Rasseporträt Tibet Terrier: Charakter, Aussehen, Herkunft

Der Tibet Terrier ist ein kleiner Hochstapler, denn ein Teil seines Namens ist eine glatte Lüge! Wir entlarven den wuscheligen Schummler!

TIbet Terrier
Wunderbar wuschelig ist das Fell des Tibet Terriers. ©Simona Osterman/iStock

Kennt man den Tibet Terrier nur als Teilnehmer von Hundeshows, ist man überrascht, wenn man die Hunde tatsächlich kennenlernt. Auch wenn sie manchmal so aussehen, sind die schönen Hunde keineswegs Schoßhündchen. Ganz im Gegenteil: Sie sind wahre Energiebündel, die von Hirtenhunden aus Tibet abstammen und harte Arbeit gewöhnt sind.

Du interessierst Dich für die kleinen Hunde und willst mehr über Geschichte, Erziehung und Pflege erfahren? In unserem Rasseporträt liefern wir Dir alle Antworten rund um den kleinen, aber ausgesprochen fleißigen Hund.

Wie sieht ein Tibet Terrier aus?

Das auffälligste Erkennungsmerkmal der Tibet Terrier ist eindeutig das schöne, lange Haarkleid. Das wächst entweder glatt oder in sanften Wellen. Die Unterwolle ist dicht und wollig und schützt den Hirtenhund sehr gut vor den eisigen Wintertemperaturen im Himalaya. Gleichzeitig funktioniert das lange Fell auch als eine Art Fächer, der den Hunden in den heißen Sommermonaten genügend Abkühlung verschafft.

Farblich ist das Fell in den unterschiedlichsten Kombinationen möglich, nur dunkle Brauntöne sind in der Zucht nicht erlaubt.

Anders als Du es eventuell bei einigen Tibet Terriern gesehen hast, sollte das Fell der Hunde keineswegs bis zu den Pfoten wachsen oder über die Augen fallen. Diese „Eigenschaften“ sind allein von Menschen für Hundeshows und Effekthascherei ausgedacht und haben keinerlei Nutzen für den Hund. Vielmehr beeinträchtigen sie ihn beim Laufen und Sehen. Bei der Pflege ist es deshalb wichtig, das Fell nicht zu lang wachsen zu lassen.

Unter dem üppigen Haarwirrwarr verbirgt sich ein kompakter und muskulöser Körper, der die Hunde zu richtigen Sportskanonen macht. Einzigartig für den Hund sind seine sehr breiten und flachen Pfoten, die bei keiner anderen Hunderasse vorkommen. Durch diese großen „Schneelöwenpfoten“ und sein geringes Gewicht kann der Hund optimal über Schnee laufen. Er bringt also beste Bedingungen für einen Hirtenhund aus Tibet mit.

Wie groß ist ein Tibet Terrier?

Der Tibet Terrier gehört mit einer durchschnittlichen Widerristhöhe zwischen 35,6 cm und 41 cm zu den kleinen bis mittelgroßen Hunderassen. Hündinnen sind in der Regel nur minimal kleiner als Rüden.

Wie schwer ist ein Tibet Terrier?

Das durchschnittliche Gewicht von Hündinnen liegt bei bis zu 11 kg. Rüden werden bis zu 15 kg schwer.

Der Tibet Terrier ist auch ein geeigneter Familienhund
Bei so viel Niedlichkeit bekommt die Erde Schlagseite. ♥ ©Simona Osterman/iStock

Wie alt wird ein Tibet Terrier?

Die Rasse gehört zu den gesundheitlich robusten Hunderassen und erreicht ein durchschnittliches Lebensalter zwischen 12 und 15 Jahren. Bei guter Gesundheit, Haltung und Pflege können die flinken Hunde mit den großen Pfoten sogar bis zu 17 Jahre alt werden.

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Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Tibet Terrier?

