Bombay-Katze: Charakter, Pflege und Haltung

Die Bombay-Katze kommt nicht aus Indien, auch wenn der Name das vermuten ließe. Er hat einen ganz anderen Grund. Und der hat mit dem Fell zu tun.

Bombay-Katze
Die Bombay-Katze gehört zu den sehr kleinen Katzenrassen. Im Herzen ist sie jedoch riesengroß! ©Ed-Ni-Photo/iStock

Lass Dich von der Namensgebung nicht irritieren: Bombay-Katzen haben keinen Bezug zu Mumbai (=ehemaliges Bombay) in Indien. Sie sind eine Kreuzung von American Shorthair und Burma-Katze (auch Burmesen genannt).

Weil sie zu den Asian Cats gezählt wurden, brauchten die Katzen nach den ersten gelungenen Zuchtversuchen eine passende Bezeichnung. Die Erstzüchterin gab diesen Tieren den Namen der indischen Millionenstadt aus gutem Grund: Indien ist eines der Heimatländer des Schwarzen Panthers, und genau an diesen soll die Bombay-Katze erinnern.

Woher kommt die Bombay-Katze?

Ziel der ersten Zuchtversuche war es, Burmesen mit einem glatten, schwarzen Fell anstatt im typischen Braun zu züchten. Außerdem sollten die Augen anstatt in Braun bei dieser „neuen“ Katze in Gold oder Kupfer leuchten. Es sollte sozusagen ein Panther in Miniaturformat aus der Zucht hervorgehen.

Panther sind nichts anderes als Leoparden mit so starker Pigmentierung, dass die ursprünglichen Flecken und Rosetten nicht mehr zu sehen sind. Gleiches wurde mit der Zucht der Bombay-Katze versucht, denn bei der Burma-Katze war die Farbe Schwarz nicht erlaubt.

Die Zucht gestaltete sich als schwierig, da die Burmesin ihrerseits aus der Siamkatze gezüchtet wurde und sich immer wieder die Point-Varianten (hell mit dunklen Schatten im Gesicht, am Schwanz und auf den Pfoten) durchsetzen konnten. So nahm man schließlich möglichst dunkle Burma-Katzen und paarte sie mit schwarzen American Shorthair Katzen, die die gewünschte Augenfarbe hatten.

Die heutige Bombay ist der Beweis, dass die Zucht erfolgreich war, doch dauerte es noch lange bis zur Anerkennung durch die International Cat Association. Das europäische Pendant, die Fédération Internationale Féline (FIFe), hat diese Katzen bislang nicht in die Liste der akzeptierten Katzenrassen aufgenommen. 

Die Bombay ist selbst in den USA und Großbritannien noch sehr selten. Und das vor allem aus einem Grund: Weil nur gänzlich schwarze Individuen als Bombay-Katze gelten, gibt es nur eine kleine Zuchtbasis.

Die Bombay-Katze sieht aus wie ein Panther im Miniaturformat
Der Spitzname „Mini-Panther“ passt bei dieser Katzenrasse wirklich perfekt. ©Ed-Ni-Photo/iStock

Wie sieht die Bombay-Katze aus?

Die Bombay ist eine kleine bis mittelgroße Katzenrasse mit Kurzhaar, die von Züchtern und Liebhabern oft mit einem Panther verglichen wird. Damit hast Du eine gute Vorstellung, was Dich mit einer Bombay-Katze erwartet. Im Detail sieht diese Katzenrasse wie im Folgenden beschrieben aus.

Das Fell

Die Bombay trägt Kurzhaar. Im Idealfall leuchtet das enganliegende Fell dieser Rasse in einem tiefen Schwarz. Es hat den besonderen Glanz von Leder und fühlt sich bei Berührung wie Satin an. Das Einzelhaar ist kurz und fein und bildet nur wenig Unterwolle. Kitten allerdings sind braun und haben ein etwas struppiges Fell. Das ist völlig normal, also keine Angst, falls Dein neues Kätzchen noch nicht tiefschwarz ist und nicht wie erwünscht seidig-matt glänzt. Mit guter Pflege und Ernährung mit artgerechtem Katzenfutter wird es bald zu einem Miniatur-Panther.

Außer Schwarz sind bei diesen Katzen keine Farben erlaubt. Auch jede Art von Fellzeichnung ist unerwünscht. Manchmal setzt sich ein rezessives Gen der Burma-Katze durch und die Bombay-Katze ist dunkelbraun anstatt schwarz. Dann allerdings darf sie ihren stolzen Namen nicht tragen.

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Der Körper

Der Körper dieser Katze wirkt weder besonders feingliedrig, noch scheint er besonders robust. Auch die Beinhöhe und Schwanzlänge sind unauffällig. Nicht nur das Fell, sondern auch die Pfotenballen müssen bei der Bombay sehr dunkel bis schwarz sein.

Der Kopf

Die Besonderheit bei dieser Rasse ist der abgerundete Kopf. Die Form ist sowohl von vorn, von hinten und auch im Profil sichtbar. Auch die Schnauze ist abgerundet und passt sich der Kopfform perfekt an. Das Ende der Nase steht leicht nach unten und fügt sich so in die schönen Rundungen des Kopfes ein. Die amerikanische Zuchtform wird deshalb oft mit Persern verglichen. Bei der europäischen Zuchtform sind die Rundungen des Kopfes nicht so ausgeprägt.

