Liebesbiss der Katze: Das steckt dahinter

Wolltest Du Deinen Schatz schon einmal sprichwörtlich vor Liebe auffressen? Dann ahnst Du sicher schon, was der Liebesbiss der Katze bedeutet.

Liebesbiss der Katze: Autsch!
Die Katze oder der Kater hat Dich ganz offensichtlich zum Fressen gern. ©zsv3207/iStock

Das Raubtiergebiss unserer Stubentiger mit seinen langen spitzen Eckzähnen mag für die Mäusejagd ideal konstruiert sein. Doch niemand erfährt gern am eigenen Leib, wozu es fähig ist. Denn beißt die Katze erst einmal zu, kann das ganz schön wehtun.

Katzenkenner wissen jedoch, dass nicht alle Bisse unserer Fellnasen dasselbe bedeuten – sie unterscheiden sich in ihrer Heftigkeit und in ihrer Ursache. Wir wollen hier etwas Licht auf das Geheimnis der Liebesbisse unserer Katzen werfen. Dabei zeigen wir Dir auch, wie Du die Körpersprache Deines Vierpfoters lesen solltest, damit der Katzenbiss für Dich nicht völlig unerwartet kommt.

Der Katzenbiss passiert oft beim Streicheln

Du liegst gemütlich mit Deinem pelzigen Schatz auf der Couch und streichelst ihn zärtlich. Wie aus dem Nichts beißt er Dir plötzlich in die Hand oder knabbert an Deinem Finger. Natürlich fragst Du Dich, was Du falsch gemacht hast und warum Deine Katze grundlos aggressives Verhalten zeigt. Vielleicht durchsuchst Du sogar Deine Ratgeber nach Antworten.

Lass Dich beruhigen: Weder das eine noch das andere ist wahr. Du hast alles richtig gemacht – Deine Katze beißt allein deshalb, weil sie sich wohl und geliebt fühlt. Diese Zuneigung zeigt sie durch das unerwartete Verhalten. Hier handelt es sich um einen sogenannten Liebesbiss.

Was sind Liebesbisse der Katze?

Liebesbisse werden im Amerikanischen auch als „petting-induced aggression“ beschrieben (durch Streicheln ausgelöste Aggression). Dieser Ausdruck beschreibt treffend, was ein Liebesbiss ist und worauf er zurückzuführen ist. Es handelt sich um eine Form des Angriffs auf eine Person oder einen Gegenstand, dessen Auslöser Zärtlichkeit und Intimität sind.

Einen Liebesbiss kannst Du an mehreren Kennzeichen erkennen:

  • Meist passiert er in einer vollkommen entspannten Situation, beim Streicheln, Kraulen oder Dösen.
  • Er passiert urplötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung. Nur, wenn Du Deine Katze ganz genau kennst, beobachtest und lesen kannst, kannst Du ihn frühzeitig erkennen.
  • Bisse aus Zuneigung erfolgen meist nach einem intensiven Lecken der Hand, die streichelt und liebkost. Das Lecken wird bis zum Liebesbiss immer stärker – nachher lecken die Katzen weiter an der Hand und agieren so, als ob nichts gewesen wäre.
  • Bei einem lieb gemeinten Biss wird selten die Haut verletzt.
  • Er wird nie von Fauchen oder Knurren begleitet und es kommen keine Krallen zum Einsatz. Die Katze bleibt grundsätzlich entspannt – nur kurz vor dem Liebesbiss verrät ihre Körpersprache eventuell eine leichte Anspannung.
Beißt die Katze aus Liebe, kann das ganz schön wehtun.
Autsch, wenn Liebe doch nicht immer so wehtun würde! 😉 ©Iurii Garmash/iStock

Warum beißt die Katze aus Liebe?

Ratgeber sehen den Ursprung dieses Verhaltens tatsächlich im Paarungsverhalten der Katzen. Wenn der Kater sich mit einer weiblichen Katze paaren möchte, beißt er sie vorher mehrmals zärtlich in den Nacken. Kurz vor der eigentlichen Paarung beißt der Kater sich dann richtig fest. Katzen wollen laut Ratgeber mit dem Liebesbiss einen Überschuss an Energie und Spannung abbauen, die sich beim Kraulen und Liebkosen – ähnlich wie bei der Paarung – aufbaut.

Wenn Du als Halter eine so große Intimität mit Deiner Katze hast, dass sie Dich liebevoll beißt, solltest Du Dir eigentlich zu einer gelungenen und vertrauensvollen Tier-Mensch-Beziehung gratulieren. Zumindest scheint mit der Bindung zur Katze vieles sehr in Ordnung zu sein.

Was bedeuten Liebesbisse der Katze?

Die eigentliche Bedeutung hinter den Liebesbissen ist somit erklärbar: Sie sind Teil des ganz normalen sozialen Instinkts der Katze. Die Beziehung unter den Artgenossen in einem Rudel wird durch gegenseitiges liebevolles Beißen gestärkt. Ratgeber bestätigen, dass dasselbe auch für die Beziehung zwischen den schnurrenden Hausgenossen und ihren Haltern gilt. Deshalb ist auch dort hier und da ein Katzenbiss aus Liebe zu beobachten.

Liebesbisse der Katze können im Eifer der Liebe schon mal passieren.
Knabbern aus Liebe … eigentlich ist das ja schon sehr süß. ©Bogdan Kurylo/iStock

Wie unterscheiden sich Liebesbisse vom „echten“ Beißen?

Obacht, es wird kurz technisch: Der Beißkraftquotient gibt das Verhältnis von Beißdruck und Körpermasse an. Wir Menschen haben einen Beißkraftquotienten von etwa 5, ein Leistenkrokodil beißt mit einem Quotienten von etwa 30. Was ihre Beißleistung betrifft, befindet sich unsere Schmusekatze mit einem Quotienten von 16 in etwa dazwischen.

