Hat die Katze Mundgeruch? Ursachen und Hilfe

Wenn bei der Katze Mundgeruch auftritt, stört das den Halter oft mehr als das Tier. Verharmlose ihn nicht: Er kann ein Anzeichen für ernste Erkrankungen sein.

Katze mit Mundgeruch
Puh, bitte einmal das Mündchen schließen! 😉 ©Evgenii Leontev/iStock

Die Liebe kann noch so groß sein: Wenn unsere Stubentiger aus dem Maul riechen, zucken wir unwillkürlich zurück. Doch Mundgeruch bei Katzen ist nicht gleich Mundgeruch. Manchmal sind nur die Reste der eben vertilgten Mahlzeit zu riechen. Ein anderes Mal ist die Note jedoch so intensiv, dass Du nicht feststellen kannst, ob es sich um Verwesung oder Fäulnis handelt. Puh!

Bevor Du als Katzenhalter in Ohnmacht fällst, solltest Du mit Deinem Tierarzt über dieses Problem sprechen. Vorher kannst Du Dich hier über Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten informieren.

Symptome einer Katze mit Mundgeruch

Schlechter Atem ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Das heißt, dass er ein Indiz für harmlose Geschehnisse im Maul des Stubentigers sein kann. Ebenso kann er aber auch gesundheitliche Probleme anzeigen.

Wenn der Geruch bei Deiner Katze zusammen mit anderen Symptomen auftaucht, solltest Du hellhörig werden. Solche Co-Symptome sind:

Muss eine Katze mit Mundgeruch zum Tierarzt?

Wenn Deine Katze quietschfidel ist und normalen Appetit zeigt, musst Du Dir keine großen Sorgen machen. Dann genügt es, wenn Du bei der nächsten Routinekontrolle das Problem bei Deinem Tierarzt ansprichst.

Erscheint Dir Deine Katze jedoch verändert, frisst sie nicht mehr in gewohnter Weise oder wirkt sie apathisch und antriebslos, solltest Du genau hinsehen! Es könnte sein, dass gesundheitliche Probleme die Ursache für den schlechten Atem sind.

Mit etwas Vorsicht kannst Du sie verhindern oder zumindest mit wenig Aufwand beheben. Hält der penetrante Mundgeruch über Tage oder gar Wochen an, bringe Deine Katze zum Tierarzt! Vor allem bei alten Katzen ist es wichtig, dass Du der Ursache für einen bisher nicht dagewesenen Mundgeruch auf den Grund gehst. Ältere Stubentiger sind öfters von Erkrankungen betroffen, die schlechten Atem verursachen.

Hat die Katze Mundgeruch?
Auch wenn diese Katze etwas skeptisch guckt: Mundgeruch macht den Minitigern meist wenig aus. ©krblokhin/iStock

Ursachen, warum die Katze Mundgeruch hat

Katzen sind Säugetiere wie wir Menschen. Deshalb liegen die Ursachen für Mundgeruch in erster Linie in der Mundhöhle, dann in der Rachenhöhle und erst als dritte Wahrscheinlichkeit im Magen und dem Verdauungstrakt.

Fleischfresser sind eher von Mundgeruch betroffen, weil die Aufspaltung tierischer Eiweiße unter anderen Voraussetzungen passiert als die Aufspaltung pflanzlicher Rohstoffe. Die Tiermedizin unterscheidet zwischen mehreren Ursachen. Lies weiter, dann erfährst Du sie.

Schlechtes Futter

Der Hauptgrund für Symptome wie den Geruch aus dem Maul ist ein nicht artgerechtes Futter. Wahrscheinlich rochen unsere Stubentiger einst viel seltener aus dem Maul, als sie sich von Mäusen und Vögeln ernähren mussten bzw. durften.

Leider haben viele moderne Futtermittel – vor allem Billigfutter – einen zu hohen Kohlenhydratanteil. Dieser ist weder für unsere Samtpfoten bekömmlich, noch fördert er eine gute Ausdünstung. Katzen als Karnivoren (also Fleischfresser) brauchen einen hohen Anteil an tierischem Eiweiß im Futter (diverse Ratgeber sprechen von 80 bis 95 Prozent).

Probleme mit den Zähnen

Ein Drittel aller Katzen über fünf Jahren leidet unter dem sogenannten Katzenkaries (FORL). Der Begriff Karies ist hier irreführend, weil keine Kariesbakterien beteiligt sind. Die eigentlichen Ursachen für die Zahnprobleme werden in

  • einem gestörten Kalziumstoffwechsel,
  • einer hormonellen Störung oder
  • Entzündungen des Zahnfleischs

vermutet. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Entkalkung der Zähne, die sehr schmerzhaft für die Katze sein kann.

