Britisch Langhaar: Die Traumkatze im Rasseporträt

Die Britisch Langhaar ist mit ihrem Teddybärgesicht einfach unwiderstehlich. Die Schönheit bezaubert aber auch durch ihr ausgeglichenes Wesen.

Britisch Langhaar
Die Britisch Langhaar ist ein enormer Plüschbär. ♥ ©EndTimeImages/iStock

Auf der Suche nach der passenden Katze hat der zukünftige Katzenhalter die Qual der Wahl: Soll das neue Familienmitglied kurzhaarig und pflegeleicht oder doch langhaarig und pflegeintensiver sein? Soll es ein Freigänger oder eine Wohnungskatze werden?

Mit der Britisch Langhaar gelingt ein perfekter Spagat. Diese Katzenrasse kann sich außergewöhnlich rasch und unkompliziert an die Gegebenheiten anpassen. Sie ist mit Deiner Wohnung ebenso zufrieden wie mit einem großen Garten. Außerdem besitzt sie ein pflegeleichtes Fell, das die Schönheit eines Langhaarfells nicht vermissen lässt.

Alles Wissenswerte über diese relativ junge Katzenrasse, die auch Britannica, Highlander oder Lowlander genannt wird, erfährst Du hier.

Woher kommt die Britisch Langhaar?

Durch Einkreuzen von Genen der langhaarigen Perserkatze gelang es, aus der „altehrwürdigen“ und vor allem in Großbritannien sehr beliebten Britisch Kurzhaar diese Mischform zu züchten. Sie ist oft Trägerin eines rezessiven (also nicht nach außen sichtbaren) Langhaargens. Es ist in der Zucht unerwünscht und wird nur sporadisch bei wenigen Kitten sichtbar.

Durch die Mischung mit den Genen der Perserkatze kann die Haarlänge im Fell kontrollierter gezüchtet werden.

Erst seit kurzem wird die Britannica von vielen Zuchtverbänden als eigenständige Rasse anerkannt. Eine Ausnahme bilden immer noch die Dachverbände der Züchter. Der Standard für die Zucht dieser Katzen entspricht jenem der Britisch Kurzhaar. Der einzige Unterschied bezieht sich auf die Anforderungen bezüglich der Felllänge der Katzen.

Katzenrassen: Britisch Langhaar
So viel Flauschigkeit wie bei der Britisch Langhaar gibt es nicht bei allen Katzenrassen. ©EndTimeImages/iStock
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Wie sieht die Britisch Langhaar aus?

Auf den ersten Blick hat man eine kompakte, doch nicht zu massige Katze vor sich. Sie fällt vor allem durch ihr plüschiges, halblanges Fell auf. Sie wirkt eher groß, bewegt sich aber keineswegs plump und schwerfällig, sondern flink und elegant.

Der Körper

Die Britannica ist keine zartgliedrige Rasse. Wenn Du sie hochhebst, spürst Du kräftige Gliedmaßen und einen stämmigen Körperbau. Die Katze wirkt aber keinesfalls dick, es sei denn, sie ist wie viele Artgenossen von Übergewicht aufgrund falscher Ernährung betroffen.

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Die Rasse besitzt einen breiten, kräftigen Brustkorb mit einem ebensolchen Schädel. Die Beine sind eher kurz und weisen manchmal sogenannte Knickerbockerhosen auf. Das sind verlängerte Haarpartien an den Hinterbeinen. Um den Kopf tragen Highlander oft eine eindrucksvolle Mähne.

Das Fell

Das Fell wird oft als plüschig bezeichnet. Das kommt daher, dass diese Rasse wie viele Langhaar-Katzenrassen eine sehr dichte Unterwolle besitzt. So steht das Haupthaar leicht vom Körper ab und wirkt deshalb voller.

Das einzelne Haar ist halblang, kann aber aufgrund der genetischen Kombination auch lang sein – vor allem an den Hinterbeinen und am Kragen. Ein wenig erinnert die Rasse mit ihrer Mähne, die mehr oder weniger ausgeprägt ist, an eine kleinere Ausgabe der Maine Coon.

Wie ihre engste Verwandte, die Britisch Kurzhaar, gibt es viele verschiedenen Fellvarianten, was Farbe und Zeichnung betrifft. Der wichtigste Unterschied betrifft die Anzahl der Farben (Ein- und Vielfarbigkeit). Die verschiedenen Farben

  • Schwarz,
  • Chocolate,
  • Cinnamon (zimtfarben) oder
  • Rot

können klassisch intensiv, aber auch diluted vorkommen. Bei Trägern des Dilutionsgens verblassen die Farben und wirken somit verdünnt. So wird ein Rot zu Lilac oder ein Schwarz zu Blau.

