Zerkratztes Sofa? So lernt Miezi Benimm

Kratzt die Katze an der Couch oder weckt nachts regelmäßig ihre Halter auf, ist der Ärger zu Recht groß. Doch die Ursache dafür liegt nicht bei Miezi. So leicht gewöhnen Sie Ihrer Katze Unarten ab.

© iStock

Probleme wie eine zerkratze Couch oder ständig unterbrochene Nachtruhe dürften vielen Katzenbesitzern nur allzu bekannt vorkommen. Dabei ist es gar nicht schwer, die felligen Sturköpfe zu erziehen und sich damit den Alltag zu erleichtern. Wir verraten die Tricks.

So geht's:

Fragen Sie sich zunächst, warum ihre Katze sich so verhält. Ihr kleiner Liebling vergreift sich ja nicht an Ihrer Einrichtung, weil sie ihm nicht gefällt oder weckt Sie nachts, weil er sie ärgern möchte. Ein solches Verhalten geht vielmehr auf Langeweile oder Alternativlosigkeit zurück, die Sie einfach bekämpfen können.

Aufmerksamkeit

Viele für den Besitzer ärgerliche Eigenheiten unserer samtpfötigen Begleiter lassen sich vermeiden, wenn Sie sich ausreichend mit ihnen beschäftigen. Vor allem Wohnungskatzen haben meist wenige Dinge, die Ihnen Abwechslung bieten, weshalb sie versuchen, sich selbst das Leben ein wenig spannender zu machen. Dass dabei auch mal etwas zu Bruch gehen kann, nimmt Ihr Rabauke dafür leider in Kauf.

Wollen Sie Ihre Katze erziehen, ist der erste Schritt also, sich mit ihr zu befassen. Spielen Sie ausgiebig mit Ihrem Liebling und lassen Sie Ihn sich auspowern. Dann werden viele Fehlverhalten, wie das Hüpfen auf Möbel oder der nächtliche Radau von ganz allein abklingen. Die besten Spielzeuge haben wir hier für Sie gesammelt. Sie können Ihren Liebling über Lernspiele auch sein Köpfchen animieren, damit er geistig gefordert wird. Das Schöne dabei: Auch Ihre Bindung zueinander wird gestärkt!

Training

Wollen Sie Ihre Katze trainieren, können Sie außerdem mit Clickern oder Leckerlis als Belohnung arbeiten. Zeigen Sie ihr so, welches Verhalten gut ist und welches nicht. Machen Sie ein Spiel daraus, wird Ihr Wildfang von ganz allein Interesse daran gewinnen und von weniger lohnendem Verhalten absehen. Sind Sie noch unerfahren im Clickern, helfen verschiedene Ratgeber.

Alternativen

Auch Alternativen zu schaffen, kann helfen. Zerkratzt Ihr Liebling zum Beispiel das Sofa, liegt das vermutlich daran, dass er keine andere Möglichkeit hat, seine Krallen zu schärfen. Ein Kratzbaum, eine Kratzecke oder Vergleichbares löst Ihr Problem in Windeseile. Stellt Ihr Stubentiger auf stur und bevorzugt trotzdem das Sofa, dann versuchen Sie, Ihm den Kratzbaum mit Belohnungen schmackhaft zu machen oder machen Sie ihn mit ihm zusammen zur Spielwiese. Dann ist das Sofa sicher bald vergessen.

Struktur

Auch eine gewisse Struktur kann manchmal zum Erfolg führen, bettelt Ihre Katze immer um Futter oder weckt Sie nachts deswegen, führen Sie feste Futterzeiten ein und halten Sie sich daran. Dann wird Ihr kleiner Fellball irgendwann auch nur noch zu diesen Zeiten Hunger verspüren. 

Sind Sie bei einem Problem völlig ratlos kann außerdem ein professioneller Trainer helfen, der Ihre Katze individuell nach Ihrer Persönlichkeit behandelt und sich perfekt auf sie zugeschnittene Methoden überlegt.

So geht's nicht:

Auch bei der Katzenerziehung gibt es Dinge, die sie auf jeden Fall vermeiden sollten, um das Verhältnis zu Ihren Liebling nicht zu gefährden oder ihm zu schaden.

Gewalt

Wenden Sie niemals – und damit meinen wir NIEMALS! - Gewalt gegen Ihre Katze an, ganz gleich, wie verärgert Sie sind. Es wird ihr Vertrauen in Sie massiv schädigen und in der Regel auch keinen Lerneffekt haben. Auch ein Bespritzen mit Wasser, Packen und Herumzerren oder ähnliche unangenehme Maßnahmen schaden Ihrer Beziehung und sorgen dafür, dass es noch schwerer wird, zu Ihrer Katze durchzudringen. Katzen verbinden Korrekturen ohnehin nur mit einer Tat, wenn sie währenddessen geschehen. Alles, was danach passiert, wird nicht mehr mit dem Ereignis in Verbindung gebracht. Deshalb versteht Ihr Liebling nicht, was Sie von Ihm wollen und wird sich höchstens eingeschüchtert oder verunsichert fühlen.

Hello, World!

Schreien

Das Gleiche gilt für lautes Schimpfen. Unsere Stubentiger haben ein viel feineres Gehör als wir, weshalb laute Geräusche schnell zur Qual werden können. Zumal auch hier gilt: Ihr Haustier wird Ihr Gezeter ohnehin nicht mit der Tat in Verbindung bringen, weshalb der gewünschte Effekt ausbleibt.

Zwang

Wie Sie als Katzenbesitzer wahrscheinlich nur allzu gut wissen, sind Katzen sehr sture Tiere. Versuchen Sie deshalb gar nicht erst, Ihren Fellball zu etwas zu zwingen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier sich danach richtet ist sehr gering. Vielmehr wird das gewünschte Verhalten dadurch zu etwas Unangenehmen, was ihr Stubentiger in Zukunft mit Stress verbindet und folglich vermeiden wird. Versuchen Sie stattdessen, Ihren Liebling mit kleinen Tricks (und ggf. Leckerlis) sanft in die richtige Richtung „zu schubsen“. 

Eine Ausnahme sind lediglich medizinische Notfälle. Muss Ihre Katze dringend behandelt werden, dürfen Sie sich natürlich nicht danach richten, was sie gerade tun möchte, sondern müssen ihre Gesundheit ganz oben anstellen.

Ungeduld

Leider ist die Katzenerziehung ein mühsamer Weg, der Ihnen oft undankbar erscheinen wird. Aber bleiben Sie geduldig. Denn es lohnt sich! Sie werden mit Sicherheit sehr stolz auf sich sein, wenn Sie es tatsächlich schaffen, Ihrem Liebling ein Verhalten abzugewöhnen. Also geben Sie sich Zeit und arbeiten Sie daran. Am Ende werden Sie nicht nur eine stärkere Beziehung zu Ihrer Katze haben, sondern auch täglich merken, was Sie erreicht haben.