Agility mit dem Hund: Alle Infos rund um den Hundesport

Dein Hund langweilt sich auf Spaziergängen? Probier es doch mal mit Agility! Hier erfährst Du, warum sich die Hundesportart gleich mehrfach lohnt.

Agility als Hundesport
Eine der Regeln beim Agility: Die Zunge muss mit! 😉 ©David Midgley/iStock

Dein Hund lässt beim täglichen Gassigehen etwas gelangweilt die Flauscher hängen? Dann probiere es doch mal mit Agility! Die Hundesportart aus England wird immer beliebter, denn (die meisten) Hunde lieben Sport, Spiel und Spaß über alles.

Beim Agility bekommen die Sportskanonen das alles in Hülle und Fülle. Und das Beste daran: Du kannst sogar beim Training mitmachen. So bleiben nicht nur Dein Hund (und Du) fit und gesund, sondern Ihr stärkt auch die Bindung zwischen Euch. Denn wer zusammen durch dick und dünn geht, wächst bekanntlich zusammen.

Hier bekommst Du alle Informationen, wie Agility funktioniert, welche Tipps es gibt und welche Vorteile der Sport für Mensch und Hund hat.

Was ist Agility?

Agility ist eine Hundesportart und kommt ursprünglich aus England. Im Jahr 1977 hat es sich dort Peter Meanwell ausgedacht. Inspiriert wurde er dabei vom Pferdespringsport. Ähnlich wie beim Sport hoch zu Ross geht es auch bei Agility darum, dass die Hunde an einer Art Hindernislauf teilnehmen. Dieser Parcours besteht aus einer Reihe von Stationen bzw. Hindernissen, die vom Hund unter der Anleitung seines Menschen nach einer vorgegebenen Reihenfolge bewältigt werden sollen.

Die Hindernisse setzen sich in der Regel aus drei Arten zusammen:

  • Sprünge
    Der Hund muss über Hürden, durch Reifen und über Weitsprung-Elemente springen.
  • Slalom
    Der Hund läuft zwischen Stangen mit unterschiedlichen Abständen hindurch.
  • Kontaktzonen
    Hier handelt es sich üblicherweise um Laufstege, Rampen in A-Form, Wippen und Tunnel, über oder durch die der Hund laufen soll.

Bei Agility treten die Hunde stets als Team mit ihrem Menschen an. Der Parcours soll mit möglichst wenig Fehlern des Hundes und innerhalb einer vorgegebenen Zeit abgeschlossen werden. Das Ziel beim Agility ist, den Hund sportlich-spielerisch zu erziehen, ihn körperlich wie geistig auszulasten und die Verbindung und Harmonie zwischen ihm und seinem Menschen zu stärken.

Agility kann sowohl privat als auch offiziell bei Wettbewerben durchgeführt werden. So veranstalten beispielsweise der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) und seine Mitgliedsverbände regelmäßig kleine und große Wettbewerbe.

Ein Cocker Spaniel beim Agility
Mit fliegenden Ohren geht es für diesen Cocker Spaniel durch das Slalom-Hindernis! ©LexiTheMonster/iStock
Fresco Dog Martin Rütter Trainingsknöchelchen Huhn mit Blaubeeren und Kranbeeren
  • Natürlicher Monoproteinsnack aus reinem Hähnchenfleisch mit Blau- und Kranbeeren in Knöchelchen-Form mit dem Gütesiegel des Hundeprofis Martin Rütter.

Welche Regeln gibt es beim Agility?

Grundregeln

Generell gelten beim offiziellen Agility einige Grundregeln, die bei jedem Parcours beachtet werden müssen. Dazu gehört, dass der Hund stets ohne Leine und Halsband läuft. Der Mensch darf während des Trainings weder den Hund noch die Hindernisse berühren. Wird ein Hindernis ausgelassen oder in einer falschen Reihenfolge bewältigt, erfolgt meist eine Disqualifikation bis zur nächsten Runde.

Als Grundregel gilt bei Agility außerdem, dass der Hund am Training in erster Linie Spaß haben soll und er sich nicht überanstrengt oder gar verletzt.

Spezielle Regeln für Hindernisse

Achtung, nun wird es kompliziert, denn beim Parcours an sich kommen noch einmal zahlreiche weitere Regeln hinzu.

  1. Jedes einzelne Hindernis muss in einer vorgegebenen Reihenfolge sowie einer bestimmten Weise bewältigt werden. So gilt beispielsweise beim Slalom, dass der Hund rechts von der ersten Stange in das Hindernis hineinlaufen muss.
  2. Bei den Kontaktzonenhindernissen müssen die Hunde mit mindestens einer Pfote das Hindernis am Anfang und Ende berühren.
  3. Wird ein Hindernis nicht korrekt abgeschlossen, weil beispielsweise beim Sprung die Latte hinunterfällt oder der Hund nicht mehr aus dem Tunnel kommt, gilt dies als Fehler.
  4. Je nach Wettbewerb führt eine bestimmte Menge an Fehlern schließlich zur Disqualifikation.