Die Ohren der Katze sind gut vom Kopf abgesetzt. An der Basis sind sie breit und zeigen leicht abgerundete Enden.

Die Augen

Die Augen der Bombay stehen weit auseinander und sind groß und rund. Die Farbe variiert zwischen Gold und Kupfer. Je tiefer und glänzender die Farbe ist, umso zufriedener sind die Züchter. Die Augenränder sind wie der Rest der Katze tiefschwarz.

Kopf einer Bombay-Katze
Die Bombay hat einen stark abgerundeten Kopf. ©Ed-Ni-Photo/iStock

Wie groß ist eine Bombay-Katze?

Die Katze wird zwischen 30 und 50 cm lang (ohne Schwanz). Für eine Rassekatze ist sie damit sehr klein. Tatsächlich gehört die Bombay zu den kleinsten Katzenrassen der Welt.

Wie schwer ist eine Bombay-Katze?

Das Weibchen wiegt im Schnitt 4,5 kg, der Kater schafft auf der Waage 5,5 kg. Auffällig bei dieser Katzenrasse ist, dass man sie aufgrund des feingliedrigen Körperbaus für leichter hält, als sie dann tatsächlich ist.

Achte wie bei allen Katzen auch bei der Bombay auf eine artgerechte und maßvolle Ernährung. Mit dem richtigen Katzenfutter kannst Du das unliebsame Übergewicht bei Katzen vermeiden.

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Charakter und Wesen der Bombay-Katze

Wenn Du distanzierte, unnahbare Katzen liebst, ist diese Rasse nichts für Dich. Die Bombay ist verspielt, sehr liebevoll und fröhlich und zeigt dies auch. Sie nutzt alle Gelegenheiten, um mit dem Menschen, einer Artgenossin oder dem Hund zusammen zu sein. Sie liebt es, zu spielen und zu kuscheln.

Durch die Mischung aus American Shorthair und Burma, die einerseits ein wenig zurückhaltend und schüchtern, andrerseits sehr extrovertiert, fordernd und laut sind, besitzt die Bombay einen sehr einnehmenden Charakter. Sie hat dank des burmesischen Erbes keine Scheu und Berührungsangst, fordert aber dank des amerikanischen Erbes nicht den ganzen Tag mit ihrer lauten Stimme Deine Aufmerksamkeit.

Äußerlich ähnelt diese Katzenrasse zwar eher dem Burmesen als dem Amerikaner, doch kannst Du charaktermäßig nie sagen, welche Seite mehr zum Vorschein kommt.

Die Rasse ist sehr klug und menschenorientiert. Du kannst mit ihr Fangen und Verstecken spielen, ihr verschiedene Tricks beibringen und auch mündlich Anweisungen geben. Einige Katzen führen diese dann teilweise (je nach Stimmung) wie ein Hund aus.

Fans schwärmen von den hypnotisierenden, goldenen Augen. Nicht umsonst zählt die Bombay zu den Katzen mit den schönsten Augen überhaupt. Mit denen starrt die Katze ihre Besitzer mitunter so lange an, bis sie ihren Willen durchgesetzt hat. Daraus kannst Du schließen, dass die Katze viel Aufmerksamkeit braucht und diese auch einfordert. Es gibt kein ruhiges Fernsehen oder Arbeiten am Computer, wenn die Katze gerade etwas braucht oder will.

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Interessant bei dieser Katze ist, dass sie nicht unbedingt ein Alphatier in der Familie wählt. Sie scheint unter den Familienmitgliedern keinen großen Unterschied zu machen, sondern schenkt allen – sogar dem Hund – ihre ganze Liebe. Sie begleitet ihre Leute durchs Haus und beobachtet jede ihrer Tätigkeiten, weil Dazugehören eines ihrer Grundbedürfnisse ist.

Erfahrene Halter beschreiben die Bombay zudem als besonders kinderlieb: Nach einer kurzen Gewöhnungszeit ist auch das Kleinkind ein akzeptiertes Familienmitglied. Die Bombay-Katze kommt wie viele Asian Cats außerdem wie erwähnt sehr gut mit einem Hund klar, manchmal sogar besser als mit ihren Artgenossen.

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Bombaykatze
Schwarz ist unsere neue Lieblingsfarbe. ♥ ©photo by Volchanskiy/iStock

Die richtige Haltung der Bombay-Katze

Wenn sie genug Aufmerksamkeit bekommt und nicht viel allein sein muss, eignet sich die Bombay auch für die Haltung in der Wohnung. Dann sollte aber für viel Spiel und Spaß gesorgt sein: Kratzbäume, Spielzeug und Beschäftigung sind ein Muss.

Natürlich liebt sie auch den kontrollierten Auslauf auf Balkon oder Terrasse. Wenn Du einen Garten hast, wird dieser sicher das Highlight im Leben Deiner Bombay. Je nachdem, welcher Charakter in ihrem Erbe dominant ist, solltest Du beim Freilauf in ihrer Nähe sein, damit sie nicht ausbüxt oder sich gar von Fremden anlocken lässt.