Doch beißen Katzen mit voller Kraft nur bei der Jagd und bei der Verteidigung. In diesen Situationen setzen sie auch ihre Krallen ein, die sie bei der Jagd zum Festhalten und bei der Verteidigung zum Kratzen nutzen.

Lies dazu auch: Der Katze die Krallen schneiden – ja oder nein?

Bei Liebesbissen setzen Katzen nur einen Bruchteil ihres Beißdrucks ein und benutzen ihre Krallen nicht – höchstens fahren sie diese aus und wieder ein, jedoch ohne zu kratzen. Ein solcher Katzenbiss kündigt sich nicht wie ein echter Biss durch einen angespannten Körper und Warnlaute an. Dieses Zeichen der Zuneigung kommt für unerfahrene Katzenhalter, die die Körpersprache noch nicht lesen können, oft wie aus dem Nichts.

Liebesbiss: Die Katze hat den Menschen zum Fressen gern.
Eine Hand zum Anbeißen finden viele Katzen vor allem beim Streicheln oder bei der Fellpflege. ©Kseniia Soloveva/iStock

Warum sind Katzenbisse gefährlich?

Je mehr Kraft Katzen beim Beißen anwenden, umso eher wird die Oberhaut (Epidermis) durchstoßen und umso eher kommt es zum Eindringen von Bakterien in den Körper.

Besonders gefährdet sind durch dieses Verhalten die Hand und die Handgelenke: Hier befinden sich viele Sehnen und Sehnenscheiden. Bei einem Biss können Erreger sich in diesen Regionen einnisten und ausbreiten, bevor das Immunsystem über das Blut eingreift. So kommt es bei 50 Prozent aller echten Katzenbisse zu Infektionen, die bei Nichtbehandlung zu einer Blutvergiftung (Sepsis) oder zu Wundstarrkrampf (Tetanus) führen können. Bei einem echten Biss solltest Du also einen Arzt prüfen lassen, ob etwas behandelt werden muss.

Hunde und Katzen beißen unterschiedlich

Die Zähne von Katzen sind spitzer und feiner als die vom Hund. Katzen erreichen mit ihren Reißzähnen – ähnlich den Nadeln einer Injektionsspritze – tiefere Geweberegionen als der Hund. Im Gegensatz dazu kommt es beim Hund nur bei drei Prozent aller Bisse zu Infektionen. Allerdings richtet der Hund mit seinem mächtigen Gebiss durch die schwereren Verletzungen auch mehr Schaden an.

Katzen beißen anders. Hier ist klar zwischen den echten Bissen und den Liebesbissen unserer Vierpfoter zu unterscheiden. Es handelt sich um ein nicht miteinander in Beziehung stehendes Verhalten. Bei den Liebesbissen von Katzen kommt es selten zu einer Verletzung der Epidermis und die Erreger auf den Zähnen dringen nicht in den Körper ein. Es ist höchstens ein leichter Abdruck der Zähne auf der Haut zu sehen oder ein feiner Piks zu spüren. Aus diesem Grund sind die Liebesbisse der Katze grundsätzlich unbedenklich und ungefährlich.

Eine Katze beißt aus Liebe.
Ach Gottchen, diese Sphinx sieht beim liebevollen Knabbern einfach zu niedlich aus. ©ElenaBoronina/iStock

Kann man Liebesbisse abgewöhnen?

Viele Katzenliebhaber empfinden die Liebesbisse ihres Stubentigers als gar nicht so unangenehm – natürlich nur dann, wenn er es mit seinen Beweisen der Zuneigung nicht zu sehr übertreibt. Wenn es nicht bei einem leichten Piks oder Zwicken bleibt, solltest Du Deinem schnurrenden Freund mit einem Trick das unerwünschte Verhalten abtrainieren.

Mit Negativem verknüpfen

Nicht alle Ratgeber befürworten die Methode, denn schließlich ist das Knabbern oder Beißen ja ein Zeichen der Liebe. Allerdings kann das Verknüpfen des Liebesbisses mit einer unangenehmen Erfahrung dafür sorgen, dass Katzen dieses Verhalten sein lassen.

Voraussetzung dafür ist zunächst das genaue Beobachten der Körpersprache der Katzen. Lerne sie zu lesen. So kannst Du mehr oder weniger einfach feststellen, in welchen Situationen sie beißen und an welchen Signalen Du das erkennen und festmachen kannst. Wenn sie dann zum Biss ansetzen, musst Du diesen mit einem für die Katzen negativen Geräusch verbinden. Ein Pfiff, ein lauter Buuuuuh-Ruf oder ein krächzendes Nein könnten laut Ratgeber schon nach wenigen Trainingseinheiten für Erfolg bei dem Kater oder der Katze sorgen.

Ablenken

Eine andere Lernmethode bei Katzen ist die spontane Ablenkung. Das unerwünschte Verhalten muss ganz kurz vor seinem Ausbruch übersprungen werden, indem die Katze etwas Interessanteres zu riechen oder zu lecken bekommt als die Hand. Du beobachtest Deinen Tiger also und gibst ihm einfach jedes Mal kurz vor dem Beißen beispielsweise einen Zentimeter Lachscreme.

Den meisten Katzenfreunden genügt jedoch das Wissen, dass ihre Katzen nicht bösartig beißen, um sich keine Sorgen mehr zu machen. Ratgeber für Katzen bestätigen, dass dieses Verhalten genetisch gesteuert ist und keine Rückschlüsse auf tiefer sitzende Probleme zulässt. Freuen wir uns also einfach über dieses Zeichen der Zuneigung … auch wenn es manchmal etwas zwickt. ♥

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