Glückskatzen: Darum sind sie so besonders

Eine Glückskatze ist selten, soll Glück bringen und einen ganz speziellen Charakter haben. Doch auch beim Geschlecht gibt es eine Besonderheit.

Eine Glückskatze hat dreifarbiges Fell.
Jede Katze macht unendlich glücklich. Glückskatzen sind da natürlich keine Ausnahme. ©ablokhin/iStock

Früher hatten Glückskatzen vor allem eine Aufgabe: Sie begleiteten Reisende auf Schiffen, um diese vor Unglücken zu bewahren.

Nansen, Kiddo, Free Thinker und Halifax: Mit diesen bedeutungsvollen Namen bedachte man einst jene Katzen, die die großen Expeditionen über die Ozeane begleiten durften. Diese Meerestiger hatten die Aufgabe, den lebensnotwendigen Proviant vor einer Mäuseplage zu schützen.

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Kein Wunder, dass Schiffskatzen als immens wichtig angesehen wurden. Sie wurden umso mehr geschätzt, wenn es sich um dreifarbige Katzen handelte: Der Aberglaube, dass die fleckig-scheckige Samtpfote auf dem Meer Glück bringt, hielt sich jahrhundertelang. So wurden die Begriffe Schiffskatze und Glückskatze oft synonym verwendet.

Was ist eine Glückskatze?

Laut Definition handelt es sich bei Glückskatzen um solche Katzen, deren Fell dreifarbig ist. Weiß, Rot und Schwarz sind in verschiedenen Formen und Anteilen im Fell sichtbar. Dabei ist es unwichtig, wo und wie groß die unterschiedlichen Flecken im Fell sind. Die Farbe Weiß ist in einem Anteil von einem bis zu drei Vierteln vorhanden. Die Farben Rot und Schwarz können in unterschiedlichen Nuancen und sogar in Dilutefarben (aufgehellt) im Fell auftreten.

Eine Glückskatze schaut ... nun ... unglücklich.
Hey, warum so traurig, kleines Glückskätzchen? ©krblokhin/iStock

Wie kommt es zur dreifarbigen Fellzeichnung bei Glückskatzen?

Hier spielt wie bei der Hautfarbe des Menschen ausschließlich die Genetik eine Rolle. Die Pigmentierung und Stärke der Farben Weiß, Rot und Schwarz sind auf der DNA codiert und unveränderlich, egal wo eine Katze (oder ein Mensch) geboren wird.

Bei einer Glückskatze sind die Farben Weiß, Rot und Schwarz zudem in gleicher Dominanz, also in gleicher Wichtigkeit, codiert. Das heißt, dass keine der Farben die andere überdeckt. Was sich jedoch unterschiedlich auswirkt, ist der Anteil der drei Farben.

Interessant dabei ist auch, dass es sich um rezessive Gene handelt. Das bedeutet: Nur wenn Vater und Mutter die Gene dafür tragen und ans Kitten weitergeben, hat der Nachwuchs das Glück, eine Glückskatze zu werden.

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Kann man Glückskatzen züchten?

Männliche, dreifarbige Katzen sind normalerweise steril, weshalb sie nicht für eine Zucht eingesetzt werden können. Paart man eine weibliche, dreifarbige Katze mit einem „gewöhnlichen“ Kater, können nur dann dreifarbige Kitten geboren werden, wenn der Vater wie oben beschrieben zumindest Träger des Gens ist. Dies sieht man aber äußerlich nicht. Der Vater trägt zwar das Gen, es ist aber rezessiv (sehr vereinfacht ausgedrückt: schwach). Es wirkt sich deshalb nicht auf sein Fell aus. Das erschwert den Zuchterfolg enorm, weil man eigentlich „auf gut Glück“ loszüchten müsste in der Hoffnung, dass der Vater das versteckte Gen mitbringt.

