Dobermann: Charakter, Haltung und Pflege

Der Dobermann ist ein eleganter, aber auch anspruchsvoller Hund. Diese Dinge sollten Sie über Haltung, Pflege, und Gesundheit wissen.

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Der Dobermann ist ein besonders eleganter, aber auch anspruchsvoller Hund. © iStock

Gäbe es in der Hundewelt Supermodels, dann würde der Dobermann mit Sicherheit ganz oben im Modelgeschäft mitmischen. Sein Aussehen ist elegant und sportlich, sein Charakter stolz und wachsam und, wie das so in der Modewelt vorkommt, auch etwas eigensinnig und kompliziert im Umgang.

Die Hunderasse erfordert nicht viel Pflege, aber reichlich Erfahrung und Sachkenntnis, denn Dobermänner sind wahre Arbeitstiere mit hohen Ansprüchen.

In unserem Rasseportrait haben wir für Sie alle wichtigen Informationen rund um den Dobermann zusammengefasst, von seinem Aussehen über seinen Charakter bis hin zu seiner Geschichte, die sich fast genau auf die 1880er-Jahre zurückdatieren lässt.

Wie groß ist ein Dobermann?

Der Dobermann gehört zu den großen Hunderassen und Rüden erreichen eine durchschnittliche Widerristhöhe zwischen 68 und 72 cm. Hündinnen können beim Dobermann zwischen 63 und 68 cm groß werden.

Wie schwer ist ein Dobermann?

Trotz ihrer Größe bringen die eleganten Hunde weniger Gewicht auf die Waage als andere große Hunderassen wie beispielsweise der Rottweiler. Ausgewachsene Dobermann-Rüden wiegen zwischen 40 und 45 kg und Hündinnen zwischen 32 und 35 kg.

Mein gesunder Dobermann
  • Ackerman, Lowell (Autor)

Wie sieht ein Dobermann aus?

Für viele Liebhaber gilt die Rasse aufgrund ihres Aussehens als das Idealbild eines Hundes. Der Dobermann hat einen eleganten, schlanken und dennoch muskulösen Körper mit langen und definierten Beinen.

Die Statur des Dobermanns

Sein Rücken ist gerade und gestreckt, der Hals lang und der Kopf schmal mit einer langen Schnauze und großen Schlappohren.

Sein Aussehen, seine Haltung und seine Gangart sollen stets Stolz, Würde und Wachsamkeit ausstrahlen, wodurch er auf viele Menschen jedoch auch einen „harten“ oder aggressiven Eindruck macht, obwohl dies keineswegs seinem Charakter entspricht.

3Das Fell des Dobermanns

Das Fell des Dobermanns ist kurz, glatt und dicht, ohne Unterwolle und laut Zuchtvorgaben in zwei Farbvarianten möglich:

  1. Schwarz
  2. Braun

Bei beiden Farben hat der Hund rostrote Flecken vor allem an den Läufen und um die Schnauze herum. Es gibt auch Hunde, die ein bläuliches oder weißes Fell haben, diese Farben sind jedoch in Deutschland bei der Zucht verboten und kommen hierzulande eher selten vor.

Kupieren? Auf keinen Fall!

Bis vor wenigen Jahrzehnten war es bei der Zucht noch Standard, bereits den Welpen den Schwanz zu amputieren und die Ohren in Form zu schneiden. Die Welpen mussten wochenlang ein Gestell und Klebeband um den Kopf tragen, damit ihre ursprünglichen Schlappohren zu Stehohren wurden.

Dieses gewollte Aussehen ist vermutlich auf den Einsatz des Dobermanns als Wach- und Schutzhund zurückzuführen. Durch das Kupieren von Schwanz und Ohren sollten sie im Ernstfall weniger Angriffsfläche bieten.

Das für die Welpen sehr schmerzhafte und traumatisierende Kupieren der Rute und der Ohren ist heutzutage glücklicherweise in den meisten europäischen Ländern verboten.

 

Wie alt wird ein Dobermann?

Die Lebenserwartung der Hunderasse liegt bei durchschnittlich 8 bis 13 Jahren und hängt wie bei allen Hunden stark von der Gesundheit, der Pflege und der Herkunft ab.

Der Dobermann ist leider ein Paradebeispiel für Zuchthunde, bei denen in der Vergangenheit viel mehr Wert auf das Aussehen als auf die Gesundheit oder Pflege geachtet wurde, wodurch das durchschnittliche Alter von Dobermännern zeitweise bei nur 7 Jahren lag.

