Weimaraner: Charakter, Aussehen, Pflege

Weimaraner sind bildschöne Hunde. Hier erfährst Du alles über die eleganten Vierpfoter und auch, warum sie sich nicht als Familienhund eignen.

Der Weimaraner ist ein höchst eleganter Hund
Der Weimaraner ist ein traumhaft schöner Hund. Ein Familienhund ist er allerdings nicht. ©Bigandt_Photography/iStock

Wenn man Hund, Schönheit und Eleganz zusammenzählt, dann kann nur der Weimaraner rauskommen. Die Rasse mit der vornehmen silbrigen Fellfarbe, dem schönen Gesicht und dem großgewachsenen, schlanken Körper wird von vielen Liebhabern und Hundekennern als eine der elegantesten Hunderassen überhaupt bezeichnet. Und das völlig zu Recht.

In Deutschland gilt der Weimaraner als beliebter Jagdhund und in gewissen Kreisen leider auch als Statussymbol, ähnlich wie ein Luxusauto oder Markenkleidung. Doch die Rasse ist viel mehr als nur elegant. In den Hunden steckt ein intelligenter, anhänglicher und fleißiger Charakter, der viel zu bieten hat und auch einiges von seinen Menschen fordert.

In unserem Rasseporträt haben wir alle wichtigen Informationen rund um den Jagdhund zusammengefasst: wie er aussieht, woher er kommt, wie es um seine Gesundheit steht und wie man ihn erzieht.

Wie sieht ein Weimaraner aus?

Beim Aussehen des Weimaraners passt wohl alles. Genau deswegen verlieben sich nicht nur Hundekenner und Jäger in die schönen, fleißigen Hunde. Besonders auffällig und in der Hundewelt ansonsten extrem selten ist sein silbergrau glänzendes Fell, welches sehr elegant wirkt. Andere (zulässige) Farben sind rehgrau oder mausgrau.

Die Fellstruktur des Weimaraners gibt es in zwei verschiedenen Varianten:

  1. kurze, sehr dichte und glattanliegende Struktur und
  2. Langhaarstruktur mit mittellangen, glatten oder leicht welligen Haaren, besonders an den Ohren und der Rute.

Zu den Anfangszeiten der Zucht waren Welpen mit einer Langhaarstruktur im Fell leider unerwünscht und sie wurden oft vom Züchter getötet. Langhaar-Weimaraner gibt es heute daher eher seltener und die Kurzhaarvariante überwiegt.

Der Körperbau der Rasse ist schlank, aber kräftig mit sehnigen und muskulösen Gliedern. Die Augen sind bei Welpen meist himmelblau und wechseln im Alter zu einem schönen Bernstein. Die Schlappohren sind ziemlich lang und reichen gewöhnlich bis zum oder über den Unterkiefer.

Wie groß ist ein Weimaraner?

Der Weimaraner gehört zu den großen Hunderassen mit einer Widerristhöhe zwischen 59 cm und 70 cm bei den Rüden und zwischen 57 cm und 65 cm bei den Hündinnen.

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Wie schwer ist ein Weimaraner?

Das Gewicht des Weimaraners liegt bei Rüden zwischen 30 kg und 40 kg und bei Hündinnen zwischen 25 kg und 35 kg.

Ein Weimaraner in Aktion
Mit Vollgas unterwegs: Der Weimaraner braucht rassespezifische Aufgaben, sonst wird er nicht glücklich … und Du auch nicht. ©Bigandt_Photography/iStock

Wie alt wird ein Weimaraner?

Der Weimaraner strotzt nur so vor guter Gesundheit. Dementsprechend hoch ist auch seine Lebenserwartung: Durchschnittlich 10 bis 14 Jahre kann der schöne Graue alt werden. Damit gehört die Rasse unter den großen Hunderassen zu einer der langlebigsten.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Weimaraner?

