8 Schritte: So lernt Ihr Hund, allein zu bleiben

Am liebsten hätten wir unseren Vierbeiner rund um die Uhr an unserer Seite. Doch es hilft nichts: Hin und wieder muss er allein bleiben. So bringen Sie es ihm sanft bei.

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Leider ist es im Alltag nicht immer möglich, den geliebten Hund stets an seiner Seite zu haben. Gelegenheiten wie Arzttermine, Besuche im Krankenhaus oder auch der Einkauf sind nur einige Beispiele. Deshalb ist es wichtig, dass der Vierbeiner lernt, gelegentlich entspannt und angstfrei allein zu bleiben. So gewöhnen Sie Ihren Hund in acht Schritten ans Alleinsein.

1. Lassen Sie den Welpen bis zu seinem fünften Lebensmonat niemals allein

Kein Hund bleibt gern allein. Vor allem Hundebabys nicht, bei denen man den Fehler gemacht hat, sie zu früh von ihren Müttern zu trennen. Diese entwickeln später oft quälende Verlustängste.

Doch auch Hunde von verantwortungsvollen Züchtern sollen erst einmal in Ruhe ihr neues Zuhause kennenlernen und Vertrauen zum neuen "Rudel" aufbauen können. Deshalb ist es wichtig, dass in den ersten Monaten immer ein Familienmitglied zu Hause ist oder der Hund mitgenommen wird.

Auch erwachsene Tierheimtiere haben übrigens oft Probleme damit, allein zu bleiben, da sie aufgrund schlechter Bedingungen noch kein Vertrauen zu Menschen aufbauen konnten oder aus ihrem alten Zuhause gerissen wurden und so unter Trennungsangst leiden. Für sie gilt das gleiche Training.

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2. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung

Einem unausgelasteten Hund fällt es deutlich schwerer, allein zu bleiben. Wenn Sie mit dem Training beginnen, sollten Sie daher immer darauf achten, Ihrem Hund vorher genügend Bewegung verschafft zu haben. Planen Sie ausgiebige Spaziergänge oder (bei erwachsenen Hunden) Radtouren ein, nach denen Ihr Liebling ausgetobt und glücklich nach Hause kommt.

3. Beginnen Sie mit dem Training

Wenn das kleine Haustier sich müde in sein Bettchen gelegt hat, verlassen sie ganz natürlich den Raum, ohne dabei zu schleichen oder die Zimmertüre zu schließen. Läuft der Hund Ihnen gleich hinterher, ignorieren Sie ihn. Wenn er sich wieder hingelegt hat oder sich einem Spielzeug widmet, verlassen Sie wieder den Raum. So gewöhnt sich das Tier schnell daran, keinen direkten Kontakt mehr zu Ihnen zu haben, ohne dabei angstvoll zu reagieren.

Machen Sie sich dieses Spiel über mehrere Tage oder auch Wochen zur Gewohnheit, bis Ihr Hund es völlig selbstverständlich findet, dass er allein in einem Raum bleibt und sie vielleicht auch mal die Tür zu einem anderen Zimmer hinter sich schließen.

4. Verlassen Sie kurz die Wohnung

Wenn sich der Hund daran gewöhnt hat, dass sie öfters im Nachbarraum sind, dann können Sie im Programm fortfahren und zur Eingangstüre gehen, um die Wohnung zu verlassen. Sprintet der Kleine sofort hinterher, dann sagen Sie ein entschiedenes "Nein", schieben ihn gegebenenfalls sanft zur Seite und schließen von außen die Tür.

Verabschieden Sie sich nicht von Ihrem Hund. Er soll lernen, dass Ihr Gehen das Normalste von der Welt ist, um das man kein großes Gewese machen muss.

Warten Sie anfangs maximal drei Sekunden vor der Tür, bevor Sie wieder hereinkommen. So hat der Hund keine Chance Stress zu entwickeln. Je öfter Sie dies üben, umso gelassener wird Ihr Hund werden und nach einiger Zeit nicht mal mehr mit zur Tür tapsen. Er weiß schließlich, dass Sie eh gleich wieder hereinkommen.

5. Weiten Sie die Abwesenheit langsam aus

Nach und nach steigern Sie die Dauer, die Sie vor der Tür verbringen. Lassen Sie den Hund vorher sehen, dass Sie sich zum Weggehen anziehen. So ist er nicht überrascht und darauf vorbereitet, gleich allein zu bleiben.

Verlassen Sie ohne Hektik die Wohnung. Vor der Türe bleiben Sie einige Minuten (bitte ganz langsam die Dauer ausweiten) stehen. Lauschen Sie, was der Kleine macht oder entfernen Sie sich einige Meter von der Tür. Mit fortschreitendem Training können Sie auch einmal die Treppe herunter- und wieder herauflaufen, um ein echtes Weggehen zu simulieren. 

Wichtig: Wenn Ihr Hund heult und bellt, haben Sie die Dauer zu schnell ausgedehnt! Beginnen Sie dann wieder mit Schritt 4. Versuchen Sie, einen Moment abzupassen, in dem der Hund ruhig ist, denn sonst hat er den Eindruck, dass sein Heulen erfolgreich war und wird dies vielleicht auch künftig einsetzen.

6. Bleiben Sie ruhig und gelassen

Wenn Sie in die Wohnung zurückkehren, ignorieren Sie eine zu stürmische Begrüßung Ihres Hundes. Der Kleine muss lernen, dass ein gelegentliches Alleinbleiben normal ist und dass Sie immer bald wiederkommen. Überhäufen Sie ihn bei Ihrer Wiederkehr regelmäßig mit Leckerlis, kann auch das kontraproduktiv sein. Seine Vorfreude darauf könnte es ihm erschweren, ruhig und geduldig auf Ihre Rückkehr zu warten.

Gehört Ihr Hund zu den ruhigeren Zeitgenossen, darf er hingegen einen kleinen Leckerbissen bekommen, wenn er brav gewartet hat, ohne dabei die Wohnung zu verwüsten.

7. Bleiben Sie konsequent

Wenn sich der Hund an das tägliche Wegehen gewöhnt hat, können Sie die Zeit täglich um fünf Minuten verlängern. Mehr als 30 Minuten sollten es bei einem Welpen jedoch nicht sein. Auch bei erwachsenen Tieren gilt ein Alleinsein von täglich mehr als vier Stunden als nicht artgerecht.

Beim Weggehen können Sie Ihrem Hund eine kleine Kaustange hinlegen, damit er erst einmal abgelenkt ist und die Zeit Ihrer Abwesenheit sinnvoll verbringen kann.

8. Erkennen Sie, wenn Sie zu schnell waren

Wenn Ihr Hund nicht nach und nach immer länger allein bleiben kann, er bellt und ggf. sogar Dinge zerstört, strafen Sie niemals! Der Fehler liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Ihnen: Vielleicht sind Sie zu schnell vorgegangen? Manche Hunde brauchen länger, um entspannt allein zu bleiben. Gehen Sie dann nochmals die ersten sieben Schritte durch und räumen Sie einstweilen alle wertvollen Dinge und vor allem die, die Ihrem Hund schaden könnten weg.