Inzwischen wurden die Zuchtvorschriften verschärft. Es wird nun wieder mehr auf ein natürliches und gesundes Aussehen geachtet, wodurch die Lebenserwartung der Tiere wieder steigt.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Dobermann?

Die Rasse wurde und wird auch heute noch sehr gern als Diensthund eingesetzt. Seine körperliche Fitness, seine hohe Intelligenz und sein unerschrockener, mutiger Charakter machen den Dobermann zu einem idealen Schutz- und Wachhund.

Doch trotz seines beeindruckenden Aussehens ist der elegante Hund im Grunde ein sanftes, verschmustes und anhängliches Familientier, das seine Bezugspersonen über alles liebt und ihnen unbedingt gefallen möchte.

Der Dobermann bindet sich gewöhnlich besonders stark an nur eine einzelne Person, die er bedingungslos als Rudelführer anerkennt. Bei entsprechender Sozialisierung akzeptiert und unterwirft sich der Hund jedoch auch schnell weiteren Familienmitgliedern oder Bezugspersonen. Gleichzeitig besitzt er von Natur aus und aufgrund bestimmter Präferenzen in der Zucht einen relativ stark ausgeprägten Schutz- und Jagdinstinkt.

Verhält sich der Dobermann innerhalb seiner Familie bei entsprechender Erziehung sehr sanft, liebevoll und unterwürfig, so begegnet er fremden Menschen meistens misstrauisch und wachsam. Dadurch haben Dobermänner leider von vielen Menschen das Stereotyp des aggressiven Kampfhundes zugeschrieben bekommen. Gesteigerte Aggressivität ist jedoch – so wie bei allen anderen häufig vorverurteilten Hunderassen – hauptsächlich auf eine falsche Erziehung, mangelnde Sozialisierung und Vernachlässigung des Hundes zurückzuführen.

Der Hund hat von Natur aus einen starken Arbeitseifer und ist sowohl psychisch als auch körperlich am besten ausgelastet, wenn er eine Aufgabe übernehmen kann, die ihn täglich fordert.

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Rüden werden beim Dobermann bis zu 72 cm groß. © iStock

Woher kommt der Dobermann?

Der Dobermann gehört zu den eher jüngeren Hunderassen, deren Ursprünge sich auf einen einzelnen Züchter in Deutschland zurückführen lassen.

Der deutsche Steuereintreiber Karl Friedrich Louis Dobermann aus dem Städtchen Apolda in Thüringen suchte in den 1880er-Jahren einen zuverlässigen, treuen Begleiter, der ihn bei seiner Arbeit sowohl schützte und ihm außerdem Respekt verschaffte, wenn ein Schuldner sein Geld nur zögerlich herausrücken wollte.

Unzufrieden mit bereits existierenden Schutzhunden legte er die Grundlagen für einen neuen Hund, der Stärke, Mut, Intelligenz und Durchsetzungskraft vereinen sollte.

Aus welchen Rassen entstand der Dobermann?

Welche ursprünglichen Hunderassen dem Dobermann zugrunde liegen, ist heute nicht mehr nachzuweisen. Die meisten Experten gehen jedoch davon aus, dass vor allem Pinscher, Schäferhunde, Doggen, Rottweiler und Weimaraner in den Dobermann gemixt wurden.

Nach Karl Dobermanns Tod übernahm Otto Göller die Zucht und bereits 1895 wurde die neue Rasse in Deutschland anerkannt. Ihren ursprünglichen Zweck als Gebrauchshund führen die Hunde bis heute aus und sie sind beliebte Arbeitstiere für die Polizei, im Hundesport und sogar als Servicehunde.

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Dobermann: Die richtige Haltung und Erziehung

Das wichtigste zuerst: Ein Dobermann ist kein Hund für Jedermann. Die fleißigen Tiere erfordern bei der Haltung viel Willensstärke, Einfühlungsvermögen, Zeit, Geduld und Sachkunde.

Ihr hoher Arbeitswille macht sie zu perfekten Dienst- und Begleithunden, die jedoch auch eine hohe körperliche und geistige Auslastung erfordern, denn der Dobermann gehört zu den 10 klügsten Hunderassen der Welt. Mit Intelligenzspielen für Hunde kann man dem eleganten Vierbeiner daher eine große Freude machen.

