Dackel: Charakter, Haltung und Pflege

Der Dackel ist ein handlicher Hund. Faustdick hinter den Ohren hat er es aber trotzdem. Erfahre hier alles über Charakter, Haltung und Pflege.

Ein Dackel steht im Wald
Der Dackel ist klein, aber definitiv oho! Mit dem drolligen Hund holt man sich in jedem Fall Leben ins Haus. ©NORRIE3699/iStock
• Dackel haben einen rassetypischen Dickkopf.
• Hunde dieser Rasse machen daher gern ihr eigenes Ding.
• Die Erziehung ist somit eine kleine Herausforderung.

Der Dackel hat viele Namen: Dachshund, Teckel oder auch – ganz bayrisch – Zamperl. Das steht übrigens für „kleine und niedliche Hunde“.

Klein und niedlich ist der Dackel in der Tat. Gleichzeitig hat er es aber auch faustdick hinter seinen Hängeöhrchen. Den sprichwörtlichen Dackelblick hat dieser Hund erfunden, und es ist schwer, ihm zu widerstehen. Nötig ist es aber allemal!

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Denn für etwas anderes sind Dackel ebenso bekannt wie für ihren Blick: ihre Sturheit und Selbstständigkeit. Das tut ihrer Beliebtheit allerdings keinen Abbruch. Besonders in Bayern haben Dackel eine lange Tradition und eine treue Fangemeinde. Die Hunde gehören quasi zum bayerischen Kulturgut.

Aber auch bundesweit zählen die mutigen und manchmal etwas größenwahnsinnigen Dackel – neben Konkurrenten wie dem Schäferhund, Labrador oder Golden Retriever – zu den beliebtesten Hunderassen in Deutschland. In die Top 10 schafft es der Dackel zwar nicht, aber er ist dennoch vorn dabei.

Beim Kauf ist die Auswahl des Züchters ganz entscheidend. Denn auch, wenn der Teckel als Hund für die Jagd nicht mehr die Bedeutung früherer Zeiten hat, gibt es auch heute noch jagdlich geprägte Zuchten. Nicht-Jäger sollten lieber auf sogenannte Schönheitszuchten achten, wenn sie sich nicht mit einem ausgeprägten Jagdtrieb befassen wollen. Aber selbst diese Linien sind immer noch mit einer großen Portion Jagdlust ausgestattet.

Wie sieht ein Dackel aus?

Dackel sind auf den ersten Blick an ihrem länglichen Körper und den kurzen Beinchen zu erkennen. Auch die langen Hängeohren gehören zum typischen Dackel. Anhand der Größe lassen sich drei Typen bei diesem Hund unterscheiden: Dackel, Zwergdackel und Kaninchendackel.

Alle drei Dackel lassen sich zudem in drei Haartypen unterteilen:

  • Langhaardackel: seidig glänzendes längeres Fell
  • Rauhaardackel: leicht borstig-drahtiges Fell und ein Bart unter der Schnauze
  • Kurzhaardackel: glatt anliegendes Fell

Für alle drei Felltypen gibt es unterschiedliche Farbvarianten:

  • Einfarbig: Rot, Gelb oder Rot-Gelb (Rot-Braun ist zulässig, aber unerwünscht)
  • Zweifarbig: Schwarz oder Braun mit rostbraunen oder gelben Abzeichen
  • Gefleckt, getigert, gestromt: Dunkle Grundfarbe (Schwarz, Rot oder Grau) mit grauen oder beigen Flecken
  • Nur für Rauhaardackel: hell- bis dunkelsaufarben und dürrlaubfarben
Ein Rauhaardackel im Wald
Den Dackel gibt es in vielen verschiedenen Fellvarianten. Der Rauhaardackel wirkt besonders frech. ©Andreas Kestel/iStock

Der Rassestandard gibt für Teckel keine Größe in Zentimetern vor. Der erwachsene Standard-Dackel soll stattdessen einen Brustumfang von 35 cm haben. Beim Zwergdackel sind es 30 cm bis 35 cm und beim kleinen Kaninchendackel maximal 30 cm.

Wie schwer ist ein Dackel?