Da sich die Regeln für die Hindernisse von Veranstaltung zu Veranstaltung ändern, solltest Du am besten vor einem offiziellen Wettbewerb die Prüfkriterien durchlesen. Dort gibt es alle Informationen und es wird in der Regel alles ausführlich beschrieben. Der VDH stellt viele Prüfungsordnungen und Informationen online zur Verfügung.

Ein Hund beim Agility-Slalom
Links, rechts, links, rechts, Augen auf und durch! ©LexiTheMonster/iStock

Welche Hunde sind für Agility geeignet?

Generell ist Agility offen für alle Hunde und Hunderassen. Es gibt jedoch Hunde und Rassen, die eher nicht für diese Hundesportart geeignet sind. Hier wird vor allem auf folgende Punkte geachtet:

  1. Hunderasse,
  2. Gesundheit und Alter,
  3. Charakter des Hundes.

Hunderasse

Vor allem große und schwere Hunderassen wie der Neufundländer, der Mastiff, die Deutsche Dogge oder der Bernhardiner sollten eher nicht bei Agility mitmachen. Auch kurzbeinige Hunderassen wie der Dackel oder der Basset sind nicht wirklich für das Training geeignet. Hier sind die gesundheitlichen Risiken einerseits zu groß, anderseits sind vor allem große und schwere Hunderassen oft sowieso lieber gemütlich und entspannt unterwegs.

Für Agility eignen sich vor allem solche Hunde, die sehr gern laufen und in Bewegung sind wie der Jack Russel Terrier, der Malinois oder der Border Collie. Dasselbe gilt für viele weitere Jagd- und Hütehunde und alles dazwischen.

Gesundheit und Alter

Grundsätzlich gilt: Hunde mit gesundheitlichen Problemen wie Gelenkerkrankungen dürfen auf keinen Fall Agility betreiben. Auch andere Handicaps und gesundheitliche Probleme müssen immer berücksichtigt werden. Außerdem sollten sehr junge Hunde bis 15 Wochen und ältere Hunde ebenfalls nicht am Training teilnehmen, um die noch jungen oder schon alten Knochen zu schonen.

Charakter

Teilnehmende Hunde und Menschen sollten grundsätzlich bereits eine gute Beziehung bzw. Verbindung zueinander haben. Vertrauen, Gehorsamkeit und ein gewisser „Will to Please“, also der Wille zu gefallen, sollten vorhanden sein.

Schaut Dich Dein Hund schon schräg an, wenn Du „Sitz“ zu ihm sagst, kommt ihr wahrscheinlich eher nicht erfolgreich über das erste Hindernis. Übt in diesem Fall lieber noch zu Hause, ehe Ihr zu einem offiziellen Agility-Wettbewerb fahrt.

Agility: Der Tunnel ist ein typisches Hindernis
Ab durch die Mitte! ©K_Thalhofer/iStock

Ist Agility gesund für den Hund?

Sport ist bekanntlich gut für Geist und Körper – und zwar nicht nur für Menschen. Besonders Hunde, die sonst nicht die Gelegenheit haben, sich gründlich auszutoben, profitieren von dem Hundesport. Slalom, Tunnel und die weiteren Hindernisse lasten Deinen Hund nicht nur körperlich aus, sondern schärfen auch Geist und Verstand: Der Hund muss sich beim Training konzentrieren, sich an Befehle und Hinweise erinnern, die richtigen Kommandos beherrschen und sie miteinander kombinieren.

Am schönsten für die Hunde ist beim Agility aber wohl die Arbeit mit dem Menschen. Der Hund ist bei dem Hundesport auf Dich fixiert, denn Du gibst die korrekte Richtung vor. Das Vertrauen und die Kommunikation zwischen Euch wird gestärkt und im Optimalfall noch besser. Außerdem hat Dein Vierbeiner ähnlich wie in der Hundeschule auch mehr Kontakt zu anderen Hunden. Agility fördert also auch die Erziehung und Sozialisierung.

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Wie oft sollte man mit dem Hund Agility trainieren?

Allgemeine Tipps können hier nicht gegeben werden, da jeder Hund und auch jede Hunderasse anders ist. Die einen sind richtige Sportskanonen, die auch nach dem fünften Durchlauf noch viel Power übrig haben. Die anderen legen sich schon nach einer Runde im Tunnel schlafen.

Als Empfehlung für das richtige Maß gilt, maximal so lange mit dem Hund zu trainieren, bis er erste Erschöpfung zeigt oder unkonzentriert wirkt. In erster Linie geht es bei Agility sowieso darum, dass Hund und Mensch Spaß haben – und nicht darum, möglichst oft zu gewinnen. Leider ist dies aber manchmal bei fehlgeleitetem Ehrgeiz von Frauchen und Herrchen der Fall. Sei nicht einer dieser Menschen und behalte die Verfassung Deines Hundes genau im Blick. Dann erkennst Du sicher, wann es genug ist und wann noch etwas mehr geht.