Eine zweite Katze oder ein Hund tun ihrem Sozialleben sicher gut, doch ist hier etwas Vorsicht geboten: Sie akzeptiert manche Artgenossen nicht.

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Diese Rasse braucht Zeit und Geduld, um die Familienregeln zu lernen. Zu frühes Aufgeben wäre bei diesem intelligenten Tier sehr schade, denn in ihm steckt ein großes Potenzial für die perfekte Familienkatze. Zur richtigen Haltung gehört natürlich auch eine durchdachte Ernährung mit artgerechtem, gesundem Katzenfutter mit einem hohen Fleischanteil.

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Welche Pflege braucht die Bombay-Katze?

Die Katze trägt wie erwähnt Kurzhaar. Das Fell muss daher nur wenig gekämmt oder gebürstet werden. Wie bei vielen Katzenrassen erledigt auch die Bombay ihre Katzenwäsche selbst. Wem der Lederlook des schwarzen Fells wichtig ist, kann die Katze mit weichem Leder abreiben. Dabei bleiben auch überschüssige Haare hängen.

Falsches Katzenfutter kann nicht nur die Gesundheit beeinträchtigen, sondern führt auch zu einem stumpfen Fell und einem anormalen Haarwechsel. Lass Dich am besten über artgerechte Ernährung von Fachleuten beraten. Zur liebevollen Pflege eines Tieres gehört auch ein gesundes, vielleicht etwas teureres Katzenfutter.

Natürlich gehören zur Pflege auch die Routineuntersuchungen beim Tierarzt, eine regelmäßige Wurmkur bei Bedarf und die nötigen Impfungen. So kannst Du Dich hoffentlich über eine gute Gesundheit Deiner Katze freuen.

Schwarze Bombaykatze
Das glänzende Fell macht die Katzen so wunderschön und besonders. ©photo by Volchanskiy/iStock

Welche typischen Krankheiten hat die Bombay-Katze?

Diese Katze ist nicht anfällig für typische Krankheiten des Bewegungsapparates oder der Organe. Mit dem richtigen Katzenfutter bleibt sie in der Regel lange bei guter Gesundheit.

Wie bei allen Rassen können sich in der reinrassigen Zucht allerdings Erbkrankheiten einschleichen und immer wieder einmal auftauchen. Für die Gesundheit des Tieres ist eine seriöse Zucht deshalb besonders wichtig.

Genetische Disposition führt manchmal zu einer Immunschwäche oder auch zu bestimmten Allergien, die mit entsprechender Ernährung und guter Pflege oft aber in den Griff zu bekommen sind.

Wie alt wird eine Bombay-Katze?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt wie bei anderen Katzenrassen auch bei 12 bis 14 Jahren. Mit der richtigen Pflege, dem regelmäßigen Tierarztbesuch und einem artgerechten Katzenfutter kann die Bombay aber auch ein höheres Alter erreichen.

Kleiner Panther: Bombay-Katze
Bombay-Katzen gibt es nur sehr selten. ©photo by Volchanskiy/iStock

Was kostet eine Bombay-Katze?

Es ist gar nicht so leicht, eine Bombay-Katze zu ergattern. Die Rasse ist wenig bekannt und damit sehr selten. Findest Du einen Züchter, wirst Du um die 500 Euro für ein Kitten bezahlen müssen.

Sprich unbedingt mit dem Züchter über mögliche genetische Probleme. Du kannst dann Vertrauen haben, wenn er über Risiken Bescheid weiß und wie diese bei der Zucht minimiert werden können. Der Stammbaum der Katze verrät viel über Eltern, Großeltern und Urgroßeltern und damit über eine mögliche Inzucht.

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Wir legen Dir hier aber unbedingt ans Herz, Dich nicht nur auf Kitten aus reinrassiger Zucht festzulegen. Denk einmal darüber nach, ob Du nicht auch ein Kätzchen aus dem Tierheim oder aus einem Wurf einer wildlebenden Katze aufnehmen und ihm Deine Liebe und Pflege schenken könntest. Wenn es eine schwarze Katze sein soll, wirst Du sicher in einem Tierheim in der Nähe fündig. Denn – ob Du es glaubst oder nicht – dort warten schwarze Katzen oft besonders lange auf ein neues Zuhause.

Was macht die Bombay-Katze so besonders?

Die Lautgebung dieser Katzenrasse klingt ganz und gar nicht wie das gewohnte „Miau“, das wir von unseren Stubentigern kennen. Die Bombay-Katze „spricht“ mit Dir oft und viel durch eine Art Trällern.

Eine weitere Besonderheit dieser Katzenrasse ist ihre Seltenheit. Kaum eine andere Zucht ist trotz der auffälligen Schönheit so gering verbreitet.

Schwarze Katzen, die uns von links über den Weg laufen, gehören schon lange nicht mehr in die Schublade der bösen Omen. Im Fall des „Kleinen Panthers“ ist das genaue Gegenteil der Fall. ♥


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