Munchkin-Katze: Wie niedlich kann Qualzucht sein?

Zugegeben: Die Munchkin-Katze sieht mit ihren kurzen Beinen wirklich niedlich aus. Aber diese Niedlichkeit hat ihren Preis für die Tiere.

Die Munchkin-Katze wirkt niedlich, ist aber eine Qualzucht
Das Aussehen der Katze mag man niedlich finden, allerdings sollte die Gesundheit wichtiger sein. ©Phannasit Tantrakul/iStock
  • Die Munchkin hat stark verkürzte Beine.
  • In den Augen mancher Menschen wirkt sie deshalb „niedlich“.
  • Hinter der Kurzbeinigkeit steckt allerdings eine Mutation.
  • Eine Katze mit ungewöhnlich verkürzten Beinchen sieht schon drollig aus. Allerdings ändert man seine Meinung schnell, wenn man die Hintergründe der Kurzbeinigkeit kennt. Und dann kann die Antwort auf die Frage „Wie niedlich kann Qualzucht sein?“ nur lauten: gar nicht.

    Was ist eine Munchkin-Katze?

    Eine Munchkin ist eine Katze mit besonders kurzen Beinen. Diese Auffälligkeit hat sie einer genetischen Veränderung zu „verdanken“. Vergleicht man die kleine Munchkin mit anderen Katzenrassen, ist sie noch sehr jung: Die ersten Katzen dieser Art wurden in den 1940er-Jahren dokumentiert. Wirkliche Aufmerksamkeit erlangten die kurzbeinigen Tiere allerdings erst im Jahr 1991.

    Wie sieht eine Munchkin aus?

    Die Munchkin sorgt mit ihren besonders kurzen Beinen sofort für Aufmerksamkeit. Einige Menschen finden ihr Aussehen besonders niedlich. (Warum das ein Problem für die Katze ist, liest Du weiter unten.)

    Die Munchkin ist laut Rassestandard der World Cat Federation (WCF) bzw. der The International Cat Association (TICA) mittelgroß und muskulös mit einem zu den Hinterbeinen ansteigenden Rücken. Die Ober- und Unterschenkel der kurzen Beine sollen jeweils gleich lang sein.

    Der Schwanz soll bei dieser Rasse so lang sein wie der Körper, der Kopf sanft gerundet mit einer mittellangen Nase und einer flachen Stirn. Die Ohren der Katze sind aufrecht und am Ansatz breit mit gerundeten Spitzen.

    Die Augen der Munchkins sind mandelförmig, liegen weit auseinander und wirken aufmerksam. Bei den Augen sind alle Farben erlaubt. Das Gleiche gilt für das Fell: Auch da kann die Munchkin frei aus der kompletten Farbpalette wählen. Das Fell gibt es in zwei Varianten:

    • kurz bis mittellang, nicht eng anliegend, ein Allwetterfell mit mäßigem Unterfell
    • lang, seidig, Allwetterfell

    Immerhin sind übermäßig gekrümmte Beine und eine übermäßige Hockstellung im Rassestandard der Katze als disqualifizierende Merkmale vermerkt. Ebenso zum Ausschluss führen – so ironisch das ist – lange, also normal proportionierte und gesunde Beine.

    Lies auch: Diese Katzen haben die schönsten Augen

    Wie groß ist die Munchkin?

    Wegen der kurzen Beine werden Katzen dieser Rasse meist nur etwa 20 cm groß. Die Munchkin gehört daher auch zu den kleinsten Katzenrassen der Welt.

    Wie schwer ist eine Munchkin?

    Katzen bringen etwa 2 bis 3,5 kg auf die Waage, Kater etwas mehr: Sie wiegen etwa 3 bis 4 kg.

    Ist die Munchkin eine eigene Katzenrasse?

    Die Munchkin-Katze gehört für einige Menschen ganz klar zur kunterbunten Welt der Katzenrassen. Für andere kommt eine Anerkennung als Rasse überhaupt nicht infrage. Aktuell ist die Munchkin von der TICA offiziell anerkannt und auch die WCF listet die Katze bei den Katzenrassen auf.

