Kastration der Katze: Vor- und Nachteile

Soll man die Katze oder den Kater kastrieren oder nicht? Die Kastration hat Vorteile, aber auch Nachteile. Hier erfahren Sie sie!

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Pro & Contra Kastration: Das müssen Sie wissen. © iStock

Bei dem Thema Kastration der Katze scheiden sich die Geister. Einige sehen sie als dringend erforderlich an, während andere ihr Haustier nicht kastrieren möchten. Eine Abwägung der Vor- und Nachteile stellen wir Ihnen im folgenden Artikel vor.

Vorteile der Kastration

Der Eingriff zur Kastration der Katze hat verschiedene Vorteile, die wie im Folgenden aufführen. Die Nachteile finden Sie weiter unten im Text.

1. Beitrag zum Tierschutz

Der offensichtliche Vorteil in der Kastration von Katzen liegt im Tierschutz. Durch die Kastration lässt sich ein ungehindertes Fortpflanzen verhindern. Immerhin sind Kater immer paarungsbereit und die weiblichen Tiere mehrere Male im Jahr fruchtbar.

Gerade Freigängerkatzen können somit die Katzenpopulation immens ansteigen lassen, was viel Elend mit sich bringt. Viele der Kitten landen im Tierheim oder verenden auf der Straße.

 

2. Schutz vor Verletzungen und Krankheiten

Auch der Gesundheit des eigenen Haustieres zuliebe ist eine Kastration empfehlenswert. Paarungsbereite Katzen und Kater (Lesen Sie hier, welches Geschlecht besser zu Ihnen passt.) gehen viel häufiger streunen.

Dadurch sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt, die vom Unfall mit einem Auto bis hin zu Revierkämpfen reichen.

Besonders die nicht kastrierten Kater sind überaus kampfbereit, worunter auch andere Katzen aus dem gleichen Haushalt leiden können. Darüber hinaus erhöht sich durch eine stärkere Interaktion der Katzen untereinander das Risiko einer Krankheitsübertragung.

3. Schutz der weiblichen Katze vor Erkrankungen

Weibliche, kastrierte Katzen haben für gewöhnlich eine längere Lebenserwartung als unkastrierte Tiere. Der Grund hierfür liegt in der Gefahr für hormonell bedingte Erkrankungen wie Gebärmuttervereiterungen, Gebärmutterentzündungen und Brustkrebs.

Lesen Sie dazu auch: Lebenserwartung – Wie alt werden Katzen?

Werden die Katzen kastriert, entfällt dieses Risiko automatisch. Beachtenswert ist außerdem, dass sich Katzen durch die Paarung eine Infektion zuziehen können. Auch die spätere Schwangerschaft kann ein Gesundheitsrisiko darstellen.

4. Mehr Harmonie im Haus

Kastrierte Katzen sind ruhiger und ausgeglichener. Dadurch führen sie selbst und der Halter mit ihnen ein harmonischeres Leben. Zudem berichten viele Tierhalter, dass ihre kastrierte Katze deutlich anhänglicher ist.

Bei nicht kastrierten Katern besteht zudem das Risiko, dass dieser die Wohnungseinrichtung mit stark riechenden Markierungen übersät. Sollte das einmal passieren, helfen unsere Tipps: Katzenurin entfernen.

Die Weibchen werden dank der Kastration nicht mehr rollig, wodurch sowohl sie als auch die Mitbewohner im Haus an Lebensqualität gewinnen.

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Die Kastration einer Katze hat auch Nachteile. © iStock

Nachteile der Kastration

Der medizinische Eingriff hat jedoch nicht nur Vorteile. Es entstehen auch Nachteile bzw. Gefahren durch eine Kastration.

1. Komplikationen bei der OP

Einige Katzenbesitzer haben Angst vor der Kastration ihrer Katze, da sie das Narkoserisiko sehen. Wer zu einem erfahrenen Tierarzt geht, muss sich davor jedoch grundsätzlich nicht fürchten.

Die Kastration stellt einen Routineeingriff dar, der in der Regel ohne Komplikationen gelingt. Darüber hinaus sind Tierärzte und Tierkliniken heutzutage sehr gut ausgestattet. Auch die Qualität der Narkosemittel ist inzwischen sehr gut.

Gesunde Haustiere überstehen den chirurgischen Eingriff ohne Schwierigkeiten. Bereits nach wenigen Tagen sind sie wieder fit.

Nichtsdestotrotz ist die Kastration eine OP unter Vollnarkose, die immer Risiken mit sich bringt. Es können Komplikationen auftreten, welche die Gesundheit oder gar das Leben der Katze in Gefahr bringen. Trotz allen Fortschritts und aller Routine: Es bleibt ein Risiko, dass so auch ganz klar benannt werden muss.

2. Gesundheitliche Beschwerden nach der OP

Die Kastration bringt immer eine hormonelle Umstellung mit, da nun keine Sexualhormone mehr vom Körper produziert werden.

