Katze baden: ja oder nein?

Sollte man die Katze baden? Fakt ist: Katzen kümmern sich sehr gut allein um ihr Fell. In einigen Fellen … pardon … Fällen ist ein Bad dennoch sinnvoll.

Katze baden: ja oder nein?
Katze baden: Diese Flauschpfote zeigt sehr deutlich, was sie davon hält. ©ollegN/iStock

Hinweis der Redaktion: In unseren Artikeln haben wir für gewöhnlich deutlich mehr Bilder von Katzen als hier. Da wir nicht unnötig Fotografen unterstützen wollten, die Bilder von unglücklichen Katzen beim Baden machen, gibt es in diesem Artikel nur ein Bild.

Wie oft sollte man die Katze baden?

Die recht einfache Antwort auf diese Frage ist: eigentlich nie.

Deine flauschige Samtpfote kümmert sich nämlich selbst ganz ausgezeichnet um ihre Fellpflege und Sauberkeit. Pro Tag putzt sie bis zu vier Stunden lang am eigenen Pelz herum und hält sich so sauber. Ihre raue Zunge ist ein perfekter Kamm, der immer leicht feucht die vielen Haare sanft wieder an die richtigen Stellen schleckt und sie außerdem sauber hält.

Die meisten Katzen können sich für Wasser überhaupt nicht begeistern und werden Dir eine Dusche oder ein Bad (katzentypisch) auch über längere Zeit übel nehmen. Allein der Maine Coon oder vielleicht noch der Bengalkatze machst Du damit evtl. eine Freude. Diese ganz besonderen (und ganz besonders hübschen) Katzen lieben nämlich das Wasser. Wundere Dich also nicht, wenn sie freiwillig in die Badewanne hüpfen.

Was tun, wenn der Freigänger schmutzig nach Hause kommt?

Kommt Dein Freigänger hin und wieder so schmutzig nach Hause, dass Du ernsthaft darüber nachdenkst, ob der Vierpfoter wirklich zu den angeblich reinlichsten Tieren überhaupt gehört, musst Du ihn noch lange nicht waschen. 

Groben Dreck bekommst Du meist auch schon mit einem feuchten bis nassen Lappen aus dem Fell gewischt. Begeistert wird Deine Katze davon auch nicht sein. Im Gegensatz zum Waschen mit Shampoo in der Badewanne ist das aber noch die tierfreundlichste und vor allem auch verhältnismäßigste Lösung.

Bei langhaarigen Katzen wie der Perserkatze oder der Norwegischen Waldkatze kannst Du Schmutz oft auch mit einer geeigneten Katzenbürste entfernen. Gehe dabei unbedingt sanft vor, damit es nicht ziept. Wenn Du es richtig anstellst, wird aus der Reinigungsprozedur eine richtige Kuschelstunde, mit der Du sogar die Bindung zur Katze stärken kannst.

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Wann sollte man die Katze eben doch baden?

Gründe für das Baden von Katzen sind meist medizinischer Natur:

  • Die Katze kann sich krankheitsbedingt nicht selbst pflegen.
  • Die Katze ist von Parasiten befallen (z. B. Flöhe), die mit einer Haarwäsche entfernt werden können.
  • Die Haut der Katze ist erkrankt und braucht ein medizinisches Bad zur Heilung und Pflege.

Die genannten Beispiele sind nur drei Punkte, die es evtl. erforderlich machen, die Katze zu baden. Ggf. gibt es noch weitere Gründe. Darüber wird Dich Dein Tierarzt informieren. Bei ihm bekommst Du auch das nötige Arzneimittel bzw. Shampoo oder das Rezept dafür, mit dem Du Deine Katze baden und die Fellpflege unterstützen kannst.

Die Katze richtig baden: So geht’s

Das Baden wird für Deine Katze sehr wahrscheinlich sehr stressig. Versuche deshalb alles so vorzubereiten, dass Du Dich selbst sicher fühlst und Ruhe beim Waschen ausstrahlst. Denn – das ist gesichert – Deine Katze wird das alles (und vorübergehend auch Dich!) überhaupt nicht mögen!