Auch hier bleibt der Rassestandard vage: Er gibt nur eine Gewichtsobergrenze von 9 kg für den Standard-Dackel an. Beim Zwergdackel gilt als Anhaltspunkt ein Gewicht zwischen 6 kg und 8 kg. Der kleinste Vertreter, der Kaninchendackel, liegt bei etwa 4 kg.

Wie alt wird ein Dackel?

Der Dackel gehört zu den kleinen und damit besonders langlebigen Hunderassen. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Dackels liegt bei stolzen 12 bis 16 Jahren.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Dackel?

Der Dackel ist zwar ein kleiner Hund, dafür aber mit einem großen Selbstbewusstsein ausgestattet. Das grenzt zum Teil sogar an Respektlosigkeit – zumindest gegenüber großen Hunden.

Das ist aber auch kein Wunder, schließlich wurden Dackel dafür gezüchtet, selbstständig bei der Jagd zu entscheiden, wo es langgeht und was zu tun ist. Einen „Will to Please“, also den Wunsch zu gefallen, wie zum Beispiel beim Labrador oder Malinois, findest Du beim Dackel daher nur im absoluten Ausnahmefall.

Trotz ihres Sturkopfes sind Dackel sehr ausgeglichen, also weder ängstlich noch aggressiv. Menschen gegenüber sind sie freundlich. Bei der Jagd sind sie voll dabei und zeigen eine unglaubliche Ausdauer. Daher ist es für Besitzer wichtig, schon mit dem Welpen mit der konsequenten Erziehung zu starten, damit sich der Hund später im Freilauf nicht selbstständig macht.

Ein Langhaardackel
Mal ehrlich: So schön hätten wir die Haare auch gern! ©romitasromala/iStock

Woher kommt der Dackel?

Der Dackel hat seine Wurzeln in Deutschland. Er wurde hierzulande als Jagdhund gezüchtet, wobei der Besitz lange Zeit ein Vorrecht des Adels war. Mit seinen kurzen Beinchen waren die Dachshunde zuverlässige Jagdbegleiter. Ihre Aufgabe war es, Füchsen und Dachsen in den Bau zu folgen und sie aus selbigen vor die Flinte des Jägers zu treiben. Daher kommt auch der Name Dachshund. Zu seiner Aufgabe gehörte jedoch nicht das Töten der Beute.

Schnell wurden Dackel aber auch zu beliebten Begleit- und Familienhunden. Berühmte Liebhaber der Rasse waren Napoleon Bonaparte und Kaiser Wilhelm II. Der Maler Pablo Picasso und sein Dackel „Lump“ waren ein unzertrennliches Paar, ebenso wie der Künstler Andy Warhol und sein Dackel-Duo „Archie“ und „Amos“.

Der Star der Olympischen Spiele 1972: ein Dackel

Die Olympischen Spiele 1972 in München machten den Dackel von Deutschland aus in aller Welt berühmt: Ihr Maskottchen war der bunte Dackel Waldi. Ebenfalls in den 1970er-Jahren kam der Dachshund als Wackeldackel auf den Hutablagen deutscher Autos zu zweifelhaftem Ruhm.

Obwohl Dackel in der Liste der beliebtesten Hunderassen – gemessen an den Welpenzahlen in VDH-Vereinen – auf dem zweiten Platz rangieren, sind sie keine Modehunde. Das liegt auch daran, dass es mittlerweile viel Konkurrenz von anderen Rassen in der Größenkategorie gibt wie etwa den Jack Russell Terrier oder den Malteser. Einige Hunde in einer vergleichbar kleinen Größe haben einen einfacheren Charakter.

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Dackel: Die richtige Haltung und Erziehung

Ein Dackel braucht unbedingt eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Die selbstständigen und selbstbewussten kleinen Hunde sind keine Selbstläufer, daher braucht es bei der Erziehung Durchsetzungs- und Einfühlungsvermögen. Stelle klare Regeln auf und halte Dich selbst daran, dann lernt der Dackel sehr schnell, was Du von ihm erwartest.