Wer die Mendel‘schen Regeln der Vererbung kennt, weiß, dass sich bei der Zucht bestimmte Wahrscheinlichkeiten berechnen lassen. Der größte Unsicherheitsfaktor ist bei Glückskatzen allerdings das Geschlecht. Wenn Deine weibliche Katze nur männliche Welpen wirft, wirst Du mit Deinem Wunsch auf eine Glückskatze Pech haben. Ein Fell mit drei Farbtönen ist zu 99,99 %  weiblichen Katzen vorbehalten. Je mehr Weibchen bei einer Zucht geworfen werden, umso höher ist Deine Chance auf dreifarbige Katzen.

Kann man Glückskatzen züchten?
Glückskatzen zu züchten ist kaum möglich. Vielleicht ist das aber auch gut so. ©Karen Hogan/iStock

Bei welcher Rasse gibt es Glückskatzen?

Die dreifarbige Zeichnung hat nichts mit der Rasse zu tun. Zuchtverordnungen und -vorschriften verbieten allerdings bei einigen Katzenrassen die Zucht von Kitten in drei Farben.

Bei den meisten gängigen Katzenrassen und Mischlingen erblickt mit etwas „Glück“ (Nomen est Omen) eine dreifarbige Katze das Licht der Welt. Ganz und gar nicht selten passiert dies bei unseren Hauskatzen, von denen die meisten eng verwandt sind mit der Europäisch Kurzhaar.

Doch auch bei Katzenrassen wie der Britisch Kurzhaar, Britisch Langhaar und Maine Coon können und dürfen laut Zuchtverordnung dreifarbige Katzenwelpen gezüchtet werden. Diese sind aufgrund ihrer Seltenheit – vor allem wenn auch die Augenfarbe der Fellfarbe der jeweiligen Kopfseite entspricht – dementsprechend teuer. Auch bei Katzenrassen wie Perser oder Sibirischer Waldkatze können bei entsprechender Laune der Natur beim Nachwuchs drei Farben auftreten. 

Im Japanischen benennt man dreifarbige Katzen mit dem schönen Namen Mikeneko. Das bedeutet in der wörtlichen Übersetzung Drei-Fell-Farben-Katze. Auch im Land der aufgehenden Sonne hat diese Bezeichnung nichts mit Katzenrassen zu tun. Die Mikeneko ist dort allerdings eine Spielart der Japanese Bobtail, was sich an ihrem Stummelschwänzchen zeigt.

In Japan werden große Abbilder der Mikeneko am Eingang von Restaurants oder Shopping-Malls aufgestellt. Auch privat lieben es die Bewohner aus Fernost, diese Glücksbringer zu verschenken. Damit die kleine Figur auch Glück bringt, sollte Mikeneko mit einer Pfote winken und ein rotes Halsband mit einem Glöckchen tragen. Erst dann erhält sie den Namen Maneki-neko, was so viel wie „Winkekatze“ bedeutet.

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Wie häufig sind Glückskatzen?

Das Gen für die rote Fellfarbe gilt als Mutation. Es trat einst von Ägypten aus die Reise in die verschiedenen Häfen rund um das Mittelmeer an. Deshalb kommt ein dreifarbiges Fell gerade im Mittelmeerraum bei allen Katzenrassen häufig vor.

Doch auch im Rest der Welt triffst Du bei Deinen Reisen auf Glückskatzen. Selten ist es allerdings, dass ein Kater in Weiß, Rot und Schwarz die Gegend unsicher macht: Nur eine von dreitausend Glückskatzen ist männlich.

Eine Glückskatze schaut aus dem Fenster.
Glück kann man haben … oder einfach streicheln. ♥ ©krblokhin/iStock

Warum sind Glückskatzen meistens weiblich?

Weibchen und Kater unterscheiden sich nur in einem Chromosomenpaar, nämlich den Geschlechtschromosomen. Genau wie beim Menschen besteht dieses beim Weibchen aus zwei gleichwertigen X-Chromosomen. Der Kater hingegen besitzt ein X- und ein im Vergleich dazu etwas verkleinertes Y-Chromosom.