Wenn sich Plaque (Zahnbelag) über Monate und Jahre festsetzt und verhärtet, spricht man von Zahnstein. Die Zähne zu putzen hilft nicht mehr, sobald eine bestimmte Verhärtung stattgefunden hat: Dann lässt sich Zahnstein nur noch maschinell entfernen.

Je mehr Zahnstein sich bildet, umso leichter kommt es auch zu Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischtaschen und Zahnfleischschwund. Alle diese bakteriellen Probleme können zu intensivem Mundgeruch führen.

Bestimmte Rassen sind wegen ihrer kurzen Schnauze anfälliger für Zahn- und Kieferprobleme. Dazu zählen u. a. auch die Britisch Kurzhaar, Burma oder Perser.

Mundgeruch bei der Katze
Ob das Mäulchen mieft und müffelt, hängt von vielen Faktoren ab. ©bombermoon/iStock

Andere Erkrankungen

Folgende andere Krankheiten können ebenso die Ursache für Symptome wie den penetranten Geruch aus dem Maul Deiner Katze sein:

  1. Entzündungen
    Zahlreiche Infektionen mit Viren, Bakterien und Pilzen verursachen bei unseren schnurrenden Hausgenossen einen unangenehmen Mundgeruch. Welche genau das sind, ist nur mittels einer detaillierten Blutanalyse möglich. (Nicht jeder Tierarzt sieht diese allerdings als Voraussetzung für eine wirksame Therapie an, da viele Medikamente eine Breitbandwirkung haben.)
    Zu den häufigsten Infektionen bei Katzen zählen Katzenschnupfen, FIV (Felines Immundefizienz-Virus), Infektionen mit Mykoplasmen oder Bordetellen.
  2. Verletzungen
    Viele Katzen nagen an Gegenständen, die in der Folge Verletzungen der Zunge oder des Gaumens verursachen. Vor allem Katzen mit dem Pica-Syndrom sind davon betroffen. Fremdkörper dringen in die Haut ein und das Immunsystem reagiert mit Vereiterungen.
    Manchmal schlucken unsere Stubentiger auch Dinge, die in der Speiseröhre Verletzungen verursachen können. Vor allem Freigänger und jagende Katzen sind davon häufiger betroffen.
  3. Krebs
    Bei manchen, meist älteren Katzen entstehen in der Mundhöhle gut- oder bösartige Gewächse (Tumore). Zehn Prozent aller bösartigen Karzinome kommen bei Katzen in der Mundhöhle, am Kiefer und auf der Zunge vor. Man spricht bei dieser Erkrankung von einem Plattenepithel-Karzinom. In der Folge entsteht oft ein intensiver Mundgeruch.
  4. Probleme von Leber, Magen oder Nieren
    Wichtige Verdauungs- und Entgiftungsvorgänge in diesen Organen können gestört sein. Das Blut hat eine zu hohe Konzentration an Harnstoff und anderen Abfallprodukten. Auch das kann die Symptome auslösen und zu Mundgeruch führen.
  5. Diabetes
    Wenn eine Zuckerkrankheit vorliegt, sind die Kohlehydratverdauung und der Blutzuckerspiegel gestört. Auch hier kommt es häufig zu Mundgeruch bei der Katze.
  6. Autoimmunerkrankungen
    Manchmal wird der penetrante Maulgeruch durch Autoimmunerkrankungen ausgelöst. Zu diesen gehören alle Arten von Allergien, vor allem aber Allergien gegen Bestandteile des Futters.
Ein Tierarzt untersucht eine Katze mit Mundgeruch
Der Tierarzt schaut sich bei einer Katze mit Mundgeruch auch die Zähne an. ©zygotehasnobrain/iStock

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Erfahrene Tierärzte können schon aufgrund des Geruchs mit hoher Sicherheit feststellen, woher die Ursache für den Mundgeruch kommt. Wenn etwa Nierenprobleme vorliegen, riecht der Atem der Katzen nach Urin. Fischig riechender Atem ist ein Indiz für einen gestörten Eiweißstoffwechsel.

Nach der Riechprobe wird Deine Katze optisch untersucht, das heißt, es werden die Zunge, die Zähne, das Zahnfleisch und die Mundhöhle inspiziert. Dabei stellt der Tierarzt FORL, Zahnstein und Zahnfleischtaschen oder Entzündungen fest.