Die Rasse wird in erster Linie immer noch als Jagdhund gezüchtet. Dementsprechend ist auch der Charakter des Weimaraners geprägt. Der Hund gilt als sehr zuverlässig, vielseitig, ausdauernd und leicht zu führen. Dies sind alles Eigenschaften, die einen guten und kompetenten Jagdhund ausmachen. Sein Gehorsamkeitswille ist stark ausgeprägt, allerdings in der Regel meistens nur in Bezug auf eine einzige Person.

Da die in Deutschland gezüchteten Weimaraner bevorzugt an Jäger abgegeben werden, weisen diese Hunde auch eine sogenannte Wildschärfe auf. Das bedeutet, dass sie Wild nicht nur aufspüren, sondern bei Bedarf auch erlegen. Außerdem ist ihr Wach- und Schutztrieb sehr ausgeprägt. Und das gilt nicht nur bei der Jagd, sondern auch zu Hause.

Fremden Personen und Tieren begegnet der Hund misstrauisch und wachsam, jedoch bei guter Erziehung nicht bedrohlich oder aggressiv. Er benötigt eine Weile, ehe er sich an unbekannte Menschen und Tiere gewöhnt hat und bis er diese toleriert.

Sein Bewegungsdrang und Beschäftigungsbedarf sind sehr hoch, ebenso sein Geselligkeitsbedürfnis. Die Hunde gelten als sensibel und anhänglich, die überhaupt nicht gern über längere Zeit von ihrer Bezugsperson getrennt sind. Sind sie zu lange alleine, können sie Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

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Ein Weimaraner im Feld
Sieht so ein zufriedener Hund aus? Wir glauben, schon! ©Aleksandr Zotov/iStock

Woher kommt der Weimaraner?

Wie bei vielen anderen Hunderassen kann heute nicht mehr viel über die Ursprünge des Weimaraners nachgewiesen werden. Bekannte, aber nicht belegte Theorien sind, dass die Vorfahren der Rasse mit anderen Hunderassen wie dem Deutsch Kurzhaar, dem Bloodhound oder dem English Pointer eingekreuzt wurden.

Als nachweisbar gilt, dass ab Anfang des 19. Jahrhunderts die Hunde im Umkreis der deutschen Stadt Weimar immer öfter gezielt als Jagdhund gezüchtet wurden. Deswegen durften sie auch den Namen der Stadt übernehmen. Einer der bekanntesten deutschen Züchter zu der Zeit war der Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenbach.

Der schnelle, starke und intelligente Hund wurde in Adelskreisen immer mehr als zuverlässiger Jagdhund geschätzt. Im Jahr 1897 wurde die Rasse offiziell anerkannt und als Standard definiert. Da der Hund seit der offiziellen Anerkennung in der Zucht hauptsächlich reinrassig gehalten wird, gilt er heute als älteste Vorstehhunderasse in Deutschland.

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Infos zur Hunderasse Weimaraner
Immer im Einsatz fühlt sich der Weimaraner am wohlsten in seiner Haut. ©Ksenia Raykova/iStock

Weimaraner: Die richtige Haltung und Erziehung

Die meisten deutschen Züchter sind heute im offiziellen Weimarer-Zuchtverband organisiert und strengen Vorgaben und Regelungen unterworfen. Die Hunde werden von ihnen (wie auch beim Vizsla oder Deutsch Drahthaar) so gut wie nur an Jäger vermittelt. Dementsprechend ist die Rasse als reiner Familienhund und für Hundeanfänger nicht geeignet.

Die für die Jagd wichtigen und geschätzten Eigenschaften sind in der Zucht nach wie vor favorisiert. Dadurch bringen die Hunde einen ausgeprägten Jagd- und Wachtrieb mit und brauchen eine erfahrene Führungskraft. Ideal ist ein ausgebildeter Jäger. Der Hund mit dem willensstarken Charakter erfordert für seine optimale Haltung und Erziehung einen selbstbewussten, durchsetzungsfähigen und konsequenten Menschen, damit der Weimaraner sein Frauchen oder Herrchen als Führungsperson anerkennt.

