Vierbeiner nichts mehr fressen will. Oder zu anderen Zeiten fressen will. Oder ALLES fressen will. Bleib stark. Irgendwann geht diese Phase vorüber. Irgendwann …

Das kannst Du tun

In der Pubertät brauchst Du zwingend starke Nerven und viel Geduld. Wird Dein Vierbeiner aufmüpfig, ist es wichtig, unnachgiebig zu bleiben und sanft, aber bestimmt auf die eingeführten Fütterungszeiten zu bestehen. Übe am besten schon mit Deinem Welpen die feste Fütterung und halte Dich auch daran. Wenn Dein pubertierender Junghund merkt, dass er die Fresszeiten „bestimmen“ kann, blüht Dir womöglich auch noch nach der Pubertät ein ewiges Hin und Her.

Hormonelle Umstellung

Hunde werden gern als tierische Kinder angesehen. Und mancher Hundehalter und manche Hundehalterin nimmt das auch so wahr. Denn wenn der Zahnwechsel vorbei ist und die Pubertät überstanden, kommt auch schon die hormonelle Umstellung. Auch sie kann der Grund für fehlenden Einsatz am Napf sein. Ganz gleich, ob Nass- oder Trockenfutter: Das Futterschüsselchen des Hundes bleibt voll.

Insbesondere Hündinnen sind davon betroffen. Ihre Hormone spielen verrückt und es kommen die Phasen der Läufigkeit oder der Scheinträchtigkeit. Der Futternapf wird dann häufiger links liegen gelassen.

Auch Rüden sind davon indirekt betroffen, denn sie können dann sprichwörtlich Liebeskummer bekommen. Wer will schon fressen, wenn sich in Nachbars Garten die schönste Hündin der Welt sonnt?

Das kannst Du tun

Hündinnen werden nur ein- bis zweimal im Jahr läufig. In dieser Zeit kannst Du versuchen, Deinen Hund zum Fressen zu animieren (siehe Tipps weiter unten in unserem Ratgeber). Bei verliebten Rüden ist Ablenkung immer sinnvoll. Schnapp Dir Deinen verliebten Rabauken und unternimm spannende Dinge mit ihm. Je mehr er erlebt, umso eher kommt er auf andere Gedanken, umso müder ist er am Abend und umso eher meldet sich der Hunger.

Neues Futter

Hunde sind Gewohnheitstiere. Während wir am liebsten jeden Tag unterschiedliche Mahlzeiten zu uns nehmen, gilt das nicht für die meisten Vierbeiner. Neues Futter im Napf bedenkt so mancher Schwänzchenwedler nur mit einer gerümpften Nase und einem vorwurfsvollen Blick. Ein Futterwechsel gehört somit ebenfalls zu den möglichen Ursachen von Appetitlosigkeit.

Das kannst Du tun

Du möchtest neues Hundefutter ausprobieren, hast eine bessere Marke gefunden oder das alte Futter gibt es schlicht nicht mehr? Dann gewöhne Deinen Hund langsam und behutsam an die Umstellung. Wenn möglich, mische das neue Futter unter das alte. Erhöhe schrittweise über mehrere Tage hinweg die Menge, bis am Ende nur noch das neue Futter im Napf landet.

Ein wählerischer Hund frisst nicht
Hast Du einen wählerischen Hund? Dann viel Glück am Napf! ©Sonja Rachbauer/iStock
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Wählerischer Hund

Wir wollen unsere Vierbeiner verwöhnen, klar. Doch wenn wir unsere Hunde mit Leckerlis, Kaustangen, (geeigneten!) Essensresten und dann noch unterschiedlichen Futterarten nur so überschütten, haben wir bald ein neues Problem. Die geschätzte Frau Hündin und der geneigte Herr Hund bekämen nämlich gern nur das Feinste vom Feinsten serviert, bitteschön. Der Napf ist nur mit schlichtem Trockenfutter gefüllt? Nein, danke.

Das kannst Du tun

Jeder Hund ist anders. Einige Hunderassen wie der Labrador würden wahrscheinlich eher auf das Atmen verzichten, als einen vollen Futternapf zu ignorieren – völlig egal, welche Köstlichkeiten es früher einmal, gestern oder vor zwei Minuten gab. Andere Hunde merken sich im Gegensatz dazu genau, was am besten geschmeckt hat und wollen fortan nur noch das.

Merkst Du, dass Dein Hund wählerisch wird, was sein Hundefutter angeht, verzichte für einen bestimmten Zeitraum erst mal auf Leckerlis und sonstige Snacks für zwischendurch. Keine Sorge, Dein Hund wird nicht verhungern. Sobald er merkt, dass es eben nur noch ein bestimmtes Trockenfutter gibt und der Hunger zu stark wird, ist der Fressnapf ratzfatz leer geschlabbert.