    Nicht als Rasse anerkannt ist die Munchkin beispielsweise bei der Fédération Internationale Féline (FIF), bei The Governing Council of the Cat Fancy (GCCF) und bei The Cat Fanciers‘ Association (CFA).

    Woher kommt die Munchkin?

    Katzen mit besonders kurzen Beinen wurden schon seit den 1940er-Jahren rund um die Welt immer mal wieder dokumentiert. Im Zweiten Weltkrieg gerieten die Katzen erst einmal in Vergessenheit. 1956 tauchten die Tiere dann wieder in Russland auf und in den USA schließlich in den 1970er-Jahren.

    Dort, in Louisiana, fand 1983 eine Frau (Sandra Hochenedel) zwei trächtige Katzen. Eine davon, eine schwarze Katze, behielt sie und nannte sie „Blackberry“. Ihre Kitten waren zur Hälfte normal gebaut, zur Hälfte hatten sie deutlich verkürzte Beine. Eines dieser Kitten mit verkürzten Beinen gab Hochenedel an eine Freundin weiter, die das Tier „Toulouse“ nannte. Es heißt, dass diese beiden Katzen den Ursprung der Munchkin-Zucht darstellen.

    1991 wurde erstmals in New York eine Katze mit extrem kurzen Beinen ausgestellt.

    Warum heißt die Munchkin so?

    Die Katze hat ihren Namen aus der Geschichte „Der Zauberer von Oz“ von Lyman Frank Baum aus dem Jahr 1900. Darin wird vom Volk der „Munchkins“ erzählt, das sich durch Kleinwüchsigkeit auszeichnet.

    Die Beine der Munchkin-Katze sind stark verkürzt.
    In diesem kleinen Körper steckt ein riesiger Charakter. ©Phannasit Tantrakul/iStock
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    Ist die Munchkin-Katze eine Qualzucht?

    Bei dieser Frage scheiden sich leider die Geister. Wir als „Aus Liebe zum Haustier“ betrachten die Munchkin als Qualzucht im Sinne des §11 b des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Darin heißt es, dass es verboten ist, „Wirbeltiere zu züchten, […] soweit züchterische Erkenntnisse […] erwarten lassen, dass […] bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.“

    Befürworter der Rasse argumentieren gelegentlich, dass die genetische Mutation natürlich aufgetreten sei. Daher müsse man die Tiere abgesehen von der geringeren Körpergröße als normale Katzenrasse betrachten.

    Wie steht es um die Gesundheit der Munchkin?

    Die Katze gehört zu den besonders jungen Katzenrassen. Es ist daher bislang nur schwer möglich, rassespezifische Krankheiten mit Sicherheit zu benennen. Es lässt sich dabei bisher auch nur schwer abschätzen, welchen Einfluss die Haltung und Ernährung auf bestimmte Krankheitserscheinungen haben.

    Bislang wird jedoch angenommen, dass die kleinwüchsige Rasse vermehrt zu diesen gesundheitlichen Problemen neigt:

    • Übergewicht
    • Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
    • Arthrose (Gelenkverschleiß)
    • Ungewöhnliche Lordose (Wirbelsäulenkrümmung)
    • Lungenprobleme
    • Zahnprobleme
    • Hormonelle Störungen

    Im vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beauftragten Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) heißt es außerdem, dass Zwergwuchs zu einem höheren Risiko von

    • Bandscheibenvorfall
    • Wasserkopf
    • Atemstörungen
    • Fehlstellungen von Knochen und Gelenken und
    • Schwergeburten

    führen kann. Kritiker der Katzen mit den kurzen Beinen vertreten außerdem den Standpunkt, die Tiere würden unter den verkürzten Gliedmaßen leiden. Ihre Bewegungsfreiheit sei dadurch eingeschränkt. Im Rassestandard der TICA heißt es dazu jedoch, die kurzen Beine behinderten weder die Mobilität noch die Überlebensfähigkeit. Von normal gebauten Katzen ausgehend, halten wir diese Aussage mindestens für fragwürdig.