Eine Herausforderung für das Familienleben stellt der angezüchtete Jagdtrieb dar. Den solltest Du unbedingt in den Griff bekommen, wenn Du planst, Dein Dackelchen nicht nur an der Leine zu führen, sondern ihm auch den nötigen Freilauf zu gönnen. Sorge mit einer Reizangel für Bewegung. Das simulierte Jagdspiel kommt dem Charakter von Hunden dieser Rasse besonders entgegen.

Im Haushalt sind Dackel gut mit anderen Tieren, ja sogar auch mit Katzen oder Hühnern zu vergesellschaften, zumindest, wenn sie früh genug an sie gewöhnt werden. Im Idealfall lernen Dackel schon als Welpen möglichst viele andere Tiere kennen. Auf Spaziergängen werden Kleintiere jedoch immer potenzielle Beute sein. Als Halter musst Du daher immer auf einen ungenehmigten Jagdausflug gefasst sein.

Lesetipp: So vertragen sich Hunde und Katzen

Für klassische Hundesportarten sind Dackel aufgrund ihres Körperbaus eher nicht geeignet. Dafür lieben sie lange Spaziergänge oder ausgedehnte Wanderungen. Auch Tricks lernen sie sehr schnell. Eine eher artgerechte Beschäftigung sind Stöber- und Schnüffelaufgaben – dazu gehört auch Mantrailing. Dabei kann die Spürnase so richtig zeigen, was sie drauf hat. Du kannst auch probieren, den Dackel fürs Apportieren zu begeistern.

Lies dazu auch: Apportieren lernen – So trainierst Du es richtig

Häufiges Treppensteigen sollten Dackelbesitzer mit ihrem Liebling übrigens vermeiden. So kann man der für die Rasse typischen Dackellähme vorbeugen. Sind es mehr als ein paar Stufen, ist es besser, das Dackelchen hochzunehmen. Und das gilt sowohl für Welpen als auch für erwachsene Hunde dieser Rasse.

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Welche Pflege braucht der Dackel?

Ganz gleich, ob glatt-, lang- oder rauhaarig: Bürste Deinen Dackel einmal die Woche ordentlich durch. Das bringt das Fell auf Vordermann und hat zudem einen angenehmen Massageeffekt.

Bei Langhaardackeln ist die Pflege des Fells etwas aufwendiger. Hier solltest Du vor allem die Rute und die Stellen hinter den Ohren beim Bürsten und Kämmen nicht vergessen. Sie verfilzen schnell.

Eine Besonderheit ist bei Rauhaardackeln zu beachten: Ein Hund mit dem charakteristischen, struppeligen Fell sollte in regelmäßigen Abständen getrimmt werden. Das entfernt loses und abgestorbenes Haar. Dann haaren Rauhaardackel auch nicht übermäßig stark. Scheren kommt beim Dackel übrigens niemals infrage: Das zerstört die Schutzstruktur des Fells.

Lies dazu auch: Welche Hunde haaren nicht?

Auf das Gebiss solltest Du bei der Pflege auch regelmäßig einen Blick werfen, denn Entzündungen in der Maulhöhle sind nicht nur schmerzhaft, sondern können Auswirkungen auf den Rest des Körpers haben.

Welche typischen Krankheiten hat der Dackel?

Ihre hohe Lebenserwartung zeigt bereits, dass Dackel bei entsprechender Pflege gesunde und agile Hunde sind. Ein ganz typisches Krankheitsbild für Dackel ist jedoch die oben bereits angesprochene, sogenannte Dackellähme. Das ist ein Bandscheibenvorfall, bei dem sich Lähmungserscheinungen durch eingequetschte Nerven zeigen.

Betroffen sind davon vor allem Hunderassen mit besonders kurzen Beinchen. Diese sind zwar typisch für Dackel oder auch Bassets, gleichzeitig aber das Ergebnis einer genetisch bedingten Knorpelwachstumsstörung

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Was kostet ein Dackel?

Der Preis eines Welpen aus einer Zucht des Deutschen Teckelklubs liegt zwischen 800 und 1.500 Euro. Seltenere Farbschläge sind in der Regel etwas teurer als ein „normal“ saufarbener Teckel. ♥


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