Hovawart: Charakter, Aussehen, Haltung

Der Hovawart ist ein intelligenter, fleißiger und bildhübscher Hund. Was ihn noch ausmacht und was ihn mit dem Dackel verbindet, erfährst Du hier.

Hovawart auf einer Wiese
Der Hovawart ist ein bildschöner, robuster Hund. ©Sandra Dombrovsky/iStock

Wer bei dem schönen Namen Hovawart zunächst an eine ausländische Hunderasse denkt, wird wohl direkt überrascht sein. Der Name kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet nichts anderes als Hofwärter. Die schönen Hunde haben in Deutschland eine uralte Tradition als Wächter von Höfen und Häusern und sind auch heute noch eine beliebte Gebrauchshunderasse.

Weil die Rasse mittlerweile auch als beliebter Familienhund gilt, haben wir alle wichtigen Aspekte rund um den liebenswerten Hofwärter zusammengestellt: von seinem Aussehen über die richtige Pflege bis hin zu seinem geschichtlichen Werdegang.

Wie sieht ein Hovawart aus?

Schwarze Hovawarts haben eine verblüffende Ähnlichkeit zum Flat Coated Retriever, blonde Hovawarts zum Golden Retriever. Doch trotz der Ähnlichkeit gehören die Hunde zu einer komplett eigenständigen Rasse mit unterschiedlichen Merkmalen und geschichtlichen Hintergründen.

Der Körperbau der Rasse ist kräftig, aber dennoch schlank und lang gestreckt. Die Hunde haben einen kräftigen Kopf mit breiter Stirn, großen dreieckigen Hängeohren und einer mittellangen Schnauze. Ein auffälliges Erkennungsmerkmal der Rasse ist das sehr schöne Fellkleid mit langen und welligen Haaren und wenig Unterwolle.

In der Zucht zulässige Farben sind schwarz, blond und schwarzmarken, also eine Kombination aus überwiegend schwarz mit braunen Abzeichen.

Wie groß ist ein Hovawart?

Hovawarts gehören zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen. Rüden erreichen durchschnittlich eine Widerristhöhe zwischen 63 cm und 70 cm und Hündinnen zwischen 58 cm und 65 cm.

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Wie schwer ist ein Hovawart?

Trotz ihrer Größe sind die Hunde verhältnisgemäß leicht. Rüden sollten im Idealfall zwischen 30 kg und 40 kg wiegen und Hündinnen zwischen 25 kg und 35 kg.

Hovawart sitzt auf einer Wiese
Groß, aber nicht überragend schwer ist der Hovawart. ©Sandra Dombrovsky/iStock

Wie alt wird ein Hovawart?

Die Hovis, wie die Rasse von Liebhabern gern genannt wird, können sich über eine sehr robuste Gesundheit freuen und erreichen durchschnittlich ein Alter zwischen 12 und 14 Jahren. Bei guter Gesundheit, Pflege und Ernährung werden viele Hunde sogar bis zu 17 Jahre alt. Damit gehört der Hovawart unter den großen Hunderassen zu den langlebigsten Rassen.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Hovawart?

Die klugen Hofhunde besitzen einen sehr ausgeprägten Charakter. Sie sind selbstbewusst, mutig und selbstständig. Der Wille zu Gefallen ist bei dem Hund nicht so ausgeprägt wie bei anderen Gebrauchshunderassen. Stattdessen besitzt er durchaus seinen eigenen Kopf. Er ist gut in der Lage, nach eigenem Ermessen zu entscheiden und zu handeln, selbst wenn dies eigentlich gegen die Erziehungsmaßnahmen seiner Halter geht. In diesem Punkt wird dem Hovi eine gewisse Ähnlichkeit zum Dackel nachgesagt.