Die Codierung für die drei Fellfarben sitzt bei Katzen nur auf dem X- und niemals auf dem Y-Chromosom. Die Glückskatzenfärbung ist rezessiv, das heißt, sie wird nur vererbt, wenn sie doppelt – also auf jedem der beiden X-Chromosomen – codiert ist. So kann ein Katzenwelpe nur dann dreifarbig sein, wenn er mindestens zwei X-Chromosomen mit dieser Codierung besitzt. Dies ist mit einer seltenen Ausnahme nur bei Weibchen möglich, denn Kater haben ja nur ein X-Chromosom.

Ein männliches Tier kann somit zwar die Erbanlagen für ein dreifarbiges Fell weitergeben, äußerlich zeigt er dieses – im Normalfall – jedoch nicht.

Ausnahme: Ein Kater ist zwar anhand seiner Geschlechtsorgane als solcher zu identifizieren, sein Chromosomensatz zeigt aber ein X-Chromosom pro Körperzelle zu viel. Er hat zusätzlich zum Y-Chromosom zwei X-Chromosomen. Dies passiert sehr selten durch einen Fehler bei der Meiose (Geschlechtszellenteilung). Dieses Phänomen nennt man Klinefelter-Syndrom. Eine solche männliche Katze hat neben der schönen Färbung und dem Ruf als Glücksbringer einen weiteren „Vorteil“: Er muss sich nicht mit seiner Männlichkeit herumplagen, denn er ist nicht fortpflanzungsfähig und kann seine Gene somit nicht weitergeben.

Haben Glückskatzen wirklich einen besonderen Charakter?
Glückskatzen haben einen anderen Charakter als andere Katzen? Pah, da kann diese Miez ja nur spöttisch fauchen. 😉 ©krblokhin/iStock

Haben Glückskatzen einen besonderen Charakter?

Laut einer Umfrage der Universität von Kalifornien beschrieben die Besitzer von dreifarbigen Katzen – im Vergleich zu den Besitzern anderer Katzen – den Charakter ihrer Tiere häufiger als „launenhaft, zickig oder leicht aggressiv“. Es wurden Verhaltensweisen wie Fauchen, Kratzen, Beißen und Rangordnungsverhalten verglichen.

Diese Umfrage lässt vermuten, dass die Gene für Fellfarben und Charakter teilweise zusammen vererbt werden. Sie ist allerdings kein Beweis für eine erhöhte Aggressivität im Charakter von Glückskatzen.

Höchstwahrscheinlich hat diese Fellzeichnung somit keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Charakter Deiner Katze. Wie bei allen unseren liebsten Hausgenossen ist das Wesen hauptsächlich von drei Faktoren abhängig:

  1. Nestwärme, Wurfkonkurrenz und Aufzucht durch die Mutter (Kindheit)
  2. Sozialisierung und Pflege durch den Menschen
  3. Genetik (Katzenrassen und Züchtungen)

Auch wenn Du alles für den Katzennachwuchs tust, kann es doch sein, dass in Bezug auf seinen Charakter ein schwarzes Schäfchen Deine Pläne durchkreuzt. Ein Katzenwelpe kann manchmal aggressiv oder auch scheu und verängstigt sein, egal wie liebevoll Du mit ihm umgehst. Die Natur ist niemals hundertprozentig berechenbar. Mit viel Liebe, Wissen und Verständnis kann jedoch jedes der Katzenkinder gesund groß werden, seinen Charakter entwickeln und ein wunderschönes Leben haben.

Welche weiteren Namen gibt es für Glückskatzen?

Im englischsprachigen Raum werden dreifarbige Katzen als calico cats bezeichnet. Manchmal wird fälschlicherweise der Begriff Schildpattkatze verwendet.

Mit einer Schildpattkatze allerdings bezeichnen Fachleute eine Färbung, die aus Nuancen von Rot (Fuchsrot, Cremefarben oder Orange) und Schwarz (Grau, Schokobraun oder Blau) besteht. Dabei spielt die Fellzeichnung keine Rolle. Man bezeichnet diese Stubentiger manchmal auch bei uns als Torties (von tortoiseshell cat: Schildpattkatze).