Das kann sich auch auf das Hungergefühl der Tiere auswirken. Einige wollen dadurch mehr fressen. Tun sie dies, kann Übergewicht die Folge sein.

Lesen Sie dazu auch: 10 Tipps – So wird Ihre Katze wieder schlank

Katzenhalter können diese Konsequenz vermeiden, indem sie im Tierhandel Futtermittel für kastrierte Katzen kaufen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass kastrierte Katzen ein höheres Risiko haben, Harnstein auszubilden. Umso wichtiger ist es daher, die Katze ausgewogen zu ernähren. Bei Fragen hilft hier der Tierarzt.

Kastration oder Sterilisation?

Gern werden die Begriffe Kastration und Sterilisation durcheinander geworfen. Allerdings stecken dahinter zwei sehr unterschiedliche Eingriffe.

Im Rahmen der Kastration entfernt der Tierarzt die Keimdrüsen und damit die Hoden bzw. die Eierstöcke der Katze. Geschieht dies, wird die Katze nicht mehr rollig und der Kater markiert nicht mehr hormonbedingt.

Nimmt der Tierarzt hingegen eine Sterilisation vor, durchtrennt er die Samen- bzw. Eileiter. Die Katze kann sich zwar nicht mehr fortpflanzen, aber ihre geschlechtstypischen Triebe bleiben.

Somit dient die Sterilisation nur der Verhinderung der Fortpflanzung. Die anderen negativen Konsequenzen bleiben bestehen. Die weibliche Katze wird also weiterhin rollig. Das kann eine Scheinschwangerschaft zur Folge haben, welche die Gesundheit des Tieres beeinflusst.

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Wann sollte man kastrieren?

Über den besten Zeitpunkt für das Kastrieren von Katzen diskutieren Halter und Tierärzte. Einige warten bis zur Geschlechtsreife der Tiere, während andere die Kastration in den ersten Lebensmonaten empfehlen.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass nach aktuellen Forschungsergebnissen die Frühkastration keine Nachteile hat. Sie kann sogar Vorteile gegenüber einer späteren Kastration haben. So behalten früh kastrierte Tiere oft ihr welpenhaftes Verhalten bei. Sie sind somit anhänglicher und verschmuster.

In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist die Frühkastration längst Standard. Einige Tierärzte raten aktiv dazu. Doch wer lieber bis zur Geschlechtsreife der Katze warten möchte, kann dies ebenfalls tun.

Gesundheitsgefährdend ist dies für die Haustiere nicht. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wer einen Kater hat, sollte ihn vor der Geschlechtsreife kastrieren lassen. Wird dies nicht getan, behält er sich seine Angewohnheit bei, mit Urin die Wohnung und die Außenwelt zu markieren.

Es sind zwar nur ein paar Tröpfchen Urin, aber sie riechen umso stärker. Nur mit viel Mühe lässt sich die Markierung entfernen und schon bald folgt die nächste Urinmarkierung.

Bei männlichen Katzen ist es hingegen ratsam, die Kastration bereits vor der Geschlechtsreife vornehmen zu lassen. Halter von Katern sollten ihr Tier daher spätestens mit sechs Monaten kastrieren lassen.

Was kostet die Kastration?

Wie hoch die Kosten für die Kastration von Katzen sind, hängt vom Geschlecht des Tieres ab. Die Tierärzte müssen sich bei der Abrechnung an die Gebührenordnung halten.

Ein weiterer Einfluss auf die Kosten haben die Narkosetechnik, das verbrauchte Material und evtl. notwendige Zusatzuntersuchungen. Am besten ist es, direkt beim Tierarzt die genauen Kosten für das Tier zu erfragen.

Übrigens: die Kosten für eine Kastration der Katze sind höher, da der Arzt die Bauchdecke öffnen muss. Bei einem Kater hingegen ist dies nicht erforderlich. Bei ihm werden bei dem Eingriff vom Tierarzt nur äußerlich die Hoden entfernt.

Unter Umständen übernimmt die Katzenkrankenversicherung die Kosten (oder einen Teil davon). Fragen Sie am besten vorher bei Ihrem Versicherer nach.

Ist eine Kastration empfehlenswert?

Die Vorteile der Kastration von Katze und Kater überwiegen. Sowohl der Tierhalter als auch das Tier selbst gewinnt durch diese Maßnahme.

Kastrierte Tiere sind einfacher im Umgang und häufig verschmuster. Sie führen außerdem ein zufriedeneres Leben und zeigen ein weniger aggressives Verhalten.

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Die genannten möglichen Kastratenprobleme wie Übergewicht und Blasenprobleme können Tierhalter durch eine ausgewogene Ernährung verhindern. Einmal durchgeführt profitiert oft der komplette Tierhaushalt durch die Kastration.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Tier alles Gute! ♥

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