Sättigung

Kaum zu glauben, aber das kann ebenso zu den Ursachen gehören: Dein Hund ist einfach satt. Ja, das soll angeblich vorkommen. (Außer beim Labrador … der frisst einfach immer …)

Das kannst Du tun

Achte darauf, was Dein Hund über den Tag verteilt so alles frisst. Auch Leckerlis und Belohnungen gehören dazu. Lebst Du nicht allein mit Deinem Vierbeiner, erstellt in Eurem Haushalt am besten einen schriftlichen Fütterungsplan. Am Kühlschrank ist ein guter Platz dafür. Wer gefüttert hat, notiert es dort flink. Nicht selten wird der Hund am Abend nämlich sowohl von Frauchen als auch Herrchen gefüttert, weil ein Missverständnis vorliegt. Und der Hund? Der frisst, so weit er kommt. Er will doch nur ein braver Hund sein …

Hast Du noch einen jungen Hund daheim oder einen besonders fressfreudigen Hund, der plötzlich am Napf die Segel streicht? Dann lohnt sich ein Blick an den Ort, wo Du das Hundefutter aufbewahrst. Ganz evtl. hat dort ja irgendjemand völlig aus Versehen die gesamte Tüte oder Kiste leergeknuspert …

Appetitlosigkeit beim Hund
Merkst Du, dass Dein Hund sich nicht mehr gut herunterbeugen kann, hilft ein erhöhter Fressnapf. ©chendongshan/iStock

Der Hund frisst nicht: Was kannst Du tun?

Unser Ratgeber zeigt, dass es zahlreiche Ursachen dafür gibt, warum Dein Hund nicht mehr frisst. Je nachdem, was der Grund für die Appetitlosigkeit ist, weißt Du jetzt, was Du dagegen tun kannst.

Steckt etwas anderes hinter der Appetitlosigkeit, kann man manchen Hunden auch mit den folgenden sieben Tipps wieder Lust aufs Nass- oder Trockenfutter machen. Probier’s mal aus:

  1. Gib Deinem Hund einen festen Zeitraum, in dem er sein Futter auffressen muss. Das können beispielsweise zehn bis fünfzehn Minuten sein. Ist der Fressnapf danach immer noch voll, nimmst Du ihn weg. So lernt Dein Vierbeiner, dass es nur bestimmte „Chancen“ gibt, satt zu werden. Er wird dann wahrscheinlich zuverlässiger fressen. Wichtig: Hetze Deinen Hund nicht unnötig. Das könnte wiederum Stress erzeugen oder auf die Verdauung schlagen.
  2. Vermeide übermäßig viele Leckerlis und Snacks für zwischendurch.
  3. Erwärme das Hundefutter in der Mikrowelle. Es sollte maximal lauwarm sein. Dadurch riecht das Futter besser und viele Hunde fangen sehnsuchtsvoll an zu sabbern.
  4. Überprüfe das Futter auf seine Qualität. Manchmal ist die Qualität tatsächlich minderwertig oder das Futter ist schon verdorben.
  5. Teste einen anderen Futternapf und säubere den Napf nach jedem Fressgang.
  6. Schaffe in Deiner Wohnung einen speziellen und festen Bereich, wo der Hund sein Fressen kriegt und er Ruhe hat. Störe ihn nicht beim Fressen. Das hilft vor allem nervösen Hunden.
  7. Teste, welches Hundefutter Deinem Hund besonders gut bekommt. Wechsle aber nicht zu oft und nicht zu abrupt das Futter, da Dein Liebling dadurch wahrscheinlich noch weniger frisst.

Wann solltest Du zum Tierarzt gehen?

Zeigt Dein Hund neben der Appetitlosigkeit noch weitere der oben genannten Symptome, solltest Du zur Sicherheit lieber zum Tierarzt gehen. Er wird den Grund finden und Deinem Wauz schnell helfen.

Besonders aufpassen solltest Du, wenn Dein Hund nichts mehr frisst, aber dafür viel trinkt. Hier kann eine Vergiftung vorliegen.

Hat der Hund außer dem fehlenden Hunger keine weiteren Symptome, solltest Du ungefähr ein bis zwei Tage warten. Bleibt der Napf danach immer noch unangetastet, vereinbare ebenfalls lieber einen Termin beim Tierarzt.

Grundsätzlich gilt: Wenn Du Dir unsicher bist, was die Ursache für den vollen Fressnapf ist, gehe zum Tierarzt und lasse Deinen Hund untersuchen. Sicher ist sicher.

Wie lange hält ein Hund ohne Nahrung aus?

Ein Hund kann etwa bis zu sieben Tage ohne Futter überleben. Welpen, ältere Hunde oder kranke Tiere kommen allerdings nur wenige Tage ohne Nahrung aus. Deswegen solltest Du vor allem hier aufmerksam auf den Futternapf schauen und nach der Ursache suchen. Länger als ein bis zwei Tage solltest Du bei Appetitlosigkeit des Hundes nicht warten, ehe es zum Tierarzt geht.

Wir wünschen Dir und Deinem Hund alles Liebe und immer einen guten Appetit! ♥