So wird aus dem Katzenbaby eine Katze

Kleine Katzen machen eine beeindruckende Entwicklung durch. Vom völlig hilflosen Kätzchen bis zum selbstständigen Stubentiger – Lesen Sie hier die Meilensteine des ersten Lebensjahres.

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Die ersten Tage: Liebe, Wärme und genug Milch 

Frischgeborene Kätzchen sind in den ersten Lebenstagen voll und ganz auf die Liebe und Zuneigung ihrer Mutter angewiesen. Die Augen und auch die Ohren der etwa 100 g schweren Kitten sind noch verschlossen.

Das Wichtigste in dieser Anfangszeit ist das Trinken an den Zitzen der Katzenmutter. Und die finden die Kätzchen zum Glück mit dem schon entwickelten Geruchs- und Tastsinn. Die Milch enthält alles, was die Kleinen groß und stark werden lässt, und ist durch enthaltene Antikörper der beste Schutz vor Krankheiten. Oft bringen die Kätzchen acht Stunden am Tag mit Trinken zu und schlafen die restliche Zeit dicht an ihre Geschwisterchon und die Katzenmama gekuschelt. Sie brauchen die Wärme ihrer Familie. Das dünne Fell und die noch zarte Muskulatur würden nicht ausreichen, um die Temperatur selbstständig zu regulieren. 

Die ersten Wochen: Hallo Welt!

Nach den ersten Tagen schaffen es die Katzenjungen, ihr Köpfchen anzuheben. Nach ein bis zwei Wochen öffnen sich die Augen und die Ohren.

Jetzt strömen zahlreiche neue Eindrücke auf die Kätzchen ein, was sie manchmal zu ersten tapsigen Schritten animiert. Lange können sie sich aber noch nicht auf den Beinen halten. Trotzdem beobachten sie nun genau und lernen schon erste Verhaltensmuster ihrer Artgenossen kennen. Jetzt beginnen sie auch, mit ihren Geschwistern und der Mutter zu kommunizieren. 

3 Wochen: Die Zähnchen kommen

Sind die Katzenbabys drei Wochen alt, können sie sicher stehen und kürzere Strecken laufen. Da inzwischen meist das Milchzahngebiss komplett ist, können sie ein Interesse für kleinere Mengen fester Nahrung entwickeln. Notwendig ist dies aber nicht, denn die Muttermilch deckt noch immer voll und ganz ihren Bedarf an Energie und Nährstoffen.

Ist die Katzenmutter eine Freigängerin, kann es jedoch vorkommen, dass sie nun schon erlegte Beute für ihre Kleinen mit ins Nest bringt. Die meisten Mütter lassen die Kätzchen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so lang allein.

4 Wochen: Nahrungsumstellung

In der nächsten Woche wird die Katzenmama jedoch nach und nach dazu übergehen, die Kitten seltener zu säugen, und die Kleinen beginnen, auch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Manchmal verursacht die Essensumstellung leichte Verdauungsprobleme, die sich aber nach Kurzem regulieren. Die kleinen Katzen lernen immer neue Bewegungsabläufe und werden nun vermehrt mit ihren Geschwistern spielen und sich selbst putzen.

5 bis 6 Wochen: Jetzt wird gespielt

Im Alter von fünf Wochen setzt bei den Katzenjungen die sogenannte „Erste Sozialisierungsphase“ ein. Diese Zeit ist davon geprägt, dass sie ihrer Umgebung sehr aufgeschlossen gegenüberstehen und sorgenfrei neue Dinge kennenlernen. Sie trauen sich immer mehr zu und vergrößern dabei auch ihren Bewegungsradius.

Die Katzenmutter lässt ihre Kleinen nun auch öfter allein, sodass diese die Zeit zum Toben untereinander nutzen. Nach und nach wird auch ihr Interesse für Katzenspielzeug geweckt. Nicht weniger interessiert sind sie an anderen Dingen, die die Kleinen für ein tolles Spielzeug halten. Die Kätzchen sind nun nicht mehr zu bremsen und trainieren dabei Muskeln und Koordinationsabläufe wie zum Beispiel das Anschleichen oder das Zupacken. 

7 bis 8 Wochen: Trennung von der Katzenfamilie?

Gegen Ende des zweiten Lebensmonats werden die Katzenjungen von der Milch entwöhnt und steigen vollständig auf feste Nahrung um. Sie sind nun schon kräftig und selbstständig genug, um von der Mutter getrennt zu werden. Um die Persönlichkeit zu stabilisieren und den Kleinen die Möglichkeit zu bieten, noch mehr zu lernen, sollte man den Kätzchen aber besser noch ein paar Wochen bei ihrer Familie geben. Dann lernen Sie gemeinsam mit der Mutter draußen das Jagen und die Feinheiten der Katzenkommunikation besser kennen.

3. Monat: Unabhängigkeit

Im dritten Monat werden sich die kleinen Katzen immer weiter ausprobieren und mehr und mehr ihre Umgebung erkunden. Dabei klettern und springen sie, schärfen ihre Krallen und putzen sich selbstständig. Ihre Offenheit allem Neuen gegenüber beginnt sich einzuschränken, sie entwickeln eine natürliche Skepsis und werden bei ihren Erkundungen vorsichtiger. Das ist auch wichtig, da sie nun langsam auf sich allein aufpassen müssen.

Nach 12 Wochen wiegen viele Kätzchen um die 1,2 kg und haben eine stabile Muskulatur entwickelt. Nun ist ein guter Zeitpunkt, ein neues zu Hause für die Kleinen zu suchen.

4 bis 12 Monate: Einleben im neuen Heim

Im nächsten Monat wechselt das Gebiss der tapsigen Zwerge von den Milch- zu den bleibenden Zähnen. Außerdem setzt nun die „Zweite Sozialisierungsphase“ ein, die von Herrchen oder Frauchen dazu genutzt werden sollte, ein besonders enges Band zwischen sich und dem neuen Familienmitglied zu knüpfen.

Mit einem halben Jahr haben die jungen Katzen dann alles Wichtige gelernt und sind mit einem Jahr schließlich ausgewachsen. Kaum zu glauben, wenn man nun daran zurück denkt, wie hilflos sie zwölf Monate zuvor noch waren.