Gemäß seines Namens und seiner Geschichte legt der Hund ein ausgeprägtes Wach- und Schutzverhalten an den Tag. Das betrifft sowohl „sein“ Territorium als auch seine Familie. Bei einer optimalen Erziehung und Sozialisierung begegnet er fremden Menschen und Tieren dabei jedoch nur aufmerksam und wachsam, aber niemals aggressiv. Der Hund besitzt ein starkes Nervenkostüm und gilt generell als ausgeglichen und gutmütig.

Gleichzeitig sind die stolzen Hunde auch sehr sensibel, anhänglich und geselligkeitsbedürftig. Sie suchen stets die Nähe ihrer Menschen und sind zwischen Frauchen und Herrchen auf der Couch am glücklichsten. Der Hund liebt Kinder und kommt hervorragend mit ihnen zurecht, vorausgesetzt beide wurden entsprechend aneinander gewöhnt. Dann passt der Hovi sehr gut auch in eine Familie.

Wie alle Gebrauchshunderassen ist der Hovawart sehr bewegungsfreudig, lernwillig und arbeitswillig. Spiele und Training im Freien machen sowohl dem Hund als auch seinen Menschen daher ausgesprochen viel Spaß.

Ein Hovawart in der Natur
Bei richtiger Pflege und Ernährung wird der Hovi durchaus ordentlich alt. ©Sandra Dombrovsky/iStock

Woher kommt der Hovawart?

Wie bei vielen anderen Hunderassen kann man über die Geschichte des Hovawarts heutzutage nur noch spekulieren. Es wird vermutet, dass die Rasse bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Zu der Zeit tauchen erste schriftliche Erwähnungen eines „Hovawart“ auf, ohne dass aber der Hund beschrieben wird. Da im Mittelalter viele Wach- und Hofhunde allgemein als „Hofwärter“ bezeichnet wurden, ist heute eine eindeutige Belegung nicht mehr möglich. Erste nachweisbare Beschreibungen, die auf das heutige Aussehen des Hundes zutreffen, gibt es aus dem 19. Jahrhundert.

Die Vorfahren der Hunde führten vermutlich jahrhundertelang ein schlichtes Leben als Hofhunde, ohne dass es Bemühungen einer kontrollierten Zucht gab. Welpen wurden einfach an den nächsten Hof oder Händler weitergegeben.

Erst im Jahr 1922 starteten die deutschen Züchter Kurt Friedrich König und sein Vater Bertram König ernsthafte Versuche, einen neuen Standard zu definieren. Die beiden Züchter suchten damals einen neuen Typ Gebrauchshund. Er sollte fähig sein, selbstständig zu handeln und situationsgerecht zu entscheiden. Die Männer fanden ihn in dem zotteligen Hofhund, der zu diesem Zeitpunkt in Deutschland relativ selten war.

Die Züchter kreuzten andere Hunderassen wie den Deutschen Schäferhund, Neufundländer, Leonberger und Kuvasz in die Rasse ein und legten damit die Grundlagen für das Aussehen und die Wesenszüge des heutigen Hovawarts. 1937 wurde die Rasse in Deutschland offiziell anerkannt und 1964 international als Gebrauchshund registriert.

Hovawart im vollen Lauf
Hovawart im Anflug! Bitte einmal die Arme ausstrecken und durchknuddeln! ©Sandra Dombrovsky/iStock
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Hovawart: Die richtige Haltung

Die selbstbewusste, intelligente und eigenständige Persönlichkeit des Hovawarts erfordert definitiv bereits einiges an Erfahrung und Kompetenz in der Hundehaltung. Die Hunde gelten als Spätentwickler und testen nicht nur als Welpen ihre Grenzen aus. Der Hovawart ist daher nicht unbedingt ein Anfängerhund.

In der Erziehung und Haltung sind vor allem eine frühe Sozialisierung, Geduld, Einfühlungsvermögen und eine liebevolle, aber standhafte Konsequenz gefragt. Dem Hund muss früh beigebracht werden, wann sein eigenständiges Denken und Handeln erlaubt sind und wann nicht. Der Hovawart nimmt im jungen Alter die Führungsqualitäten seines Menschen genau unter die Lupe und muss hier einfühlsam, aber selbstbewusst in seine untergeordnete Rolle erzogen werden. Härte, Aggression und Ungeduld haben hingegen in der Erziehung absolut nichts verloren.