Diese Dinge sind beim Baden der Katze wichtig:

  1. Teamwork
    Zu zweit geht das Baden der Katze leichter. Stehen vier Hände zur Verfügung, können zwei das Tier sanft festhalten, während die anderen beiden shampoonieren, ausspülen und trocken rubbeln.
  2. Alles griffbereit
    Alles, was Du für das Baden der Katze und die Fellpflege brauchst, legst Du Dir griffbereit hin. (Der helfende Mensch darf stehenbleiben. 😉 ) Ist die Katze erst einmal im Wasser, kannst Du zwar ganz kurz verschwinden, um etwas zu holen. Die Katze wird es Dir allerdings gleich tun und bei Deiner Rückkehr garantiert nicht mehr in der Wanne stehen.
  3. Die richtige Wassertemperatur
    Lass zunächst nur wenig Wasser in die Wanne ein und achte auf die richtige Temperatur. Sie sollte 35 °C nicht überschreiten. Sonst wird es der Fellpfote unangenehm.
  4. Der richtige Wasserstand
    Das Wasser sollte Deinem Liebling nicht höher reichen als bis zum Bauch. Lass auf keinen Fall so viel Wasser ein, dass die Katze den Halt unter den Pfötchen verliert.
  5. Bitte nicht ausrutschen
    Mit einer rutschfesten Matte in der Wanne gibst Du Deiner Katze einen besseren Halt. Viele Katzen haben so weniger Angst während der ungeliebten Prozedur.
  6. Schotten dicht
    Schließe die Fenster und auch die Tür zum Bad. So entsteht keine Zugluft und die Katze kann während der Pflege nicht flüchten.
  7. Sanft und mit Liebe
    Hebe die Katze dann in die Wanne. Während sie einer festhält, macht der andere vorsichtig das Fell nass. Den Kopf mit Öhrchen, Augen und Nase lässt Du aus. Shampooniere die Katze dann wie vom Tierarzt oder Produkthersteller empfohlen ein und spüle das Wasser anschließend gründlich aus. Es darf kein Shampoo mehr im Fell zurückbleiben. Die Katze würde es sonst bei der nächsten eigenen Fellpflege mit der Zunge aufnehmen.
  8. Tiergerechte Produkte
    Das Fell der Katze und auch ihre Haut haben einen natürlichen Schutzfilm. Mit Shampoo für Menschen könntest Du beides zerstören. Zudem riecht es für kleine Katzennasen deutlich zu intensiv. Nutze stattdessen ausschließlich spezielles Katzenshampoo für die Pflege Deines Fellballs. 
  9. Halte das Baden kurz
    Hast Du vorab alles bereitgelegt, kannst Du das Bad so kurz wie möglich halten. Arbeite zügig, aber nicht hektisch. Deine Unruhe überträgt sich sonst auf Deine Katze.
  10. Trockenlegen
    Rubbel Deine Katze nach dem Baden sanft, aber gründlich mit einem oder auch mehreren Handtüchern trocken. Die Katze darf im Anschluss an das Bad nicht frieren. Benutze niemals einen Föhn! Der Luftstrom ist viel zu stark und noch dazu macht das Gerät enormen Lärm, der das ohnehin schon gestresste Kätzchen ängstigen könnte.
    Sofern der Vierbeiner nach dem Baden noch mit Dir „spricht“, ist der Platz auf dem Schoß ideal, um vollständig zu trocknen. Alternativ tut es auch der Platz an der Heizung oder ein Nickerchen auf der beheizten Katzendecke.
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Muss man Nacktkatzen baden?

Nacktkatzen muss man genauso wenig baden wie ihre felligen Artgenossen. Die Katzen ohne Fell haben ebenfalls eine natürliche Schutzschicht auf der Haut. Beim Baden würde man diese angreifen oder sogar zerstören. Durch das fehlende Fell wären die tierischen Nackedeis dann recht ungeschützt. 

Bade daher Nacktkatzen ebenfalls grundsätzlich nicht, es sei denn, es gibt vom Tierarzt festgestellte medizinische Gründe dafür.

Hinweis: Hier streiten sich die Geister. Einige Gruppen vertreten die Auffassung, dass Nacktkatzen sehr wohl gebadet werden sollten. Und das sogar etwa alle zwei Wochen. Befrage am besten Deinen Tierarzt, wie Du Dich richtig verhältst.

Die Katze ans Baden gewöhnen

Wie gesagt: Normalerweise müssen Katzen nicht baden. Vor allem gesunde Tiere können und sollten gern darauf verzichten. Aus einer gesunden Katze kann aber irgendwann auch ein krankes Tier werden. Es schadet daher nicht, den geliebten Fellball sanft an Wasser zu gewöhnen. 

Das geht ganz spielerisch: Spritze hier und da mal mit Wasser in Richtung Pfötchen. Mache das ganz sanft und initiiere danach am besten ein Spiel. So verbindet die Katze das Wasser mit etwas Positivem. Hat sich die Katze daran gewöhnt, kannst Du hier und da mal ein Pfötchen leicht ins Wasser tauchen. Reagiert die Katze auf das Spritzen sehr scheu, kannst Du anfangs Katzenmilch zum Spritzen verwenden. Das wird Deiner Katze deutlich besser gefallen.

Wichtig: Wende dabei niemals Zwang an! Wenn die Katze sich wehrt, gehst Du zu schnell oder zu unsensibel vor. Gehe dann im Training einen Schritt zurück und probiere es noch einmal deutlich sanfter. ♥

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