Ein Beagle beim Agility
Hoch hinaus und dann wieder steil bergab geht es für diesen Beagle und seine Ohren. ©eAlisa/iStock

Agility: Die besten Tipps für Einsteiger

Wie fange ich an?

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für Agility. Zu den besten Tipps für Einsteiger gehört, erst einmal auszuprobieren, ob Deinem Hund die Hundesportart überhaupt gefällt. Dazu kannst Du mit einfachen Gegenständen einen eigenen Parcours erstellen. Aus Kartons, Stöcken, Holzplatten und vielem mehr lassen sich blitzschnell eigene Hindernisse entwerfen. Wichtig ist, dass Dein Hund sich durch die Gegenstände nicht verletzen kann.

Weiterhin solltest Du Deinem Hund die Grundkommandos beibringen. Das wären beispielsweise „Vor“, „Weg“, „Los“ oder ähnliche Ansagen. Dein Hund soll lernen, welche Kommandos für welche Handlungen gelten, um erfolgreich über oder durch die Hindernisse zu kommen.

Ganz wichtig beim Ausprobieren sind außerdem viel Geduld, viel Zuneigung und viel Belohnung. Ganz wie bei der normalen Erziehung solltest Du Deinen Hund nach einem erfolgreich gemeisterten Hindernis mit Applaus, Streicheleinheiten und Leckerlis belohnen. Hast Du einen Hund, der liebend gern apportiert, kann auch ein geworfener Dummy die perfekte Belohnung sein.

Zeigt Dein Hund Unsicherheit oder sogar Angst vor einem Hindernis, brich die Übung sofort ab und gehe behutsamer vor. Gewöhne Deinen Hund unbedingt langsam an die verschiedenen Stationen. So kann er nach und nach Sicherheit gewinnen und Dir auch weiterhin voll vertrauen.

Wie viel Spaß Agility dem Hund macht, auch wenn noch nicht alles sitzt, zeigt dieses Video mit einem echten Chaoten auf dem Platz:

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Was braucht man für Agility?

Das wichtigste, was Du und Dein Hund für Agility benötigen, ist Spaß. Euch beiden sollen die Übungen, die Arbeit zusammen und die sportliche Beschäftigung Freude bereiten. Ist das vorhanden, steht Euch nichts mehr im Wege.

Weiterhin wichtig ist aber natürlich auch ausreichend Platz. Doch zum Glück musst Du nicht zwingend einen riesigen Garten besitzen. Auch in der freien Natur kannst Du leicht mit Deinem Hund Übungen absolvieren. Dazu gehören Sprünge über Baumstämme, über (schmale) Gräben, Slalom zwischen Bäumen hindurch und vieles mehr. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Je nachdem, ob Du ausschließlich privat mit Deinem Hund die Übungen bzw. das Spiel bewältigst oder an offiziellen Wettbewerben teilnehmen möchtest, brauchst Du schließlich auch viel Zeit. Aber das versteht sich bei einem Hund von selbst.

Ach ja, ein Hund wäre natürlich auch nicht schlecht für Agility.

Wo kann man Agility-Geräte kaufen?

Hat Dein Hund Gefallen an den Übungen gefunden, kannst Du Dir auch richtige Geräte für den Hundesport kaufen. Je nach Umfang und Größe des Hindernisses gibt es diese Geräte eigentlich in jedem Tierwarenhandel. Alternativ kannst Du Dich bei einem örtlichen Hundeverein anmelden, der auch Agility anbiete. Dann sind die Geräte sicherlich schon auf dem Hundeplatz vorhanden.

Wie wird Agility ausgesprochen?

Agility kommt aus dem Englischen und wird mit Wendigkeit, Flinkheit oder Agilität übersetzt. Ausgesprochen wird es in etwa wie: Äh-dschiliti.

Agility in der Natur
Erste Schritte in Richtung Agility kannst Du auch in der freien Natur machen. Ein Holzstamm ist das ideale erste Hindernis für diesen kleinen Sportler mit der perfekten Öhrchenhaltung. ©Nigel_Wallace/iStock

Wo finde ich Agility-Wettbewerbe?

Der beste Ansprechpartner für Hundesport jeder Art in Deutschland ist der VDH. Der Verband richtet jährlich die Deutsche Meisterschaften und Jugendmeisterschaften im Bereich Agility aus. Außerdem organisiert der VDH die deutsche Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Denn ja, es gibt eine Agility-WM! Hier findest Du alle Informationen vom VDH zum Thema Agility.

Neben dem VDH bietet es sich auch an, bei den Mitgliedsvereinen des VDH nachzuschauen. Viele Vereine organisieren eigene Wettbewerbe und Trainings extra für ihre Mitglieder. Auch Dein Züchter oder Dein Tierheim ist in der Regel gut informiert, wo es welchen Hundesport gibt.

So jetzt wird es aber Zeit für Spiel, Sport und Spaß. Schnapp Dir Deinen Hund und zünde die Hundesportskanone! ♥


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