Als Gebrauchshunderasse versteht es sich von selbst, dem Hovawart ein umfassendes und tägliches Programm an Sport und Spaß im Freien zu ermöglichen. Einfach nur Gassi zu gehen, reicht hier keineswegs aus. Vielmehr muss der Hund täglich geistig und körperlich herausgefordert und am besten auch in der Hundeschule angemeldet werden.

Je ausgelasteter der arbeits- und lernwillige Hund ist, umso ausgeglichener und zufriedener wird er in der Haltung. Aufgrund seiner Geschichte als Hofhund empfiehlt sich ein Grundstück mit Garten, er kann aber auch in einer Wohnung gehalten werden, solange er viele Auslaufmöglichkeiten in der Nähe hat.

EIn liegender Hovawart
Gelassen, gutmütig und schlau ist der Hovi. Wir sind Fan. ©Sandra Dombrovsky/iStock

Welche Pflege braucht der Hovawart?

Die Pflege des Fells erfordert trotz der langen, welligen Haare kaum Aufwand. Außerhalb der Fellwechsel-Phasen reicht ein Durchbürsten alle paar Tage oder sogar nur einmal die Woche vollkommen aus.

Wie bei allen Hunden sollten für eine optimale Pflege regelmäßig Haut und Ohren auf Parasiten wie beispielsweise Milben kontrolliert werden. Außerdem sollte der Hund eine ausgewogene und gesunde Ernährung bekommen.

Welche typischen Krankheiten hat der Hovawart?

Den Züchtern König und König waren beim Definieren des Hovawart-Standards in den 1920er-Jahren vor allem positive Charaktereigenschaften und eine robuste Gesundheit wichtig, weniger das Aussehen. Durch das Einkreuzen unterschiedlicher Hunderassen und einen breiten Zuchtansatz schufen sie die Grundlagen für eine der gesündesten und langlebigsten großen Hunderassen überhaupt.

Allein in Deutschland gibt es heute drei große Hovawart-Vereine (u. a. den RZV), die sich allesamt bemerkenswert strengen Regeln und Kontrollen in der Zucht verschrieben haben. Dadurch konnten rassespezifische Krankheiten größtenteils zurückgedrängt werden. Dazu gehört beispielsweise die bei großen Hunderassen weitverbreitete Hüftgelenkdysplasie, welche bei Hovawarts nur sehr selten auftritt.

Hovawart-Welpe im Schnee
Na, so richtig glücklich sieht dieser Hovawart-Welpe nicht aus. Einmal streicheln, bitte! ©Katerina_Brusnika/iStock
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Was kostet ein Hovawart?

Den Züchtern in Deutschland und in Europa ist mit dem Hovawart das gelungen, was einige andere Züchter mit anderen Hunderassen seit Jahrzehnten vergeblich versuchen: rassespezifische Krankheiten durch strenge Vorgaben und Kontrollen zu verringern und zu verhindern, damit die Welpen sich auf ein langes und gesundes Leben freuen können.

Diese Bemühungen haben ihren Preis, denn unter 1.000 Euro gibt es bei seriösen, deutschen Züchtern nirgendwo einen Welpen zu kaufen. Halte Dich unbedingt von Angeboten unter dieser Summe von dubiosen Händlern aus dem Ausland oder dem Internet fern. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die strengen Regeln bei der Zucht auch dort eingehalten werden.

Informiere Dich am besten bei den drei großen Zuchtvereinen in Deutschland über verschiedene Angebote und Züchter. So kannst Du sichergehen, dass Du bald einen gesunden und liebevollen Welpen in die Familie aufnehmen kannst, der Dein Leben die nächsten rund 14 Jahre enorm bereichert. ♥