Tipps: So vertragen sich Hunde und Katzen

Hunde und Katzen gelten seit jeher als verfeindet. Aber warum ist das eigentlich so? Woran das liegt und wie Sie Hund und Katze dennoch aneinander gewöhnen, haben wir für Sie herausgefunden.

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Es ist falsch zu sagen, dass sich Hunde und Katzen generell nicht mögen. Sie haben es nur schwerer, sich aneinander zu gewöhnen. Das hat folgende Gründe:

1. Unterschiedliche Körpersprache

Körpersprache ist eine verzwickte Sache, denn genauso, wie Sie ein falsches Bild von einem anderen Menschen gewinnen können, funktioniert das auch bei unseren Haustieren. Das Wedeln mit dem Schwanz beim Hund sorgt beispielsweise bei unseren Samtpfoten für ein Missverständnis: Während der Hund Freude signalisiert, interpretiert Miezi das als Nervosität oder Aufregung.

Andersherum ist es nicht besser: Schnurrt eine Katze vor Glück, wird das vom Hund schnell als feindseliges Knurren missverstanden. Hebt ein Hund die Pfote, will er spielen, tut es eine Katze, ist es eine Abwehrgeste. Sie können es einander also schlichtweg nie recht machen.

Diese Kommunikationsprobleme erschweren Hunden und Katzen das friedliche Zusammenleben. Und das ist nur logisch. Oder würden Sie es lange mit jemandem aushalten, der gefühlt immer das Gegenteil von Ihnen tut?

2. Angeborenes Misstrauen

Das betrifft nicht nur Hunde und Katzen, sondern prinzipiell alle Tiere: Aus Selbstschutz haben sie ein gesundes Misstrauen anderen Arten gegenüber - schließlich könnte es sich um einen Fressfeind handeln oder jemanden, der das eigene Leben bedroht. Hinzu kommt, dass Katzen eher Einzelgänger sind, während Hunde als gesellig gelten. Im Zweifelsfall hat Miezi also einfach keine Lust, Bekanntschaft zu schließen, ganz egal wie begeistert ihr schwanzwedelnder Kollege ist.

3. Erbfeindschaft

Hinzu kommt, dass es den beiden die Genetik schwer macht: Schon früher waren sich Wölfe, Füchse, Wildkatzen oder Luchse im Wald nicht wirklich grün. Immerhin waren sie Konkurrenten in Sachen Jagdrevier und Futter. Auch wenn Haustiere nun nicht mehr um Beute wetteifern müssen, ist dieses Verhalten noch tief in ihnen verankert.

Die größeren Hunde können von den zierlichen Samtpfoten deshalb schnell als Bedrohung wahrgenommen werden. Setzt beim Stubentiger dann der Fluchtreflex ein, aktiviert das beim Hund womöglich den Jagdinstinkt und Sie haben das klassische Hund-jagt-Katze-Szenario, das für beide böse enden kann.

So werden Hund und Katze doch noch Freunde

Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass die beiden ein hoffnungsloser Fall sind. Wollen Sie einen Hund und eine Katze zusammenführen, braucht das lediglich viel Zeit und Zuwendung, damit die beiden eine Chance bekommen, sich trotz der Missverständnisse richtig kennen- und verstehen zu lernen.

1. Eine Frage des Charakters

Zunächst spielt die Auswahl des neuen Mitbewohners eine wichtige Rolle. So sollten beide Tiere am besten charakterlich kompatibel sein: Ein lebhafter Hund passt wunderbar zu einer selbstbewussten Katze, während alte und ruhige Tiere auch besser miteinander klarkommen. Generell sollte das Alter so abgestimmt sein, dass niemand unterdrückt wird: Ist der Hund bereits ausgewachsen, sollte Miezi mindestens vier Monate alt sein, damit er sie als gleichwertig wahrnehmen kann.

Es ist in der Regel auch einfacher, eine Katze in einen Hundehaushalt zu integrieren, da Hunde als Rudeltiere Neuzugängen gegenüber meistens aufgeschlossener sind.

2. Bereiten Sie sie aufeinander vor

Niemand wird gern ins kalte Wasser geworfen. Gewöhnen Sie die beiden also ganz behutsam an den Geruch des anderen, indem sie Handtücher, Spielsachen oder andere Dinge mit den Duftstoffen des jeweils anderen an Hund oder Katze weitergeben. Auch auf dem Handy gespeicherte Klänge wie ein Bellen oder Miauen können hilfreich sein, böse Überraschungen zu vermeiden.

Zu Beginn sollte ohnehin für den Neuzugang ein eigenes Zimmer mit Schlaf- und Futterplatz eingerichtet werden, das das andere Haustier zunächst nicht betreten darf. Auch nach der Zusammenführung sollten Sie unterschiedliche Futterplätze beibehalten, damit kein Futterneid entstehen kann. Ebenso wie Sie das Katzenklo unzugänglich für den Hund machen sollten - unsere treuen Begleiter neigen leider dazu, daraus zu fressen, was für einen Stubentiger natürlich alles andere als angenehm ist.

3. Das erste Treffen

Hund und Katze sollten keinen direkten Zugriff aufeinander haben, damit sie sich nicht verletzen können. Achten Sie also darauf, dass Ihre Samtpfote in einem Transportkorb und der Hund angeleint ist. Setzen Sie die beiden nun einfach gegenüber und beobachten Sie das Kennenlernen. Loben Sie beide Tiere, wenn sie sich aufgeschlossen zeigen, aber erzwingen Sie dieses Verhalten keinesfalls und trennen Sie die beiden sofort beim ersten Anzeichen von Aggressionen, damit kein negativer Eindruck bleibt.

Vermeiden Sie auch unbedingt, dass die in der Transportbox sitzende Katze zu intensiv vom Hund beäugt und beschnüffelt wird. Da sie nicht fliehen kann, kann diese Situation sonst sehr schnell traumatisch werden.

Sind beide Tiere entspannt, können Sie es wagen, Ihren Stubentiger aus dem Korb zu befreien. Wollen Sie den Hund auch von der Leine lassen, sollten Sie zuerst einen Rückzugsort für Ihre Katze einrichten und den Hund danach am besten eine Runde Gassi führen, damit beide sich erst einmal beruhigen können. Optimal ist es dabei, wenn Sie zu zweit sind und beiden Tieren genügend Aufmerksamkeit schenken können, damit keine Eifersucht aufkommt.

Manchmal kann es eine Zeit dauern, bis Hunde und Katzen sich wirklich näher kommen. Irgendwann können Sie es dann aber wagen, die beiden auch allein zu lassen. Beobachten Sie beide bis dahin besonders aufmerksam, zeigen Sie ihnen aber, dass alles ganz normal ist, indem sie weiterhin Ihrem Alltag nachgehen. Diese Methode funktioniert natürlich am besten bei Tieren, die noch keine schlechten Erfahrungen mit der jeweils anderen Art gemacht haben. Am besten klappt es also, wenn beide noch Jungtiere und ohnehin neugieriger sind.