Im Vereinigten Königreich hat sich für eine Schildpattkatze, die einen minimal weißen Anteil im Fell hat, die Bezeichnung tortico eingebürgert. Dieses Wort setzt sich aus tortoiseshell cat (Schildpattkatze) und calico cat (Glückskatze) zusammen.

In den USA und Kanada nennt man Glückskatzen auch einfach tortoiseshell and white cats. Das Adjektiv brindle, mit dem manchmal diese Färbung bezeichnet wird, bedeutet einfach nur gestreift oder scheckig. Die holländische Bezeichnung Lapjeskat meint nichts anderes als fleckige (mehrfarbige) Katze.

Kurz: Diese bunte Namensgebung zeigt, dass den Menschen immer schon die Besonderheit von Glückskatzen in Auge fiel. So entwickelten sich Geschichten, Legenden und Aberglauben um die dreifarbigen Fellknäuel.

Welchen Rufnamen Du Deiner Glückskatze geben möchtest, ist natürlich Dir überlassen. Namen für Katzen findest Du im verlinkten Artikel und natürlich haben wir auch für Kater Namen.

Eine Glückskatze mit langem Fell schaut scheu.
Wunderschön ist dieses Glückskätzchen mit seinem seidigen, langen Fell. ©Esin Deniz/iStock

Bringen Glückskatzen wirklich Glück?

Wer dem Aberglauben nicht ganz abgeneigt ist, der möge sein Glück mit einer dreifarbigen Katze versuchen. Doch ist es wahrscheinlicher, dass Glückskatzen vor allem dann Glück bringen, wenn wir sie lieben. Sie sind wie alle Heimtiere Wesen, die unser Leben bereichern, und somit im Wortsinn Glücksbringer. Eine Glückskatze kann Dich wie jede andere Katze oder jeder andere Hund, Vogel, Fisch und Hamster glücklich machen, wenn Dein Herz es zulässt.

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Wo kann man eine Glückskatze kaufen?

Die meisten Züchter bieten in Magazinen oder online ihre Katzen zum Kauf an. Oft sieht man auch Angebote in Kleinanzeigen. Darunter sind auch oft dreifarbige Katzen, die für gutes Geld ein neues Zuhause suchen. An die Preise der teuersten Katzen der Welt kommen sie nicht heran, aber es wird durchaus hier und da ein stattliches Sümmchen für die besonders gefärbten Katzen aufgerufen. Doch auch in Tierheimen und auf Bauernhöfen kannst Du ein liebebedürftiges Kätzchen finden.

Lies dazu auch: Eine Katze über Kleinanzeigen kaufen? Bitte nicht!

In Zeiten von Esoterik und Spiritualität halten viele zukünftige Katzenbesitzer nach einer dreifarbigen Katze Ausschau. Bitte versteife Dich hier nicht in eine Richtung. Wenn Du in einem Tierheim Ausschau nach einem neuen Mitbewohner hältst, lass Dich nicht von der Fellzeichnung oder -farbe beeinflussen. Sie sorgt schon häufig genug dafür, dass manche Katzen besonders lange im Heim sitzen. Lass Dich lieber von der geheimnisvollen Seele der weisen Samtpfote berühren!

Natürlich kannst Du bei Deiner Suche schnelles Glück haben und es ist Dir bestimmt, Dein Zuhause in Zukunft mit einer Glückskatze zu teilen. Doch auch Tigerkatzen oder schwarze Katzen machen Dich nicht weniger glücklich. Oft sind es sogar gerade sie, die Dein Leben bereichern. Spüre bei Deiner Wahl in Dich hinein – Deine Intuition sagt Dir, welcher Stubentiger zu Dir passt und Dein Leben verändern wird.

Wir wünschen Dir eine tolle Zeit mit Deiner Katze und Euch beiden immer viel Glück! ♥


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