Unter dem schönen Fell des Tibet Terriers verbirgt sich ein robuster, freundlicher, aktiver und lustiger Charakter. Mit ihm kann man garantiert viel Spaß haben. Die tibetischen Hütehunde sind sehr agil und bewegungsfreudig und von der Schnauze bis zur Rute wahre Naturfreunde, die auch lange Wanderungen durch die Berge problemlos meistern.

Der Hund gilt als sehr menschenbezogen und sozialverträglich, sodass er am liebsten stets von seiner Familie umgeben ist. Er versteht sich blendend mit Kindern und ist ein treuer, liebevoller und lustiger Spielkamerad. Bekommt er genügend artgerechte Auslastung, ist er also auch gut als Familienhund geeignet.

Gemäß seiner Natur als Hirtenhund besitzt der Tibet Terrier einen angeborenen Hüte- und Schutztrieb. Der äußert sich darin, dass er fremde Menschen oder Tiere, die sich seiner „Herde“ nähern, frühzeitig meldet und aufmerksam beobachtet. Aggressive oder bedrohliche Gebärden sind einem richtig erzogenen Terrier jedoch völlig fremd.

Die Rasse gilt als sehr lernwillig und -fähig, zeichnet sich gleichzeitig jedoch auch durch einen kleinen Dickschädel aus. Wird bei der Erziehung wenig auf Konsequenz geachtet, merkt sich der Hund das genau und nutzt diese Schwäche aus.

Lies dazu auch: Die 9 größten Fehler in der Hundeerziehung

Außerdem gilt der Tibet Terrier als ausgesprochenes Gewohnheitstier. Verändern sich bestimmte Dinge wie der Fütterungsrhythmus, der Schlafplatz oder die gewohnte Zeit zum Spazierengehen, kann er ziemlich trotzig werden und sein Missfallen laut verkünden. Mit Geduld und Einfühlsamkeit lässt sich der Hund jedoch leicht an Veränderungen gewöhnen.

Tibet Terrier in der Natur
Auch mit schwarz-weißem Fell macht der Tibet Terrier die Welt seiner Menschen viel bunter. ©SStajic/iStock

Woher kommt der Tibet Terrier?

Der Name sagt es schon aus: Die kleinen Hunde mit dem wuscheligen Fell kommen aus Tibet. Über ihre Ursprünge können heute keine nachweislichen Angaben mehr gemacht werden. Es wird aber vermutet, dass die Vorfahren der heutigen Tibet Terrier bereits vor bis zu 2.000 Jahren in den zahlreichen Klöstern als Tempelhunde gehalten wurden.

Die Rasse hatte sich perfekt an die rauen und extremen Bedingungen im Himalaya-Gebirge angepasst und erwies sich mit ihren Eigenschaften und ihrem freundlichen, lernwilligen Charakter als idealer Helfer für Haus, Hof und Weiden. Ihre Hauptaufgabe war es, Schafherden und Häuser zu bewachen und mögliche Gefahren laut zu melden.

Im Jahr 1922 bekam die britische Ärztin Dr. Greig nach der Pflege einer Patientin in Tibet aus Dankbarkeit zwei der kleinen Hütehunde geschenkt und nahm diese mit zurück nach England. Begeistert von den Hunden, begann die Ärztin anschließend eine eigene Zucht und schon zwei Jahre später kamen die ersten Welpen auf die Welt.

Im Jahr 1931 wurde die neue Rasse vom britischen Kennel Club offiziell anerkannt, wobei es jedoch zu einer kleinen Lüge kam, die den Hund bis heute nicht loslässt. Er ist eigentlich gar kein Terrier. Anstatt die in Tibet verwendete Bezeichnung „Tibet Apso“ zu übernehmen, fügte man das „Terrier“ im Namen ein. Und das, obwohl es sich um vollkommen unterschiedliche Hunderassen handelt. Direkte Verwandte des Tibet Terriers sind beispielsweise der Shih Tzu, der Lhasa Apso oder der Tibet-Spaniel.

