Rasseporträt: Bengalkatze

Die Bengalkatze ist ein kleiner Stubenleopard. Erfahren Sie hier, was Sie über Aussehen, Haltung und Pflege wissen müssen.

bengalkatze
Die teuersten Katzen der Welt: die Bengalkatze. © iStock

Als Hybridkatze mit wilden Vorfahren ist die Bengal eine exotische Schönheit mit besonderem Charme. Der sportliche und temperamentvolle Schmusetiger eignet sich als Hauskatze gut für Menschen, die sich gern und viel mit ihrer Katze beschäftigen.

Was ist eine Bengalkatze?

Bengalkatze ist nicht gleich Bengalkatze. Diese Bezeichnung trägt zum einen der wilde Vorfahre und zugleich die Hauskatze selbst, die aus einer Kreuzung mit diesem hervorging. Die Wildform der Katze, wissenschaftlich Prionailurus bengalensis, heißt auch Leopardkatze. Die domestizierte Rasse nannte man früher Leopardette.

Woher kommt die Bengalkatze?

Vor über 5.000 Jahren domestizierten die Chinesen die Leopardkatze. Später verdrängten importierte Hauskatzen die wilden Bengalen aus den Häusern und Stallungen. Die heute in China lebenden Hauskatzen gehören zur gleichen Art wie unsere Stubentiger.

Der Charakter der Bengalkatze

Die Bengal ist eine Katze mit lebhaftem Charakter. Sie gehört daher zu den besonders aktiven Katzenrassen. Als neugieriges und sehr intelligentes Raubtier zeigt sich die Katze gern von ihrer unternehmungslustigen Seite. Sie begeistert sich für actionreiche Spiele aller Art und behält dabei ihren jugendlich-flotten Charakter bis ins hohe Alter.

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Bengalkatzen benötigen eine Unterhaltung, die sie sowohl geistig als auch körperlich fordert. Intelligenzspiele für Katzen sind für sie ideal. Sie lernen schnell kleine Tricks und freuen sich auf das Clickertraining. Manche Bengalen sind sogar dazu in der Lage, Gegenstände zu apportieren, das verbindet Tiere dieser Rasse mit der Maine Coon.

Dank ihrer wilden Vorfahren ist die Bengal eine sehr sportliche Katze mit enormer Sprungkraft. Das aktive und sehr agile Tier sucht sich bei Langeweile seine Beschäftigung selbst und stöbert schon mal in Regalen und Schränken. Es ist deshalb nicht klug, die Katze lange alleine zu lassen.

Mit einem Spielkameraden an ihrer Seite sind die meisten Bengalen wesentlich ruhiger und zufriedener. Wer der Katze keinen Freigang bieten kann, tut sich und ihr mit einer Zweitkatze einen großen Gefallen.

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Bengalen sind sportlich. Zugleich gehört der Wohnungsleopard aber auch zu den besonders verschmusten Katzen. Die freundlichen Tiere kuscheln für ihr Leben gern und zeigen sich dabei von ihrer kommunikativen Seite, denn die Katzen sind kleine Plaudertaschen.

Bengalkatzen folgen ihren Menschen nicht nur auf das Sofa und ins Bett, sondern auch in die Badewanne. Sie besitzen kaum Scheu vor dem Wasser und lieben es, zu planschen.

Die Pflege der Bengalkatze

Dank ihres kurzen Fells ist die Pflege bei Bengalkatzen eigentlich kein Thema. Dennoch freuen sich die Miezen auf das Wellnessprogramm mit der Bürste.

Aufgrund ihres aktiven Wesens benötigt die Bengal eine artgerechte Wohnungsausstattung mit ausreichend Kletter- und Spielmöglichkeiten.

Was das Futter anbelangt, ist der kleine Leopard nicht allzu wählerisch. Wenn Sie Ihre Katzen barfen, kommt das ihren Bedürfnissen oft entgegen.

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Wie sieht die Bengalkatze aus?

Bengalen sind Hybridkatzen. Zu den Vorfahren der Stubenleoparden gehört die in Ost- und Südasien beheimatete Leopard- oder Bengalkatze. Charakteristisch sind die leopardenähnlichen Flecken auf dem gelbbraunen Fell.

Die Größe der Bengalkatze

Der zur Unterfamilie der Kleinkatzen gehörende Beutegreifer besitzt in etwa die Größe einer Hauskatze. Die Tiere sind jedoch schlanker und langbeiniger.

Ihre Gestalt ist schlank und athletisch. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 40 Zentimetern gehören einige Kater zu den stattlicheren Vertretern ihrer Art.

Die Augen der Bengalkatze

Faszinierend schön sind die großen Augen. Diese funkeln in einem kräftigen Blau, Braun, Goldgelb oder in magischem Grün. Besonders extravagant wirkt die Augenfarbe „Aqua“, eine helle Nuance zwischen Blau und Türkis.