Die wichtigsten Fellvarianten bei der Britisch Langhaar heißen

  1. Tabby
    Die Katze ist getigert, gestromt oder getupft. Typisch ist eine M-Zeichnung auf der Stirn, eine helle Augenumrandung, eine Ohrenumrandung und ein Aalstrich auf dem Rücken.
  2. Tortie
    So wird eine dreifarbige Britisch Langhaar genannt, meist in den Grundfarben Weiß, Schwarz und Rot. Dreifarbige Katzen nennt man auch Glückskatzen.
  3. Torbie
    Dies ist eine Mischung aus Tabby und Tortie.
  4. Zweifarbig
    Diese Exemplare sind weiß, mit einer weiteren Farbe in einem bestimmten Anteil.
  5. Colourpoint
    Diese beliebte Farbvariante der Britisch Kurzhaar wird heute mancherorts als eigenständige Rasse gesehen. Colourpoint hat sich mittlerweile auch bei Britisch Langhaar durchgesetzt und ist sehr beliebt. Kitten sind weiß, mit der Zeit färben sich die Ohren, die Beine, der Schwanz und schließlich das Gesicht („Maske“) der Katzen in der jeweiligen Zweitfarbe.
Katze: British Longhair
Auch wenn sie hier grimmig schaut: Die Britisch Langhaar ist eine sehr verschmuste Katze. ©peterotoole/iStock

Der Kopf

Das Besondere am Kopf dieser Katze ist die kurze, breite Nase, die nicht wie beim Perser nahezu weggezüchtet scheint. Sie weist eine leichte Einbuchtung auf. Die Ohren sind klein und eher rundlich. Pinsel an den Ohren fehlen.

Die Augen

Die großen, kugelrunden Augen tragen dazu bei, dass viele Fans der Britisch Langhaar ihr Gesicht mit dem eines Teddybären vergleichen. (Sie wirken in der Tat wie die Knopfaugen eines Plüschtiers.) Die Farben der Augen variieren zwischen Kupfer, Blau oder Grün. Auch odded eye kann vorkommen: In diesem Fall haben die beiden Augen unterschiedliche Farben.

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Wie groß ist eine Britisch Langhaar?

Die Britisch Langhaar ist eine mittelgroße Katzenrasse, die aber durch das plüschige Fell, die Mähne und die sogenannten Knickerbockerhosen oft massiger wirkt. Zur besseren Vorstellung: Die Katze ist etwas größer als die in Mitteleuropa beheimatete Europäisch Kurzhaar, aber etwas kleiner als Perserkatzen.

Wie schwer ist eine Britisch Langhaar?

Kater können bis zu 8 kg schwer werden. Katzen erreichen ein Gewicht von maximal 6 kg.

Charakter und Wesen der Britisch Langhaar

Die Highlander teilt mit den verwandten Katzenrassen Britisch Kurzhaar und Perser das ausgeglichene und familienfreundliche Wesen. Sie fühlt sich wegen ihres geringen Bewegungsdrangs auch gut in kleinen Revieren wie Wohnungen wohl.

Ihre unkomplizierte und ausgeglichene Art bestimmt ihren Charakter und macht die Britannica recht pflegeleicht. Veränderungen machen ihr nicht viel aus. Sie gewöhnt sich sogar in der Regel schnell an Familienzuwachs. Dabei ist es egal, ob sie ihr Zuhause nun mit einem Menschenbaby, einem Kitten oder einer älteren Zweitkatze teilen muss.

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Auch passt sie sich neuen Revieren rasch und unkompliziert an. Trotzdem liebt sie die Aufmerksamkeit und den Kontakt mit ihrer Familie. Britannicas sind sehr gelehrig, weshalb ihr Mensch so viel wie möglich mit ihnen spielen und sie auch geistig fordern sollte. Intelligenzspiele für Katzen sind genau das richtige für die Britisch Langhaar.

Die hohe Stresstoleranz im Charakter dieser Katzen zeigt sich in einer weiteren besonderen Eigenschaft: die geringe Scheu vor Wasser. So manche Britannica taucht ihre Pfote gern in Wasserpfützen oder sogar in fließendes Wasser aus dem Hahn.

Die richtige Haltung der Britisch Langhaar

Diese Rasse ist eher anspruchslos und braucht daher wenig Pflege. Wenn die Katze ihre Kuschel- und Streicheleinheiten und ihr Futter bekommt, ist sie rasch zufrieden. Vor allem das Kuscheln ist wichtig, denn die Britisch Langhaar gehört zu den besonders verschmusten Katzenrassen.

Als Wohnungskatze gehalten, sollte sie Kratz- und Klettermöglichkeiten bekommen, auch wenn sie nicht sehr bewegungsfreudig ist. Sie liebt es, faul herumzuliegen und sich selbst zu beschäftigen.

Die Katze hat meist kein Problem mit Hunden, doch muss sie dann ihre Rückzugsmöglichkeiten haben. Eine Katzentoilette ist selbstverständlich.

Welche Pflege braucht die Britisch Langhaar?