Tibet Terrier: Die richtige Haltung und Erziehung

Wer denkt, ein kleiner Hund wie der Tibet Terrier mache weniger Arbeit und brauche weniger Auslauf, irrt sich gewaltig. Gemäß seiner Vergangenheit als Hütehund ist der tibetanische Wirbelwind eine richtige Sportskanone. Der Hund braucht täglich Auslauf, Spiele und Spaß im Freien, geistige Herausforderungen und am besten auch fordernde Beschäftigungen wie Agility-Training, um angemessen ausgelastet zu werden.

Die intelligenten Hunde haben ihren eigenen Kopf und können sehr schnell auf stur schalten, wenn ihnen etwas nicht passt oder sie nicht zufrieden sind. Merken die Terrier, dass ihre Menschen zu weich, zu inkonsequent und zu nachgiebig sind, dann nutzen sie diese Schwäche schamlos aus. Vor allem Welpen sind zuckersüß. Einige Menschen neigen deshalb dazu, dem Welpen alles durchgehen zu lassen. Das ist jedoch in der Erziehung kontraproduktiv. Bleibe in der Erziehung von Beginn an selbstbewusst und konsequent und bringe dem Welpen unnachgiebig, aber liebevoll bei, wo seine Grenzen sind.

Bist Du ein aktiver Mensch und gern und viel draußen unterwegs, sind Tibet Terrier für Dich die perfekten Begleiter. Die Hunde gelten dank ihrer relativ einfachen Erziehung sogar als Anfängerhunde.

Welche Pflege braucht der Tibet Terrier?

Das dichte, dicke Fell der Terrier erfordert etwas Pflege. Regelmäßiges Durchbürsten ist hier Pflicht. Achte vor allem bei der Unterwolle darauf, dass sie nicht verfilzt. Gewöhne schon Deinen Welpen an das regelmäßige Bürsten und mache die Pflege für ihn am besten zu einem Spiel.

Schwarz-weißer Tibet Terrier
Gestatten? Kopf. Wuschel-Kopf! ©SStajic/iStock

Welche typischen Krankheiten hat der Tibet Terrier?

Die Rasse gehört generell zu den gesunden und robusten Hunderassen. Rassespezifische Erkrankungen sind selten, können aber dennoch auftreten. Dazu gehören unter anderem die Hüftgelenksdysplasie, Augenerkrankungen wie die Linsenluxation und die progressive Retinaatrophie, die habituelle Luxation der Kniescheibe oder auch die Canine Ceroid-Lipofuszinose, eine leider tödlich verlaufene Erbkrankheit.

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Was kostet ein Tibet Terrier?

Fragst Du Züchter nach dem Preis eines Welpen, fallen die Antworten unterschiedlich aus. Manche nennen ihn sofort, andere sagen ihn nur widerwillig oder weisen darauf hin, dass Preise bei der Adoption eines Hundes keine Rolle spielen sollten. Die Reaktionen sind verständlich, gibt es doch immer wieder Menschen, denen Welpen vom Züchter zu teuer sind, weshalb sie lieber im Internet nach „billigeren“ Angeboten Ausschau halten.

Was nie vergessen werden darf: Züchter in Deutschland achten sorgfältig darauf, dass ihre Welpen vor rassespezifischen Krankheiten möglichst gut geschützt und von bestmöglicher Gesundheit sind. Genau diese Sorgfalt spiegelt sich im Preis wider. So kann ein Welpe der Rasse Tibet Terrier durchschnittlich um die 1.250 Euro kosten. Wenn man bedenkt, dass man dafür ein gesundes, glückliches und langlebiges neues Familienmitglied gewinnt und vor allem an anderer Stelle – nämlich bei unseriösen Züchtern – Tierleid verhindert, sollte das den Preis allemal wert sein.

Alternativ dazu gibt es aber natürlich immer auch die Möglichkeit, einem Hund aus dem Tierschutz eine zweite Chance zu geben. Vielleicht ist das ja auch etwas für Dich. ♥