Sein Jagdtrieb muss mit entsprechenden Aktivitäten gestillt werden, wenn der Weimaraner nicht jagdlich arbeiten darf. Das können als Ersatz für seine Arbeit als Jagdhund beispielsweise Beschäftigungen wie Fährtensuche, Mantrailing, anspruchsvolle Dummy-Arbeit und ähnliche Aufgaben sein. Spiele und Herumtollen im Freien allein ersetzen sein ausgeprägtes Beschäftigungsbedürfnis keineswegs. Das erklärt auch, weshalb sich der Hund nicht „nur“ als Familienhund eignet.

Welche Pflege braucht der Weimaraner?

Im Gegensatz zu seinen hohen Ansprüchen in der Erziehung und Führung und dem nicht zu unterschätzenden Charakter sind Weimaraner sehr pflegeleicht. Das kurze Fell braucht nicht viel Pflege. Es muss nur ein- bis zweimal die Woche gebürstet werden, bei Langhaar-Weimaranern etwas öfter. Wie bei allen Hunderassen mit großen Schlappohren sollten Halter diese regelmäßig kontrollieren und säubern. Mehr Pflege ist bei diesem Hund kaum nötig.

Welche typischen Krankheiten hat der Weimaraner?

Die Züchter, die sich im deutschen Weimaraner-Club zusammengeschlossen haben, sind strengen Regeln und Standards unterworfen. Das hat dazu geführt, dass die dort gezüchteten Welpen heute eine sehr robuste Gesundheit mitbringen.

Rassespezifische Krankheiten sind bei diesen Hunden sehr selten, können aber dennoch vorkommen. Dazu gehören die für große Hunde typische Hüftgelenksdysplasie, bestimmte Erkrankungen der Augen oder Ohren und auch die gefürchtete Magendrehung.

Zwei Weimaraner-Welpen
Weimaraner-Welpen sind nicht nur zuckersüß. Sie haben dann auch noch diese bezaubernden, blauen Augen. ♥ ©monicadoallo/iStock

Was kostet ein Weimaraner?

Diese Frage ist der große Knackpunkt beim Weimaraner. Welpen aus dem offiziellen Züchterverband, wo Welpen sowieso fast nur an Jäger abgeben werden, kosten zwischen 1.300 Euro und 1.500 Euro. Oftmals sogar mehr.

Gleichzeitig ist der silbergraue Hund in vielen Ländern aufgrund seiner Schönheit mittlerweile als Familienhund und leider auch als Statussymbol immer beliebter geworden. Durch diese hohe Nachfrage und die strengen Abgaberegeln des deutschen Züchterclubs haben sich parallel dazu neue „Züchter“ entwickelt. Sie verkaufen ihre Welpen als Familienhunde, meistens für niedrigere Preise. Diese Welpen solltest Du auf keinen Fall kaufen.

Die Zucht außerhalb des deutschen Züchter-Verbunds konzentriert sich bei den Hunden oftmals leider nur auf das Aussehen, viel weniger auf die Gesundheit und auf ausgeglichene Wesenszüge. Die strengen Regeln des offiziellen Zuchtverbands gelten hier nicht und können kaum kontrolliert werden. Als Folge gibt es immer mehr Weimaraner, die in falsche Hände geraten und dort anschließend ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, Nervosität und Wilderei entwickeln und zusätzlich auch verstärkt an rassespezifischen Krankheiten sterben. Allein die Kosten für Strafzahlungen, mögliche Gerichtsverfahren und Behandlungskosten können hier schnell explodieren.

Welpen nur beim offiziell anerkannten Züchter zu kaufen, hat neben den hohen Prüfstandards bei Gesundheit und Wesen noch einen weiteren Vorteil: Die Züchter prüfen auch Dich. Sie betrachten Deine Lebensumstände und Erfahrungen und ermitteln anschließend, ob einer der zuckersüßen Welpen mit den himmelblauen Augen für Dich überhaupt geeignet ist. Dies ist zwar ein arbeitsintensiver Prozess, erspart sowohl Dir als auch dem Hund langfristig jedoch jede Menge Probleme. ♥