Der Lebensstil auf der Couch mit nur kurzen Gassirunden auf denen hier und da ein Stöckchen geworfen wird, kommt für ihn überhaupt nicht infrage, genauso wenig wie ein Leben im Zwinger. Anspruchsvolle Apportierspiele sind da schon eher etwas für ihn.

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Der Dobermann braucht eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu seiner Bezugsperson, die sich täglich mit ihm beschäftigt, ihn herausfordert und sein Temperament ruhig aber konsequent in sinnvolle Bahnen lenkt.

Der Dobermann als Stadt- und Familienhund?

Die kraftvollen Tiere sind für die Großstadt weniger gut geeignet als für das Land, wo sich ihnen viel Auslauf und Aktivitäten im Freien anbieten.

Mit ihrem Haushalt kommen sie sehr gut zurecht und sie ordnen sich in der Regel leicht und schnell auch anderen Personen unter. Dabei ist wichtig, dass der Hund bereits im Welpenalter entsprechend sozialisiert wird, damit er unbekannten Menschen und Tieren nicht misstrauisch und aggressiv gegenübertritt.

Mit einer konsequenten Erziehung und Sozialisierung eignet sich der Dobermann als liebevoller, verspielter Familienhund, wobei jedoch stets sein ausgeprägter Schutzinstinkt berücksichtigt werden sollte.

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Welche Pflege braucht der Dobermann?

Fordert der Hund vor allem bei seiner Erziehung und Beschäftigung viel Zeit ein, so ist er in der Pflege sehr genügsam. Das Fell sollte alle paar Tage gebürstet und Ohren, Augen, Krallen und Haut regelmäßig kontrolliert werden, ansonsten benötigt der Dobermann keine weitere besondere Pflege.

Achten Sie beim Dobermann auf eine hochwertige Ernährung. Der Hund hat bei entsprechender Auslastung einen recht hohen Energiebedarf. Diesen sollten Sie mit einem qualitativ hochwertigen Futter decken. Auch eignet sich Barfen beim Dobermann als eine artgerechte Alternative in der Ernährung.

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Welche typischen Krankheiten hat der Dobermann?

Die Gesundheit ist ein großes Thema beim Dobermann. Aufgrund falscher Prioritäten, Ignoranz und Fehler bei der Zucht in der Vergangenheit haben die Hunde heute mit einer Reihe von rassespezifischen Krankheiten zu kämpfen, die leider auch bei bester Pflege und Ernährung immer noch sehr häufig auftreten.

Zu diesen Erbkrankheiten gehören unter anderem die dilatative Kardiomyopathie, eine sehr aggressive Erkrankung des Herzens, die auch bei ansonsten gesunden Hunden zum plötzlichen Herzstillstand führen kann. Sie tritt bei keiner anderen Hunderasse so oft auf wie bei Dobermännern.

Dazu kommen weitere Probleme mit der Gesundheit wie das Kongenitale Vestibularsyndrom, das zur Taubheit und zu Gleichgewichtsstörungen führt, das Wobbler-Syndrom, bei dem es zu schweren Schäden im Rückenmark der Halswirbelsäule kommt, und Blutgerinnungsstörungen.

Was kostet ein Dobermann?

Wegen der erblichen Krankheiten sollten Welpen dieser Rasse ausschließlich bei seriösen Züchtern aus einem Verband oder Verein gekauft werden. Dort wird selbstverständlich auf das Kupieren verzichtet und auf gesunde Elterntiere geachtet. Zudem bekommen die Welpen dort schon in den ersten Lebenswochen die richtige Ernährung und Pflege.

Dobermann-Welpen kosten durchschnittlich zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Informieren Sie sich vor einem Kauf unbedingt über das jeweilige Zuchtziel eines Wurfs, da Züchter meistens zwischen Arbeits- und Familienhunden unterscheiden. Sie weisen unterschiedliche Wesenszüge auf, insbesondere in den Bereichen Reizbarkeit und Jagd- und Schutzinstinkte, und eignen sich daher für den einen Einsatzzweck weniger gut als für einen anderen.

Sollten Sie sich für diese elegante, aber auch anspruchsvolle Hunderasse entscheiden, wünschen wir Ihnen eine wundervolle Zeit mit Ihrem traumhaft schönen Tier. ♥

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Letzte Aktualisierung am 10.06.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API