    Wie alt wird eine Munchkin-Katze?

    Munchkins werden bei guter Pflege und Ernährung sowie einem wachen Blick auf die Gesundheit etwa 15 Jahre alt.

    Welchen Charakter hat die Munchkin?

    Die Munchkin hat einen traumhaften Charakter. Der macht sie – zusammen mit ihrem oft als „niedlich“ angesehenen Äußeren – so beliebt. Sie ist besonders anhänglich, lebhaft und verspielt.

    Zwar gehört sie nicht zu den besonders aktiven Katzen, aber auch mit ihr kommt ordentlich „Leben in die Bude“. Eine artgerechte Auslastung ist daher bei der Haltung wichtig. Da die Katze durchaus ein helles Köpfchen ist, eignen sich für sie auch verschiedene Intelligenzspiele für Katzen.

    Die Munchkin ist sehr liebebedürftig und am liebsten immer mitten drin, statt nur dabei. Und: Das kleine Näschen stecken diese Katzen gern auch mal in Dinge, die sie gar nichts angehen, denn Munchkins sind überaus neugierig.

    Die Munchkin-Katze kommt meist auch gut mit Kindern, anderen Katzen sowie weiteren Haustieren aus. Aufgrund der genetischen Veränderung können wir sie jedoch grundsätzlich nicht empfehlen, auch nicht als Katze für Kinder.

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    Haltung: Worauf kommt es bei der Munchkin an?

    Die Munchkin ist wie oben beschrieben eine sehr gesellige und liebebedürftige Katze. Im Idealfall sollte sie deshalb nie wirklich lange allein bleiben müssen. In einer Familie ist sie gut aufgehoben oder auch in einem Haushalt mit weiteren Katzen.

    Kann die Munchkin ein Freigänger sein?

    Auch hier scheiden sich einmal mehr die Geister: Die einen sagen, dass die Munchkin wie jede andere Katze Freigang genießen kann. Die anderen behaupten, die Katze könne durch die kurzen Beine nicht gut genug springen und laufen, um sich draußen selbst vor allen Gefahren zu schützen.

    Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sorgt für einen gesicherten Freigang, wie beispielsweise auf einem Balkon mit Katzennetz.

    Lies dazu auch: Katzennetz für den Balkon – mit und ohne Bohren

    Was ist bei der Pflege wichtig?

    Die Pflege ist bei der Munchkin recht unkompliziert. Bürste sie alle paar Tage durch, um Haarballen möglichst gut vorzubeugen. Eine langhaarige Munchkin braucht dabei etwas mehr Pflege als ihre kurzhaarige Verwandte.

    Achte außerdem auf eine ausgewogene, katzengerechte Ernährung. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Tiere. Und auch wenn Du mit der Ernährung den veränderten Körperbau natürlich nicht ausgleichen kannst, kannst Du damit immerhin weitere Probleme bestmöglich vermeiden.

    Wo kann man eine Munchkin-Katze kaufen?

    Wer eine Munchkin kaufen möchte, wird an verschiedenen Stellen fündig. Da wir die Zucht dieser Rasse nicht unterstützen wollen, folgt an dieser Stelle kein Rat zum Kauf einer Munchkin.

    Stattdessen haben wir einen ganz anderen Tipp, der von Herzen kommt: Denkst Du darüber nach, Dir eine Katze zuzulegen, schau bitte unbedingt auch einmal im örtlichen Tierheim nach. Dort sitzt vielleicht keine Munchkin, aber ganz sicher die eine oder andere kleine Seele, die sehnsüchtig auf ein schönes neues Zuhause hofft. Fahr oder geh doch einfach mal hin. Einen Versuch ist es wert, findest Du nicht? ♥


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