Während Kurzhaar-Katzenrassen meist keine besondere Pflege benötigen und Langhaar-Katzenrassen oft unter Knoten und Knäueln im Fell leiden, bietet eine Britannica die perfekte goldene Mitte. Ihre Pflege ist mit Ausnahme der Langhaarbereiche an den Hinterbeinen und am Kragen nicht besonders aufwendig. Und doch kannst Du bei dieser Rasse ein stilvolles, elegantes Fell mit langen Haaren streicheln und bewundern.

Auch das Unterfell bedarf keiner intensiven Pflege, Du sparst Dir also Katzenfriseur und Knotenschere. Das Unterfell muss lediglich mit speziellen Unterwollekämmen oder -bürsten regelmäßig ausgedünnt werden. Einmal pro Woche genügt das im Normalfall. Wenn Dich die herumliegenden Haare vor allem während des Fellwechsels zu sehr stören, kannst Du Deinen Liebling natürlich auch öfter bürsten. Je früher Du Deine Katze daran gewöhnst, umso mehr wird sie es lieben. Und je konsequenter Du mit dem Bürsten bist, umso mehr ersparst Du ihr und Dir das schmerzhafte Ausbürsten der Haarverfilzungen.

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Tipp: Belohne bereits Dein Kitten mit Leckerlis nach dem Bürsten. So wird die Fellpflege zu einer unkomplizierten Routinetätigkeit und gleichzeitig zu einer schönen Zeit für Dich und Deinen Stubentiger. So kannst Du sogar die Bindung zu Deiner Katze stärken. Denke aber daran, die verfütterten Leckerlis mengenmäßig von der regulären Ernährung abzuziehen.

Britisch Langhaar Katze
Schön, schöner, Britisch Langhaar. ©Nils Jacobi/iStock
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Welche typischen Krankheiten hat die Britisch Langhaar?

Die Verwandtschaft zur Rasse Britisch Kurzhaar zeigt sich auch bei der Gesundheit bzw. bei den Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten. Ein großes Problem kann Übergewicht werden. Das betrifft vor allem Wohnungskatzen und wird zur Gefahr für die Gesundheit. Die Britannica hat keinen großen Bewegungsdrang, frisst aber gut und gern. So kommt es schnell zu einem oder zwei Kilo zu viel auf den Rippen, wenn Du als Halter nicht auf die Ernährung achtest.

Highlander sind als Träger von Persergenen auch für Nierenerkrankungen anfällig, bei denen es zu Zystenbildung an den Nieren kommt. Bei der Polyzystischen Nierenerkrankung handelt es sich um eine reine Erbkrankheit, die schon in sehr jungem Alter auftreten kann. Viele Tierärzte lassen bei anfälligen Katzenrassen wie dieser vorsorglich Ultraschalluntersuchungen durchführen.

Zudem kommt es bei diesen Katzen des Öfteren zu einer HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie). Das ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die ebenso mit Ultraschall festgestellt werden kann. So kann Deine Britisch Langhaar trotz dieser schweren Erkrankung durch Medikamente ein langes Leben haben. Davon geheilt werden kann sie jedoch leider nicht.

Wie alt wird eine Britisch Langhaar?

Wie viele Rassekatzen wird diese Katze bei guter Gesundheit und entsprechender Ernährung sowie Pflege 12 bis 18 Jahre alt.

Was kostet eine Britisch Langhaar?

Wer ein Kitten von einem seriösen Züchter haben will, muss mit einem Kaufpreis zwischen 600 und 1.000 Euro rechnen. Der Preis variiert je nach Seltenheit der Zeichnung und Farbe.

Weil die Britannica noch nicht lange regulär gezüchtet wird, gibt es noch nicht viele ältere Katzen und Senioren, die ein neues Zuhause suchen. Dennoch weisen wir hier immer wieder auf Tierheime hin, die eine Auffangstelle für verwaiste Katzen und Kitten sind. Es ist gut möglich, dass das eine oder andere Highlander-Exemplar dort auf Dich wartet.

Und sollte dort kein reinrassiges Tier auf ein schönes Zuhause hoffen, dann ist es vielleicht ein mischerbiges Kitten, das durchaus genauso gelehrig sein und seiner neuen Familie viel Freude machen kann. Evtl. hat es sogar Vorteile bei der Gesundheit. Es muss also nicht immer ein Züchter sein. Ein Anruf in diversen Heimen ist sinnvoll, vor allem, wenn man den Preis für Kitten aus einer Zucht bedenkt.

Was macht die Britisch Langhaar so besonders?

Wer noch nie Katzen besessen hat und nicht weiß, wie sie auf eine kleine Wohnung, kleine Kinder oder geplanten Familiennachwuchs reagieren, ist mit der Britisch Langhaar gut beraten. Wenige Katzenrassen zeigen diese Kombination an Eigenschaften:

  • Verschmustheit,
  • Menschenbezogenheit und
  • Kinderfreundlichkeit

zusammen mit großer Gelassenheit und einer Resistenz gegenüber Stress und Hektik. Dieser Charakter macht sie zur perfekten Anfänger- und Familienkatze. ♥