Der Tierarzt entscheidet, ob eine Blutuntersuchung vorgenommen werden muss, um Blutwerte zu bestimmen. Diese geben verlässlich Aufschluss über Leber- oder Nierenprobleme. Auch eine Erkrankung wie Diabetes kann so mit Sicherheit festgestellt werden.

Gewächse können nur durch Biopsien auf Bös- oder Gutartigkeit untersucht werden. Solche lassen sich jedoch ebenso wie Röntgenuntersuchungen nur unter Narkose durchführen.

Therapie: Was hilft der Katze mit Mundgeruch?

Wie der Mundgeruch behandelt wird, hängt von seiner Ursache ab. Liegt keine Krankheit vor und sind auch nicht Zahnprobleme schuld an der Müffelei, kannst Du es zunächst mit einer Futterumstellung versuchen. Vielleicht wählst Du anstatt des bisherigen Nassfutters ein Trockenfutter. Oder Du mischst verschiedene Futterquellen, damit Deine Katze genügend Flüssigkeit aufnimmt.

Auch Katzen benötigen Zahnpflege. Eine regelmäßige Entfernung von Zahnstein kann hier Wunder wirken. Sie pflegt nicht nur die Zähne, sondern beugt zudem Parodontitis (Entzündungen im Zahnfleisch) und Parodontose (Zahnfleischrückbildung) vor. So bilden sich keine Taschen, in denen Bakterienherde zu schlechtem Atem führen können.

Manchmal müssen Katzen die Zähne operativ entfernt werden. Solche Zahnprobleme erkennst Du daran, dass die Katze nicht nur einen schlechten Atem hat, sondern auch Schmerzen zeigt. Oft kommt es vor, dass sie dann nichts mehr frisst.

Bei festgestellten Infektionen im Mund- oder Rachenraum wird der Tierarzt ein Antibiotikum verschreiben. Bei Karzinomen hilft nur eine operative Entfernung.

Eine Katze mit einer Zahnbürste
Zahnpflege für die Katze kann Mundgeruch eindämmen. Nutze aber bitte tiergerechte Utensilien dafür. ©Nils Jacobi/iStock
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Ist Mundgeruch bei der Katze gefährlich?

Der Geruch aus dem Maul ist nicht gefährlich, da es sich um ein Symptom handelt und nicht um eine Krankheit an sich. Die Ursachen sind in den wenigsten Fällen gefährlich, können aber für die Katze unangenehm und sogar schmerzhaft sein.

Gefährlich sind lediglich Karzinome, die sich als bösartig herausstellen oder schwere Leber- und Nierenerkrankungen.

Mundgeruch bei der Katze vorbeugen oder lindern

Die beste Vorbeugung von Geruch aus dem Maul mit all seinen Ursachen ist ein artgerechtes, gesundes Futter. Wahrscheinlich ist diese Maßnahme überhaupt das Wichtigste, was Du für Deinen Stubentiger tun kannst.

Wenn es Dir gelingt, animiere Deine Katze dazu, mehr zu trinken. Vielleicht verdünnst Du ihr Trinkwasser ab und zu mit ein paar Tropfen Katzenmilch oder Fleischsaft, damit es ihr besser schmeckt. Auch ein Trinkbrunnen bringt viele Katzen dazu, mehr Wasser aufzunehmen. Trinkt Deine Katze dennoch zu wenig, kannst Du sie von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen.

Wie für Hunde gibt es auch für Katzen Kaustangen, die die Zähne reinigen und Zahnstein vorbeugen sollen. Der Markt für Tierbedarf bietet Zahnpasten, die Enzyme enthalten und damit eine Baustoffzerlegung bereits im Mund unterstützen. Manche Katzen nehmen diese gern an, andere lassen sich sogar die Zähne putzen. Auf keinen Fall darfst Du dafür jedoch menschliche Zahnpasta verwenden, diese ist absolut ungeeignet und kann je nach Inhaltsstoffen sogar giftig sein.

Wenn Dein Stubentiger sich nur in der Wohnung aufhält, solltest Du ihm Katzengras anbieten. Freigänger knabbern regelmäßig an Grashalmen und unterstützen so ihre Verdauung. Zusätzlich hemmt das Chlorophyll in Pflanzen jene Enzyme, die im Mund und Magen durch die Aufspaltung von Eiweiß schlechte Gerüche produzieren.

Wir wünschen Dir und Deiner Katze alles Gute! ♥