Das Gewicht der Bengalkatze

Enorme Unterschiede zeigen sich beim Gewicht. Die wilden Katzen aus Sibirien und Nordchina bringen bis zu sieben Kilogramm auf die Waage, die tropischen Exemplare wiegen gerade einmal zwischen einem halben und knapp vier Kilo.

Mit einem durchschnittlichen Gewicht von etwa fünfeinhalb Kilogramm bei den Katern und rund vier Kilogramm bei den Damen besitzen die Miezen grundsätzlich aber eine absolut durchschnittliche Größe.

Anders als die Savannah, ebenfalls ein Hybride, gehören die Bengalen nicht zu den größten Katzenrassen.

Die Leopardkatze lebt einzelgängerisch und geht nachts auf Jagd. Als gute Schwimmerin erbeutet sie Krebse und Fische.

Das Fell der Bengalkatze

Das Besondere an der Bengalkatze ist ihr leopardenähnlich gemustertes Fell. Auf der Grundfarbe Silver, Snow oder Brown sowie deren Variationen befindet sich eine lebhafte Zeichnung. Bei Katzen der Grundfarbe Braun sind sämtliche Nuancen erlaubt.

Die Grundfarben der Bengalkatze

Die Grundfarbe variiert von Tier zu Tier sehr stark. Es gibt Katzen mit

  • goldenem,
  • gräulichem,
  • rötlich-orangenem,
  • lohfarbigem,
  • gelbem und
  • beigem Fell.

Die Zeichnung ist entweder schwarz, dunkel-, hell-, rostbraun oder rötlich. Zu den speziellen Varianten gehören Sorell, Amber und Charcoal.

Die Snow-Bengalen gibt es in den Tönen

  • Seal Lynx Point,
  • Seal Sepia Point und
  • Seal Mink Point.

Letzteres entspricht einer Mischung aus Lynx und Sepia. Die Point-Färbung verdanken diese Katzen unter anderem der Einkreuzung von Siamkatzen.

Bengalen in Silber erhielten ihre Farbe durch die Einkreuzung der American Shorthair. Auch hier umfasst der Begriff „Silver“ eine umfangreiche Farbpalette, die verschiedene Grau- und Weißtöne einschließt.

Auf eine magische Weise geheimnisvoll, aber nicht vom Zuchtverband anerkannt ist die Melanistic, eine schwarze Bengalkatze mit leopardenähnlicher Geisterzeichnung.

Bei den im Norden lebenden wilden Tieren dieser Rasse ist die Fellfarbe silbergrau mit großen Rosetten. Das Fell der südlich lebenden Bengalkatzen weist gelblich braune Nuancen mit kleinen Tupfen auf.

Die besondere Fellzeichnung der Bengalkatze

Die Bengalkatze zeigt verschiedene Fellzeichnungen. Man unterscheidet dabei:

  1. Spotted
  2. Marbled
  3. Rosetted

Es gibt sowohl getupfte (spotted) als auch marmorierte (marbled) Bengalen. Eine zweifarbige Tupfenzeichnung trägt die Bezeichnung „rosetted“. Den Züchtern ist sehr wichtig, dass sich die Zeichnung ihrer Bengalen signifikant von jenen der anderen Katzenrassen unterscheidet.

Eine Tigerung zeigt sich häufig nur am Kopf, an den Beinen sowie am Schwanz. Der dichte Pelz der Katze fühlt sich ungewöhnlich weich an.

Diese Katzenrassen sind im Erbgut der Bengal

Die Bengal ist eine reinerbige Katzenrasse. Das heißt, dass die Kitten aus einer Verpaarung von Bengalkater mit Bengalkätzin hervorgehen. In der Entstehungszeit waren jedoch folgende Katzenrassen an der Zucht beteiligt:

  • Abessinier
  • American Shorthair
  • Ägyptische Mau
  • Orientalisch Kurzhaar (getupft)

Die Entstehungsgeschichte der Bengal

Die ersten Hybriden züchtete die US-amerikanische Genetikerin Jean Mill im Jahr 1963. Sie führte einer Leopardkatzen-Dame einen schwarzen Hauskater zu. Ziel war, eine getupfte, geschmeidige Katze mit dem freundlichen Wesen eines Stubentigers zu züchten. Anschließend kreuzte sie eines der aus dieser Verpaarung hervorgebrachten Weibchen mit ihrem wilden Vater.

Im Jahr 1972 übernahm sie von dem an der Universität von Kalifornien arbeitenden Genetiker Willard Centerwall acht Bengalkatzen. Jean Mill legte mit ihren Tieren den Grundstein für die spätere Bengalzucht. Im Jahr 1999 erfolgte die Anerkennung als eigene Katzenrasse beim Züchter-Dachverband FIFe.

Wenn Sie sich nun für eine Bengalkatze entschieden haben, müssen Sie allerdings recht tief in die Tasche greifen, denn die Bengalkatze gehört zu den acht teuersten Katzen der Welt.

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